Michael Klonovsky

 4.5 Sterne bei 22 Bewertungen
Autor von Land der Wunder, Radfahren und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Michael Klonovsky

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Michael KlonovskyLand der Wunder
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Land der Wunder
Land der Wunder
 (12)
Erschienen am 22.04.2009
Michael KlonovskyRadfahren
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Radfahren
Radfahren
 (3)
Erschienen am 01.04.2006
Michael KlonovskyLebenswerte
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Lebenswerte
Lebenswerte
 (1)
Erschienen am 05.12.2013
Michael KlonovskyDer Schmerz der Schönheit
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Der Schmerz der Schönheit
Der Schmerz der Schönheit
 (1)
Erschienen am 20.07.2010
Michael KlonovskyDer Ramses-Code
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Der Ramses-Code
Der Ramses-Code
 (1)
Erschienen am 01.01.2003
Michael KlonovskySchilda wird täglich bunter
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Schilda wird täglich bunter
Schilda wird täglich bunter
 (1)
Erschienen am 12.04.2017
Michael KlonovskyDer Held
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Der Held
Der Held
 (1)
Erschienen am 25.07.2011
Michael KlonovskyDie Liebe in Zeiten der Lückenpresse
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Die Liebe in Zeiten der Lückenpresse
Die Liebe in Zeiten der Lückenpresse
 (1)
Erschienen am 20.04.2016

Neue Rezensionen zu Michael Klonovsky

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ralluss avatar

Rezension zu "Land der Wunder" von Michael Klonovsky

Till Eulenspiegel zwischen den deutschen Staaten
rallusvor 3 Jahren

Johannes Schönbach wächst in der DDR auf und ist ein schlaksiger Ex-Student der Philologie. Da seine Ansichten nicht mit der politischen Führung konform gehen, wird er aus dem Studium hinauskomplementiert und muss sich in einer Schnapsfabrik wieder hochdienen. Die ewige Sauferei bringt ihn aber nirgendswo hin und seine schreiberischen und geschichtlich- sowie philologischen Talente sind hier verschwendet. Nach einer besonders schlimmen Sauftour beschließt er, sein Leben zu ändern und fängt als Korrektor in einer Ostberliner SED Zeitung an. Diese Phase verbringt er in einem Mief voller Pseudofreiheit und endender SED-Herrschaft. Nach der Wende wird das Blatt von einem westdeutschen Verlag übernommen.

Doch diese Westdeutschen sind zwar anders, aber die pseudolinksliberale Freiheit ist eben auch nur eine scheinbare.

“’Wie gefällt euch die neue Herrschaftselite?’, fragte Kühl höhnisch. ‘Besser als die alte’, erwiderte Helmer ‘Aber auch irgendwie ekliger, oder?’ ‘Wieso?’ ‘Schau dir doch diese Kreaturen an: Die haben alle Bescheidswissenschaft studiert.’”

Die neuen Statthalter sind natürlich viel smarter als die SED-Arschkriecher und kleinen Diktatoren, die an der Spitze der Zeitschrift standen und so mancher ist zum hinknien:

“Der Grube-&-Tag-Statthalter hieß Alexander Müller-Giordano, und er war, dachte Schönbach schon beim ersten Anblick, aus jenem Holz, aus dem man den Übermenschen schnitzen würde, wenn er jemals in Serie ginge: ein Mann in den besten Jahren, groß, schlank, energisch, sportlich (er joggte jeden Morgen eine Dreiviertelstunde), jahreszeitunabhängig gebräunt, mit tadelloser Haltung in tadellosen, stets einfarbigen Anzügen, ein Antlitz wie gemeißelt unterm allzeit frisierten, mit erlesenen Grautönen durchwirkten dunklen Haar, distinguiert, eloquent, selbstsicher. Das Beste freilich war sein rollender schwarzer Bariton, metallisch, sonor, bei Bedarf der reine Samt – jede Armee, jedes Theater und jeder Callboy-Ring hätten viel für ein solches Organ gegeben. Lobte diese Stimme, rann es einem wie Honigseim durch die Kehle, brachte sie einen Begehr vor, gehorchte man in willenlosem Glück, erwog sie Dinge, saßen alle wie die Schüler des großen Pythagoras gewissermaßen zu Füßen des Sprechers. Und bei Helga Heinrich hatte man den Eindruck, sie könne jeden Augenblick mit einem seligen Seufzer zu Boden sinken, wenn Müller-Giordano zu reden anhob.”

Durch die Internetblase kommt Schönbach plötzlich an viel Geld und investiert dieses in ein Dominastudio, welches eine seiner alten Freundinnen betreibt und in die esoterischen Wasser-Geschäfte seiner Eltern. Er hat zwar jetzt plötzlich Geld, aber irgendwas fehlt ihm in seinem Leben. Spät lernt er dann doch noch, Verantwortung zu übernehmen.

Land der Wunder ist ein grandioses, literarisches Feuerwerk an Sprache und Ideen, die zynisch und ironisch die blühenden Landschaften beschreiben, die versprochen wurden. Klonovsky ist mit Schönbach ein moderner Till Eulenspiegel gelungen, der Ost und West den Spiegel vor die Nase hält und mit dem linksliberalen Getue im Westen, der doch so besser sein soll als der Osten, aufräumt. Klonovsky spielt mit der Sprache und seinen Charakteren:

“Die Rosentreter-Version hatte auf einmal überhaupt nichts mehr mit der Musik und nicht einmal mit ihren Interpretationen zu tun, bis ins letzte Detail waren des Autors Anspielungen aus Wagners weidliches, wunderliches, weltescheneinäschernd, wüstes wie weltwirksam-weihvolles, wenngleich womöglich wichtigtuerisches Werk weggemerzt.”

Seine Charaktere sind liebevoll gezeichnete skurrile Miniaturen, die fernab der Platitüden sind. Wie Schönbach sich durch die Ost-, Finanz- und Frauenwelt fräst, ist herrlich nachzulesen. Dieses Buch ist ein moderner Klassiker, eine treffende Satire und würde zu Recht in jeden Deutschunterricht passen! Der beste deutsche Wenderoman, den man leider nur noch antiquarisch erhalten kann.

Ein Buchhighlight des Jahres 2015 für mich!

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Kekes avatar

Rezension zu "Land der Wunder" von Michael Klonovsky

Land der Wunder - irgendwie stimmt das.
Kekevor 3 Jahren

Habe das Buch von einem Freund ohne Kommentar geschenkt bekommen und bin noch mitten im Lesen. Und ich glaube, der kennt mich.
Manchmal im Leben fällt dir etwas in die Hände oder erlebst du etwas und du denkst: "Hoppla, das kenn´ich doch, oder, das könnte doch meine Geschichte sein."
Ich finde hier ganz viele Parallelen zu meinem Single-Leben
im Ostberlin der Vor-Wende-Zeit, das erst im September 1989
mit der Flucht über Ungarn beendet wurde.
Scharfe Beobachtungen, tolle Personenbeschreibungen,
witzige Dialoge, irgendwie bringt das Buch die ganze Bandbreite dieses ungewissen Schwebens dieser Zeit in Berlin herüber.
Dieses Schwankens zwischen Sucht nach Leben und Voll-Depression, von der ich heute mit weitem Abstand sagen kann. Sie war irgendwie auch unheimlich wichtig im Leben.
Bin gespannt, wie die Geschichte weitergeht.

Jetzt bin ich fertig.

Dieser Johannes Schönbach ist ein kleiner Philosoph,
einer der sich manchmal neben die Gesellschaft stellt
und diese wie von außen durch ein Fenster betrachtet.
Dabei sieht er die Dinge, ein bisschen sarkastisch,
wie er nun mal ist, in völlig neuen Ansichten.
Hier eine typische Stelle:
„Er vertiefte diesen Gedanken, in dem er ihn dahingehend
fortsetzte, wie kurios und letztlich jeden Geistesmenschen-
dünkel ad absurdum führend es doch sei, auf welchen
beiden Fundamenten die ihm im gewissen Sinne heilige
abendländische Kultur ruhte:
zum einen eben auf den künstlerischen Hinterlassenschaften
eines modeschwulen- beziehungsweise Päderastenvolkes,
das seine Götter bunt anmalte und Athleten höher schätzte
als Philosphen, zum anderen auf den gesammelten
Ressentiments eines hilflos zwischen die Großmächte
geratenen und darüber rachsüchtig gewordenen Hirtenstammes,
der sich kurioser- und kompensatorischerweise für
auserwählt hielt. War das nicht verrückt ?“
Trotz allem, in seinen Lebensschwüngen zwischen tiefstem
Ostproletariat und westlicher High-Society bleibt er doch
immer eins: 
Ein Suchender, der der etwas sucht, was er sich selbst niemals
zugeben würde zu suchen. Den Sinn des Lebens.
Und erst dann, in diesem Moment, wo er nicht mehr weiter
weiß, am Ende des Buches, findet er, was er so lange gesucht hat.

Und wer ihn vorher noch nicht gemocht hat, der liebt ihn dann ...

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B

Rezension zu "Land der Wunder" von Michael Klonovsky

Ein sprachliches Wunder
Billievor 4 Jahren

Für alle, die nicht einfach nur eine spannende Geschichte lesen wollen, sondern sich an Sprachakrobatik und genialen Formulierungen freuen, ist dieses Buch ein Muss. Nach den ersten Seiten habe ich mich gefragt, ob man diese Sprachdichte über einen ganzen Roman aushalten kann. Man kann und genießt von Seite zu Seite mehr.

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