Michael Kuhn Marcellus - Graf von Arduena

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Inhaltsangabe zu „Marcellus - Graf von Arduena“ von Michael Kuhn

Der Westen Europas im Jahre 506 Nach der Auflösung des Imperiums haben die Franken das römische Erbe in weiten Teilen Galliens und Germaniens angetreten. Nichts scheint den Siegeszug Chlodwigs aufhalten zu können. In einer letzten Anstrengung versuchen Alamannen, Westgoten und Burgunden, sich der Vorherrschaft der Franken zu widersetzen. Zehn Jahre sind vergangen, seit der ungestüme Marcellus seinem König die Schlacht von Zülpich gewann. Vom undankbaren Chlodwig ins Exil geschickt, verbringt er die folgenden Jahre in der beschaulichen Ruhe und Abgeschiedenheit seiner moselländischen Heimat. Seine Feinde und Widersacher haben ihn jedoch nicht vergessen. Wie im ersten Teil der Marcellus-Trilogie ist der Handlung wieder eine „Spurensuche“ angegliedert. Der Leser ist gleichsam eingeladen, die Handlungsorte des Romans aufzusuchen und viel Wissenswertes über die Zeit des frühen Mittelalters aufzunehmen.

Spannende Reise in die Zeit der Merowinger, durch Süd-Westdeutschland und nach Frankreich, die durch die fundierte Recherche besticht.

— isabella_benz
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  • Spannende Reise in die Zeit der Merowinger!

    Marcellus - Graf von Arduena
    isabella_benz

    isabella_benz

    12. February 2017 um 20:39

    Marcellus lebt mit seiner Frau Hilka und dem jungen Sohn Pippin in Arduena an der Mosel, wo er sich mit viel Hingabe um den dortigen Weinbau kümmert. Doch sein stetiger Widersacher Chloderich, der Sohn des Rheinfrankenkönigs Sigibert, erhält von König Chlodwig das Gebiet um die Mosel, weil Chlodwig die Soldaten Chloderichs braucht. Kurzerhand vertreibt Chloderich Marcellus von seinem Gut und nimmt Hilka und Pippin als Geiseln. Um seine Familie lebend wiederzusehen, braucht Marcellus die Hilfe von Chlodwig. Doch welche Bedingungen wird der König daran knüpfen? Die Geschichte weist einen soliden Spannungsbogen auf. Spätestens ab der Gefangennahme von Hilka und Pippin, die sich unweigerlich andeutete, fieberte ich der Befreiung der beiden entgegen. Auch die „Aufgabe“, die Chlodwig Marcellus und seinen Freunden auferlegt, sorgt für einige spannende Höhepunkte. Marcellus muss sich einem Kriegszug anschließen und sowohl der Kampf gegen die Feinde als auch Reibereien im eigenen Lager sorgen für Konflikte. Dabei kommt es durchaus zu überraschenden und auch bedrückenden Wendungen. Leider empfand ich einige Charaktere als sehr typenhaft, was meine Lesefreude zwischendurch etwas dämpfte. Besonders negativ aufgefallen ist mir hier Rotrudis, deren unbändigen Hass ich schlicht nicht nachvollziehbar fand. Es wird zwar aus der Sicht von Silinga und auch Hilka ab und an erklären, allerdings ist das eine fremde Beobachtung und aus der Sicht von Rotrudis kann ich die Beobachtung der beiden nicht „nachspüren“. Deshalb blieb mir dieser doch wichtige Schlüsselcharakter verschlossen. Auch Marcellus war mir mitunter unsympathisch. Er versinkt in seinem Selbstmitleid, ohne aus seiner Situation Schlüsse zu ziehen. Ich hätte mir ab und an gewünscht, dass er mehr Verantwortung für seine Taten übernimmt und daraus auch lernt. Eine Entwicklung vermisse ich hier und hoffe, dass sich das im letzten Band noch ändert. Dahingegen konnte ich Hilka sehr gut verstehen und auch Silinga weist einen meiner Meinung nach sogar spannenderen Charakter auf als in Band 1. Ein zweiter Negativpunkt, der zwar nicht direkt die Geschichte betrifft, allerdings die Aufmachung des Buches, sind ein paar grobe und meines Erachtens unangenehme Schnitzer: Das Inhaltsverzeichnis stimmt leider nicht und häufiger sind Anführungszeichen falsch gesetzt – entweder sie fehlen oder sie stehen zu früh in der wörtlichen Rede. Das stört den Lesefluss nicht übermäßig, ist aber einfach Schade. Für eine Neuauflage wäre ein weiteres Korrektorat angebracht. Abgesehen davon gefällt mir die Gestaltung des Buches aber gut: die Karte und die Spurensuche, die noch einmal an alle Handlungsorte des Romans führen, sind ein echter Hingucker. Wer sich für die Geschichte des Frühmittelalters und für archäologische Hinterlassenschaften interessiert, ist hier an der richtigen Adresse. Auch das Schriftbild und das Cover sind hübsch anzusehen. Allein von der Geschichte und den Charakteren her schwankte ich zwischen drei und vier Füchsen, aber die Spurensuche zerrt den vierten Fuchs definitiv noch aus seinem Versteck. Fazit: Wer viel Wert auf gute Recherche legt und dafür über grobe Schnitzer im Satz hinüber lesen kann, sollte in jedem Fall einmal in die Leseprobe hineinschnuppern.

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