Michael Kleeberg Karlmann

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Inhaltsangabe zu „Karlmann“ von Michael Kleeberg

Die Betriebsgeheimnisse eines ganz normalen Mannes An seinem Hochzeitstag fühlt sich Karlmann „Charly“ Renn als Sieger. Er hat seine Traumfrau geheiratet, und Boris Becker gewinnt Wimbledon. Alles scheint möglich. Michael Kleebergs Roman durchleuchtet Familie und Freunde, das Lieben und Arbeiten seines Helden mit so unerbittlicher Präzision, dass die Banalität des Alltäglichen seine verborgene Faszinationskraft enthüllt. Ein Roman über die Zeit und was sie mit den Menschen macht. Kleeberg betreibt mit literarischen Mitteln nicht weniger als eine Anthropologie des Männlichen. Charlie Renn nämlich ist ein Jedermann, ein Mann, den man zu kennen glaubt. Einer, der begehrt, sucht, funktioniert, sich fügt und vom Ausbruch träumt. Aber so wie der Autor ihn beobachtet und seziert, hat man ihn noch nie gesehen.

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  • Rezension zu "Karlmann" von Michael Kleeberg

    Karlmann
    Bienchen99

    Bienchen99

    17. February 2010 um 13:54

    Ein sehr anstrengendes Buch ohne Witz. Die Geschichte eines Mannes/Jungen der mit seinem Leben und die Ansprüche die man an ihn stellt nicht zurecht kommt. Hat mir keine Minute Freude am lesen bereitet.

  • Rezension zu "Karlmann" von Michael Kleeberg

    Karlmann
    damentennis

    damentennis

    07. November 2009 um 00:24

    bei einem buch, das über 470 seiten lang ist, dann aber dennoch mit den worten "und überhaupt" endet, muss der autor schon enorm viel richtig gemacht haben, hat er auch, der michael kleeberg. für leute, die das geographische in büchern interessiert: das buch beginnt im londoner stadtteil wimbledon und endet in paris. im grunde spielt es aber nur in hamburg. nein, da muss ich als rezensent konkreter sein: im kopf des autors. nein, das ist zu allgemein, alle romane spielen ja nur im kopf des autors. also: im kopf des protagonisten. was ebenso dumm ist: der protagonist ist ja "per definitionem" derjenige, um den es sich dreht. ich muss das noch mutiger formulieren: das buch spielt im kopf der männer, des mannes geradezu. donnerwetter! das buch sollte jetzt, nach lesen dieser rezension, von allen frauen gekauft werden, denn ich las mal in einer fachzeitschrift, dass frauen immer wissen wollen, was männer denken und "vice versa", diesen unschönen begriff las ich auch mal, aber an anderer stelle. man liest ja viel im leben an vielen stellen und in vielen fachzeitschriften. das buch löste diskussionen aus, weil kleeberg sagte, er habe darin die "letzten betriebsgeheimnisse der männer" verraten und eine weibliche rezensentin dann meinte, das wäre unwahrscheinlich respektive wenig schmeichelhaft für die männer. dazu habe ich gott sei dank keine meinung. der inhalt kurz nacherzählt: der mann karl "charly" renn denkt sich durch die welt. sein leben funktioniert, dann funktioniert es weniger. dabei geht es theoretisch zu, charly renn ist da ambitioniert, er heiratet und betrügt die frau, arbeitet in einem job, der ihm fremd ist - kurzum, er nimmt am leben teil. manches geht dabei gut, anderes wiederum nicht, insofern ist das buch realistisch. kritiker aber würden sagen, dass auch vieles unrealsitisch ist, insofern weiß man es am ende nicht so recht, das mit der realität. aber wenn am ende schon von seiten des autors die worte "und überhaupt" benutzt werden, dann kann das doch wahrlich kein vorwurf sein: dass der autor unrealistisch sei. unterhalten, das kann er, auch wenn 470 seiten eben immer 470 seiten sind. die kritik sollte wohl eher hier, bei der länge, ansetzen. denn beim inhalt, naja, wird es schwer bis überflüssig mit der kritik.

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  • Rezension zu "Karlmann" von Michael Kleeberg

    Karlmann
    Pankraz

    Pankraz

    10. October 2008 um 00:28

    Epochal... ja...
    Zuviel der Perfektion? ... Ausufernd ...hmnnn...

  • Rezension zu "Karlmann" von Michael Kleeberg

    Karlmann
    HeikeG

    HeikeG

    12. August 2008 um 21:03

    Menschliche Enttäuschungen Michael Kleeberg zeichnet ein Kaleidoskop von Bildern und Gefühlen und skizziert großartig die letzten fünf Jahre vor der Wiedervereinigung der Deutschen. Als menschlichen Vertreter wählt er einen nicht gerade helden-, vielleicht aber beispielhaften Hamburger. "Wo entspringt diese ungeheute Zuversicht, die sich durch den Bildschirm hindurch auf dich überträgt und fortpflanzt: Es kann nichts passieren. Es kann nichts schief gehen.", so sinniert der 25jährige Karlmann "Charly" Renn am 07. Juli 1985, seinem Hochzeitstag, als er am Fernseher den Sieg des 17-jährigen Boris Beckers im Grand-Slam-Finale in Wimbledon erlebt. Er, Spross alten und reichen Hamburger Bürgertums und Geldadels, hat heute seine Traumfrau Christine geheiratet, steht kurz vor seinem Examen und "der Alte" (sein Vater) schenkt ihm zur Hochzeit doch glatt ein eigenes Autohaus. Dieser denkwürdige Tag könnte der Beginn einer wunderbaren Geschichte werden. Könnte..., denn gerade am Biss des Ausnahmesportlers Becker mangelt es dem Protagonisten. Bereits während der abendlichen Feierlichkeiten treibt es ihn ohne Not in die Arme bzw. zwischen die Schenkel der Brautjungfer. Der Weg scheint vorgezeichnet, denn was so beginnt kann eigentlich auch nicht gut enden. Er findet keine Befriedigung in seinem Job, außer kurzen onanistischen Spannungsentladungen am Abend im Büro oder bei regelmäßigen Besuchen einer ehemaligen Klassenkameradin, mit der er seine animalischen und sadomasochistischen Gelüste auslebt. So treibt bzw. lässt sich Charly treiben, verliert all seine hochfliegenden Pläne und hat am Ende kaum noch etwas Boris Becker-haftes an sich. Kapitel für Kapitel - der Roman hält fünf davon bereit, die jeweils einige Stunden eines herausgehobenen Tags der Jahre 1985 bis 1989 erzählen - wird aus dem einstmals hoch motivierten Bräutigam ein gewöhnlicher Durchschnittsehemann, dessen heile Welt schlussendlich in Trümmern liegt. Die mit seinem "Schicksal" vergleichbare und zeitgleiche Entwicklung der zu Ende gehenden alten Bundesrepublik nimmt er dabei kaum wahr, geschweige denn weiß er sie zu wichten. So weit, so wenig aufregend, meint man. Doch "Karlmann" ist messerscharfe Analytik, und wie Kleeberg die Geschichte präsentiert, lässt garantiert keine Langeweile aufkommen. Verblüffend virtuos spielt der Autor mit der Zeit, hält sie an, schweift aus, dehnt und staucht sie. Sei es nun der Protagonist selbst oder seine Heimatstadt Hamburg, die männliche Psyche, der städtische Alltag, Familie und Gesellschaft, Geschäft und Politik, der Autor seziert alles mit enormer Tiefenschärfe. Dabei verlangt er dem Leser einiges ab. Kleeberg hat ein "Erzählplasma" geschaffen. Teilweise mitten im Satz wechselt der Roman die Perspektive: vom "Du" in die 3. und von Zeit zu Zeit auch die erste Person Singular. Allein mit dieser multiplen Erzählweise ist es noch nicht abgetan. Auch die Sprachebenen wirbeln wild durcheinander; pornografische Phantasien stehen neben hoch reflektierenden Betrachtungen. Michael Kleeberg offenbart eine ungemein reiche Palette literarischer Farbgebungen und stilistischer Nuancierungen: kühle, ironische Beschreibung wechseln sich mit emphatischer oder empfindsamer Anteilnahme für tragische Momente im Leben des Protagonisten ab. Der Autor betreibt satirische Analyse genauso wie pointierte Komik. Alles in allem eine wohldosierte Melange aus intellektueller und poetischer Prosa in fünf Kapiteln, die die fünf Konstanten im Lebens eines Mannes abhandeln: Liebe (Kap.1), Arbeit (Kap.2), Sex (Kap.3), Macht (Kap.4) und Hoffnung (Kap.5). Fazit: Von den Höhen und Tiefen im Leben eines "guten Durchschnittsmannes" erzählt Kleeberg ausgesprochen gekonnt und entwickelt dabei einen furiosen Zeit- und Gesellschaftsroman. "Karlmann" ist ein außerordentliches und intellektuelles Leseabenteuer, ein wuchtiger Roman über die Schwierigkeiten, ein Gleichgewicht zwischen der eigenen Person und den anderen zu finden. Ein Buch, in das man(n und Frau) eintaucht, um am Ende erkenntnisreicher zu entsteigen.

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  • Rezension zu "Karlmann" von Michael Kleeberg

    Karlmann
    loretta

    loretta

    18. June 2008 um 22:29

    Michael Kleeberg gelingt wahrscheinlich durch diese klare und doch dichte Sprache das eigentlich Unmögliche. Man ist eigentümlich fasziniert und berührt von diesem " Karlmann ", der mit großen Plänen und Idealen ins Leben startet, dann in die Spießigkeit abzugleiten droht und immer mehr in die Mühlen des alltags gerät. Besonders gelungen die Szene am Anfang: Unser Held wird an seiner Hochzeit Zeuge, wie Boris Becker unerwartet Wimbledon gewinnt. Diese Faszination und die Übertragung auf das eigene Leben ist großartig beschrieben. War einer meiner Lieblingsbücher aus 2007 und hätte den dt. Buchpreis verdient gehabt.

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  • Rezension zu "Karlmann" von Michael Kleeberg

    Karlmann
    Carolus

    Carolus

    03. January 2008 um 15:54

    Am Morgen der Trauung mit seiner Traumfrau versammeln sich Charly und seine Freunde vor dem Fernseher, um Boris Beckers triumphalen Erfolg in Wimbledon zu erleben. Das "Männer-unter-sich-Buch", deshalb auch für Frauen höchst aufschlussreich und unterhaltsam.

  • Rezension zu "Karlmann" von Michael Kleeberg

    Karlmann
    SV

    SV

    21. November 2007 um 12:23

    "Einmal Perfektion" Juli 85 - da ist der Tag an dem "Einmal Perfektion" ganz nah erreichbar scheint: Boris Becker, der jüngste Tennisprofi, der jemals ein Wimbledon Endspiel erreicht hat, spielt, der Held sitzt vor dem Fernseher, vormittags war die Trauung mit seiner Traumfrau, am Abend wird das große Fest stattfinden. Damit beginnt der Roman und schon das Tennisspiel mit allen dazu gehörenden Überlegungen braucht die ersten 50 Seiten. Ganz nah kommt dieser Tag der Perfektion, kleine Schönheitsfehler im Tagesverlauf, der Schwiegervater, ein eher einfacher Mann, man selbst ist voller schönster Hoffnungen, die Zukunft weit offen, erfolgreich im Studium, die Frau blond und wie erträumt, da kann man den Schwiegervater, vielleicht ein wenig unter Stand geheiratet, hinnehmen, der Quickie mit der besten Freundin, kurz vor Beginn des Festes, etwas missglückt und hastig - nur ein Tupfer. Aber der Vater, übermächtige und bestimmende Figur, will wohl niemand, der größer werden könnte, neben sich. Das Geschenk, das überreicht wird, macht alle Hoffnungen zunichte, alle Freiheit ist vergeblich: ein Autohaus und Charly Renn soll Geschäftsführer werden: In all den Glückwünschen, Geld verdienen! ist Charly klar, dass sein Vater ihn damit kleinmacht, aus dem Rennen wirft. In fünf Episoden, fünf Tage in den folgenden fünf Jahren, wird die Geschichte weitererzählt, vom Wünschen und Hoffen und Steckenbleiben in grotesker Mittelmäßigkeit. Ganz leicht wärs für einen mäßigen Autor, sich über sein Personal lustig zu machen, mit ihrem Scheitern zu erheitern, hinunterzuschauen auf das Mittelmaß, die bürgerliche Langweiligkeit, der nicht zu entkommen ist. Kleeberg tut das keinen Moment, er beobachtet genau, schildert deutlich, wortmächtig, treffend, leicht ironisch, aber ernsthaft die Geschichte von Wohlsein und Leid des Charly Renn. Kleeberg ist ein echter Meister der langen Sätze! Eine hohe Kunst, einen langen Satz nicht immer schneller zu machen, zu hetzen, keinen Punkt zu finden und hudlig, hastig, übertrieben zu werden. Kleeberg kann das, die Sätze bleiben gelassen langsam, auch wenn die Szene, etwa eine ausführlich geschilderte Sado-Maso Szene, Aufregung genug bietet. Gelassenheit eines Erzählers, ders kann. Sicher einer der besten Romane dieses Jahres.

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