Michael Kuhn Marcellus - Blutgericht

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Inhaltsangabe zu „Marcellus - Blutgericht“ von Michael Kuhn

Mit dem Sieg über die Alamannen und Westgoten ist der Kampf um die Vorherrschaft im Nordwesten Europas entschieden. Jetzt bietet sich für Chlodwig die Gelegenheit, mit seinen Feinden abzurechnen. Und auch Marcellus steht am Scheideweg, um endlich Rache an alten Feinden zu nehmen oder ihnen zu vergeben.
Unerreichte historische Authentizität trifft auf eine packende Geschichte um Treue und Rache: Realgeschichte pur!

Mit "Blutgericht" ist die Trilogie um Marcellus abgeschlossen.

Zwischendurch tröpfelt es zwar ein wenig, aber insgesamt ein gelungener Abschluss der Trilogie …

— isabella_benz

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    Marcellus - Blutgericht

    isabella_benz

    12. February 2017 um 20:41

    Ein weiteres Mal wird Marcellus von seinem Hof in Arduena fern gehalten. Diesmal fordert der Merowinger Chlodwig höchstpersönlich den Erweis der Treue des Romanen. Marcellus und sein Freund Wulfram sollen für ihn mit Hilfe des Mönchs Hunerich und des merowingischen Bluthundes Odilo den ehemaligen König Chararich sowie seinen Sohn Allowin aus dem Kloster St. Denys holen, in die er die beiden vor einem Jahr verbannt hatte. Chararich und Allowin sollen sich gegen den Merowinger verschworen haben und dieser will sie vor ein Gericht stellen. Doch die beiden sind nicht die einzigen Gegner im Land, mit denen der Merowinger abrechnet … Auf Marcellus letzter Reise begegnen uns alte Bekannte wie Wulfram, Tassilo, Clodwig, Chlotilde, Theuderich und Silinga, aber Marcellus schließt auch neue Freunde wie Hunerich und Odilo. Hunerich sind dabei die Anfangspassagen des Buches gewidmet und er begleitet Marcellus eigentlich die ganze Zeit über. Gerade deshalb ist es mir allerdings eher negativ aufgefallen, wie blass der Mönch blieb. Zwischendurch habe ich gänzlich vergessen, dass es ihn noch gibt und als sein Name fiel mich mit einem erstaunten „ach, den gibt es ja auch noch“ daran erinnert. Schade! Das bei dieser Figur verschenkte Potential schöpft Kuhn bei Odilo hingegen vollständig aus. Der Bluthund des Merowingers, wie er häufig bezeichnet wird, ist ein höchst ambivalenter und spannender Charakter, der der Geschichte eine gute Würze verliehen hat. Die bekannten Figuren sind mir weder negativ noch positiv aufgefallen, einzig und allein Rotrudis nervt mich auch in diesem Band, obwohl ich sie diesmal stimmiger fand als in Band 02. Tassilo kam mir am Ende etwas zu kurz. Seine Rolle wird über die Geschichte hinweg häufig angedeutet und er erfüllt sie im Finale auch passend. Danach verschwindet er aber sang- und klanglos. Ich hätte gerne noch gewusst, was mit ihm geschehen ist. Im Band 02 hatte ich ja über Recht viele Tippfehler gemeckert. Das ist in Band 03 seltener ein Problem, aber nach wie vor stimmen häufig Anführungszeichen nicht. Manche fehlen komplett, andere sind zu früh gesetzt, u.ä. Die Geschichte ist teilweise sehr brutal, der Titel „Blutgericht“ hält hier, was er verspricht. Dennoch hätte der Spannungsbogen meines Erachtens sowohl beim Auftrag bezüglich Chararich und Allowin als auch bei den Vorkommnissen um Ullrich und Ragnachar höher sein dürfen. Es war nicht langweilig zu lesen, aber ich hätte mir mehr Ungewissheit gewünscht, ob die jeweiligen Pläne tatsächlich aufgehen. Die Geschichte verläuft, was das anbelangt, sehr glatt und geradlinig. Nur ein einziges Mal geschieht ein Unglück, das den einen Plan ins Wanken hätte bringen können. Wirklich gut fand ich dahingegend das Finale in der Colonia. Hier war ich mir nicht so sicher, wie es ausgehen würde, da mehrere Faktoren eine Rolle spielten, die ich nicht durchschauen konnte. Mehr von diesen Spannungsspitzen im vorherigen Verlauf der Geschichte hätten das Buch meiner Meinung nach fesselnder gemacht. Sehr gelungen fand ich, wie Kuhn den Kreis der Trilogie in sich schließt: Das Ende passt gut zum Anfang (um weitere Spoiler zu vermeiden, belasse ich es bei diesem Hinweis). Fazit: Ein würdiger Abschluss der Trilogie, der für meinen Geschmack eine Brise mehr Spannung vertragen hätte, dafür vielen Charakteren aber noch einmal gut Kontur verleiht.

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