Michael Ondaatje

 3.7 Sterne bei 425 Bewertungen
Autor von Der englische Patient, Katzentisch und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Michael Ondaatje

Der Dichter, der unvergessliche Romanhelden erschafft: Der kanadische Dichter und Schriftsteller Michael Ondaatje wurde 1943 in Sri Lanka als Sohn holländisch-tamilisch-singhalesischstämmiger Eltern geboren. Nach der Schulausbildung in England zog er 1962 ins kanadische Toronto, wo er zunächst studierte und später an verschiedenen Universitäten lehrte. Ondaatje lebt noch heute dort. Der literarische Durchbruch gelang Ondaatje, der ursprünglich als Dichter tätig war, mit seinem Roman „The English Patient“ (1992; dt.: „Der englische Patient“, 1993). Für die ebenso dramatische wie berührende Liebesgeschichte im Setting des 2. Weltkriegs, erhielt er den renommierten Booker Prize. Die spätere Verfilmung mit internationaler Starbesetzung wurde mit zahlreichen Oscars prämiert. Typisch für Ondaatjes Erzählstil ist ein ständiger Wechsel von Erzählzeit und Erzählperspektive. Wie Schnappschüsse fügt er die einzelnen, miteinander verbundenen Szenen aneinander und erforscht sie mit sprachlicher Genauigkeit. Seine Erzählweise ist stark von seiner lyrischen Herkunft und einer bild- und an Metaphern reichen Sprache geprägt. Michael Ondaatje wurde für seine Romane und Gedichte immer wieder ausgezeichnet. 1988 erhielt er den Order of Canada, die höchste kanadische Ehrung. Sogar ein Asteroid wurde 2006 nach ihm benannt.

Alle Bücher von Michael Ondaatje

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Der englische Patient

Der englische Patient

 (217)
Erschienen am 01.07.2007
Katzentisch

Katzentisch

 (55)
Erschienen am 01.01.2014
Anils Geist

Anils Geist

 (20)
Erschienen am 01.11.2001
Es liegt in der Familie

Es liegt in der Familie

 (8)
Erschienen am 01.09.1997
In der Haut eines Löwen

In der Haut eines Löwen

 (7)
Erschienen am 01.10.1993
Die gesammelten Werke von Billy the Kid

Die gesammelten Werke von Billy the Kid

 (6)
Erschienen am 01.08.1999
Kriegslicht

Kriegslicht

 (6)
Erschienen am 11.08.2018
Buddy Boldens Blues

Buddy Boldens Blues

 (6)
Erschienen am 01.04.1997

Neue Rezensionen zu Michael Ondaatje

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PagesofPaddys avatar

Rezension zu "Kriegslicht" von Michael Ondaatje

Schwieriges Buch
PagesofPaddyvor 8 Tagen

Bekannt wurde Ondaatje hauptsächlich durch„Der englische Patient“. Einer der wenigen Liebesfilme die ich - aufgrund seiner Komplexität - wirklich schätze. „Kriegslicht“ spielt zwar nicht während des zweiten Weltkriegs aber ist zeitlich zumindest nah dran. Ein schwieriges Buch. Das gebe ich zu. Anspruchsvoll geschrieben, sehr schön geschrieben aber eben auch anspruchsvoll. Es fällt mir ungemein schwer etwas über das Buch zu schreiben. Es war, beim lesen, immer ein auf und ab. Mal war ich gefesselt von der Sprache und dem Sog den die Geschichte ausstrahlt, mal war ich verwirrt und gelangweilt, teils sogar überfordert. Die Geschichte lässt sich, finde ich zumindest, nicht so einfach weg lesen. Man muss schon genau lesen. Und dann und wann hilft sogar das nichts. Dafür ist die Thematik und der Stil etwas zu sperrig. Trotzdem ist das Buch gut. Warum? Naja, weil es Ondaatje eben schafft eine Geschichte zu erzählen, die sehr facettenreich ist. Die Figuren wollen entdeckt werden, entwickeln sich erst innerhalb des Romans oder bleiben im verborgenen. Es ist interessant zu lesen aber definitiv nicht für jeden.

 

FAZIT 

Ein sonderbares Leseerlebnis. Mal ein Genuss, mal ein Graus. Und irgendwo dazwischen ein gutes, wenn auch schwieriges, anspruchsvolles Buch.

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Dajobamas avatar

Rezension zu "Kriegslicht" von Michael Ondaatje

Die Auswirkungen des Krieges
Dajobamavor einem Monat

Michael Ondaatje - Kriegslicht

 

Nachdem ich erst vor etwa einem Jahr „Der englische Patient“ gelesen habe, welcher mir hervorragend gefallen hat, war dieser neue Roman von Ondaatje für mich ein absolutes Muss. Unerwarteter Weise hab ich mich mit diesem Werk relativ schwer getan. Ich glaube fest, dass dies ein sehr gutes Buch ist, einige Passagen haben mir auch sehr gefallen. Trotzdem konnte mich die Geschichte im Ganzen einfach nicht wirklich und vor allem nicht über einen längeren Zeitraum fesseln. Vermutlich kam es für mich einfach nicht zur richtigen Zeit, um mich vollständig darauf einlassen zu können. Sehr schade, denn die Erwartungen waren hoch.

 

Konkret geht es um die Geschwister Nathaniel und Rachel, die kurz nach dem Krieg von ihren Eltern in London zurückgelassen werden. In der Obhut eines geheimnisvollen Mannes, Falter genannt. Jahre später kommt die Mutter zurück, ohne den Vater und ohne eine befriedigende Erklärung. Für ihre Kinder bleibt sie fortan eine Fremde.

Viele Jahre später, nach dem Tod der Mutter, beginnt Nathaniel nachzuforschen, was damals wirklich geschehen ist und welche Rolle sie damals im Kalten Krieg einnahm.

 

Die Geschichte ist zweigeteilt. Während der erste Teil die Gefühlswelt und das Unverständnis der zurückgebliebenen Kinder behandelt, geht es im weiteren Verlauf um die Nachforschungen des erwachsenen Nathaniel, der Stück für Stück die Geschichte seiner Mutter aufdeckt, deren selbstloses Handeln von Liebe und Krieg geprägt war, die dadurch dennoch ihre Familie zerstört hat, und das Leben ihrer Kinder bis weit ins Erwachsenenleben hinein beeinflusst hat. Beinahe erscheint es dem Leser wie eine Flucht, die sie ihren Kindern unwiderruflich entfremdet.

 

"Man kehrt zu dieser früheren Zeit zurück, ausgerüstet mit der Gegenwart,  und einerlei, wie dunkel diese Welt war, will man sie doch erhellen. Das eigene erwachsene Selbst nimmt man mit. Man erlebt das Vergangene nicht von neuem, sondern ist erneut Beobachter." Seite 133

 

Auch wenn der Roman durchaus vielversprechend beginnt, verliert er sich doch immer wieder in Nebensächlichkeiten und Abschweifungen. So erfordert er sehr viel Geduld. Besonders gegen Ende der ersten Hälfte hatte das Buch für mich eine lange Durststrecke. 

Auch wenn diese Geschichte toll geschrieben ist, erreicht sie jedoch bei Weitem nicht die Sogwirkung des „englischen Patienten“. 

Mich hätte dieser Roman beinahe auf der halben Strecke verloren. Dennoch werde ich das Gefühl nicht los, ihn trotz aller Bemühungen letztendlich nicht komplett verstanden, durchdrungen zu haben.

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anushkas avatar

Rezension zu "Kriegslicht (2 MP3-CDs)" von Michael Ondaatje

Anspruchsvolle, tolle Geschichte, die Konzentration beim Hören erfordert
anushkavor einem Monat

England, 1945: Kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs packen Nathaniels Eltern ihre Koffer und lassen den 14-Jährigen und seine zwei Jahre ältere Schwester Rachel in der Obhut eines fremden Mannes zurück. Aus beruflichen Gründen gehen die Eltern für ein Jahr nach Singapur. Doch als Nathaniel und Rachel im Keller den Koffer der Mutter finden ist klar, dass die Eltern nicht in Singapur sind. Doch die Kinder fühlen sich wohl in ihrer zwielichtigen und unkonventionellen Ersatzfamilie, deren Aktivitäten sie auf die Spur kommen wollen. Denn zusätzlich zu dem Mann, den sie den Falter nennen, kommen noch verschiedene andere Figuren, und alle mit undurchsichtigen Geschäften. Doch dann kehrt die Mutter plötzlich zurück und die Ereignisse überschlagen sich. Als Erwachsener versucht Nathaniel die Geheimnise seiner Mutter und seiner Ersatzfamilie aufzudecken ...

Von Ondaatje habe ich bisher nichts gelesen, sodass ich keine Vergleiche zu früheren Büchern ziehen kann. Für mich ist "Kriegslicht" ein sehr gelungener Roman mit vielen interessanten Aspekten, dem es aber auch nicht an Spannung und Tragik mangelt. Es geht um Menschen, die während des Zweiten Weltkriegs und auch noch danach an verschiedenen Missionen beteiligt waren. Dabei bleibt lange unklar, ob es sich um eher eigennützige Aktionen wie Schmuggel handelt oder für Aktionen im Dienste des Vaterlands. Obwohl es viel Bedrohliches gibt und man die Kinder eigentlich nur ob ihrer lieblosen Jugend bemitleiden möchte, entwickelt die Geschichte eine gewisse Magie, wenn man Nathaniels Beschreibungen der einzelnen Figuren lauscht und den Geschichten, die er sich zu diesem zusammenreimt. Natürlich ist aber Nathaniels Jugend kein reines Abenteuer. Stattdessen fühlt man sehr nach, wie er selbst noch als Erwachsener versucht, seine Identität und die Beweggründe seiner Eltern zusammenzustückeln. Vieles bleibt am Ende auch der eigenen Interpretation überlassen.

Als Hörbuch musste ich mich in die Geschichte erst hineinfinden und es war vor allem am Anfang nicht immer leicht zu folgen. Gerade weil viele Dinge erst nach und nach Sinn ergeben, muss man doch sehr aufmerksam sein um verschiedene Hinweise und Andeutungen mitzubekommen. Dementsprechend ist "Kriegslicht" ein Hörbuch, das ich sicherlich nochmal hören oder vielleicht besser auch nochmal lesen werde um vollends alle Anspielungen, Anzeichen und Entwicklungen mitzubekommen. Am Sprecher Frank Stieren lag es jedoch nicht, dass ich nicht immer alle Details mitbekommen habe, denn die Betonung war passend, die Stimme war angenehm und hat meiner Meinung nach der Geschichte sogar noch eine eigene Wärme und Atmosphäre gegeben. Nathaniel wurde meiner Meinung nach durch den Sprecher noch glaubwürdiger.

"Kriegslicht" ist eine faszinierende Geschichte, die als Hörbuch toll umgesetzt war. Der eine Stern Abzug richtet sich eigentlich gar nicht gegen die Hörbuchumsetzung, sondern bezieht sich eher auf die Tatsache, dass "Kriegslicht" vielleicht doch eher ein Buch ist, das man lesen sollte, da es viel Aufmerksamkeit erfordert und es hier oft auf die Details ankommt.

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Gespräche aus der Community

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Audiobuch_Verlags avatar
Jetzt auch als Hörbuch: Michael Ondaatjes „Kriegslicht“

Schmuggler, Schwindler und Spione

Ein neues Meisterwerk vom Autor von „Der englische Patient“

Michael Ondaatje wurde unlängst mit dem Golden Man Booker Preis ausgezeichnet und damit in den literarischen Olymp erhoben. Dass er dort zurecht steht, beweist er mit „Kriegslicht“ einem faszinierenden und gewohnt fantasievollen Roman, dem ersten nach mehrjähriger Pause. Im AUDIOBUCH Verlag ist die ungekürzte Lesung des Werkes erschienen.

Die beiden halbwüchsigen Geschwister Nathaniel und Rachel werden kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs von ihren Eltern in die Obhut von Bekannten der Familie gegeben. Mutter und Vater verschwinden kurz darauf, ohne den beiden zu sagen, wohin und warum oder wann sie zurückkehren werden. In der Obhut der mysteriösen Gestalten „der Falter“ und „der Boxer“, wie sich die Freunde der Eltern nennen, machen die Jugendlichen die Bekanntschaft einiger zwielichtigen Personen. Unter anderem haben diese mit Wetten und Schmuggel zu tun. Eine halbseidene Schattenwelt eröffnet sich ihnen. Dennoch gibt die seltsame Ersatzfamilie den beiden Halt und Obhut. Das Verschwinden seiner Eltern jedoch nagt die ganze Zeit über an Nathaniel. So beginnt er nachzuforschen und findet Erstaunliches heraus. Seine Mutter hatte – genauso wie der Falter, der Boxer und andere – während des Krieges für den britischen Geheimdienst gearbeitet. Nach und nach lüften sich weitere Geheimnisse.

Frank Stieren leiht den liebevoll gezeichneten Figuren des Romans seine angenehme, warmherzige Stimme. Mit ihm taucht man gerne ein in die fremde „Nebenwelt“ und verfolgt gebannt diese meisterhaft geschriebene Geschichte.


Hörrunde: Mit Michael Ondaatjes „Kriegslicht“ und euch möchten wir zusammen in die geheimnisvolle Untergrundszene Londons nach dem Zweiten Weltkrieg eintauchen. Dafür stellen wir euch 20 Hörbuchexemplare zur Verfügung. Wenn ihr mitmachen wollt, beantwortet uns doch diese Frage:

Was fasziniert euch an Michael Ondaatjes Romanen?


Wir freuen uns, mit euch dieses großartige Hörbuch in dieser Hörrunde erleben und besprechen zu können. Auf eure Eindrücke, Meinungen und Rezensionen sind wir schon ganz gespannt. Bis dahin wünschen wir allen viel Erfolg!
Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Michael Ondaatje wurde am 11. September 1943 in Sri Lanka geboren.

Michael Ondaatje im Netz:

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in 703 Bibliotheken

auf 46 Wunschlisten

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