Karlmann

von Michael Kleeberg 
4,0 Sterne bei14 Bewertungen
Karlmann
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Inhaltsangabe zu "Karlmann"

Die Betriebsgeheimnisse eines ganz normalen Mannes
An seinem Hochzeitstag fühlt sich Karlmann „Charly“ Renn als Sieger. Er hat seine Traumfrau geheiratet, und Boris Becker gewinnt Wimbledon. Alles scheint möglich. Michael Kleebergs Roman durchleuchtet Familie und Freunde, das Lieben und Arbeiten seines Helden mit so unerbittlicher Präzision, dass die Banalität des Alltäglichen seine verborgene Faszinationskraft enthüllt. Ein Roman über die Zeit und was sie mit den Menschen macht. Kleeberg betreibt mit literarischen Mitteln nicht weniger als eine Anthropologie des Männlichen. Charlie Renn nämlich ist ein Jedermann, ein Mann, den man zu kennen glaubt. Einer, der begehrt, sucht, funktioniert, sich fügt und vom Ausbruch träumt. Aber so wie der Autor ihn beobachtet und seziert, hat man ihn noch nie gesehen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442739233
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:470 Seiten
Verlag:btb
Erscheinungsdatum:02.06.2009

Rezensionen und Bewertungen

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    Bienchen99s avatar
    Bienchen99vor 9 Jahren
    Rezension zu "Karlmann" von Michael Kleeberg

    Ein sehr anstrengendes Buch ohne Witz. Die Geschichte eines Mannes/Jungen der mit seinem Leben und die Ansprüche die man an ihn stellt nicht zurecht kommt. Hat mir keine Minute Freude am lesen bereitet.

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    Pankrazs avatar
    Pankrazvor 10 Jahren
    Rezension zu "Karlmann" von Michael Kleeberg

    Epochal... ja...
    Zuviel der Perfektion? ... Ausufernd ...hmnnn...

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    HeikeGs avatar
    HeikeGvor 10 Jahren
    Rezension zu "Karlmann" von Michael Kleeberg

    Menschliche Enttäuschungen

    Michael Kleeberg zeichnet ein Kaleidoskop von Bildern und Gefühlen und skizziert großartig die letzten fünf Jahre vor der Wiedervereinigung der Deutschen. Als menschlichen Vertreter wählt er einen nicht gerade helden-, vielleicht aber beispielhaften Hamburger.

    "Wo entspringt diese ungeheute Zuversicht, die sich durch den Bildschirm hindurch auf dich überträgt und fortpflanzt: Es kann nichts passieren. Es kann nichts schief gehen.", so sinniert der 25jährige Karlmann "Charly" Renn am 07. Juli 1985, seinem Hochzeitstag, als er am Fernseher den Sieg des 17-jährigen Boris Beckers im Grand-Slam-Finale in Wimbledon erlebt.
    Er, Spross alten und reichen Hamburger Bürgertums und Geldadels, hat heute seine Traumfrau Christine geheiratet, steht kurz vor seinem Examen und "der Alte" (sein Vater) schenkt ihm zur Hochzeit doch glatt ein eigenes Autohaus.
    Dieser denkwürdige Tag könnte der Beginn einer wunderbaren Geschichte werden.
    Könnte..., denn gerade am Biss des Ausnahmesportlers Becker mangelt es dem Protagonisten.

    Bereits während der abendlichen Feierlichkeiten treibt es ihn ohne Not in die Arme bzw. zwischen die Schenkel der Brautjungfer.
    Der Weg scheint vorgezeichnet, denn was so beginnt kann eigentlich auch nicht gut enden.
    Er findet keine Befriedigung in seinem Job, außer kurzen onanistischen Spannungsentladungen am Abend im Büro oder bei regelmäßigen Besuchen einer ehemaligen Klassenkameradin, mit der er seine animalischen und sadomasochistischen Gelüste auslebt.

    So treibt bzw. lässt sich Charly treiben, verliert all seine hochfliegenden Pläne und hat am Ende kaum noch etwas Boris Becker-haftes an sich. Kapitel für Kapitel - der Roman hält fünf davon bereit, die jeweils einige Stunden eines herausgehobenen Tags der Jahre 1985 bis 1989 erzählen - wird aus dem einstmals hoch motivierten Bräutigam ein gewöhnlicher Durchschnittsehemann, dessen heile Welt schlussendlich in Trümmern liegt.
    Die mit seinem "Schicksal" vergleichbare und zeitgleiche Entwicklung der zu Ende gehenden alten Bundesrepublik nimmt er dabei kaum wahr, geschweige denn weiß er sie zu wichten.

    So weit, so wenig aufregend, meint man. Doch "Karlmann" ist messerscharfe Analytik, und wie Kleeberg die Geschichte präsentiert, lässt garantiert keine Langeweile aufkommen. Verblüffend virtuos spielt der Autor mit der Zeit, hält sie an, schweift aus, dehnt und staucht sie. Sei es nun der Protagonist selbst oder seine Heimatstadt Hamburg, die männliche Psyche, der städtische Alltag, Familie und Gesellschaft, Geschäft und Politik, der Autor seziert alles mit enormer Tiefenschärfe.

    Dabei verlangt er dem Leser einiges ab. Kleeberg hat ein "Erzählplasma" geschaffen. Teilweise mitten im Satz wechselt der Roman die Perspektive: vom "Du" in die 3. und von Zeit zu Zeit auch die erste Person Singular.
    Allein mit dieser multiplen Erzählweise ist es noch nicht abgetan.
    Auch die Sprachebenen wirbeln wild durcheinander; pornografische Phantasien stehen neben hoch reflektierenden Betrachtungen.

    Michael Kleeberg offenbart eine ungemein reiche Palette literarischer Farbgebungen und stilistischer Nuancierungen: kühle, ironische Beschreibung wechseln sich mit emphatischer oder empfindsamer Anteilnahme für tragische Momente im Leben des Protagonisten ab. Der Autor betreibt satirische Analyse genauso wie pointierte Komik.

    Alles in allem eine wohldosierte Melange aus intellektueller und poetischer Prosa in fünf Kapiteln, die die fünf Konstanten im Lebens eines Mannes abhandeln: Liebe (Kap.1), Arbeit (Kap.2), Sex (Kap.3), Macht (Kap.4) und Hoffnung (Kap.5).

    Fazit:
    Von den Höhen und Tiefen im Leben eines "guten Durchschnittsmannes" erzählt Kleeberg ausgesprochen gekonnt und entwickelt dabei einen furiosen Zeit- und Gesellschaftsroman.
    "Karlmann" ist ein außerordentliches und intellektuelles Leseabenteuer, ein wuchtiger Roman über die Schwierigkeiten, ein Gleichgewicht zwischen der eigenen Person und den anderen zu finden. Ein Buch, in das man(n und Frau) eintaucht, um am Ende erkenntnisreicher zu entsteigen.

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    lorettas avatar
    lorettavor 10 Jahren
    Rezension zu "Karlmann" von Michael Kleeberg

    Michael Kleeberg gelingt wahrscheinlich durch diese klare und doch dichte Sprache das eigentlich Unmögliche.
    Man ist eigentümlich fasziniert und berührt von diesem " Karlmann ", der mit großen Plänen und Idealen ins Leben startet, dann in die Spießigkeit abzugleiten droht und immer mehr in die Mühlen des alltags gerät.
    Besonders gelungen die Szene am Anfang: Unser Held wird an seiner Hochzeit Zeuge, wie Boris Becker unerwartet Wimbledon gewinnt. Diese Faszination und die Übertragung auf das eigene Leben ist großartig beschrieben.

    War einer meiner Lieblingsbücher aus 2007 und hätte den dt. Buchpreis verdient gehabt.

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    Caroluss avatar
    Carolusvor 11 Jahren
    Rezension zu "Karlmann" von Michael Kleeberg

    Am Morgen der Trauung mit seiner Traumfrau versammeln sich Charly und seine Freunde vor dem Fernseher, um Boris Beckers triumphalen Erfolg in Wimbledon zu erleben. Das "Männer-unter-sich-Buch", deshalb auch für Frauen höchst aufschlussreich und unterhaltsam.

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    SVvor 11 Jahren
    Rezension zu "Karlmann" von Michael Kleeberg

    "Einmal Perfektion"

    Juli 85 - da ist der Tag an dem "Einmal Perfektion" ganz nah erreichbar scheint: Boris Becker, der jüngste Tennisprofi, der jemals ein Wimbledon Endspiel erreicht hat, spielt, der Held sitzt vor dem Fernseher, vormittags war die Trauung mit seiner Traumfrau, am Abend wird das große Fest stattfinden.
    Damit beginnt der Roman und schon das Tennisspiel mit allen dazu gehörenden Überlegungen braucht die ersten 50 Seiten.
    Ganz nah kommt dieser Tag der Perfektion, kleine Schönheitsfehler im Tagesverlauf, der Schwiegervater, ein eher einfacher Mann, man selbst ist voller schönster Hoffnungen, die Zukunft weit offen, erfolgreich im Studium, die Frau blond und wie erträumt, da kann man den Schwiegervater, vielleicht ein wenig unter Stand geheiratet, hinnehmen, der Quickie mit der besten Freundin, kurz vor Beginn des Festes, etwas missglückt und hastig - nur ein Tupfer.
    Aber der Vater, übermächtige und bestimmende Figur, will wohl niemand, der größer werden könnte, neben sich. Das Geschenk, das überreicht wird, macht alle Hoffnungen zunichte, alle Freiheit ist vergeblich: ein Autohaus und Charly Renn soll Geschäftsführer werden: In all den Glückwünschen, Geld verdienen! ist Charly klar, dass sein Vater ihn damit kleinmacht, aus dem Rennen wirft.
    In fünf Episoden, fünf Tage in den folgenden fünf Jahren, wird die Geschichte weitererzählt, vom Wünschen und Hoffen und Steckenbleiben in grotesker Mittelmäßigkeit.
    Ganz leicht wärs für einen mäßigen Autor, sich über sein Personal lustig zu machen, mit ihrem Scheitern zu erheitern, hinunterzuschauen auf das Mittelmaß, die bürgerliche Langweiligkeit, der nicht zu entkommen ist. Kleeberg tut das keinen Moment, er beobachtet genau, schildert deutlich, wortmächtig, treffend, leicht ironisch, aber ernsthaft die Geschichte von Wohlsein und Leid des Charly Renn.
    Kleeberg ist ein echter Meister der langen Sätze! Eine hohe Kunst, einen langen Satz nicht immer schneller zu machen, zu hetzen, keinen Punkt zu finden und hudlig, hastig, übertrieben zu werden. Kleeberg kann das, die Sätze bleiben gelassen langsam, auch wenn die Szene, etwa eine ausführlich geschilderte Sado-Maso Szene, Aufregung genug bietet. Gelassenheit eines Erzählers, ders kann.
    Sicher einer der besten Romane dieses Jahres.

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    dzaushangs avatar
    dzaushang
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    Madame_Marie
    D
    daniel777vor einem Jahr
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    LesenLebenvor 2 Jahren

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