Michael Kumpfmüller Die Erziehung des Mannes

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Inhaltsangabe zu „Die Erziehung des Mannes“ von Michael Kumpfmüller

Wie wird man ein Mann? Ein Liebender? Ein Ehemann? Ein Vater? Ein Geliebter? Ein Ex-Mann? Nach seinem Bestseller ›Die Herrlichkeit des Lebens‹über Kafkas letzte Liebe erzählt Michael Kumpfmüller davon, was es heißt, heute ein Mann zu sein. Er zeichnet den spannungsreichen Lebensweg seines Helden Georg nach und zeigt, welche Kraft der Wunsch zu lieben und geliebt zu werden entfaltet. In einer Zeit, in der der moderne Mann so viele Rollen beherrschen muss wie noch nie, wächst die Gefahr des Scheiterns – aber auch das Glück des Gelingens.

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  • Ist es Liebe oder nur der Weg des geringen Widerstands?

    Die Erziehung des Mannes

    schokoloko29

    01. August 2017 um 20:36

    Georg ist unglücklich in seiner Beziehung. Er ist mit Katja sieben! Jahre zusammen und sie verweigert sich ihm. Sie haben keinen Sex und er leidet darunter. Während der Vorlesung lernt er Julika, Jule, kennen. Er sagt ihr sofort, dass er vergeben ist. Doch durch die Blume erzählt er ihr wie unglücklich er ist. Nachdem er von Katja getrennt hat, kommt er mit Jule zusammen. Von ihm aus ist es keine große Liebe. Doch er läßt sich treiben und er hat mal wieder sex. Und da er nicht aufbegehrt, heiratet er Jule und bekommt Kinder. Jule wird in diesem Buch sehr unsympatisch und herrisch beschrieben; während er eher passiv und solidarisch beschrieben wird. Und wie es so kommen muss hintergeht es Jule mit Sonja. Jule bekommt es heraus und sie trennen sich. Es kommt zu einem Rosenkrieg und das Sorgerecht möchte Jule nur für sich allein.Diese Geschichte wird aus der Sicht des Mannes geschildert und mich hat dieser Mann echt aufgeregt. Er ist passiv kann sich weder für Jule noch für Katrin entscheiden und die Frauen entscheiden für ihn. Darüber hinaus hat mir das geringe Reflexionsvermögen des Mannes sehr gestört. Er sieht die Hauptschuld des Eheversagens bei der Frau. Er stellt sie als "durchgeknallt", herrisch und unkontrolliert da. Mich hätte es mir sehr viel gebracht die Meinung dieser Frau interessiert, die jedoch farblos bleibt.Fazit:Alles in allem eine interessante Ehegeschichte aus der Sicht eines Mannes, er nicht daran interessiert ist und war aus seinen Fehlern zu lernen!

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  • Ja, was denn nun: Macho oder Weichei?

    Die Erziehung des Mannes

    stadtschreiber

    19. January 2017 um 13:47

    Ist der moderne Mann nichts weiter als ein Weichei? Mit dieser Frage beschäftigt sich Michael Kumpfmüller in seinem jüngsten Roman „Die Erziehung des Mannes“. Der Autor hat dafür die Form eines Entwicklungsromanes gewählt und zitiert mehrfach aus dem Werk „L´Éducation sentimentale“ von Gustave Flaubert. Der Inhalt Michael Kumpfmüller erzählt die Geschichte des Musikers Georg, dessen Liebesleben ein Fiasko ist. In seiner steht Georg am Ende einer frustrierenden Beziehung zu Katrin. Diese ist selbst schwer gestört und hat sich sieben Jahre lang geweigert, mit Georg zu schlafen. Dies erduldet Georg und leidet. Schließlich lernt er Julika kennen. Sie will mit ihm zusammenziehen, heiraten und eine Familie gründen. Obwohl er mit dieser Frau ebenfalls nicht glücklich wird, zieht Georg mit. Julika ist streitsüchtig und neigt zu ordinärem Schimpfen. Schließlich kommt es zur Scheidung. Und während Georg eine neue Beziehung zu Sonja eingeht, erklärt ihm Julika einen Dauerkrieg, dessen Schauplatz das elterliche Sorgerecht für die drei Kinder ist. Michael Kumpfmüller zeichnet Georg also als einen Mann, dem ein Männlichkeitsbild fehlt. Ein bemerkenswertes Buch Schon nach den ersten Zeilen bin ich von Kumpfmüllers Sprache und der Thematik des Romans gefesselt. Schließlich spricht der Autor ein heikles gesellschaftliches Thema an: Den Werdegang eines Mannes im 21. Jahrhundert, als die althergebrachten Normen und Rollenverteilungen nicht mehr gelten. Obwohl dieses Thema in der Literatur beileibe nicht neu ist, überrascht Michael Kumpfmüller mit einem erfrischenden Zugang: Er findet für dieses Thema eine angemessene Sprache und brilliert durch eine reflektierende Erzählweise. Gekonnt springt Kumpfmüller durch verschiedene Zeitebenen im Leben seines Protagonisten, sodass sich dem Leser die Zusammenhänge problemlos erschließen. Mein Fazit Rundum gelungen! Trotz des eher tragischen Stoffes lässt sich beim Lesen das eine oder andere Schmunzeln nicht verkneifen. Das Buch las und bewertete Harry Pfliegl

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  • Männer sind so verletzlich – Der neue Mann?

    Die Erziehung des Mannes

    Alira

    29. December 2016 um 14:57

    Der Musiker und Komponist hat Pech: Die Frauen wollen nicht mit ihm schlafen, seine Liebesbeziehungen scheitern, mit den halbwüchsigen Kindern gibt es massive Probleme. Ich habe an dem Buch allerdings nichts Männerspezifisches gefunden: Auch Frauen hören nicht auf ihre Gefühle, nehmen den Erstbesten, bleiben wider besseres Wissen in zerstörerischen Verbindungen, wollen das Beste für ihre Kinder und begründen ihre Beziehungsunfähigkeit damit, dass die Ehe ihrer Eltern eine Katastrophe war. „Originell“ ist allerdings Kumpfmüllers Urteil über Bruckners Musik, die „auf Unterwerfung aus“ sei sowie als „Tyrannenmusik, eine Mischung aus Kitsch und Terror“ bezeichnet wird.

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2016: Die Challenge mit Niveau

    aba

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2016 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2016 bis 31.12.2016 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2016 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.Nimmst du die Herausforderung an?Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2016 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.Ich freue mich auf viele Anmeldungen!Teilnehmer:19angelika63AgnesMAmayaRoseanushkaArizonaaspecialkateban-aislingeachBarbara62BlaetterwindblauerklausbonniereadsbooksBookfantasyXYbookgirlBuchgespenstBuchinaBuchraettinCara_EleaCaroasCorsicanacrimarestricyranaczytelniczka73Deengladia78DieBertadigraEeyoreleerinrosewellFarbwirbel FederfeeFornikaFrauGonzoFrauJottfreiegedankenfrlfrohsinngefluegeltermondGela_HKGetReadyGinevraGirl56GruenenteGwendolinahannelore259hannipalanniHeldentenorIgelaInsider2199JoBerlinK2kkatrin297krimielselenikslesebiene27LesefantasieleselealesenbirgitleseratteneuLibriHollylisibooksLiteraturmaria1Marika_RomaniaMaritzelmarpijeMartina28MauelaMercadoMiamoumiss_mesmerizednaddoochNadja_KloosnaninkaNepomurksNightflowerNilNisnispardenPetrisPocciPrinzessinAuroraschokoloko29serendipity3012SikalsofiesolveigsommerleseStefanieFreigerichtsternchennagelSumsi1990suppenfeesursulapitschiTanyBeeTintenfantasieTochterAliceumbrellavielleser18wandabluewiloberwortjongleurzeki35

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    • 2951
  • Vom männlichen Sein.

    Die Erziehung des Mannes

    wandablue

    20. September 2016 um 09:28

    Vom männlichen Sein. Mein erstes Buch von Michael Kumpfmüller, der schon mit anderen Romanen auf meiner Leseliste steht, habe ich ausgesprochen gerne gelesen! Es geht um das Leben eines Mannes, Georg, Komponist, mehr oder weniger erfolgreich. Georg ist ein Mittelmaß und so ist auch sein Leben. Bis auf die letzte Seite war mir nicht einleuchtend, warum das Buch seinen, diesen Titel trägt. Bis es mir klar wurde, das Leben ist die Erziehung, es erzieht uns alle. Und die Erziehung des Mannes, heißt es, ganz banal, weil Georg eben ein Mann ist. Michael Kumpfmüller hat einen sehr angenehmen Erzählstil. Unversehens ist man in der Geschichte, obwohl man eigentlich gerade ein anderes Buch lesen wollte. Dabei ist Georg so normal, seine Story ist die, die man schon tausendmal gehört hat, Frauen hören sie von Männern, die sich an der Bar aussprechen, ein wenig jammern, ein wenig stolz sind, ein wenig hilflos, ein wenig unentschlossen, frei scheinen und doch niemals frei sind. Denn Georgs sind diejenigen, die mit ihrem Leben mehr oder weniger gut zurechtkommen, die Entscheidungen treffen vornehmlich dadurch, dass sie keine treffen, die nicht verstehen wollen, was passiert ist und doch sich irgendwie arrangieren, wie Männer sich eben arrangieren. „Die Erziehung des Mannes“ von Kumpfmüller enthält ausnahmsweise einmal ausschließlich die männliche Perspektive. Wie die ganze Sache aus Jules Sicht aussieht, des weiblichen Gegenparts, entnimmt man nur der notwendigerweise subjektiven (falschen?) Wahrnehmung Georgs. Das geht ganz in Ordnung. Klar habe ich meine Ansichten über Georg, die eventuell von seiner Eigensicht abweichen werden. Wie jeder Leser eine Ansicht über Georg entwickeln wird und ein Urteil fällen wird über sein Leben. Das ist die Absicht. Fazit: Ein sehr angenehmer Roman über das männliche Geschlecht, über das männliche Sein mit seinen Höhen und Tiefen, wie es sich in einer Vielzahl von Fällen eben darstellt. Tausendmal gehört und doch immer wieder neu. Das Buch „Die Erziehung des Mannes“ von Michael Kumpfmüller, (mindestens) auf die Longlist 2016 des Deutschen Buchpreises gesetzt, wird in die schmale Sammlung meiner Lieblingsbücher aufgenommen. Kategorie: Gute Literatur Verlag: Kiepenheuer & Witsch, 2016

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  • Michael Kumpfmüller - Die Erziehung des Mannes

    Die Erziehung des Mannes

    miss_mesmerized

    16. September 2016 um 11:27

    Der Erzähler ist gerade dabei sich von seiner langjährigen Freundin zu trennen, schon seit einiger Zeit verbindet sie nichts mehr und als ihm Julika begegnet, ist das Ende besiegelt. Mit ihr wird er ein Leben beginnen, das leider nicht hält, was er erwartet hatte. Kinder bekommen sie, aber keine gute Ehe ist möglich, zu verschieden sind sie, zu jähzornig und hasserfüllt seine Frau. Eine Trennung, ein Kampf. Über Jahre finden sie keine Ruhe und er kann in der neuen Beziehung mit Sonja nicht frei sein. Auch seine Eltern führten schon keine glückliche Ehe, wiederholt sich vieles einfach? Wie wird das Liebesleben seiner Kinder aussehen, erkennt er nicht dieselben Strukturen und Fehler, die sein Leben bestimmten. Am Ende taucht eine Frau wieder auf, die im Jahrzehnte zuvor schon einmal gezeigt hat, was Liebe sein kann. Damit schließt sich der Kreis und seine Erziehung durch all die Frauen ist abgeschlossen.Zugegebenermaßen hätte mich das Buch nicht wirklich zum Lesen verlockt. Der Titel mutet seltsam an, ans das Labyrinth des Covers hätte mich auch nicht unbedingt angesprochen und ein Buch über die verschiedenen Liebschaften eines Mannes klang zunächst auch nicht unbedingt überzeugend. Die Nominierung für den Deutschen Buchpreis 2016 hat mich jedoch zu dem Titel greifen lassen und unumwunden kann ich zugeben: glücklicherweise, denn dieser Roman wäre an mir vorbeigegangen. Der Titel birgt eigentlich schon alles, was das Buch beinhaltet, aber möglicherweise sollte man ihn weniger pädagogisch, sondern vielleicht biologisch betrachten. Eine Pflanze wird gesät und wächst, ihre Umweltbedingungen nehmen Einfluss, mal versucht man ihr etwas Gutes zu tun, mal schadet man ihr eher. Was aus der kleinen Saat wird, ist jedoch nicht wirklich in der Hand des Gärtners und dass irgendwann ein Ende kommt, ist ebenfalls unvermeidlich. Der Erzähler wird aufs Leben losgelassen, durchaus behütet, wenn auch nicht immer unter Idealbedingungen, wird durch seine Beziehungen beeinflusst und doch wächst er daran auf seine eigene Weise, wird groß und stark und so wie eine Pflanze an ihrem Platz bleibt, bleibt bei sich und seiner Musik. Das Cover verdeutlicht das, was mit ihm passiert: das Leben als Verwirrspiel, von dem man nicht genau weiß, ob man die richtige Abzweigung nimmt, oder sich doch eher verrennt, an manchen Stellen warten Frauen, denen er begegnet, die einen Bruch im Muster verursachen, doch es geht irgendwann weiter, bis er zu sich selbst findet.Bleibt die letzte offene Frage: interessiert es mich als Leserin, wenn ein Mann über seine Beziehungen spricht? Michael Kumpfmüller ist es hier gelungen einen ansprechenden Ton zu finden, sein Protagonist berichtet mal wehmütig, mal eher analysierend, ebenso von schwierigen Gefühlslagen wie von harten Kämpfen. Die Frage ob Mann oder Frau ist deutlich weniger relevant als erwartet, denn schließlich handelt es sich um einen fühlenden Menschen, der mal enttäuscht wird, mal selbst enttäuscht, der sich stabile und dauerhafte Zweisamkeit wünscht, jedoch es passt etwas nicht und der Wunsch bleibt unerfüllt. Die Phasen seines Lebens werden durch die Frauen gegliedert und alle hatten letztlich ihren Anteil an seinem Leben und dem, was aus ihm geworden ist. Einen Grund zur Reue gibt es nicht, denn sonst wäre er nicht der, der er am Ende ist.

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  • Deutscher Buchpreis 2016: Fragerunden mit den Autoren der Longlist

    TanjaMaFi

    Seit dem 23. August steht die Longlist des Deutschen Buchpreises 2016 fest! Die Jury hat aus allen Einsendungen 20 Bücher ausgewählt, die in ihren Augen die begehrte Auszeichnung verdient hätten. Welche 20 Titel es auf die Longlist geschafft haben, seht ihr hier in der kompletten Liste! Vielleicht erinnert ihr euch noch an unsere Aktionen zum Deutschen Buchpreis aus den letzten Jahren? 2016 möchten wir euch auch wieder etwas besonderes zu diesem Anlass bieten: Ihr habt in den ersten Septemberwochen die Möglichkeit, einigen der Autoren, die es mit ihren Büchern auf die Longlist geschafft haben, Fragen zu stellen und ihre Bücher zu gewinnen! Hier die Termine und Autoren, die euch eure Fragen beantworten: Montag, 05. September 2016Peter Stamm – "Weit über das Land"Hier geht es zur Fragerunde Mittwoch, 07. September 2016Philipp Winkler – "Hool"Hier geht es zur Fragerunde Montag, 12. September 2016Anna Weidenholzer – "Weshalb die Herren Seesterne tragen"Hier geht es zur Fragerunde Mittwoch, 14. September 2016Michelle Steinbeck – "Mein Vater war ein Mann an Land und im Wasser ein Walfisch"Hier geht es zur Fragerunde Freitag, 16. September 2016Hans Platzgumer – "Am Rand"Hier geht es zur Fragerunde Sonntag, 18. September 2016Dagmar Leupold – "Die Witwen"Hier geht es zur Fragerunde Sobald die Fragerunden starten, findet ihr hier die entsprechenden Links. Ihr könnt den Autoren dann an dem Tag eure Fragen stellen. Bitte achtet darauf, dass ihr die Fragen in die Fragerunde postet und nicht hier in das Thema. Die Autoren werden dann auch dort alle Fragen beantworten. Da manche Autoren nicht den ganzen Tag für Fragen zur Verfügung stehen, solltet ihr euch die Beschreibung der Fragerunden noch einmal durchlesen. Wir werden in den Fragerunden auch eins bis drei Exemplare des jeweiligen Buchs verlosen. Wenn ihr an der Verlosung teilnehmen möchtet, postet eure Frage bitte, indem ihr den blauen “Jetzt bewerben” Button nutzt. Unter allen Teilnehmern verlosen wir außerdem ein großes Buchpaket mit allen 20 Titeln, die auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2016 stehen: Philipp Winkler – "Hool" Gerhard Falkner – "Apollokalypse" Bodo Kirchhoff – "Widerfahrnis" Dagmar Leupold – "Die Witwen" Eva Schmidt – "Ein langes Jahr" Michael Kumpfmüller – "Die Erziehung des Mannes" Katja Lange-Müller – "Drehtür" Joachim Meyerhoff – "Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke" Michelle Steinbeck – "Mein Vater war ein Mann an Land und im Wasser ein Walfisch" Hans Platzgumer – "Am Rand" Akos Doma – "Der Weg der Wünsche" André Kubiczek – "Skizze eines Sommers" Thomas Melle – "Die Welt im Rücken" Arnold Stadler – "Rauschzeit" Thomas von Steinaecker – "Die Verteidigung des Paradieses" Ernst-Wilhelm Händler – "München" Reinhard Kaiser-Mühlecker – "Fremde Seele, dunkler Wald" Peter Stamm – "Weit über das Land" Sibylle Lewitscharoff – "Das Pfingstwunder" Anna Weidenholzer – "Weshalb die Herren Seesterne tragen" Zwar könnt ihr den Autoren hier im Thema keine Fragen stellen, dafür aber miteinander wunderbar diskutieren! Habt ihr schon eines oder sogar mehrere der Bücher gelesen? Kennt ihr andere Bücher der nominierten Autoren? Welches ist euer Favorit für den Buchpreis? Wie findet ihr die Fragerunden hier auf LovelyBooks? Nun ist auch die Shortlist des Deutschen Buchpreises 2016 heraus! Philipp Winkler – "Hool", Bodo Kirchhoff – "Widerfahrnis", André Kubiczek – "Skizze eines Sommers", Thomas Melle – "Die Welt im Rücken", Reinhard Kaiser-Mühlecker – "Fremde Seele, dunkler Wald", Eva Schmidt – "Ein langes Jahr" Wer ist euer Favorit? Hier könnt ihr darüber abstimmen! Wenn ihr auf euren Buchblogs über den Buchpreis oder unsere Fragerunden mit den Autoren berichtet, freuen wir uns über eure Links! Ich wünsche euch viel Spaß bei den Fragerunden und bin gespannt auf eure Meinungen!

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    • 91
  • Die Leiden des Mannes G.

    Die Erziehung des Mannes

    rallus

    07. March 2016 um 11:05

    Erziehung! Das Wort hat bei mir immer schon für ein ungutes Gefühl gesorgt. Zu sehr klingt es für mich nach ziehen, nach Strenge, nach Gewalt. Man erzieht sich seine Mitarbeiter, du bist ungezogen, du hast keine Erziehung genossen, alles Negativbeispiele die schal schmecken. So auch die Erziehung eines Kindes, nach eigenem Gusto, mit all den Problemen, Nöten, Psychosen, die man als Eltern selbst mit herum schleppt. Manchmal denke ich an die Einführung eines Tests, den man absolvieren müsste, bevor man ein Kind aufzieht, bei manchen Eltern wäre das bitter nötig. Und jetzt soll auch noch ‘DER’ Mann erzogen werden. Das klingt nach allen Männern. Und warum sollen sie erzogen werden? Von wem? Ist der Mann nicht gut genug? Was macht den Mann zu einem Mann? Muss dieser bestimmten Bedürfnissen gefallen, Vorstellungen, Wünschen? Von den Frauen? Von schon erzogenen Männern? Es schaudert mich innerlich. Eine Horde gut erzogener Männer läuft vor meinem Auge auf. Alle dressiert und gleich. Michael Kumpfmüller geht in seinem Buch nicht so weit, wie meine spontanen Assoziationen beim Lesen des Titels. Eine Schlussfolgerung nach Beendigung des Buches vorab, eine Erziehung (der Menschen) findet immer noch durch das Leben, durch das Durchleben von schwierigen Lebensabschnitten statt. Und es steht zwar ein Mann im Mittelpunkt, Kumpfmüller ist aber ein großer Roman über die Befindlichkeiten der Babyboomer-Generation gelungen. Das Buch ist in drei Teile aufgegliedert. Es handelt von Georg. Im ersten Teil ist Georg Student der Musikwissenschaft, er lebt in einer unglücklichen Beziehung, weiß gar nicht so recht was er will: “Warum zum Teufel geriet ich mit Frauen ständig in Situationen, in denen ich wider besseres Wissen nicht Nein Sagte? Ich sagte selten, was ich wollte, ich wusste gar nicht, wie das ging und ließ die Dinge lieber treiben.” Er trifft in seinen Vorlesungen Jule, die ihm mehr verspricht, als die alte Beziehung. Mehr Sex, mehr Nähe. Beide sind Mitte 20 und müssen ihren Platz im Leben finden und so kommt es nach einer frühen Heirat und Kindern zu den unvermeidlichen Streitigkeiten. “Wir stritten um den Raum. Reichweiten und Grenzen. Wer bekam wie viel unter welchen Bedingungen. Ein bisschen war es wie Krieg. Musste man mich zu allem zwingen? Jule hätte ohne Zögern behauptet, ja. Männer waren so. Männer waren faul, sie bewegten sich nicht, übernahmen keine Verantwortung, es sei denn, man setzte sie unter Druck.” Es kommt, wie es bei vielen Babyboomern so kommt, Georg lernt eine andere Frau kennen und lieben, mit der er diese Kämpfe nicht hat und trennt sich von der Mutter seiner Kinder. Warum kommt es aber immer so, wie es dann in vielen Ehen der in den 60er Jahren Geborenen kam? Kommen sie mit dem neu geschaffenen Rollenbild der Frauen nicht zurecht, die in den 70ern vehement um Gleichberechtigung kämpften? Ihre Nachkriegseltern hatten gerade den Jungen ein anderes (Ehe)-Bild vorgelebt, nur kann dies nicht mehr so gelten, jetzt stehen plötzlich viele Männer unschlüssig und orientierungslos in ihrem Leben. Bei manchen wird dieses Männerbild noch weitergelebt, doch viele wollen andere Wege gehen. So auch Georg. Kumpfmüller zeigt im zweiten Teil des Romans, welche Grundlage Georg in seiner Erziehung genoss. Der Vater der sich verwirklichen konnte, die Mutter die immer geschwiegen hat. Was soll er von seinen Eltern gelernt haben? “Zum Abschluss hatte er gesagt. Warte nur, bis du selber ein Vater bist. Und in diesem Moment tat er mir beinahe leid, denn was hieß das anderes, als dass es eine Qual war, mein Vater zu sein, ein Joch, das er seit über zwanzig Jahren geduldig ertragen hatte, um als Lohn nichts Besseres zu bekommen als mich.” Der dritte Teil zeigt Georgs Kampf mit seinen Kindern, seiner Exfrau und der neuen Frau, die Georgs Kämpfe nach einiger Zeit nicht mehr mitgehen will, und anfängt ihr eigenes Leben zu leben, sich dadurch von Georg entfremdet und trennt. Georg ist ein Mann, der sein ganzes Leben lang kämpft. Er kämpft darum, seine körperlichen Bedürfnisse zu erfüllen, seinen Beruf als Komponist auszuüben, Vater und ein guter Ehemann zu sein. Nichts davon fällt ihm in den Schoß, er hat keine Vorbilder, er muss selber welche schaffen, die Wege, die er geht sind alle neu. Und doch hat er das Gefühl zu spät zu kommen, dem Leben hinterherzuhetzen. “Ich fürchte meine Generation wird keine großen Spuren hinterlassen. Wir waren die von denen es immer zu viele gab, wir haben nicht richtig an uns geglaubt, nur hin und wieder so getan, was an unserer tief verwurzelten Skepsis nicht änderte. Wo immer wir uns hinbewegten, war die Stelle bereits besetzt, zumindest war das unser Eindruck. War nicht alles längst gesagt und getan, sodass wir uns bestenfalls wiederholen könnten?” Kumpfmüller hat eine angenehme, sachliche, fast distanzierte Art zu schreiben, die den Blick auf das Wesentliche nicht verstellt. Georg ist ein Mann, der sich finden muss und dabei durchaus eine neue Rolle einnimmt, eine Vaterrolle, der den Zugang zu seinen Kindern nie verliert, trotz räumlicher Distanz und des Verlusts seiner Beziehung. Der Roman zeigt einen bescheidenen Mann, der durch die schwierigen Gesellschaftsumbrüche der neuen Zeit nach dem Krieg laviert, versucht, keine emotionalen Leichen zu hinterlassen, empfindsam zu sein, sich selber und seine Kinder nicht zu verlieren. Eine kluger, reflektierender Roman, der durch die melancholische Art der Erduldung aller Schicksalsschläge noch verstärkt wird. Ein Buch nicht nur für Männer.

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