Michael Obert Karma Highway (DuMont True Tales)

(2)

Lovelybooks Bewertung

  • 1 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 2 Rezensionen
(1)
(1)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Karma Highway (DuMont True Tales)“ von Michael Obert

Eine 2000 Kilometer lange Reise mit dem Lastwagen von Kalkutta nach Mumbai, mitten hinein in ein Universum, in dem Karma wichtiger ist als intakte Bremsen und Millimeter über Leben und Tod entscheiden. Kann man Indien verstehen? Michael Obert ist bereit, alles dafür zu riskieren.

Eindrucksvoll!

— LillySj
LillySj
  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • ‚Sitaram bremst nicht gern. Bremsbelege sind teuer. Er bevorzugt Hupe und Gaspedal.‘

    Karma Highway (DuMont True Tales)
    sabatayn76

    sabatayn76

    26. May 2017 um 20:10

    Michael Obert ist in Indien unterwegs und weiß: ‚Wer das Wesen einer Nation ergründen wolle, [...] brauche sich nur anzusehen, wie sich die Leute im Straßenverkehr verhielten‘. Und so macht er sich auf die Suche nach einem LKW-Fahrer, der ihn mit auf die Reise vom Osten in den Westen des Subkontinents nimmt. Er findet diesen in Sitaram Roy, mit dem er die 2000 Kilometer zwischen Kalkutta und Mumbai in einem Lastwagen und bei durchschnittlich 10 km/h bezwingt. Unterwegs beginnt er, Indien, seine Bewohner und deren Beweggründe besser zu verstehen, und er erzählt dem Leser nicht nur von seiner Reise, den Stationen seiner Subkontinentdurchquerung, den unterwegs getroffenen Menschen, sondern vermittelt zudem Informationen über Unfalltote, Kastenwesen, Religion, Armut, Prostitution und Gewalt. All dies gelingt Obert auf weniger als 70 Seiten, die zudem Fotografien enthalten. Selbstverständlich könnte man meinen, dass das Buch damit zu knapp und der Preis zu hoch sei, aber ich finde es eher bemerkenswert, mit wie wenig Platz Obert ausgekommen ist, um eine stimmungsvolle Geschichte mit zahlreichen Fakten und szenischen Elementen zu erzählen. Zwar kann man das Buch in weniger als einer Stunde auslesen, aber nach der Lektüre bleibt etwas zurück, an dem man sich noch lange nähren kann. Von Obert habe ich bereits ‚Regenzauber‘ und ‚Die Ränder der Welt‘ gelesen und kann diese Bücher jedem Leser, der sich für besondere Reisen und ausgezeichnete Reiseberichte interessiert, nur ans Herz legen. Für einen Einstieg ist ‚Karma Highway‘ perfekt geeignet und macht Lust auf die anderen Bücher des Autors.

    Mehr
  • Bewegender Eindruck in eine völlige fremde Kultur.

    Karma Highway (DuMont True Tales)
    LillySj

    LillySj

    20. May 2017 um 13:17

    Inhalt: Der Reisereporter Michael Obert will Indien verstehen, in dem er auf einer Fernstraße von Ost nach West reist und bei einem Trucker mitfährt. In einem Land, auf dessen Straßen alle 5 Minuten ein Mensch stirbt. Wo nur die Stärksten auf der Straße überleben. Ein 24 jähriger Truckerfahrer nimmt ihn von Kalkutta bis Munbai mit. Dem Fahrer sein Truckersitz, ist ein Campingstuhl, der auf dem Boden fest geschweißt ist. Die Mitfahrer haben nur ein Brett zum Sitzen. „Nie zuvor habe ich so viel über den Tod nachgedacht, wie in dieser ersten Nacht.“ Die Inder halten die Truckerfahrer als Verbrecher, die HIV übertragen, „wie die Mücken Moskito“. Doch Sitaram, der Fahrer, hat nicht viel zu verlieren. Aus der Gegend, aus der er kommt, werden eh alle wie Aussätzige behandelt. Sein Monatsgehalt ist so gering, dass er „mit korrupten Beamten um jede Rupie feilscht, weniger isst und lieber ohne Licht und ohne [intakte] Bremsen fährt, als den Truck auf eigene Kosten reparieren zu lassen.“ Meine Meinung: Ich war mir erst sehr unsicher, da ich finde, dass es etwas reißerisch aufgemacht ist und anfängt. Der Untertitel schon: „Eine Höllenfahrt in die Seele Indiens.“ Doch nach wenigen Seiten ändert sich das und man ist schnell in der Geschichte drinnen. Staunt nur, wie anders doch dort alles ist. Wie man scheinbar auch Leben kann – muss. Dinge, die für uns ganz unvorstellbar wären. Weniger gefallen hat mir, dass er manches am Anfang nicht erklärt hat. Z.B. warum Sitaram ohne Licht fährt. Im Laufe des Buches verändert sich das zum Positiven. Schade ist auch, dass das Buch eigentlich ein Büchelchen ist (Din A 6 Format). Ich hätte das Ganze wirklich gerne viel ausführlicher gelesen. Doch alles in allem: Ein bewegender Eindruck in eine völlig fremde Kultur, in völlig andere Lebensarten. Diesen Leseeindruck kann ich nur empfehlen.

    Mehr