Michael Lüders Wer den Wind sät

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Inhaltsangabe zu „Wer den Wind sät“ von Michael Lüders

Wer den Wind sät, wird Sturm ernten – Michael Lüders beschreibt die westlichen Interventionen im Nahen und Mittleren Osten seit der Kolonialzeit und erklärt, was sie mit der aktuellen politischen Situation zu tun haben. Sein neues Buch liest sich wie ein Polit-Thriller – nur leider beschreibt es die Realität. Eine Geschichte erscheint in unterschiedlichem Licht, je nachdem, wo man beginnt sie zu erzählen. Und wir sind vergesslich. Das iranische Verhältnis zum Westen versteht nur, wer den von CIA und MI6 eingefädelten Sturz des demokratischen Ministerpräsidenten Mossadegh im Jahr 1953 berücksichtigt. Ohne den Irakkrieg von 2003 und die westliche Politik gegenüber Assad in Syrien lässt sich der Erfolg des „Islamischen Staates“ nicht begreifen. Wer wissen will, wie in der Region alles mit allem zusammenhängt, der greife zu diesem Schwarzbuch der westlichen Politik im Orient.

Interessantes Buch, allerdings sehr subjektiv - mehr persönliche Interpretation als sachliche Darstellung, aber dennoch lesenswert

— Larischen

Intervention und Folgen

— laraelaina

Pflichtlektüre

— Amber144

„Was westliche Politik im Orient anrichtet“ (Buchuntertitel).

— kvel

interessant und aufschlussreich

— einestundezeit

Interessantes Werk, welches eingehend und verständlich die historischen Hintergründe der gegenwärtigen Konflikte im Orient beleuchtet.

— Natalie_K

Gut um die Hintergründe zu verstehen und einen Überblick über die Politik des Nahen Osten zu bekommen. ABER leider gefärbt und subjektiv.

— mgmr

Hintergrundwissen, warum es im mittleren und nahen Osten so viele Konflikte gibt.

— sunlight

das Buch sollte man gelesen haben ......

— tulpen

Ein sehr kurzes Buch, das übersichtlich vermittelt, wie Weltpolitik funktioniert und warum Gewalt gegen Terror diesen letztendlich verstärkt

— Bücherwurm

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  • Interventionen und ihre Folgen

    Wer den Wind sät

    laraelaina

    10. April 2017 um 17:28

    Michael Lüders hat seine Erfahrung als Nahostkorresspondent der Wochenzeitung "Die Zeit" in seine Analyse zu den Hintergründen der westlichen Politik im Nahen und Mittleren Osten in diesem Buch zusammengefasst. Kenntnisreich stellt er die Zusammenhänge dar, wie die westlichen Mächte immer wieder in die politische und soziale Entwicklung der Region eingreifen, um sie nach ihren Bedürfnissen zu beeinflussen und so Mitschuld an dem täglichen Sterben tragen. Dabei geht er weit in das letzte Jahrhundert zurück und zeigt auf, wie Machtstreben und Wirtschaftsinteressen ganze Länder ins Chaos gestürzt haben und wie das den Terror durch fanatisch-religiöse Gruppen befördert hat. Wer den Konflikt besser verstehen will, ist mit diesem Buch gut beraten.

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  • Pflichtlektüre

    Wer den Wind sät

    Amber144

    30. March 2017 um 15:39

    Das Buch habe ich durch Zufall in meiner Buchhandlung gefunden. Der Titel und der Rückentext hörten sich interessant an. Ich wurde nicht enttäuscht. Ein Buch das jeder in Deutschland, der sich für Politik interessiert, gelesen haben sollte. Sehr interessant geschrieben und spannend. Es ist einiges dabei über das man nachdenken sollte und auch muss.

  • „Was westliche Politik im Orient anrichtet“ (Buchuntertitel).

    Wer den Wind sät

    kvel

    28. February 2017 um 00:20

    Inhalt (gemäß Umschlaginnenseite):„Eine Geschichte erscheint in unterschiedlichem Licht, je nachdem, wo man beginnt, sie zu erzählen. Das iranische Verhältnis zum Westen etwa versteht nur, wer den von CIA und MI6 eingefädelten Sturz des demokratischen Ministerpräsidenten Mossadegh im Jahr 1953 berücksichtigt. Ohne den Irakkrieg von 2003 und die westliche Politik gegenüber Assad in Syrien lässt sich der Erfolg des „Islamischen Staates“ nicht begreifen. Eindrücklich zeigt dieses Buch, wie in der Region alles mit allem zusammenhängt und wie sich der Westen seine Feinde immer wieder selber schafft.“ Meine Meinung: Der Autor stellt die Verhältnisse der Länder des Nahen Osten in einen größeren Zusammenhang und zeigt somit die Hintergründe auf.Den Schreibstil finde ich sehr gut verständlich, so dass ich als Laie den Schilderungen gut folgen konnte. Zitat (S. 112):„Das Ideal Washingtons ist der „delegierte Krieg“: Europäer oder regionale Akteure, bis hin zu „guten“ Dschihadisten, übernehmen, gewissermaßen im Franchise-Verfahren, Ordnungsaufgaben im Sinne der USA. Deutsche Politik hat diese neue Arbeitsteilung bereitwillig angenommen, am sinnfälligsten zum Ausdruck gebracht in der Formulierung „mehr Verantwortung übernehmen“ - eine rhetorische Chiffre für deutsche Militäreinsätze im Ausland, von Bundespräsident Gauck auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2014 wirksam lanciert.“ Fazit: Lesenswert, da erkenntnisreich!

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  • Pflichtlektüre für jeden Wahlberechtigten

    Wer den Wind sät

    Bücherwurm

    In dem kurzen und recht übersichtlichen Buch "Wer den Wind sät" führt uns Michael Lüders in die Außenpolitik des letzten Jahrhunderts, den Entscheidungen damals und den daraus folgenden Reaktionen heute. "Hätte Clinton auf die Affäre mit seiner Praktikantin verzichtet, wäre den Amerikanern möglicherweise 3000, den Irakern und Afghanen Hunderttausende tote Zivilisten erspart geblieben." Sachlich und anschaulich führt der Autor uns in den Chaos des heutigen Terrors, beleuchtet die Entscheidungen namhafter Politiker in der Weltpolitik, auch unter Berücksichtigung der Innenpolitschen Situation zu der jeweiligen Zeit. Wer sich mit Politik auseinandersetzt, sich über Wirtschaft und Außenpolitischen Belangen schon Gedanken machte und belesen ist, der wird auch hier das immer wieder wiederkehrende Muster erkennen: Man mischt sich ein, beeinflusst und unterstützt, macht abhängig, setzt wirtschaftlichen Druck, polemisiert und versucht unter Gewalt und Militärintervention und Drohung zu unterjochen. Dass dies zu Gegenreaktionen führt, oft zu haarsträubenden Konsequenzen für eine Zivilbevölkerung, zu Leid und Elend, das wird hingenommen und akzeptiert. Die Botschaft ist klar. Das Resultat vom Titel des Buches schon zu erahnen. Leicht lesbar ist das Buch nicht. Dazu fehlte mir eine Erläuterung der Begriffe, der Gruppierungen und die geschichtlichen Hintergründe. Ich gehörte jahrelang zur Gruppe "arbeitende Bevölkerung mit wenig Zeit und wenig Geld", natürlich bekommt man über die Presse hin und wieder politische Highlights mit, aber was genau hinter gewissen Entscheidungen steht, wie die Interpretationen der hauseigenen Zeitung zu deuten sind, das ist mir in vielen Dingen lange entgangen. Dazu braucht es tatsächlich Bücher wie dieses. Autoren, die Staatenübergreifend den Überblick behalten und politische Schachzüge miteinander in Konsens setzen. So macht Politik Sinn, so wird ein Schuh draus. Vieles wird verständlich, wenn auch nur in Verbindung mit großem Erschrecken und dem Gefühl einer ohnmächtigen Verzweiflung. Ich wünsche mir viele Leser für dieses sehr aktuelle Buch, auch wenn ich im Anschluß jetzt Gegenmeinungen anhören werde. Es hilft mir, gewisse Äusserungen auch deutscher Politiker besser zu verstehen und habe das Gefühl, besser informiert zu sein, das ist die Bewertung von fünf Sternen wert.  

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  • Pflichtlektüre zum Verständnis der aktuellen politischen Lage

    Wer den Wind sät

    Duffy

    30. October 2015 um 08:27

    Wer wirklich daran interessiert ist, warum und wie sich diese Situation, in der sich die Welt und speziell Europa und Afrika befinden, entwickelt hat, der möge zu diesem Buch greifen. Denn Michael Lüders hat darin in einfacher und sachlicher Form die Brandherde im Orient erklärt und besser geht es nicht. Dies ist insofern ein wichtiges Buch, da es die Chance bietet, endlich einmal ohne Manipulation von außen Klischees abzulegen. Denn Lüders schildert nichts Neues, die Entwicklung bis zum heutigen Tag ist ja schon länger bekannt und auch klar analysiert, nur haben sich die Wenigsten die Mühe gemacht, sich ausführlich zu informieren. Wie gefährlich das sein kann, sehen wir allenthalben auf den Straßen bei ideologisch  verwirrten Rechten und auf der anderen Seite in den Schaltzentren der politischen Macht, die das Ganze befeuert haben und nun die Konsequenzen nicht in den Griff kriegen. 170 Seiten zählt das Buch gerade einmal, in guter und verständlicher Sprache geschrieben, sodass sich niemand herausreden kann, dass er komplizierte Sachbücher nicht lesen kann. Die unbequemen Wahrheiten allerdings muss man bereit sein zu aktzeptieren. Solche Bücher könnten dazu beitragen, die breite Bevölkerung zu sensibilisieren und das, was um sie herum passiert, zu hinterfragen. Und wäre sicher auch guter Stoff für die Oberstufe. Eigentlich unverzichtbar und dem Autor Lüders kann man für dieses Buch nur Dank sagen.

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  • Die historischen Hintergründe nicht nur des Dschihad

    Wer den Wind sät

    michael_lehmann-pape

    07. April 2015 um 14:39

    Die historischen Hintergründe nicht nur des Dschihad Schon zu Beginn des ersten Weltkrieges war es eine offensive Strategie und Politik des deutschen Kaiserreiches, an den Rändern des osmanischen Reiches im Nahen Osten islamische „Gotteskrieger“ zu „erschaffen“. Mittels Propaganda, Geld und Waffen sollte so der Aufstand gegen die britische Besatzungsmacht entfacht und geschürt werden. Ähnlich, wie Jahrzehnte später „Gotteskrieger“ durch die USA ausgebildet und ausgerüstet wurden für den „Befreiungskampf“ gegen die Sowjetunion in Afghanistan. Aus denen die Taliban entsprangen und letztlich Al Quaida sich rekrutiert hat. Mit den bekannten Folgen. Sei es der Putsch in Teheran Mitte der 50er Jahre zur Stützung des Schahs, sei es das erwähnte „Endspiel am Hindukusch“, seien die vielfachen Unterstützungen über Jahrzehnte hinweg an die Diktatoren und selbsternannten Alleinherrscher im mittleren und Nahen Osten, in Afrika, seien es die nachweisbaren Ursachen für die Entstehung des IS durch die Kriege im Irak und die wohlgesonnen Politik mit dem diktatorischen Establishment in Syrien, sei es auch die mangelnde Unterstützung an die damals noch einigermaßen strukturierte Opposition in Syrien zu Beginn des Bürgerkriegs dort, im Blick auf die sorgfältig ausgewerteten Quellen und die nüchterne Beschreibung von Ursache und Wirkung durch Michael Lüders im Buch wird klar, dass der „Westen“ in all den Spannungen und den terroristischen Aktivtäten letztendlich vor allem (wenn auch nicht nur) erntet, was er politisch gesät hat. Islamisten, Terrorgruppen, Aufstände, Befreiungskämpfe, Ressentiments bis zum Hass gegen Amerika schlechthin sind keine Schicksale, sind nicht aus irgendeinem Himmel gefallen sondern, wie alle Um- und Zustände auf dieser Welt, „gemacht“ worden. Teil eines Ursache-Wirkung-Systems, das besser reflektiert und intensiv bedacht werden sollte, um nicht immer wieder die gleichen Fehler mit den gleichen Folgen zu generieren. Nachweislich und offenkundig hat die so oft beschworene „Wertepolitik“ des Westens im Nahen Osten nichts anders als verbrannte Erde und Hass hinterlassen. Und tut es noch, was im Buch als schaler Geschmack doppelbödiger Politik und aktueller Realität zum Tragen kommt. Jene „Achse des Bösen“, benannt durch eine Politik, die sich selbst aber auch nur „gut“ fand und letztendlich jene unüberschaubaren und heftigen Stürme an so vielen Orten erntet. So kann Lüders völlig zu Recht darauf verweisen, dass man sich mi der westlichen Politik beschäftigen muss, um die Zustände im Nahen Osten genauer zu verstehen. Ruhig, sachlich, nüchtern, unter Auswertung von geheimdienstlichen Quellen und mit einem spürbaren Fachwissen über die aktuelle Lage vor Ort bietet Lüders diese Blicke auf die Ursachen der einzelnen Konflikte. Und verweist auf eine kompetente und nach allen Seiten hin offene, dabei tatsächlich vom Wert der Freiheit geleiteten Diplomatie als konstruktive Möglichkeit und, vor allem, als seit Jahrzehnten überfällig. Eine sehr informative, erhellende Lektüre, die den Finger auf viele offene Wunden westlicher Politik legt, ohne dabei polemisch oder belehrend zu wirken.

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  • Ein nachdenklich machendes Buch, das mich aber ratlos zurückgelassen hat

    Wer den Wind sät

    WinfriedStanzick

    19. March 2015 um 10:51

    In seinem neuen Buch beschreibt der Nahostexperte Michael Lüders, wie der Westen all die Brandherde der Gegenwart in Syrien, im Irak, den Islamischen Staat und den Konflikt mit dem Iran, die er im Moment beklagt und deren Folgen er bekämpft, in der Vergangenheit selbst begründet hat. Der Westen hat Wind gesät, und er erntet Sturm. Sehr gut recherchiert und leicht zu lesen verfolgt Lüders die aktuellen Brandherde zurück in die Vergangenheit, er zeigt wie im Orient alles mit allem zusammenhängt und wie sich der Westen dort immer wieder seine Feinde selbst schafft. Die dadurch hervorgerufene neue Weltunordnung  beschreibt er in einem verhaltenen Ausblick so: „Zunächst einmal sticht die große Kluft hervor zwischen dem Freiheitsversprechen westlicher Demokratien und der breiten Blutspur, die sich durch den Orient zieht, als Ergebnis westlicher Militärinterventionen, wirtschaftlicher Strangulierung, der engen Zusammenarbeit noch mit den übelsten Diktaturen, solange sie nur pro-westlich sind. Staaten sind zerfallen, neue  Bewegungen entstanden, teilweise terroristischer Natur. Parallel durchlebt die arabisch-islamische Welt ihre Häutung, bricht sie auf zu neuen Ufern, die sich bislang noch und auf absehbare Zeit im Nebel von Gewalt und Zerstörung verlieren.“ Eine große Unübersichtlichkeit macht sowohl Politikern als auch einer kritischen Öffentlichkeit zu schaffen. Sie verlange, mehr als je, so Lüders, nach Diplomatie, nach Interkulturalität und nach Pragmatismus. Die Welt ist nicht einfach nur aufzuteilen in Gut und Böse: „Ein Großteil der Menschheit führt ein Leben in Ohnmacht, vielfach entrechtet und ohne Chance auf unser privilegiertes Dasein. Diese Menschen sind Verlierer und sie wissen das auch. Oft genug reagieren sie mit Gewalt auf die Zumutungen der westlich geprägten Weltordnung.“ Lüders plädiert dafür, jede Kultur und jeden Staat selbst entscheiden zu lassen, welchen Weg sie gehen wollen. Wir müssen in dieser sicher oft beängstigenden Unübersichtlichkeit uns fragen, wo wir unseren Platz finden wollen. Er greift das chinesische Sprichwort auf vom Wind des Wandels, auf den die einen mit dem Bau von Mauern und die anderen mit dem von Windmühlen reagieren. Es geht nicht um die Bruchlinien zwischen Staaten, Religionen oder Ideologien. Es geht um die Verteilung von Macht und Ressourcen. Ein nachdenklich machendes Buch, das mich aber ratlos zurückgelassen hat, denn ich sehe aktuell keinen wirklich diplomatischen Weg, Terror wie den von IS oder Hamas zu bekämpfen. Mit diesem Ansatz hätten die Araber Israel längst von Landkarte getilgt.

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