Michael Kleeberg Vaterjahre

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Inhaltsangabe zu „Vaterjahre“ von Michael Kleeberg

Die Liebe und Sorge eines Vaters, Selbstbehauptung im Beruf, Konfrontation mit Kindheit und Familie, Abgründe der Freundschaft, Verlockungen des Ausbruchs und Einbruch des Todes. Dies ist die Geschichte des mühevollen Reifeprozesses und der Bewährungsproben Karlmann Renns, der sein Leben ohne die Tröstungen der Religion, der Kunst und der Philosophie meistern muss. Michael Kleeberg gestaltet seine Welt mit vielfältigen Stimmen, Klängen und Rhythmen, durch die multiplen Perspektiven seines Erzählens. Komik und Tragik, Lakonie und Zärtlichkeit – die sprachschöpferische Lust dieses Romans ist grenzenlos.

Sehr gute Lektüre

— alanrick

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Kukolka

Hammerharte Realität, hammerhart erzählt. aber Umsetzung + Stil waren leider nicht so mein Fall. Sehr distanziert. Dennoch grausame Realität

Yuyun

Lauter gute Absichten

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  • Vaterjahre

    Vaterjahre

    alanrick

    27. April 2017 um 12:11

    Wie der Vater mit dem Sohn lebt interessant

  • Karlmanns Leben im Alltäglichen

    Vaterjahre

    michael_lehmann-pape

    Karlmanns Leben im Alltäglichen Was Kleeberg in „Karlmann“ beginnen hat, führt er in „Vaterjahre“ weiter. Intensiv, wortgewaltig, dicht, so, als hätte sein Karlmann kaum Zeit, zu atmen, als würde der Schwall der Worte, der auch noch das Alltäglichste aus allen denkbaren Perspektiven heraus assoziativ betrachtet, in Sorge sein, unterbrochen zu werden. Bildkräftig, genau beschreibend und dennoch nicht kühl oder nüchtern, sondern voll bewegter Emotionen bleibt dem Leser kaum etwas anderes übrig, als in bester Weise wie durch einen Sog in diese Erfahrungen, die sowohl Lebens- als auch Zeitgeschichte beinhalten, hineingezogen zu werden. Schon zu Beginn, als Karlmann mit den verklärten Augen des liebenden Vaters im schweren Gespräch über das Sterben und das Abschweifen in den schon spürbaren Schmerz des „gehen lassen müssen“ seine Tochter abends im Bett betrachtet. Und wie dann ohne Anlauf umgeschwenkt wird innerlich in die eigene Erfahrungswelt. In diesen „Verlust eigener Erfahrungen nach der Geburt der Kinder“, in dieses „einen Sack voll Verantwortung und Sorge tragen“, endend im dringenden Bedürfnis, selbst auch getröstet zu werden, das ist mitreißend geschildert und nimmt den Leser mit in Beschlag. Denn Karlmann ist doch der Vater. Der Tröster! Getröstet werden ist da nicht im Programm. Vor allem, wenn der geliebte, todkranke Hund der Familie am nächsten Tag eingeschläfert werden soll. Und wer, wenn nicht „der Vater“ wird dies beim Tierarzt durchstehen, das Loch im Garten graben und den schweren, kalten Körper dann im Garten bestatten? In jenem Garten im Grüngürtel Hamburgs. Doppelhaushälfte, wie es sich gehört für einen, der seinen Kindern „die perfekte“ Kindheit bieten will. Die er selbst ja wohl nicht hatte. Obwohl, wenn seine Gedanken abschweifen, gerade weil die eigene Kindheit nicht perfekt war, von Brüchen begleitet war, gerade darum ist er doch geworden, was er geworden ist, oder? Erfolgreich und angekommen. So schweifen die Gedanken nach hinten und der Titel des Buches nimmt seine doppelte Bedeutung an. „Vaterjahre“ für Karlmann, der Vater ist, aber auch „Vaters-Jahre“, Karlmanns Leben „vor dem Kind“, das eine intensive Reise durch das Leben der Zeit bietet, durch seine vielfachen, oft banalen Alltäglichkeiten, die Kleeberg wunderbar ausleuchtet und immer wieder mit einzelnen Betrachtungen den allgemeinen, gültigen, über das Erleben weit hinausreichenden Kern vor Augen führt. Die Besuche als Kind im Heimatdorf der Mutter bei den Großeltern. Plastisch lässt Kleeberg diese Welt erstehen, die Tage in der Dorfkneipe unter Männer, die abgewetzten Stühle, das Geheimnis der Männerwelt, den frischen Apfelwein, Alltag damals und doch dahinter eine ganze Kulturhaltung: „Männer bemühen sich um Frauen, bis sie eine haben, dann überlassen sie den weiblichen Teil der Schöpfung wieder sich selbst und bleiben untereinander, um in die mythische Welt männlicher Wichtigkeit einzutauchen“. Was für ein Bild für all die Schützenvereine, Kegelclubs, Sitzungen des Kleingartenvorstandes oder aller anderer möglichen Vereinigungen von Männern bis eben hin zum Stammtisch, die jene Jahrzehnte geprägt haben Eine tröstliche Welt, wie eben auch der „Trost der Dinge“, den Karlmann sucht und den (s)eine Frau nie verstehen würde wohl. Das rassige Rennrad, die wunderbare „Nomas Glashütte Tetra“ am Arm, die Eingeweihte mit Kennerblick zu schätzen wissen. „Sie ist sein einziger Schmuck. Der Schmuck eines Mannes“. Dazu die geübte Zunge, über die der Wein genussvoll gerollt wird. Ein „Trost der Dinge“, ein „sich über sich selbst (materiell) vergewissern“, das ebenso über dieses konkrete Leben des Karlmann hinausreicht, wie der zerfressende Neid auf den erfolgreicheren Freund, der eine Sinnkrise und eine Therapie nach sich ziehen wird. Wobei es vielleicht gar nicht der Fakt des Erfolges des Freundes ist, sondern „das dieser bekannt ist“. Nun nicht mehr daran vorbeigesehen werden kann. „Mir ist klar, dass ich auf einer schwankenden Brücke von Trägheit, Faulheit, Selbstzufriedenheit und Mühelosigkeit balanciere“. Und dabei wird er das Gefühl nicht los, unter seinen Möglichkeiten (leider nur allzu gerne) geblieben zu sein. Und auch damit dürfte Karlmann in seiner Generation nicht alleine stehen. Nur einige Momente dieser „Jahre des Vaters bevor und als man Vater wurde“ aus der Fülle des Buches, die mit beeindruckendem Reichtrum der Sprache und ständig hintergründig mitlaufender emotionaler Botschaften von Kleeberg aufgenommen werden. Eine sprachlich hervorragende Lektüre, die leicht wirkt und dennoch tief reicht.

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    Floh

    03. September 2014 um 11:34
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