Michael Mueller

 4,3 Sterne bei 15 Bewertungen
Autor von Belfast Blues, Der Fall Barschel und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Michael Mueller

Michael Mueller, geboren 1965, arbeitet seit 1987 als freier Journalist für TV- und Printmedien und als Buchautor in Köln. Neben zahlreichen TV-Dokumentationen zu zeitgeschichtlichen Themen veröffentlichte er unter anderem das Buch Gegen Freund und Feind – Der BND mit Peter F. Müller.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Michael Mueller

Cover des Buches Chicago am Rhein (ISBN: 9783462038309)

Chicago am Rhein

 (3)
Erschienen am 15.09.2011
Cover des Buches Der Fall Barschel (ISBN: 9783549073254)

Der Fall Barschel

 (2)
Erschienen am 01.09.2007
Cover des Buches Die Elefantenmacher (ISBN: 9783821865232)

Die Elefantenmacher

 (1)
Erschienen am 26.08.2010
Cover des Buches Canaris (ISBN: 9783548607665)

Canaris

 (1)
Erschienen am 12.10.2007
Cover des Buches Klaus Barbie. Begegnung mit dem Bösen (ISBN: 9783862316663)

Klaus Barbie. Begegnung mit dem Bösen

 (4)
Erschienen am 19.02.2016
Cover des Buches Hal Leonard Guitar Method Rock Guitar (ISBN: 0634047728)

Hal Leonard Guitar Method Rock Guitar

 (1)
Erschienen am 01.05.2002

Neue Rezensionen zu Michael Mueller

Cover des Buches Klaus Barbie. Begegnung mit dem Bösen (ISBN: 9783862316663)pardens avatar

Rezension zu "Klaus Barbie. Begegnung mit dem Bösen" von Leonhard Koppelmann

Die zwei Leben des Massenmörders...
pardenvor 2 Jahren

DIE ZWEI LEBEN DES MASSENMÖRDERS...

Investigative Recherche, die enthüllt, Geschichtsjournalismus, der den Schrecken der Vergangenheit in die Gegenwart holt: Der Journalist Peter F. Müller hat sich auf die Spuren des brutalen Nazi-Schergen und umtriebigen Nachkriegskarrieristen Klaus Barbie begeben, der als »Schlächter von Lyon« in die Geschichtsbücher einging. In bisher unveröffentlichten O-Ton-Aufnahmen plaudert der Massenmörder unbeschwert über seine Gräueltaten und seine erstaunliche Karriere nach der NS-Zeit. Auf faszinierende und beklemmende Weise gibt das Doku-Drama Auskunft über eines der dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte.

Klaus Barbie war mir auch vor dieser Dokumentation ein Begriff. Natürlich. Der 'Schlächter von Lyon', einer der meistgesuchten NS-Kriegsverbrecher, der, wie so viele andere auch, über die Rattenlinie nach Südamerika entkam. Punkt. Tatsächlich endete mein Wissen da.

Nun, nach Anhören der Dokumentation, ist mir deutlich, dass sich ein Mensch kaum ändert, nur weil er sich plötzlich einer komplett veränderten Realität gegenübersieht. Der Mensch Klaus Barbie nach der Flucht bleibt machtbesessen, skrupellos, uneinsichtig. Und weil es Geheimdiensten, Landesregierungen, Politikern und einflussreichen Geschäftsleuten gut in den Kram passte, erhielt Barbie auch stets die notwendige Protektion.

Der US-amerikanische CIC beispielsweise - der Vorläufer des CSI - nutzte Barbies Wissen und seine Verbindungen nur zu gern, und als es für ihn in Deutschland tatsächlich zu heikel wurde und Frankreich auf seiner Inhaftierung und Auslieferung bestand aufgrund der von ihm verübten unfassbaren Kriegsverbrechen, sorgte eben dieser CIC mit Unterstützung des Vatikan dafür, dass Barbie nach Südamerika entkam.

Über Peru ging es nach Bolivien, wo er die Militärs in dem von ihm perfektionierten Waterboarding und anderen Foltermethoden unterrichtete, lebhafte Verbindungen zum BND unterhielt, v.a. in Angelegenheiten von Waffenlieferungen, und maßgeblich an der Verfolgung und Ermordung des Rebellenführers Che Guevara beteiligt war.


"Alles nur, weil man SS-Mann war."


Obwohl Barbie, der ab 1951 unter dem Namen Klaus Altmann in Bolivien lebte, bereits Anfang der 70er Jahre enttarnt wurde, wurde er erst nach einem Regierungswechsel in Bolivien 1983 festgenommen. Helmut Kohl verhinderte eine Auslieferung an Deutschland, um so kurz vor den Wahlen die Schulddebatte von Kriegsverbrechern nicht wieder aufkommen zu lassen. Stattdessen beantragte schließlich Frankreich die Auslieferung Barbies, wo er vor Gericht gestellt und 1987 schließlich zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. 1991 starb er mit fast 78 Jahren im Gefängnis von Lyon.

Diese Dokumentation ist sehr lebendig und authentisch gestaltet, wobei Auszüge aus den Memoiren Klaus Barbies zitiert werden, die er im Gefängnis von Lyon schrieb (allerdings unter Auslassung diverser 'Details' aus seinem Leben in Bolivien, z.B. hinsichtlich seiner hervorragenden Kontakte zu und Geschäften mit den Drogenbaronen). Originalton-Aufnahmen von Klaus Barbie fließen hier ebenso ein wie die Versuche einzelner engagierter Personen, diesen Kriegsverbrecher endlich dingfest zu machen. Den Behauptungen und Bewertungen Klaus Barbies werden in nüchternem Ton die objektiven Tatsachen gegenübergestellt, die zu seinen persönlichen Ansichten nur zu oft eklatant im Widerspruch stehen.

Ein Unbelehrbarer also? Ganz bestimmt. Fast noch erschreckender allerdings finde ich das Netz aus Politik, Geldmacht und Geheimdiensten, die solchem Verhalten noch den Boden bereiten und dies auch noch honorieren. Und es wäre wohl blauäugig anzunehmen, dass dies heutzutage anders ist. Der ein oder andere bekannte Staatspräsident mag hierfür als Beweis genügen... Dies aber nur mal so am Rande.

Alles in allem jedenfalls eine empfehlenswerte Dokumentation!


© Parden

Kommentare: 7
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Cover des Buches Klaus Barbie. Begegnung mit dem Bösen (ISBN: 9783862316663)Pongokaters avatar

Rezension zu "Klaus Barbie. Begegnung mit dem Bösen" von Leonhard Koppelmann

Die Mörder waren mitten unter uns
Pongokatervor 4 Jahren

Die allermeisten Mörder sind nicht mehr unter uns. Aber erst jetzt werden die allerletzten überlebenden Mörder aus dem Kreis der NS-Täter als Mörder bestraft. Wie sehr die USA, der Vatikan und die Adenauer-Regierung in den Schutz mancher Mörder verstrickt waren, zeigt diese Hördokumentation über den Schlächter von Lyon, Klaus Barbie. Barbie hört man hier im Original und nachgesprochen sowie umrahmt von Kommentaren. Mit großer Sensibilität zeigen die Macher der Doku die Abgründe eines Unverbesserlichen.

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Cover des Buches Belfast Blues (ISBN: 9783871343803)Kerstin_KeJasBlogs avatar

Rezension zu "Belfast Blues" von Michael Mueller

Belfast Childs
Kerstin_KeJasBlogvor 6 Jahren

Der Nordirlandkonflikt, mehr als Katholiken gegen Protestanten, IRA, Bombenanschläge und Straßenkämpfe.

Kurz zur Story:
Belfast 1999, der englische Premierminister fällt einem Attentat zum Opfer.
Die kurz vor Abschluß stehenden Friedensverhandlungen drohen zu scheitern. Der aus Belfast stammende Jonathan Cline soll Licht ins Dunkel bringen, denn keiner will es gewesen sein. Vor Ort trifft er seine Kindheits - und Jugendfreunde wieder - Raymon, Sean und Katie. Damals hatten sie sich geschworen gegen die Missstände dieses Bürgerkrieges zu kämpfen, aber wer ist heute auf welcher Seite?


Der Autor Michael Müller hat mir mit dem Buch "Belfast Blues" einen tiefen Einblick in die Skrupellosigkeit und Kaltschnäuzigkeit von Politik und Geheimdienst gegeben.

Die Protagonisten um Jonathan, deren Erlebnisse als Kinder zu Zeiten des gerade aufkommenden und lange währenden Krieges haben etwas Verständnis meinerseits zu gewissen Handlungen verursacht.

Die täglichen Grausamkeiten auch oder gerade den Kindern und Jugendlichen  gegenüber fand ich zwar recht emotionslos wiedergegeben, aber waren es doch genau diese Geschichten die geprägt haben.

Jonathan Cline kam mir als Sonderermittler und Mitarbeiter des britischen Sicherheitsstabs als nicht wirklich dafür geeignet rüber. In so einer Position wird eher deligiert anstatt selbst ausgeführt. Seine Rolle als Romantiker dagegen hat er voll ausgeschöpft.

Gerettet hat das Buch aber Raymond, trotz seiner Gewalttaten, seiner Zugehörigkeit und der Tatsache das er über Leichen geht.
 Sowie Sean, der verkrüppelte Junge, der als Jugendlicher erkennt wo er hingehören will und bitter dafür bezahlt. Seine Leiden und Schmerzen während der Internierung in dem zu trauriger Berühmtheit gelangtem Foltergefängnis Long Kesh, ließen ihn auch nach der Freilassung nicht los. Dieses wurde sehr eindrucksvoll beschrieben.

Ein gut dargestelltes Politikum mit vielen Mc's und O's, Blicken hinter die Kulissen von Staat und Gesellschaft und wer wirklich die Fäden zieht.

"The Streets are empty - Life goes on....", leider für viele nicht mehr.

Gerne vergebe ich 4 von 5 Sternen. 
c ) K.B 06 / 2016

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