Man hofft es wenigstens. Für dieses Buch haben sich zwei Neurowissenschaftler und ein Künstler zusammengetan und vorher gesammelte Kinderfragen zum Gehirn beantwortet.
Nun ist das nicht unbedingt ein Thema, das man großartig illustrieren kann. Aber Jan von Holleben machte das nicht viel aus. Er lief zu kreativer Höchstform auf und überredete einige Kinder zu merkwürdigen Installationen (wie auf dem Titelbild), die Antworten in diesem Buch künstlerisch begleiten sollen. Immerhin glaube ich einige von ihnen verstanden zu haben. Dass das nicht immer gleich auf Anhieb klappte, liegt wohl an meinem schon etwas älteren Gehirn und seiner merkwürdigen Funktionsweise. Tröstlich ist hingegen, dass ich aus diesem Text endlich die Frage beantwortet bekommen habe, warum man als Erwachsener selbst gegen kleine Kinder keine Chance hat, im "Memory" zu gewinnen.
Das ganze Buch wirkt frisch und nicht belehrend. Der Trick dabei sind die durchaus intelligenten Kinderfragen, die auch wirklich kindgerecht beantwortet werden, ohne dabei trivial zu werden. Jede Frage und ihre Beantwortung nehmen höchstens eine Seite des auf Glanzpapier gedruckten Buches ein. Dann folgen eine oder mehrere Seiten vom Künstler, bis die nächste Frage kommt.
Selbst eine für viele Menschen so seltsame Frage wie "Kann man aufhören zu denken?" wird kurz und interessant beantwortet. Der Text ist in zehn Abschnitte gegliedert, in denen zu der jeweiligen Thematik mehrere Fragen stehen:
- Wissenswertes zur Wundermaschine Gehirn
- Wie schnell. Wie viel und wie frei wir denken können
- Wie sich das Gehirn verändern kann
- Wie unser Gehirn unseren Körper steuert
- Wie das Gehirn geschützt ist und was alles abläuft, wenn doch etwas passiert
- Vom Merken, Vergessen und Erinnern
- Wo Sprache entsteht und wie Spiel das Gehirn verändert
- Was das Gehirn mit der Nahrungsaufnahme zu tun hat und wie es versorgt wird
- Wenn das Gehirn nichts zu melden hat
- Was unser Gehirn nachts macht.
Ein lehrreiches, interessant aufgemachtes und sehr kompetent geschriebenes Kinderbuch.
Michael Madeja
Lebenslauf
Alle Bücher von Michael Madeja
Das kleine Buch vom Gehirn
Denkste?!
Hirnforschung - was kann sie wirklich?: Erfolge, Möglichkeiten und Grenzen
Mein Papa ist Hirnforscher
Kosmos Gehirn: Hirnforschung im 21. Jahrhundert
Neue Rezensionen zu Michael Madeja
Jeden Tag benutzen wir es, unser Gehirn. Immer mehr kommen in den unterschiedlichsten Debatten und Themenbereichen Forschungsergebnisse der sogenannten Hirnforscher ins Spiel, die nicht selten Themen behandeln, die Kinder stark betreffen, zum Beispiel, wie man in der frühen Kindheit die Entwicklung des Gehirns fördern kann oder eben nicht, welche Pädagogik im Kindergarten und in der Schule sinnvoll ist und vieles mehr.
Da wundert es nicht, dass sich viele Kinder ab dem Grundschulalter immer mehr für das Gehirn interessieren und wie es funktioniert.
Jan von Holleben hat solche Kinderfragen gesammelt und sie in einem mit vielen verrückten Ideen und fantasievollen Fotografien gestalteten Buch in Zusammenarbeit mit den beiden Neurologen und Hirnforscher Michael Madeja und Katja Naie zu beantworten versucht.
Herausgekommen ist ein witziges und gleichwohl lehrreiches Buch, das in seinen immer verständlichen Antworten den wissenschaftlichen Forschungsstand auf die Erfahrungswelt der Kinder herunter bricht.
Für an (natur)wissenschaftlichen Fragen interessierte Kinder ab etwa 9 Jahren ist das Buch ein ganz hervorragendes Geschenk.
Bewusstsein, Denken, Fühlen und Handeln: ein Erklärungsansatz.
„Vor fast zweieinhalb Tausend Jahren prägten altgriechische Philosophen wie Platon, Aristoteles und Sokrates den Satz: Der Geist formt den Körper. Heute wissen wir, dass auch das Umgekehrte gültig ist.“
Man darf zu Recht behaupten, dass in den letzten zehn Jahren die Hirnforschung rasante Fortschritte gemacht hat. Zahlreiche bildgebende Verfahren zur Darstellung des Gehirns, seiner Funktionen und Veränderungen lassen Schlüsse zu auf Entwicklungen, Fehlentwicklungen und auf diverse Krankheitsbilder mit ihren Ausprägungen. Zu den bekanntesten zählen Multiple Sklerose, Parkinson, Schlaganfall und die Menge der Demenzkrankheiten mit unterschiedlichen Ursachen, Formen und Auswirkungen auf das Verhalten des Menschen.
Zuerst aber geht es einmal darum, zu verstehen, wie das Denken funktioniert und unter welchen Voraussetzungen „Bewusstsein“ entsteht; was Lernen bedeutet und wie Informationsverarbeitung von unserem Hirn gehandhabt wird.
Der eine interessiert sich vielleicht mehr für das Denken, der nächste möchte etwas über Emotionen und ihre Lokalisation erfahren, und den dritten interessiert, wie das „ Bewusstsein“ funktioniert. So kann man die einzelnen Kapitel auch jedes für sich lesen und zu Rate ziehen.
Der anerkannte Hirnforscher Michael Madeja hat mit seiner Zusammenstellung von neuen Erkenntnissen in „Das kleine Buch vom Gehirn“ ein übersichtliches Nachschlagewerk geschaffen für alle,die sich mit diesen Themenkreis befassen möchten. Wunderbar eingängig und leicht verständlich, differenziert und sachlich kann er Vorgänge, die unser Denken, Fühlen und Handeln bestimmen, an Beispielen aus dem Alltagsleben veranschaulichen. So werden durchaus schwierige Abläufe im Gehirn für den Laien verständlich. In einfach aufgebauten und überschaubaren Kapiteln mit einzelnen Bilddarstellungen beschreibt Madeja, wie unser Gehirn funktioniert und welche Aufgaben das Gehirn zu meistern hat. Aufbau, Nervenzellen, Zusammenspiel und Wahrnehmung von diversen Organen wie Augen, Ohren, Haut, Fühlen und Geruchssinn und die Zusammenführung im Gehirn werden vorbildlich erklärt.
Das diffizile Organ Gehirn ist Ausgangspunkt und Endpunkt unserer bewussten Existenz. In den Erklärungen von Michael Madeja wird plausibel, wie kompliziert dieses so lebenswichtige Organ ist.
Der Text enthält sich der Fachausdrücke, wer sie aber wissen möchte, kann im Anhang nachschlagen. Das Buch ist eine Bereicherung für den wissbegierigen Laien.
In einem Nachwort betont der Autor Michael Madeja, dass die Neurowissenschaft nur einen Baustein bildet neben der Philosophie, dem Glauben oder der praktischen Alltagserfahrung, mit der wir Menschen um das Verstehen unseres irdischen Daseins ringen.
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Michael Madeja wurde am 13. Mai 1962 in Deutschland geboren.
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