Michael Laczynski Fürchtet euch und folgt uns

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Inhaltsangabe zu „Fürchtet euch und folgt uns“ von Michael Laczynski

Was verbindet Frankreichs Front National mit Großbritanniens Brexit-Befürwortern, mit Polens Regierungspartei „Recht und Gerechtigkeit“, Deutschlands AfD und dem griechischen Linksbündnis Syriza? Welche Gemeinsamkeiten haben Boris Johnson, Frauke Petry, Heinz- Christian Strache und Beppe Grillo?
Sie inszenieren sich als Rebellen gegen das Establishment, versprechen einfache Lösungen für komplexe Probleme – und nutzen die Sorgen ihrer Anhänger als Rohstoff für politischen Erfolg. Angst vor Fremden, Angst vor dem materiellen Abstieg, Angst vor dem gesellschaftlichen Wandel und Angst vor dem Diktat abgehobener Eliten sind die vier wichtigsten Bausteine des europäischen Populismus.

Michael Laczynski, EU-Korrespondent der Tageszeitung Die Presse in Brüssel, zeigt, wie Populisten diese Ängste nutzen, um auf Stimmenfang zu gehen, wer die Menschen sind, die ihnen vertrauen, und was gegen ihre Politik unternommen werden kann. Die Reise führt von London über Paris und das Brüsseler Europaviertel bis in die Ghettos von Kopenhagen und die Vororte von Warschau.

interessante Lektüre über den Populismus in Europa

— Gartenkobold

Wer sich für das Thema Populismus in Europa interessiert, kann hier gut zugreifen. Das Buch hält, was der Klappentext verspricht.

— Wedma

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    Fürchtet euch und folgt uns

    Gartenkobold

    11. July 2017 um 18:27

    Klappentext: Was verbindet Frankreichs Front National mit Großbritanniens Brexit-Befürwortern, mit Polens Regierungspartei „Recht und Gerechtigkeit“, Deutschlands AfD und dem griechischen Linksbündnis Syriza? Welche Gemeinsamkeiten haben Boris Johnson, Frauke Petry, Heinz- Christian Strache und Beppe Grillo? Sie inszenieren sich als Rebellen gegen das Establishment, versprechen einfache Lösungen für komplexe Probleme – und nutzen die Sorgen ihrer Anhänger als Rohstoff für politischen Erfolg. Angst vor Fremden, Angst vor dem materiellen Abstieg, Angst vor dem gesellschaftlichen Wandel und Angst vor dem Diktat abgehobener Eliten sind die vier wichtigsten Bausteine des europäischen Populismus. Michael Laczynski, EU-Korrespondent der Tageszeitung Die Presse in Brüssel, zeigt, wie Populisten diese Ängste nutzen, um auf Stimmenfang zu gehen, wer die Menschen sind, die ihnen vertrauen, und was gegen ihre Politik unternommen werden kann. Die Reise führt von London über Paris und das Brüsseler Europaviertel bis in die Ghettos von Kopenhagen und die Vororte von Warschau.Nachdem Präsident Trump gewählt wurde, haben die Wahlforscher Ergebnisse vorlegt, nachdem frustrierte, ältere weiße Männer ohne Collegeabschluss Trump gewählt haben, als ich anfing, zu lesen, stieß ich wiederum auf diese Aussage : "Männlich, weiß, unterdurchschnittliches Bildungsniveau, überdurchschnittliches Alter, das sind die Attribute des stereotypischen UKIP-Wählers..." obwohl der Autor diese Aussagen in späteren Kapiteln relativiert, aber, es bleibt haften. Dass ebenso die Mittelschicht große Ängste hat, erlebe ich selbst auch und auch einigen meiner Nachbarn geht es ähnlich, aber wähle ich darum Rechtspopulisten? Nein, ganz bestimmt nicht.Rechtspopulisten teilen die Gesellschaft in zwei homogene Gruppen, das Volk und die sogenannte „korrupte Elite“ und das nutzen sie als Schlagworte. Auch unsere Politiker gehen nicht auf unsere Ängste ein, auch ich fühle mich manchmal verraten und verkauft, aber wähle ich deshalb Rechtspopulisten, nein, ich glaube, es steckt noch viel, viel mehr dahinter. Im Buch wird sehr gut das Beispiel Dänemark beschrieben und ja, wir müssen alle zusammenstehen und helfen, damit Integration gelingen kann, diese kann nämlich dann schon nicht funktionieren, wenn wir Immigranten in eigens dafür gebaute „Ghettos“ umziehen, wenn wir nicht genügend Sprachkurse anbieten, wenn Immigranten wegen ihres „nichteuropäischen“ Aussehens angepöbelt werden. Ich selbst bin in der Flüchtlingshilfe ehrenamtlich tätig und kenne nur Einzelschicksale, aber die von mir betreuten Kriegsflüchtlinge tun alles dafür, hier in friedlicher Existenz mit den deutschen Nachbarn zusammenzuleben, nein, sie verleugnen sich deshalb nicht….Das Buch regt zum Nachdenken an und meines Erachtens steckt noch viel mehr dahinter, obwohl selbst oft im www, sehe ich eine ganz große Gefahr bei den Beiträgen der sozialen Netzwerke, in die jeder immer unverhohlener Rassismus und Hass gegen Minderheiten propagieren kann, Falschmeldungen verbreiten und zur Hetzjagd aufrufen kann. Und auch das sind nur die Spitzen des Eisbergs.Wir alle hier in Europa sind auf dem Weg in stürmische Zeiten, der internationale Terrorismus wird bedrohlicher, aber wir als Gesellschaft dürfen uns die Zügel von den Rechtspopolisten nicht aus der Hand nehmen lassen. Ach ja, die Lektüre war manchmal erfrischend humorvoll, trotz des ernsten Themas.

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  • Leserunde zu "Fürchtet euch und folgt uns: Die Politik der Populisten" von Michael Laczynski

    Fürchtet euch und folgt uns

    Verlag_Kremayr-Scheriau

    Worum geht's? Was verbindet Frankreichs Front National mit Großbritanniens Brexit-Befürwortern, mit Polens Regierungspartei „Recht und Gerechtigkeit“, Deutschlands AfD und dem griechischen Linksbündnis Syriza? Welche Gemeinsamkeiten haben Boris Johnson, Frauke Petry, Heinz- Christian Strache und Beppe Grillo? Sie inszenieren sich als Rebellen gegen das Establishment, versprechen einfache Lösungen für komplexe Probleme – und nutzen die Sorgen ihrer Anhänger als Rohstoff für politischen Erfolg. Angst vor Fremden, Angst vor dem materiellen Abstieg, Angst vor dem gesellschaftlichen Wandel und Angst vor dem Diktat abgehobener Eliten sind die vier wichtigsten Bausteine des europäischen Populismus. Michael Laczynski, EU-Korrespondent der Tageszeitung Die Presse in Brüssel, zeigt, wie Populisten diese Ängste nutzen, um auf Stimmenfang zu gehen, wer die Menschen sind, die ihnen vertrauen, und was gegen ihre Politik unternommen werden kann. Die Reise führt von London über Paris und das Brüsseler Europaviertel bis in die Ghettos von Kopenhagen und die Vororte von Warschau. Michael Laczynski geboren 1973 in Warschau, ist Korrespondent der Tageszeitung Die Presse in Brüssel. Er studierte in Wien und Tokio, berichtete für die Austria Presse Agentur aus Japan, war Mitbegründer des Kulturmagazins Touristen und leitete das Osteuroparessort des Wirtschaftsblatts. Als Mitglied der EU-Redaktion der Presse wurde er 2015 mit dem Europa- Staatspreis der österreichischen Bundesregierung ausgezeichnet. >> Informationen zum Buch >> Leseprobe Bewerbung zur Leserunde:  Wenn ihr mehr wissen wollt, dann sagt uns, was euch an diesem Buch interessiert und auf welchen Plattformen ihr eure Rezension veröffentlichen werdet. Eine baldige Beteiligung an der Leserunde sowie das Schreiben einer Rezension sind gewünscht! Natürlich sind auch alle LeserInnen mit einem eigenen Exemplar herzlich eingeladen, an unserer Leserunde teilzunehmen. Wir freuen uns auf eure Teilnahme! > Besucht unsere Webseite! www.kremayr-scheriau.at> Folgt uns auf Facebook und Twitter und verpasst keine Neuigkeiten und Buchverlosungen mehr.

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  • Ein gutes Werk zum Thema Populismus, als Einstieg prima geeignet.

    Fürchtet euch und folgt uns

    Wedma

    22. June 2017 um 13:08

    Klappentext beschreibt den Inhalt sehr treffend. Auf rund 200 Seiten, recht eng bedruckt und mit viel Text versehen, in acht Kapitel aufgeteilt, erzählt uns der Autor seine Sicht der Dinge, was Populisten und ihre Politik angeht. Er liefert nicht nur tiefergehende Analysen des politischen Geschehens in der jüngsten Vergangenheit und heute in Europa und z.T. USA, sondern auch seine Erklärungen, warum die Populisten heute so einen beachtlichen Zulauf genießen. Am Anfang gibt es eine gute Definition, gefolgt von Merkmalen des Populismus. Auch die Kernthemen, mithilfe deren die Populisten die Massen in Angst und Schrecken versetzen und hinter sich scharren, wie Zuwanderung, Terror, Verlust der nationalen Identität, Verhältnis zu andern Nationen, (In-)Toleranz ggü. anderen Kulturen und Religionen, Feminismus, Homosexualität, usw. sind eingehend, anhand von etlichen Beispielen beschreiben und analysiert worden. Zielgruppen, die Populisten ansteuern, wurden ausführlich dargelegt, auch eine Art Erklärung geboten, warum gerade diese Menschen: männlich, kaum Bildung, erfolglos im Beruf, unzufrieden im Leben, etc., geneigt sind, den Populisten ihre Stimme zu geben. Die Rolle der Populisten beim  Zustandekommen des Brexit wurden ebenso eingehend analysiert wie der Erfolg der Populisten in Frankreich, Deutschland, Griechenland, Italien, Niederlanden, Polen, etc. Einige Ausführungen waren besonders interessant. Dänemark als Flaggschiff der Entwicklungen in Sachen Integration fürs ganze Europa: Wie die Einheimischen durch ihren Zusammenhalt und Solidarität den Problemen der heutigen Zeit trotzen, aber auch gleichzeitig schwer für die Einwanderer machen, sich zu integrieren und Fuß in dieser Gesellschaft zu fassen. Und einige Gruppen der Einwanderer, die zwar die Vorteile des dänischen sozialen Netzes genießen, die das Land jedoch verachten. Wenn das die Vorlage zur gesamteuropäischen Entwicklung sein soll… Der Schreibstil ist wohl geübt und angenehm, aber die Inhalte sind schon auf so einem Niveau, dass man da gern in Volkswirtschaft, Statistik und Politik bewandert sein müsste, um in vollen Genuss der Ausführungen zu kommen. Manchmal sind die Ergebnisse der Befragungen oder andere Auswertungen der politischen Natur so ausführlich mit all den Prozentangaben dargelegt worden, oder gerne in die Geschichte, zu Marx, Keynes &Co., zur wirtschaftlichen Entwicklung von USA abgeschweift, dass man gerne Pause einlegen möchte. Es ist kein Nachteil, denn bei so einem Stoff sind Pausen eine Notwendigkeit, um die Frische der Wahrnehmung wieder zu erlangen. Zum Schluss gibt es kurze Unterkapitel „Was tun gegen Populismus“ und „Die Kraft des Pragmatismus“. Dort wurden zarte Versuche unternommen, Antworten zu den o.g. Punkten zu finden. Fazit: Wer sich für das Thema Populismus in Europa interessiert, kann hier gut zugreifen. Das Buch hält, was der Klappentext verspricht, größtenteils. Es wurden einige gewichtige Faktoren nicht untersucht oder nicht (im erforderlichen Umfang) angesprochen, die aber durchaus bei der Verbreitung des Populismus eine Rolle spielen und im Zusammenhang mit anderen, im Buch genannten Faktoren, eine solide Grundlage für die geschickten Selbstdarsteller bilden. Aber alles in allem ist es ein gutes Werk, als Einstieg ins das Thema prima geeignet.  

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  • Fürchtet euch und folgt uns

    Fürchtet euch und folgt uns

    Blaustern

    20. June 2017 um 12:11

    „Fürchtet euch und folgt uns: Die Politik der Populisten“ ist ein Sachbuch dessen Inhalt schon der Titel verrät. Warum ist es derzeit so leicht, die langjährigen demokratischen Regierungen in Frage zu stellen? Populisten gelingt es durch die momentane Lage, die Fahne zu drehen. Doch haben sie letztendlich die bessere Lösung auf all die Einwirkungen? Auf jeden Fall ziehen sie erstmal eine Menge Wähler an. Es wird Angst geschürt. Die Überrennung von Fremden, die sich teilweise nach vielen Jahren noch nicht integriert haben, Übergriffe auf Frauen, Diebstahl, langsame Verarmung des Volkes. Scheint der Wohlstand zu Ende? Es wird der typische Wähler für diese Parteien geschildert: weiß, ungebildet, unterstes Niveau, Sozialhilfe … aber sind es wirklich nur diese Leute oder hat sich das Feuer schon verbreitet, auch unter denjenigen, die nachdenken können? Es wird plädiert, dass wir Frieden, Wohlstand, Reisefreiheit als selbstverständlich nehmen, Misserfolge dagegen der EU ankreiden. Dabei ist doch nie alles Gute beisammen, das gibt es gar nicht. Schon allein der Gier und dem Machtgehabe des Menschen wegen. Der Journalist, der sich hier mit einer umfangreichen Recherche zu dem Thema befasst hat, beginnt im Februar 2000 mit der Wahl in Österreich und wie sich darauf alles weiter entwickelte, auch in anderen europäischen Staaten. Das Ganze wird in einem lockeren unterhaltsamen Stil vorgetragen, sodass man ihm gern folgt und auch gut versteht und sich jeder so seine Gedanken machen kann, wenn es auch keine Lösungen dafür gibt für die momentan immer größer werdenden Probleme, die sich zuspitzen. Für mich habe ich viel Neues in dem Buch erfahren und das sogar auf teils humorvolle Art.

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  • Erschreckende Ergebnisse

    Fürchtet euch und folgt uns

    Curin

    02. May 2017 um 19:05

    In vielen europäischen Ländern wie Frankreich, Deutschland und Österreich sind Parteien im Vormarsch, die gegenwärtige Regierungssysteme offen in Frage stellen. Doch was haben diese populistischen Politiker gemeinsam und warum gelingt es ihnen, so viele Stimmen zu gewinnen?In diesem Buch geht der österreichische Journalist Michael Laczynski diesen Fragen nach und analysiert dabei auch unsere gegenwärtige Situation in Europa.Informativ und spannend zugleich stellt Herr Laczynski hier den aktuellen Zustand in der Politik dar. Dabei geht er zurück bis ins Jahr 2000, indem die Partei FPÖ in Österreich 27% der Stimmen holt und damit in die Regierung einzieht. Es ist schon erschreckend, dass seitdem noch viel mehr Parteien in Europa entstanden und gesellschaftsfähig geworden sind, die häufig rechts gesinnt sind und sich gegen unsere Demokratie wenden. Der Autor beschreibt dieses Phänomen und zeigt, dass diese populistischen Parteien eine ,,Politik der Angst" betreiben. So würde die Angst vor Fremden, vor Verarmung usw. geschürt und gegen die aktuelle Regierung gewettert.Mir hat an diesem Buch sehr gefallen, dass Herr Laczynski nicht einfach nur die Ergebnisse seiner wirklich guten Recherchen präsentiert, sondern diese verständlich rüber bringt und in einen gemeinsamen Kontext einordnet. Dabei schreibt er statt sachlich und trocken, wirklich spannend und manchmal auch mit Humor und bringt so dem Leser dieses schwierige Thema auf unterhaltsame Weise nah.Ich persönlich habe viel durch dieses Buch gelernt und war auch oftmals schockiert darüber, was sich bei manchen Parteien abspielt und wie gezielt sie auf Wählerfang gehen.Insgesamt hat mir ,,Fürchtet euch und folgt uns" gut gefallen. Man erhält hier wirklich die Ergebnisse einer guten Journalistenrecherche und bekommt diese spannend nahe gebracht. Gerne empfehle ich das Buch weiter.

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  • Demokratie in Gefahr?

    Fürchtet euch und folgt uns

    Tawananna

    15. April 2017 um 22:03

    Das Buch „Fürchtet euch und folgt uns: Die Politik der Populisten“ von österreichischen Publizisten Michael Laczynski ist 2017 im Verlag Kremayr & Scheriau erschienen und versucht zu erklären, warum nicht nur in Europa sondern weltweit derzeit die Populisten ob von rechts oder von links überall scheinbar leichtes Spiel haben. Er beginnt mit der Situation in Österreich nach der Wahl im Februar 2000 und die europäische Reaktionen darauf. Wiewohl ich damals das Ganze für eine leicht peinliche Überreaktion seitens der EU hielt frage ich mich aber seit Orban schon „wo ist sie denn, die unmissverständliche Reaktion der EU“? Wann zeigen wir endlich demokratische Flagge? Das Buch kommt für ein Sachbuch sehr leichtfüßig, ja humorvoll, daher. Ich habe sehr viel über die Situation in den anderen europäischen Ländern gelernt. Laczynski kritisiert "Alle Vorteile der europäischen Integration - Frieden, Wohlstand, Reisefreiheit - werden als selbstverständlich hingenommen bzw. zu nationalen Errungenschaften hochstilisiert. Alle unbequemen Aspekte und Misserfolge hingegen werden ausschließlich der arroganten EU angekreidet." Dies nehme ich auch so wahr und erinnert mich sehr unangenehm an die Sprüche, die ich von so einigen (nicht allen!!!!) ehemaligen Bürgern der DDR kenne. Da wird das Leben in der DDR nostalgisch hochgehalten aber völlig ignoriert, um wie viel besser das Leben im heutigen vereinten Deutschland ist – die deutlich gestiegene Lebenserwartung soll hier nur ein Beispiel sein. Der Autor outet den typischen Wähler (rechts-)populistischer Parteien sehr klassisch als weiß, schlechter Bildungsgrad, unterdurchschnittliches Einkommen, relativiert aber glücklicherweise im Laufe der Kapitel diesen Eindruck. So ist es eben auch die Mittelklasse, die noch etwas zu verlieren hat, die dem Populismus sehr zugeneigt ist. Und er weist darauf hin, dass die Politik der sozialen Kälte, die freie Bahn den Konzernen geschaffen hat durchaus mitschuldig an der aktuellen Situation ist. Da die Rechtspopulisten in Europa in der Überzahl sind und deren Lieblingsthema Immigration und Angst vor Überfremdung ist, geht Herr Laczynski nachdrücklich auf dieses Thema ein und zeigt am Beispiel von Dänemark wie schwierig Integration fremder Kulturen ist. Leider fehlt mir hier eine klare Unterscheidung zwischen Immigration und – vorübergehendem Fluchtstatus aufgrund von Kriegssituationen. Das Beispiel Dänemark zeigt, dass wir als Gesellschaft uns eben nicht nur auf „Vater Staat“ verlassen können. Nein, es braucht die gesamte Gesellschaft um Integration gelingen zu lassen. Wir fordern zu Recht, dass Immigranten sich hier anpassen sollen. Aber wie soll das gelingen wenn sie im stillen Kämmerlein sitzen, sich nicht auf die Straße trauen (z. B. Aufgrund schlechter Sprachkenntnisse oder rassistischer Pöbeleien) und niemand ihnen sagt wie es hier so läuft? Zumal wir uns in Europa mit der Organisation der aktuellen Flüchtlingssituation ganz bestimmt nicht mit Ruhm bekleckern. Dieses Buch ist ein erster Abriss zur aktuell gefährdeten Demokratie in Europa. Das breite Spektrum das Herr Laczynski aufgefächert hat mir viel gegeben. Gleichwohl ist er unzufrieden und bemängelt, dass in diesem Buch z. B. Die Rolle der Medien und sozialen Netzwerke im Internet nicht ausreichend berücksichtigt werden. Nach meinem Dafürhalten ist dies zum jetzigen Zeitpunkt – zumal von nur einer Person – gar nicht möglich. Hier hat die Wissenschaft ein fruchtbares Arbeitsfeld. Die Hoffnung des Autors in Bezug auf Deutschland teile ich nicht aber auch ich sehe nur ein „Keep Calm and Carry On“ um ihn ein letztes Mal zu zitieren.

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  • Populisten der europäischen Union, vereinigt euch (nicht)!

    Fürchtet euch und folgt uns

    camilla1303

    31. March 2017 um 16:48

    Das Buch „Fürchtet euch und folgt uns: Die Politik der Populisten“ von Michael Laczynski ist 2017 im Verlag Kremayr & Scheriau erschienen und versucht zu erklären, warum Europa in einer Identitätskrise steckt und Populisten derzeit ein leichtes Spiel haben. Der Autor des Buches, Michael Laczynski war mir als Österreicherin natürlich schon bekannt, immerhin ist er Korrespondent der österreichischen Tageszeitung Die Presse. Und auch das Buch ist Journalismus auf hohem Niveau. Mit gut recherchiertem Hintergrundwissen beschreibt er, was die europäischen Populisten verbindet, wie sie auf Wählerfang gehen und wie sie mit den Ängsten der Menschen spielen, ohne dabei auf gut platzierten Zynismus und Humor zu verzichten. So vergleicht er beispielsweise Johnson und Farage mit Bud Spencer und Terence Hill, was den Lesefluss massiv beschleunigt und Abwechslung in das sachliche, und für mich erschreckende, Thema bringt. Das Buch hat viele Dinge beschrieben, die man eigentlich weiß: "Männlich, weiß, unterdurchschnittliches Bildungsniveau, überdurchschnittliches Alter, das sind die Attribute des sterotypischen UKIP-Wählers..." diese Beschreibung lässt sich wohl auf den klischeehaften Wähler jeder populistischen Partei übertragen. Auch dass die amtierenden Politiker nicht auf die Ängste aus „dem Volk“ eingehen, war mir davor bekannt, fühle ich mich doch selbst viel zu oft von den Repräsentanten unseres Landes verraten und das trotz gültigem Parteiausweises meinerseits. Wie man Populisten, die mit einfachen Antworten komplexe Vorgänge und Fragen lösen wollen, wählen kann, verstehe ich nach wie vor nicht. Ich ertappe mich dabei wie ich fassungslos die politische Lage in ganz Europa betrachte, denn ich fühle mich als Europäerin und bin stolz auf unsere Union, auch wenn es einige Aspekte gibt, die mir nicht so gut gefallen, zum Beispiel die undurchschaubare Bürokratie. Aber in jeder Partnerschaft gibt es doch auch einmal kleine Probleme, deswegen lässt man sich aber normalerweise nicht gleich scheiden. "Alle Vorteile der europäischen Integration - Frieden, Wohlstand, Reisefreiheit - werden als selbstverständlich hingenommen bzw. zu nationalen Errungenschaften hochstilisiert. Alle unbequemen Aspekte und Misserfolge hingegen werden ausschließlich der arroganten EU angekreidet." Die Lektüre hat mich aber auch viele neue Dinge gelehrt. So wusste ich vor dem Lesen nicht, dass es in Großbritannien ein Mehrheitswahlrecht wie in den USA gibt und auch andere Aspekte aus den unterschiedlichen Ländern der europäischen Union waren mir neu. Das Buch „ist der Versuch, aus Einzelfällen, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben mögen, einen inhaltlichen Strang zu knüpfen. Das Ergebnis dieses Versuchs lässt in vielerlei Hinsicht zu wünschen übrig.“, so die Worte des Autors im Nachwort. Auch ich habe mir Antworten auf Fragen erhofft, die man nicht einfach beantworten kann. Habe mir erhofft, im Buch Hoffnung zu finden für ein Miteinander und für die Sicherheit unserer Demokratie. Diesbezüglich hat „Fürchtet euch und folgt uns“ meine Erwartungen nicht erfüllt, jedoch waren diese zu hochgesteckt und nicht das Buch zu schwach. Es gibt Fragen auf die es einfach keine Antworten gibt. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung. Wie alle politischen Bücher des Verlags, kann ich auch dieses uneingeschränkt weiterempfehlen. Lehrreich und mit flüssigem Schreibstil zeigt es die Probleme unserer Zeit auf. Nun liegt es an uns, diese zu lösen. Für ein gemeinsames Europa!

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