Michael Lentz Liebeserklärung

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Inhaltsangabe zu „Liebeserklärung“ von Michael Lentz

"Liebeserklärung" ist der erste Roman des Bachmann-Preisträgers Michael Lentz. Er erzählt die Geschichte einer Trennung, einer neuen Liebe und einer winterlichen Reise durch Deutschland, das ein Land im Abschwung ist - oder gilt das nur für den mit seiner Liebe verzweifelt kämpfenden?

Grenzüberschreitend offen und unerschrocken ungerecht, so laut, dass die leisen Töne wieder hörbar werden, erklärt Michael Lentz seine Liebe und geht aufs Ganze. Diese "Liebeserklärung" ist ein unerhörtes, zudringliches, schamloses, hasserfülltes, zärtliches Buch über das Rätsel und die Ratlosigkeit, das Verwunden und das Verwundern, über Grausamkeit und Glück, über das große Thema der Literatur und des Lebens: die Liebe, es ist eine kompromisslose Erzählung und eine Zumutung in einem so bisher nie gehörten emotionalen und erotischen Ton. Diese Liebeserklärung vergisst man nicht.

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  • Rezension zu "Liebeserklärung" von Michael Lentz

    Liebeserklärung

    Odonata

    30. October 2009 um 01:14

    Dieses Buch wird des Öfteren gelobt wegen seines schönen Themas: Die Liebe. Hier, so ist dann in den Kritiken zu lesen, werde wunderbar gezeigt wie bipolar die Liebe sei, wie eng Nähe und Distanz, Liebe und Hass, Unerträglichkeit und Abhängigkeit beieinander lägen. Das mag ja alles so stimmen. Allein: Der Inhalt dieses Buches ist vollkommen an mir vorüber gegangen. Michael Lentz hätte auch über einen bügelnden Mann, das Ausräumen einer Spülmaschine oder das Basteln eines Drachens schreiben können, das Buch hätte den gleichen Stellenwert für mich. Zusammenfassen, um noch mal auf den Inhalt zurückzukommen, lässt sich der Stoff wie folgt: Ein Mann liebt und hasst gleichzeitig seine Geliebte, wegen der er sich von seiner Frau getrennt hat. Er fährt dauernd mit der Bahn durch Deutschland, hasst diese übrigens auch wegen ihrer Unpünktlichkeit (die Bahn, nicht die Geliebte), denkt dabei an alles Mögliche und zwischendrin zerfleischt sich das Paar verbal und kommt sich dann wieder körperlich näher – sehr nah sogar, um genau zu sein – beides im stetigen Wechsel. So weit, so gut. Oder eben: So weit, so schlecht. Das kommt wohl auf die Perspektive an. Ich mag dieses Buch nicht wegen seines Plots, nicht wegen seiner Figuren und auch nicht wegen seiner Sprache. Aber ich mag es. Sehr sogar. Ich mag es aus zwei Gründen. Und die sind wichtiger als Handlung, Protagonisten oder Sprache. Erstens: Allein schon wegen des grandiosen Satzes „Er liebt sie nicht, er sehnt sich bloß nach ihr.“ ist das Buch lesenswert. Zweitens: Noch nie las ich ein Buch, das so exakt meine Art des Denkens offen gelegt hat. Dabei geht es mir nicht um die Gedanken, also nicht um die Inhalte, die sind austauschbar, mir geht es um die Struktur. Literatur suggeriert ja meist, denken finde linear statt, weil es eben in den Büchern meist linear dargestellt wird. Lentz schafft es allerdings die Zerstreutheit des Denkens, die Nichtlinearität des Denkens abzubilden – und das macht er meisterhaft. Hier finden die Gedanken keinen Abschluss und auch nicht immer einen Anschluss, hier sind die Assoziationsketten zum Teil unendlich und die Sprünge im Gedankengang enorm. Hier kann man gut die geringe Halbwertszeit von Gedanken und Meinungen erkennen, gerade denkt der Protagonist dies oder das so und gleich denkt er das Gegenteil des vorher Gedachten. Das ist schön. Das ist auch manchmal anstrengend. Das ist aber wie es ist: Die Wahrheit. Meine Wahrheit zumindest. Ist man erstmal in den Gedankenfluss reingesprungen und ein Stück mitgeschwommen, dann wird es alsbald ein leichtes zu folgen. Das macht in meinen Augen dieses Buch aus. Das ist bemerkenswert. Das ist lesenswert.

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  • Rezension zu "Liebeserklärung" von Michael Lentz

    Liebeserklärung

    JulienS

    21. October 2008 um 17:45

    Wie groß ist, in der Liebe, der Abstand zwischen Annäherung und Zerstörung? Wie groß der zwischen ganz da sein für den anderen und Auflösung in ihm? Zwischen Umarmen und Erdrosseln? Zwischen Nähe und dem Überschreiten aller Grenzen? Zwischen größter Liebe und endgültiger Entfremdung? Der Abstand ist nicht groß. Aber wie groß ist der Abstand zwischen zwei Menschen? Die Lektüre, der Akt des Lesens, ist ja gewissermaßen schon ein Liebesakt, eine Annäherung und Distanzierung. Und dieser Text verlangt vom Leser das, was die Liebe verlangt: Der Leser muss beim Lesen wählen zwischen Nähe und Entfremdung, zwischen schützendem Abstand und Auflösung, für die er den Schutz aufgeben müsste. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet der erste Roman von Michael Lentz das letzte romantische Buch ist – oder das erste des 21. Jahrhunderts? Er erzählt in Liebes-erklärung die Geschichte einer Liebe. Einer Liebe, von der am Schluss nur diese Geschichte übrig bleibt. Und er erzählt die Geschichte einer Reise durch Deutschland, einer Reise, bei der man nicht weiß, ob die Situation des Reisenden oder die Situation des Landes verzweifelter ist. Und schließlich ist Liebeserklärung der Dialog mit einer anderen Geschichte von einer Liebe und einer Reise. Sie heißt Die Wiederholung, ist von Sören Kierkegaard, und Lentz wiederholt sie: In beiden Fällen ist es die ver-zweifelte Liebe, von der das Buch handelt, die Liebe zu einer Frau, an die man nicht rankommt, der Frau, die man nicht aushält. Es ist die älteste Geschichte, das älteste Thema der Literatur – neben dem Tod – und immer wieder neu. Auch insofern ist Liebeserklärung eine Wiederholung. Und es ist ein gewaltiges Buch.

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