Michael Moritz Apple: Die Geburt eines Kults

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Inhaltsangabe zu „Apple: Die Geburt eines Kults“ von Michael Moritz

Apple ist Kult. Unzählige Entwicklungen haben seit der Firmengründung im Jahre 1976 die Welt der Computer und unsere Alltagswelt revolutioniert. iPod, iPhone und iPad sind nicht mehr wegzudenken. Michael Moritz blickt in seinem Buch zurück auf die Anfänge dieser gigantischen Erfolgsgeschichte. Als Time-Redakteur bekam er Anfang der 80er-Jahre Einblicke ins Unternehmen, wie sie einem Außenstehenden nie zuvor und nie danach gewährt wurden. Moritz durfte an Meetings teilnehmen, die Entwicklung eines neuen Computers begleiten und Steve Jobs, Steve Wozniak und andere Protagonisten ausgiebig interviewen. Herausgekommen ist ein Klassiker der Wirtschaftsgeschichte. Das Buch ist um einen Prolog und einen Epilog ergänzt. Im Epilog skizziert Moritz das Geschehen bei Apple seit dem Erscheinen des Buches im Jahre 1984 und beleuchtet die neuesten Entwicklungen.
Lesen Sie, was wahrhaft erfolgreiche Unternehmen ausmacht und wie sie ihren Erfolg nicht nur konservieren, sondern richtig durchstarten.

Interessante Sichtweise auf ein Milliarden-Unternehmen. Leider nicht wissenschaftlich genug, um bedeutend zu sein

— kathaeiapopeia

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    Apple: Die Geburt eines Kults

    R_Manthey

    03. July 2015 um 10:56

    Als Steve Jobs 1997 Apple wieder übernahm, lag das Unternehmen am Boden. Es hatte - wie der Autor dieses Buches im Epilog schreibt - seinen kreativen Reiz und seine Führungsposition in der Technologiebranche verloren. Die Marketing-Abteilung wollte mit "Wir sind wieder da!" eine Anzeige starten, um auf den Führungswechsel hinzuweisen. Doch Jobs lehnte das ab und begann stattdessen eine Kampagne unter dem Titel "Think different". Nichts charakterisiert ihn besser als diese kleine Episode. In diesem Buch geht es um die die ersten fünf Jahre von Apple und um die Zeit davor. Offensichtlich hatte Michael Moritz einige Probleme mit Steve Jobs, der ihn aus dem Unternehmen warf und danach allen Apple-Mitarbeitern verbot, mit Moritz zu sprechen. Trotz aller ersichtlichen Mühe, sich an eine gewisse Neutralität zu halten, merkt man Moritz an, dass er Jobs und dessen scheinbar eigentümlichen Charakter nicht mochte und erst recht nicht verstand. Aber dieses Buch entstand Anfang der 1980er Jahre und betrachtet Jobs nur als Teil der Geschichte, denn es geht hier um Apple und nicht vorrangig um Jobs. Sehr ausführlich schildert Moritz die Zeit vor der Apple-Gründung. Er geht auf die Ausbildung und die Interessen der beiden Hauptgründer Jobs und Wozniak ein, beleuchtet ihre Elternhäuser und deren Lebenssituation. Würde man heute ein Buch über Apple schreiben, dann nähmen diese relativ belanglosen Kapitel sicherlich nicht einmal ein Zehntel ihres Umfanges in diesem Buch ein. Immerhin aber kann man aus diesem Text sehr gut die technologische Grundsituation der damaligen Zeit verstehen, die man sich im Angesicht der heutigen Lage kaum noch vorstellen kann. Apples Start war alles andere als geradlinig. Noch kurz nach der ursprünglichen Gründung überlegte Jobs, ob er nicht doch lieber nach Japan in ein Zen-Kloster gehen sollte. Mit Wozniak wurde selbst dann noch über ein Vollzeit-Engagement für Apple diskutiert, als bereits erhebliches Wagniskapital in das neugegründete Unternehmen geflossen war und sich die unternehmerische Struktur entscheidend verbessert hatte. Dies alles beschreibt Moritz sehr ausführlich. Ich möchte nicht verschweigen, dass ich mich an verschiedenen Stellen gefragt habe, ob man den Text nicht hätte erheblich straffen können. Dem Autor gelingt es sehr gut, die technologische und unternehmerische Entwicklung von Apple in der betreffenden Zeit darzustellen. Leider fehlt aber eine ernstzunehmende Einordnung in den Gesamtmarkt der Computertechnologie der damaligen Zeit. Das hätte den Text noch verständlicher gemacht. Natürlich wusste der Autor damals weder etwas über Jobs Krankheit, noch über Jobs zukünftiges Schicksal. Auch der Epilog dieses Buches wurde vor Jobs Tod geschrieben. Deshalb hat man mit diesem Buch die Gelegenheit, ziemlich unverklärt die Meinung des Autors über die Legende Jobs zu lesen, als diese davon noch weit entfernt war. Und dabei kommt Jobs keineswegs gut weg. Für die meisten Menschen, die damals mit ihm zu tun hatten, war er ein merkwürdiger Außenseiter, den man nicht verstand, aber irgendwie ertragen musste. Die Kommentare in diesem Buch sind deshalb gelegentlich recht krass und zeugen von wenig Verständnis für diesen außergewöhnlichen Menschen. Dem Autor ist damals offensichtlich nicht aufgegangen, dass Jobs eigenartiges Benehmen und seine weit ab vom Mittel liegende Weltsicht der fruchtbare Boden waren, auf dem seine Genialität wuchs. Insofern ist dieser Text ganz nebenbei und unabsichtlich ein gutes Beispiel dafür, wie man kreative Eigenbrödler sieht, solange sie nicht den Beweis einer überragenden Fähigkeit erbracht haben, für den sie dann hinterher zur Legende erklärt werden. Fazit. Ein aus heutiger Sicht sehr interessanter Text, der noch unverklärt, aber gelegentlich etwas langatmig die Apple-Story erzählt. Auch wenn es in ihm nicht vorrangig um Steve Jobs geht, so ist natürlich seine Rolle besonders interessant. Mit diesem Buch hat man die Gelegenheit, eine Sicht auf Jobs kennenzulernen, die noch nicht durch seine späteren Leistungen verändert wurde.

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