Michael Lüders Die den Sturm ernten

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Inhaltsangabe zu „Die den Sturm ernten“ von Michael Lüders

Wo liegen die Wurzeln der syrischen Katastrophe? Das gängige Bild sieht die Schuld einseitig bei Assad und seinen Verbündeten, insbesondere Russland. Dass auch der Westen einen erheblichen Anteil an Mitschuld trägt, ist kaum zu hören oder zu lesen. Michael Lüders erzählt den fehlenden Teil der Geschichte, der alles in einem anderen Licht erscheinen lässt.
Anhand von freigegebenen Geheimdienstdokumenten und geleakten Emails von Entscheidungsträgern zeigt er, wie und warum die USA und ihre Verbündeten seit Beginn der Revolte ausgerechnet Dschihadisten mit Waffen beliefern - in einem Umfang wie seit dem Ende des Vietnamkrieges nicht mehr. Dadurch haben sie die innersyrische Gewalt ebenso befeuert wie auch den Stellvertreterkrieg zwischen den USA und Russland. Eindringlich beschreibt Lüders, wie insbesondere Washington schon seit langem nur auf eine günstige Gelegenheit wartete, das Assad-Regime zu stürzen. Dabei behandelt er auch frühere amerikanische Putschversuche in Syrien in den 1940er und 1950er Jahren, die fehlschlugen und erklären, warum sich Damaskus der Sowjetunion zuwandte. Die Kehrseite dieser Politik des Regimewechsels erlebt gegenwärtig vor allem Europa: mit der Flüchtlingskrise und einer erhöhten Terrorgefahr durch radikale Islamisten.

Wie der Westen Syrien ins Chaos stürzte (Buchuntertitel)

— kvel

Etwas zwiegespalten

— TAndres

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  • Leserunde zu "Homo Deus" von Yuval Noah Harari

    Homo Deus

    Wedma

    Einige Teilnehmer der Sachbücherchallenge haben beschlossen, Homo Deus von Harari in einer Leserunde gemeinsam zu lesen und den Stoff auszudiskutieren. Es gibt ein Exemplar zu gewinnen -> Es wurden dann aber 8! Dank der freundlichen Unterstützung von C. H. Beck Verlag 👍 Bewerben kann man sich bis einschl. 11. July. Das Exemplar wird am 12. July verschickt. Ab 15. July geht es mit der Diskussion los--> Verschoben auf 22.07, da die zusätzlichen Exemplare noch ankommen müssen. Wer möchte, kann mit eigenem Exemplar zu uns stoßen, auch wenn er bei unserer Challenge nicht angemeldet ist. Ich wünsche viel Spaß und bis bald in unserer Leserunde!

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    • 616

    Wedma

    27. July 2017 um 15:33
    Beitrag einblenden
    ech schreibt Der Schaden, den Terroristen verursachen können, bleibt global gesehen tatsächlich klein, auch wenn sie bei den direkt Betroffenen selbst natürlich durchaus großes Leid hervorrufen. Was ...

    Sehe ich auch so. Wenn "die Lieben" hinter dem großen Teich sich nicht so oft so unmöglich anstellen würden, könnte man es sogar schaffen. (Die Bemerkung am Rande.) Harari hat ein gutes, ...

  • Wie der Westen Syrien ins Chaos stürzte (Buchuntertitel)

    Die den Sturm ernten

    kvel

    02. July 2017 um 22:20

    Inhalt – gemäß Umschlaginnenseite:Assad und seine Verbündeten, vor allem Russland, sind verantwortlich für die syrische Katastrophe – so die Mehrheitsmeinung. Doch freigegebene Geheimdienstdokumente und geleakte Emails von Entscheidungsträgern zeigen: Dem Westen war Assad schon lange vor Beginn der Krieges 2011 ein Dorn im Auge. Sein Versuch, ihn von der Macht zu fegen, hat Syrien ins Chaos gestürzt. Die Kehrseite dieser Politik des Regimewechsels erlebt gegenwärtig auch Europa: mit der Flüchtlingskrise und einer erhöhten Terrorgefahr durch radikale Islamisten. Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis:- Die CIA lernt laufen in der Wüste: Die Putschversuche (nicht allein) in Syrien seit 1949- „Oh mein Gott!“: Was eine Pipeline, Ghaddafis Waffen und Hillary Clinton mit Assad zu tun haben- Unter Räubern: Die Amerikaner glauben an „gute“ Dschihadisten Hint: Hinten im Buch ist eine Länderübersichtskarte. Meine Meinung: Der Autor stellt die Verhältnisse in einen größeren Zusammenhang und zeigt somit die Hintergründe auf.Den Schreibstil finde ich neutral und sehr gut verständlich, so dass ich als Laie den Schilderungen gut folgen konnte. Zitat von der Buchrückseite:„... den unbekannten Teil der Geschichte, für den sich Politik und Medien selten interessieren – der aber alles in einem anderen Licht erscheinen lässt.“ Fazit: Lesen, da erkenntnisreich!

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  • Etwas zwiegespalten

    Die den Sturm ernten

    TAndres

    29. June 2017 um 20:52

    Das Buch habe ich mir im Anschluss an einen Vortrag von Michael Lüders gekauft. Ich stand ihm vorher, aufgrund Medienberichten, etwas kritisch gegenüber. Sein ausgezeichneter Vortrag hat mich aber überzeugt, dieses Buch zu kaufen und zu lesen.Das Buch steigt nach dem Ersten Weltkrieg ein, um die komplizierte geopolitische Lage im Nahen Osten zu erläutern. Nach 1949 werden die Putschversuche der CIA in den Ländern beschrieben und die weitere Geschichte bis zum Arabischen Frühling 2011. Michael Lüders erklärt die Zusammensetzung der Gesellschaft, die unserer nicht entspricht und daher eine Überstülpung von Demokratie nicht möglich ist. Es folgt eine kurze Biographie von Baschar al-Assad und die Planung von Ölpipelines in Syrien. In weiteren Kapiteln geht es um Dschihadisten und die seltsame Auswahl der US-Amerikaner bei der Suche nach Verbündeten. Den Abschluss bilden die Kapitel über die Chemiewaffen, die Türkei und deren Rückschläge und der Kampf um Aleppo. Bei dem Untertitel „Wie der Westen Syrien ins Chaos stürzte“ vermutete ich, dass Lüders nicht unbedingt Objektiv schreiben würde und dies war leider auch so. Er legt den Fokus in seinem Buch komplett auf den Westen und klammert einige wichtige Punkte aus die Syrien betreffen. Die Stationierung von Soldaten im Nachbarland Libanon über 29 Jahre? Geschenkt. Dass die Hisbollah noch immer gegen die UN-Resolution 1559 von 2004 verstößt und noch immer Unmengen an Waffen hortet? Kommt im Buch nicht vor. Die Macht der Revolutionsgarden im Iran? Interessiert nicht.Natürlich ist die Rolle Amerikas klar und muss detailliert beschrieben werden. Es sollte aber doch möglich sein, in einer Geschichte über Syrien auch die dritte Seite, die Seite Russlands, Syriens und Irans zu beleuchten. Ab und zu lässt Lüders einen Nebensatz fallen, dass Assad ja eigentlich ein Schlächter ist, aber das wirkt nur alibimäßig. Der Vortrag hat mir deutlich besser gefallen, da Michael Lüders dort objektiver war und die Ursachen des Krieges weiter ausgeführt hatte. Das Buch ist gut geeignet, um die Rolle Amerikas in der Region und speziell im Krieg in Syrien und dem Irak zu beleuchten. Für einen kompletten Überblick fehlt leider eine Seite. Auch sonst ist das Buch etwas zu kurz geraten. 169 Seiten für ein solches Thema ist zu wenig.Ich vergebe daher nur 3 Sterne für das Buch.

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  • Scharfsinnige Analyse des Syrienkonflikts. Toll erzählt. Unbedingt lesen!

    Die den Sturm ernten

    Wedma

    29. June 2017 um 17:18

    Auf rund 160 Seiten, Vorwort plus 8 relativ kurze, aber inhaltsreiche Kapitel, erzählt Michael Lüders, wie der Konflikt in Syrien entstanden ist, stellt treibende Kräfte, ihre Interessen und ihre Taten, damals wie heute vor, und gibt im letzten Kap. den Ausblick. Selbst wenn man sich mit der Thematik bereits beschäftigt hat, liefert dieses Buch doch einige neue Fakten, Details und Sichtweisen, und bringt erfüllte Lesestunden, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Die ersteren Kapitel beschreiben die Entstehung der heutigen Situation in Syrien und gehen kurz auf die Geschichte ein, z.B. wann CIA zum ersten Mal in der Region aufgetaucht war, was sie dort wollte und wie der Umgang mit den Einheimischen ausfiel. Ab Kap. 4 geht es um die Gegenwart und diverse Aspekte des Syrienkonflikts, die Rolle von USA kommt da nicht zu kurz. In der Hinsicht ähnelt dieses Werk den „Schwarzen Flaggen“ von Joby Warrick, Pulitzer Preis 2016.  Ferner auch dem Werk von Daniel Ganser „Illegale Kriege: Wie die NATO-Länder die UNO sabotieren. Eine Chronik von Kuba bis Syrien.“ (2016). Oder auch „Wer beherrscht die Welt?: Die globalen Verwerfungen der amerikanischen Politik“ (2016) von Noam Chomsky. Es ist ein Gespräch mit dem Leser auf einer Augenhöhe. M. Lüders spricht Klartext und nennt die Tatsachen beim Namen. Diese Fähigkeit durchzublicken und der aussagestarke, geradlinige Schreibstil, ohne Effekthascherei und Emotionsgedöns, erinnerten mich an Peter Scholl Latour, z.B. in „Der Fluch der bösen Tat(2015). M. Lüders schildert, wie aggressiv und skrupellos die USA ihre Außenpolitik betreiben, wie unter dem Deckmäntelchen der Verbreitung der demokratischen Werte etliche Länder angegriffen und Zivilisten getötet werden, und wie heuchlerisch, um 180 Grad gedreht und in emotionales Gedöns gewickelt, all die Gräueltaten entweder ganz verschwiegen oder als etwas Notwendiges und auf jeden Fall Gutes der westlichen Öffentlichkeit verkauft werden. Für diejenigen, die ihre Meinung über die Geschehnisse in Syrien  aus den Öffentlich-Rechtlichen speisen, mag das Buch ein Augenöffner werden. Komfortzone adé. Es ist in etwa so, als wenn man die billige, mit Geschmacksverstärkern versetzte Tiefkühlkost/Fastfood gewohnt ist, bekommt aber plötzlich eine richtig gute Mahlzeit, aus natürlichen Zutaten, von Meisterhand zubereitet. Welten liegen dazwischen. Wie zwischen Halbwahrheiten, ggf. Lügen, die tagein tagaus auf einen herabrieseln, und der adäquaten Schilderung der Tatsachen, samt Erläuterung der Hintergründe, die zwar kein schönes Gesicht hat und u.U. wehtut, aber echt und genau das ist, was man wissen sollte, wenn man die heutige Situation für keine optimale hält. Auf die Schilderungen der Leitmedien geht der Autor auch an einigen Stellen ein und zeigt, was dort getextet wurde und was eigentlich der Kern der Sache war, z.B. wie die Presse die Giftgasangriffe in 2013 auf Ghouta, Syrien, an die Öffentlichkeit getragen hat, wer da gleich als Schuldige genannt wurde, und wer tatsächlich hinter diesen Anschlägen stand, und was diese Interessengruppen damit bezwecken wollten, uvm. Im Ausblick fragt Lüders: „Wie geht man damit um, wenn das, was zu den größten Errungenschaften unserer Zeit gehört, nämlich Freiheit und Demokratie, in der Geopolitik zu purem Zynismus verkommt? Wie lässt sich angesichts der hier vorgetragenen Faktenlage allen Ernsten behaupten, westliche Politik stehe für „Werte“, im Gegensatz zu etwa russischer oder chinesischer?“ S. 163. Und liefert abermals Wahres. „Eigentlich wäre es höchste Zeit, innezuhalten und sich neu zu sortieren. Eine Weltordnung zu begründen, die um Ausgleich und Kompromiss unter den jeweiligen Akteuren bemüht ist, einen Dialog auf Augenhöhe führt. Die vom Zenit abgleitende Weltmacht USA sucht genau diesen Ausgleich nicht. Sie ist bestrebt, eigene Interessen auf Kosten anderer durchzusetzen, notfalls mit Gewalt. Und nicht zuletzt mit Hilfe einer auch medial betriebenen Dämonisierung des gegenwärtigen Hauptgegners Russland. Die Machtpolitik Moskaus, Teherans oder Pekings ist im Zweifel jedoch nicht mehr und nicht weniger skrupellos als die des Westens. Sie in den Kategorien von „gut“ und „böse“ zu verorten, wobei „wir“ natürlich zu den Guten rechnen, das grenzt an Volksverdummung.“ S. 167. Die Verdummung wird m.E. seit längerem betrieben. Dieses Buch ist ein sehr gutes Mittel dagegen. Fazit: 5 besonders hell leuchtende Sterne. Unbedingt lesen!

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