Michael Lewis The Big Short - Wie eine Handvoll Trader die Welt verzockte

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Inhaltsangabe zu „The Big Short - Wie eine Handvoll Trader die Welt verzockte“ von Michael Lewis

"The Big Short" erzählt von der Erfindung einer monströsen Geldmaschine: Ein paar Hedgefond-Manager sehen das katastrophale Platzen der amerikanischen Immobilienblase nicht nur voraus, sondern sie wetten sogar im ganz großen Stil darauf. Den Kollaps des Systems befördern sie unter anderem mittels des sogenannten "shortings", Leerverkäufen von Aktien großer Investmentbanken. Doch zu jeder Wette gehört auf der anderen Seite auch einer, der sie hält. Lewis entlarvt anhand seiner Protagonisten ein System, das sich verselbständigt und mit moralischen Kategorien wie Habgier oder Maßlosigkeit längst nicht mehr zu fassen ist. Der Zusammenbruch der Finanzmärkte, so lernen wir in diesem Buch, war ein kurzer Moment der Vernunft: Der Wahnsinn hatte sich in den Jahren davor abgespielt.

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  • "Mir ging ein Licht auf. Der Chef der größten Bank der Welt ist strohdumm!"

    The Big Short - Wie eine Handvoll Trader die Welt verzockte

    R_Manthey

    28. June 2015 um 16:26

    Diese Bemerkung schreibt der Autor Steve Eisman zu, der auf diese Weise ein Gespräch mit dem Chef der Bank of America über den amerikanischen Markt für minderwertige Hypotheken kommentierte. Eisman war einer der ganz wenigen Akteure in der amerikanischen Finanzwelt, der schon vor 2005 begann, massiv auf einen Zusammenbruch des Marktes für Subprime-Kredite zu wetten. Dieses Buch schildert nicht nur die Geschichten und Einsichten dieser extremen Einzelgänger, sondern liefert damit auch den Beweis, dass die Implosion des amerikanischen Finanzsystems sehr wohl schon lange vor 2007 absehbar war. Die Schilderungen in diesem Buch lassen ganz nebenbei auch die Ahnungslosigkeit, die Korruptheit und den Grad der moralischen Verrottung dieses Systems erahnen. Wenn man bisher nicht verstehen konnte, wie genau die Krise von 2007/2008 entstand, dann erhält man mit diesem Buch ideologiefreie Einblicke in die wirklichen Zusammenhänge. Im Text wird mehrfach das extreme Beispiel eines Erdbeerpflückers erwähnt, der ein Jahresverdienst von ungefähr 14.000 Dollar nachweisen kann und dennoch einen Hypothekenkredit von über 750.000 Dollar erhält. Wer zum Teufel, so fragt man sich, leiht denn diesem Menschen soviel Geld, wo doch sofort klar ist, dass er es so nie wieder sieht? Die Antwort ist banal und erschreckend zugleich. Leute, die solche Kredite vergaben, verkauften sie sofort an Großbanken weiter und waren damit in der Regel jedes Risiko los. Die Großbanken wiederum packten diesen Schrott in großen Paketen zusammen und legten zur Tarnung oben ein paar gute Anleihen darüber. Dann ließen sie sich das von einer Rating-Agentur bewerten. In diesen Agenturen sitzen Leute, die wie Beamte agieren, keine wirkliche Ahnung von diesen wunderbaren Finanzinnovationen besitzen und deswegen natürlich nicht über vernünftige Bewertungsmodelle für solche Konstruktionen verfügen. In der Folge erhielten diese synthetischen Anleihen (CDOs), die zum größten Teil aus Schrottpapieren bestanden, die höchste Bewertung von AAA. Damit galten sie als risikolos. Nach ihrer Verbriefung als Wertpapier wurden sie handelbar. Man konnte mit diesem Zeug so lange gute Gewinne machen, wie die Häuserpreise in den USA stiegen. Michael Burry, war wohl der erste bedeutende Hedgefondmanager, der sich Prospekte solcher Papiere ansah und ihre Explosivität begriff. Er verstand, dass die meisten Schrotthypotheken einen Lockzins hatten, der zwei Jahre galt. Danach setzten Marktzins und Tilgung ein. Das wiederum würde dann sofort mit ziemlicher Sicherheit zum gleichzeitigen Platzen vieler solcher Papiere führen. Doch genau dieser Vorgang war bei der Konstruktion der CDOs als sehr unwahrscheinlich angesehen worden. Burry überlegte, wie er gegen die CDOs spekulieren kann und brachte Leute bei Goldman Sachs und der Deutschen Bank dazu, entsprechende Kreditausfallversicherungen zu konstruieren oder bei anderen zu besorgen. Jemand der eine solche Versicherung verkauft, hat damit automatisch für den Gegenwert des entsprechenden CDOs geradezustehen, wenn dieses platzt. Goldman Sachs ließ sich diese Versicherungen vom weltgrößten Versicherer, der AIG, verkaufen und gab sie weiter. Die AIG hatte aber offenbar keinen Plan, wie die CDOs wirklich aufgebaut sind und behandelte sie mit Modellen, die man für gewöhnliche Verbraucherkredite benutzt. Als man dort endlich merkte, was man eigentlich versicherte, hatte man bereits im Versicherungsfall für 50 Milliarden aufzukommen. Die Palette erschreckender Ahnungslosigkeit auf der einen und krimineller Energie auf der anderen Seite war enorm, denn während die einen überhaupt keinen Durchblick zu haben schienen, mussten andere ganz genau wissen, dass die Bewertungen ihrer Konstruktionen ein einziger Betrug waren. Auf die Frage, wer denn diesen Schrott am Ende kaufe, antwortete ein amerikanischer Händler der Deutschen Bank, der Burry und Eismann Kreditausfallversicherungen anbot: "Düsseldorf. Die dummen Deutschen. Sie glauben an Ratingagenturen. Sie glauben an die Regeln." (S. 119). Michael Lewis hat mit seinem Buch die ganze Bandbreite zwischen Blindheit und moralischem Verfall im amerikanischen Finanzsystem offengelegt. Dazu gehört zum Beispiel auch das Verhältnis von Eigen- und eingesetztem Fremdkapital, das sich wohl über 1 zu 30 einpegeln dürfte. Ein Verhältnis, das jenseits von Gut und Böse ist, jedoch offenbar keiner Regelung unterliegt. Wenn man das Buch genau liest, versteht man auch, dass bei dieser Krise kaum "entfesselte Märkte" im Spiel waren. Im Gegenteil. Was sich hier abspielte, passierte in ungeregelten, völlig undurchsichtigen und manipulierten Kanälen, für die man das Wort Markt nicht benutzen will. Obwohl man besser dran ist, wenn man wenigstens weiß, was ein CDO ist, liest sich dieses sehr gut geschriebene Buch für Interessierte mehr als spannend, weil es aus der persönlichen Perspektive von klarsichtigen Außenseitern verfasst wurde und somit den ganzen kriminellen Irrsinn, der auch den deutschen Steuerzahler noch lange beschäftigen wird, jenseits von platten Mainstream-Ansichten darstellt. Fazit. Ein sehr erhellendes Buch, das die amerikanische Subprime-Krise aus der Sicht von Leuten schildert, die massiv und erfolgreich auf den Zusammenbruch des Hypothekenschwindels spekuliert haben.

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