Michael Marrak Lord Gamma

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Inhaltsangabe zu „Lord Gamma“ von Michael Marrak

Bei diesem Roman ging es mir so, wie es mir mit Romanen viel zu selten geht: Ich las die erste Seite und dachte: "Holla!" Ich las das erste Kapitel und konnte nicht mehr aufhören zu lesen. Das war mehr als nur "passabel", mehr als nur "gut": Ich hatte einen hervorragenden SF-Roman entdeckt. <p> Was erwarten wir von einem hervorragenden SF-Roman? Erstens, eine fantastische Story. In <i>Lord Gamma</i> rollt ein Mann mit einem Pontiac ohne Motor eine schnurgerade, ewig abwärts führende Straße entlang, durch eine Landschaft, die sich alle 180 Kilometer wiederholt, um aus Atombunkern Klone seiner Frau zu retten, die er anschließend erschießen muss. Wenn das keine abgedrehte Story ist, dann weiß ich auch nicht. Zweitens, spannend soll es sein. Diesbezüglich bin ich extrem empfindlich, man könnte auch sagen intolerant. Ein Buch, das mich langweilt, fliegt ins Eck, es mag hochgelobt sein, wie es will. Man mag es also als besonderes Gütesiegel nehmen, wenn ich sage, dass ich mich kaum erinnern kann, wann ich das letzte Mal ein Buch so verschlungen habe wie <i>Lord Gamma</i>. Ich kann jedem nur empfehlen, einfach mal das erste Kapitel zu lesen. Wer danach nicht wissen will, wie es weitergeht, dem ist nicht mehr zu helfen. <p> Bemerkenswert an dieser Stelle, wie gekonnt Marrak die Fallstricke umgeht, die im Grundansatz seiner Geschichte lauern. Eine Fahrt durch eine Landschaft, die sich alle 180 Kilometer wiederholt: Da hätte die Versuchung groß sein können, in eine Art Zehn-kleine-Negerlein-Schema zu verfallen, ins Episodenhafte, sich ebenfalls alle paar Kapitel in Variationen wiederholend. Eben dieser Gefahr entgeht <i>Lord Gamma</i> mit Bravur. Stan Ternasky, der Held, dringt in mehrere Bunker ein -- aber was er darin erlebt und wie es jeweils weitergeht, ist immer überraschend und nie auch nur ansatzweise vorhersehbar. <p> Drittens, wir erwarten, dass diese fantastische, spannende Story in guter Sprache erzählt wird. Bezüglich <i>Lord Gamma</i> ist zu vermelden, dass der Autor die Sprache souverän beherrscht, ohne uns diese Tatsache in jedem Satz auf die Nase binden zu müssen. Es liest sich gut weg, und nur wenn man (so man es fertig bringt) innehält und sich alles genauer anguckt, stellt man fest, wie variantenreich und gekonnt hier erzählt wird, wie Duktus, Tempo und Farbe der Sprache changieren, sich dem, was da geschildert werden soll, so unauffällig-wirkungsvoll anpassen wie gute Filmmusik einem Film. <p> Viertens erwarten wir von einem hervorragenden SF-Roman, dass er uns zum Denken anregt. Bei <i>Lord Gamma</i> muss man eine ganze Menge denken, weil die Geschichte ein Fragezeichen aufs andere häuft und man nur noch wissen will, was um alles in der Welt hinter all dem stecken mag, und so kommt man mit hochtourig laufendem Denkapparat im letzten Teil des Buches an, nur um festzustellen, dass man immer noch mal verblüfft werden kann. Mir jedenfalls ging es so, dass ich am Schluss in jenem Zustand war, den gute SF hervorruft: Mit neuen, geradezu fremden Augen auf die Welt, das Universum und das eigene Leben blickend und nur noch staunend über alles und jedes. <i>--Andreas Eschbach</i> (<i>Das Jesus Video</i>) (Quelle:'Flexibler Einband')

eins der besten SciFi-Werke

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  • "Hallo, hier ist Radio Gamma!"

    Lord Gamma
    Libris

    Libris

    16. October 2015 um 21:25

    „Hallo, hier ist Radio Gamma!“   Mit diesem Satz beginnt einer der besten SciFi-Romane, der mir je untergekommen ist. Entdeckt habe ich diese Perle auf dem Flohmarkt und eigentlich nur mitgenommen, weil ich noch nicht so viele Bücher mit grünem Einband besaß. Der Klappentext klang für mich nämlich erstmal ziemlich abstrus: „Dies ist die abenteuerliche Geschichte von Stan Ternansky, der in einem Pontiac ohne Motor eine schnurgerade, ewig abwärts führende Straße entlangrollt, durch eine Landschaft, die sich alle 180 Kilometer wiederholt, auf der Suche nach Klonen seiner Frau…“ Soweit klingt das noch ganz simpel, doch hinter „Lord Gamma“ steckt noch wesentlich mehr. So wird Stan beispielsweise von einem mysteriösen Radiomoderator namens „Gamma“ angeleitet, der nicht nur das einzig empfangbare Programm zusammenstellt, moderiert und kommentiert (alles allein) sondern anscheinend auch über jedes für Radioempfang geeignetes Gerät Gespräche mithören und auch antworten kann. Stan geht er damit ganz schön auf die Nerven – doch er braucht die Unterstützung um seine Frau zu finden. Von der existiert alle 180 Kilometer ein Klon, in einem Bunker in dem immer dieselben Menschen sind, ebenfalls Klone. Die Gesellschaftsform und der Grundaufbau jedes Bunkers unterscheiden sich jedes Mal, ebenso wie der „Lord“, die höchste Macht dieser Welt. An jedem Klon muss Stan ein helmartiges Ding ausprobieren, an eine Art Anschlussstelle die jeder Klon im Nacken hat – ist es der falsche Klon passiert nichts, was bei dem richtigen passiert weis Stan nicht. Gamma behält einiges für sich. Damit er an den Klon rankommt, muss er ihn aus dem Bunker entführen, was nicht nur bei selbiger Überredungskunst fordert, sondern ihn auch ins Visier der Lords rückt. Schlimmer ist für ihn jedoch, dass er jeden falschen Klon erschießen muss. Zurück bringen kann er sie allein wegen der Erinnerung nicht, darf – laut Gamma – nicht riskieren, dass diese den Lord(s) in die Hände fallen. Das Erschießen ist dabei noch die humanste Art, denn kein Klon überlebt es die unsichtbare Grenze zwischen den Zonen zu überqueren. Die Handlung wird insgesamt rasch komplexer, ich spare mir eine weitere Erklärung und empfehle nur jedem, es selber zu lesen. Ehrlich gesagt, habe ich auch noch nicht jeden Aspekt des komplexen Ganzen erfasst, doch für mich macht das auch ein gutes Buch aus – dass man auch bei erneutem Lesen immer noch eine Kleinigkeit entdeckt. Mit den Charakteren kann man sich leicht anfreunden, sie sind durch das Drumherum gut dargestellt und haben ihren ganz eigenen Charme. Allzuviele gibt es auch nicht, es beschränkt sich weitest gehend auf Stan, seine Frau Prill und Gamma – der jedoch bleibt bis zuletzt undurchschaubar. Auch die Sprache ist leicht zu verstehen, einfache Sätze, nur die durchaus komplexe Hintergrundhandlung muss man erstmal durchschauen. Als leichte Lektüre würde ich es nicht bezeichnen, selbst wenn es sich locker runterliest muss man dem ganzen einen zweiten und dritten Blick gönnen eh man beginnt mehr zu verstehen als das offensichtliche. Für mich ist es ein definitiv gelungenes, in seiner Art einzigartiges Science Fiktion Werk, dass es durchaus wert ist gelesen zu werden. 5 Sterne.

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