Der englische Patient

von Michael Ondaatje 
3,5 Sterne bei214 Bewertungen
Der englische Patient
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (119):
Hellena92s avatar

Der Autor nimmt den Leser durch seine fließende Wortwahl mit auf eine aufschlussreiche Reise!

Kritisch (38):
Jana_Stolbergs avatar

Ein Roman, dessen Sinn sich mir erst spät erschloss. Schöne Sprache. Unverständlicher Aufbau. Dadurch leider nur sehr mäßiges Lesevergnügen.

Alle 214 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Der englische Patient"

»Geschichten von Menschen, die vom Krieg und von der Liebe heimgesucht werden. Ein großartiges Werk von unwiderstehlicher Faszination.« Don DeLillo

Der englische Patient erhielt 1992 den Booker Prize und wurde 1996 durch die kongeniale Verfilmung Anthony Minghellas weltberühmt: In einer zerbombten Villa in der Nähe von Florenz treffen gegen Ende des Zweiten Weltkrieges vier Menschen aufeinander: Caravaggio, einst ein Dieb, der für die Alliierten spioniert hat, Kip, ein junger Sikh, Spezialist für das Entschärfen von Bomben, Hana, eine kanadische Krankenschwester – und der englische Patient Almásy, ein Flieger, der über der nordafrikanischen Wüste abgeschossen wurde.
Schwerverwundet wird er zum Mittelpunkt eines komplizierten Beziehungsgeflechts, in dem sich Gegenwart und Vergangenheit, geheime Innenwelten und äußerer Ausnahmezustand miteinander verschränken.
Die Zeit scheint in Michael Ondaatjes Roman aufgehoben, und doch erzählt er vom Ende der alten und dem Entstehen einer neuen Welt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783423191128
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:384 Seiten
Verlag:dtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum:01.07.2007
Das aktuelle Hörbuch ist am 18.01.2006 bei tacheles! erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    littleowls avatar
    littleowlvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Manchmal etwas anstrengender, aber lohnender Klassiker!
    Der englische Patient

    Meine Meinung

    Ich habe den Film zu diesem Roman bisher noch nicht gesehen, habe aber auf jeden Fall vor, das noch nachzuholen. Besonders, da nicht wenige Rezensenten meinen, dass der Film in diesem Fall tatsächlich besser ist als das Buch.

    Schon nach den ersten Sätzen war mir klar, warum die Meinungen zu diesem Klassiker sehr geteilt sind. Michael Ondaatje hat einen außergewöhnlichen Schreibstil, der sicher nicht jedermanns Sache ist. Der Autor hat eine starke Vorliebe für sprachliche Bilder und Vergleiche, teilweise sind Dinge so blumig und verworren ausgedrückt, dass man eine Passage wirklich zweimal lesen muss, um zu verstehen, was gemeint ist. Grundsätzlich liegen ja „poetisch“ und „Geschwafel“ manchmal nahe beieinander, aber hier hat mir der ruhige Erzählfluss, der durch die komplexe Sprache entsteht, gut gefallen. Ich denke, man muss sich in diesem Roman einfach hineinfallen lassen und zulassen, dass vor dem inneren Auge die Bilder, die Ondaatje heraufbeschwört, lebendig werden. In den Szenen, in denen es um die Erlebnisse der Figuren während des zweiten Weltkriegs geht, kann ihr Leid außerdem wohl nur über Umwege und durch Metaphern ansatzweise erfahrbar gemacht werden. „Der englische Patient“ ist wahrscheinlich eins dieser Bücher, für das man einfach in der richtigen Stimmung sein muss. Vor allem gegen Ende musste ich mich auch manchmal weiterkämpfen, insgesamt hat sich die Lektüre aber gelohnt

    Ich würde niemandem dazu raten, dieses Buch als Liebesgeschichte zu lesen, obwohl wenn der Film – sofern ich den Trailer richtig interpretiert habe – den Fokus darauf legt. In Rückblicken wird zwar von der tragischen Liebe des englischen Patienten zu einer verheirateten Frau erzählt, das ist aber wirklich nur ein Aspekt des Romans. Wen und wie die vier Figuren, die in der Villa San Girolamo versammelt sind, lieben, ist eher symptomatisch für die seelischen Verletzungen, die sie im Krieg davongetragen haben. Ich würde „Der englische Patient“ definitiv als ein Werk über den zweiten Weltkrieg und seine Nachwirkungen betrachten und nicht als Romanze. Was Caravaggio und der geheimnisvolle Patient während der Kriegsjahre gemacht haben, kann ich hier nicht verraten, ohne zu spoilern, aber so viel sei gesagt: Hana ist an ihrer Tätigkeit als Krankenschwester beinahe (?) zerbrochen und Kip hat als Bombenentschärfer ebenfalls Furchtbares miterlebt. Die eindrücklichen Schilderungen ihrer Erlebnisse und das tragische Schicksal des Fremden haben mich berührt und mitgenommen.

    Die Figuren sind alle faszinierend und gut ausgearbeitet, aber ein bisschen Distanz zu ihnen ist doch immer geblieben. Obwohl wir sie während unzähliger schlimmer, nervenaufreibender und prägender Momente begleiten, können wir sie als Leser doch nie ganz verstehen. Ich glaube, dass mir der Roman noch mehr nahegegangen wäre, wenn ich eine engere Beziehung zu Hana, Kip, Caravaggio und dem englischen Patienten aufgebaut hätte – aber vielleicht wäre es dann fast nicht mehr erträglich gewesen, über ihr Schicksal zu lesen?

    Fazit

    Kein einfacher, aber ein lohnender Klassiker! Man muss in der richtigen Stimmung sein, um sich auf Michael Ondaatjes Schreibstil einzulassen, dann trifft der Roman mitten ins Herz.

    Kommentare: 1
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    P
    Potiomkin2345vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Wenn das lesen zur Tortur wird
    Was soll ich sagen ? Eine Qual

    Ich habe ziemlich viele Bücher gelesen . das ist top 3 der schlechtesten. Warum ? Lies nur ein paar seiten, egal welche, und entscheide selber. Arme Bäume.

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    tinations avatar
    tinationvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Buch, wo absolut nix passiert.
    Ein Flop!

    Das Buch: Ende des zweiten Weltkrieges in einer verlassenen Villa in Italien. Dort lebt Hana, eine Krankenschwester, und pflegt einen unbekannten Soldaten. Dieser ist schwer verbrannt, soll angeblich Engländer sein und ist bettlägerig. Zusammen mit den Neuankömmlingen in der Villa, Caravaggio, ein alter Freund Hanas Vaters und Spion, und Kip, ein junger Bombenentschärfer, versucht Hana hinter die Geheimnisse des englischen Patienten zu kommen.

     

    Fazit: Nun ja. Ondaatje hat einen sehr eigenwilligen Schreibstil, der aber auch interessant ist. Man muss dran bleiben und genau lesen, da dieses Buch von den vielen Rückblendungen lebt. Und diese muss der Leser dann selbst in die richtige Reihenfolge setzen um den Sinn zu verstehen. Das muss ja nun nicht unbedingt schlecht sein, doch ich kam nicht an die einzelnen Charaktere heran. Das Leben in der Villa wird zwar beschrieben, doch so richtig passiert da nichts Dramatisches. Das einzige verständliche ist, dass Caravaggio den englischen Patienten mittels Morphium zum sprechen bewegen möchte und dies dann auch tut. So erfährt man so einiges aus seinem früheren Leben, seiner wohl großen Liebe zu einer Frau und zur Wüste. Doch so richtig kommt diese unglückliche Liebesgeschichte nicht bei mir an. Sie ist nicht tiefsinnig erzählt und so richtig habe ich dies nicht als die eine große Liebe empfunden. Es fehlen nun mal die Schmachtmomente. Auch die Liebe zwischen Hana und Kip beruht eher auf die Kriegssituation und hat keine Chance auf ein weiterbestehen. Und ist daher auch für mich von Anfang an nicht als ernst anzusehen. So. Das war es auch. Ich kann verstehen, warum so einige dieses Buch abgebrochen haben. Ich habe es nicht getan, war aber froh, dass es doch nicht allzu viele Seiten waren.

     

    Das Buch ist also eher für Leser, die die Story durch Rückblenden selbst erschließen wollen, etwas Geschichte wollen und Lebenswege verfolgen möchten. Für die, die auf ein großes Liebesdrama hoffen, werden bei diesem Buch sicherlich enttäuscht werden.

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    Shunyas avatar
    Shunyavor 6 Jahren
    Rezension zu "Der englische Patient" von Michael Ondaatje

    Die junge Hana harrt in der Villa San Girolamo in der Toskana aus. Zusammen mit dem englischen Patienten, der durch seine starken Verbrennungen nicht in der Lage ist, mit dem Krankentransport ab zufahren und so gezwungen ist zurückzubleiben. Nach einiger Zeit taucht ein Bekannter von Hana auf, Caravaggio, ehemals ein Dieb und Freund der Familie. Zu ihnen gesellt sich später Kirpal Singh, ein junger Inder, der in Italien stationiert ist, um Bomben zu entschärfen. Diese vier Leute raufen sich zusammen, lernen sich näher kennen und leben in der verminten Villa. Alle sind vom Krieg gezeichnet und zudem weiß keiner von ihnen, wer der englische Patient wirklich ist.

    In der Geschichte konnte ich mich irgendwie nur richtig mit Caravaggio und Kip anfreunden. Ich mochte ihre verschrobene Art, ihre Stellen in dem Buch waren noch am Interessantesten für mich.

    Caravaggio hält sich die meiste Zeit eher im Hintergrund und versucht herauszufinden, wer der Patient wirklich ist, da er einen Verdacht hegt. Kirpal oder Kip hat die meiste Zeit außerhalb der Villa in einem Zelt gelebt, tagsüber war er in der Stadt und entschärfte Bomben. Erst der Abwurf der Bomben auf Hiroshima und Nagasaki haben ihn dazu veranlasst später die Villa zu verlassen.

    Mit dem englischen Patienten konnte ich nicht allzu viel anfangen. Er war da und irgendwie auch nicht. Seine Ausführungen über Herodot und auch seine anderen Gespräche waren manchmal doch sehr in die Länge gezogen und anstrengend. Er hat viel Informationen erzählt, aber wenig über sich selbst. Erst als Caravaggio mit ihm geredet hat, unter Einfluss des Morphiums, erfuhr man mehr über den Patienten.

    Hana war mir zeitweise etwas zu kindisch. Man wusste auch nicht, ob sie nun in den Patienten oder in Kip verliebt war, ob sie es überhaupt war. Ihr Benehmen konnte ich leider auch nicht immer nachvollziehen, vielleicht lag es auch einfach nur daran, wie der Autor die Szenen beschrieben hatte.

    Von Katharine, der Geliebten vom Patienten konnte ich herzlich wenig anfangen. Allerdings möchte ich an dieser Stelle nicht allzu viel von ihr verraten.

    Ich hätte gerne noch mehr über Caravaggio oder Madox, einem Freund vom Patienten erfahren.

    Ehrlich gesagt, weiß ich nicht was ich von dem Buch halten soll, es war zäh zu lesen und ich habe doch länger als gedacht gebraucht um es zu lesen. Die Geschichte besteht zum Großteil aus Rückblenden und Erklärungen. Es passiert nicht sehr viel in der Handlung, alle harren aus und warten, dabei ist der Krieg längst vorbei.

    In einigen Absätzen habe ich mich regelrecht verloren gefühlt, weil ich beim Lesen keine Ahnung hatte, was da eigentlich gerade geschehen ist. Eigentlich gefiel mir die Geschichte ganz gut, aber man muss sich eben doch manchmal ziemlich auf das Gelesene konzentrieren. Einige Stellen habe ich gelesen und wusste schon im nächsten Moment gar nicht mehr, was da stand, also musste ich es noch mal lesen. Was auch etwas gewöhnungsbedürftig war, war das Inhaltsverzeichnis, dass man am Ende des Buches findet.

    An sich ist das Buch ganz gut, vor allem das Ende hat mir gefallen, wobei mich die kaum angedeutete Liebesgeschichte von Kip und Hana mehr angesprochen hat, als die vom Patienten und Katharine. Überhaupt fand ich die Stellen mit Kip noch am Interessantesten, man erfuhr dabei einiges über seine Arbeit als Bombenentschärfer.

    Das letzte Mal, als ich den Film gesehen habe, war ich noch in der Grundschule. Ich habe ihn damals nicht komplett gesehen, weil ich mit einer Freundin zu einem Schulfest musste. Jetzt habe ich also noch mal das Filmbuch dazu gelesen, aber ich denke ich schaue mir den Film noch mal an, um das Buch besser zu verstehen.

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    michella propellas avatar
    michella propellavor 7 Jahren
    Rezension zu "Der englische Patient" von Michael Ondaatje

    richtig schlecht war das buch nicht, sondern *nur schlecht. den stern hat es dafür bekommen eine vorlage für einen wie ich finde athmosphärisch dichten film mit wunderbaren bildern geliefert zu haben. ich rate von der lektüre dieses buches ab
    und empfehle interessierten den film!

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    turkishrocks avatar
    turkishrockvor 7 Jahren
    Rezension zu "Der englische Patient" von Michael Ondaatje

    Beim Lesen dieses Buches merkte man, dass der Autor einen etwas anderen Schreibstil hat. Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Es gut um vier unterschiedliche Menschen, die sich in einer Villa in der Nähe von Florenz begegnen. Der Inhalt dreht sich sehr oft um den englischen Patienten und um seine wahre Idäntität. Das Buch fixiert sich nicht besonders auf ein Ende, sondern um das Leben der Protagonisten.
    Diese 326 liest man nicht wie in einem Unterhaltungsroman, sondern eher konzentriert. Ein sehr schönes Buch.

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    Hikaris avatar
    Hikarivor 8 Jahren
    Rezension zu "Der englische Patient" von Michael Ondaatje

    Man sollte in der richtigen Stimmung sein, um dieses Buch zu lesen. Es hat seine für mich etwas langweiligeren Stellen, aber insgesamt ist die Geschichte um die vier Protagonisten - den "englischen Patienten", der Krankenschwester Hana, dem Dieb Caravaggio und Kip, vom Bombenräumkommando - mehr als interessant. Alle vier landen zusammen am Ende des zweiten Weltkrieges in einer italienischen Villa. Über das Buch verteilt erfährt man von den Schicksalen der vier Protagonisten, vom Krieg und von ihrem aktuellen Leben. Die Figurenkonstellation ist spannend gewählt und auch der Schauplatz und die Darstellung der Geschehnisse in Folge des Krieges ist sehr lesenswert. Ich habe zwar einige Monate gebraucht, um mich durch die Geschichte durchzukämpfen, aber rückblickend hat sie doch viele gute Momente und sollte gelesen werden.

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    Avataruss avatar
    Avatarusvor 8 Jahren
    Rezension zu "Der englische Patient" von Michael Ondaatje

    Eines der schlechtesten Bücher die ich je gelesen habe. Der Film ist bei weitem besser. Ich konnte mich nicht wirklich in die Welt des Schreibers versetzen. Vielleicht war der Film auch einfach zu gut.

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    Eraserheads avatar
    Eraserheadvor 9 Jahren
    Rezension zu "Der englische Patient" von Michael Ondaatje

    "...Die Beduinen hielten mich aus einem bestimmten Grund am Leben. Ich war nuetzlich, verstehen Sie. Einer dort vermutete, ich muesse wohl eine Faehigkeit besitzen, als mein Flugzeug in der Wueste abgestuerzt war. Ich bin jemand, der eine ungenannte Stadt an ihrer skelettartigen Form auf einer Karte erkennen kann. Ich habe immer Informationen in mir gespeichert, wie ein Meer. Ich bin jemand, der , wenn er in einer fremden Wohnung allein gelassen wird, zum Buecherregal geht, einen Band herauszieht und ihn in sich einsaugt. So dringt Geschichte in uns ein."
    Es ist lange her, dass ich zulezt dieses Buch gelesen habe und das was mir unausloeschlich in Erinnerung blieb ist seine wunderbare, lyrische Sprache, die hier und da von einer nuechternen, manchmal fast dukumentarischen Erzaehlung unterbrochen wird. Keine linear erzaehlte Geschichte, sondern ein staendiges Pendeln zwischen Gegenwart und Vergangenheit, ein Hin-und-her zwischen verschiedenen Orten und Menschen, die Einem mal voellig real, mal absolut mythisch erscheinen. Ein Buch wie ein Tagtraum in der Wueste Nordafrikas, wo sich ein grosser Teil der Geschichte abspielt.
    Die Schicksale von vier Fremden kreuzen sich, 1945, in einer toskanischen Villa, wo sie Zuflucht, in den letzten Tagen des Krieges, suchen. Hana, die kanadische Krankenschwester, Caravaggio, der ehemalige Dieb und Spion der Alliierten, dessen Daumen zur Straffe, abgetrennt wurden, Kip, ein junger Sikh und Spezialist im Entschaerfen von Bomben und schliesslich der englische Patient,der, seit seinem Absturz in der Wueste,an Amnesie leidet, und dessen Identitaet,aus dem Grund, lange verborgen bleibt.
    Hana pflegt seinen verbrannten Koerper und liest ihm jede Nacht , aus Herodots "Historien" vor, ein Buch das fuer ihn das Tor zur Vergangenheit ist und die Verbindung zu seiner grossen, tragischen Liebe.
    Neue Figuren betreten die Buehne, Katharine, Cliffton, Madox. Die Handlung verlagert sich nach Nordafrika. Kairo, Gilf-Kebir, Zarzura. Der Leser verfaellt dem Rausch der Erzaehlung vollkommen.
    Michael Ondaatje hat hiermit ein wirklich einmaliges Buch geschaffen, mit einer bildhaften ,poetischen Sprache, und Charakteren die allesamt einer antiken Tagoedie zu entspringen scheinen. Ein absolut lesenswertes Stueck Literatur, welches letztendlich das Glueck hatte, eine der verhaeltnismaessig wenigen, gelungenen Romanverfilmungen, zu erfahren, mit grossartigen Schauspielern, wie Juliette Binoche, Ralph Fiennes, Willem Dafoe, Kristin Scott Thomas und Colin Firth.

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    cherubinas avatar
    cherubinavor 9 Jahren
    Kurzmeinung: ein buch zum immer und immer wieder lesen
    Rezension zu "Der englische Patient" von Michael Ondaatje

    In Italien, während der letzten Tage des Zweiten Weltkriegs, bleibt die junge Krankenschwester Hana mit einem ihrer Patienten in einem Kloster der Toskana zurück. Dort will sie den Mann pflegen. Obwohl der Patient körperlich schwer zugerichtet ist, ist sein Geist wach und voller Erinnerungen – Erinnerungen an eine Frau; die große Liebe des Mannes, der jetzt 'Englischer Patient' genannt wird. Einige Jahre zuvor: Der aus Ungarn stammende Graf Laszlo Almásy ist für die in London ansässige National Geographic Society in Afrika unterwegs, um die Wüste zu erkunden und Karten anzufertigen. In Ägypten lernt er das englische Ehepaar Geoffrey und Katharine Clifton kennen. Obwohl Laszlo die grazile Katharine fasziniert, vermag er sie nicht an sich heranzulassen. Die verheiratete Frau und der verschlossene Mann werden ein Liebespaar. Aber was für eine Zukunft hat diese Liebe? Sie ist gebunden, und außerdem versinkt die alte Welt im Krieg. Lieber zusammen sterben als ohne einander leben. Aber bei dem Versuch, mittels eines Flugzeugabsturzes über der Sahara alles hinter sich zu lassen, wird Katharine schwer verletzt, während Almásy das Ganze fast ohne Kratzer übersteht. Er trägt Katharine in eine Höhle, versorgt sie mit dem Notdürftigsten und macht sich auf den Weg durch die Wüste, um Hilfe zu holen. Dabei greifen ihn die Deutschen auf. Aus Liebe wird der ungarische Graf zum englischen Landesverräter, um dann als "englischer Patient" in der Toskana zu erwachen – bei der Krankenschwester Hana. Katharine ist in der Wüste gestorben; der scheinbar unbezwingbare Einzelgänger will nur noch eines – der Geliebten über die letzte Grenze folgen. Doch zuvor erzählt er Hana seine Geschichte – und muss sich vor einem fremden Besucher für seinen "Verrat" rechtfertigen.
    Das ist die vordergründige Geschichte, der rote Faden. Um ihn herum verzweigen sich die Wege all derjenigen Menschen, die in dem italienischen Kloster zusammen kommen. Der Patient, die Krankenschwester, der Dieb, der Bombenentschärfer. So wie sich der Patient in seinen Morphium Träumen erinnert, wird der Leser auch in die Vergangenheit all jener Figuren entführt, lernt sie auf eine fast intime Weise kennen in ihren Gedanken und Gefühlen.
    Michael Ondaatje ist ein Meister der Sprache und der Übersetzer hat den Zauber des Originals nicht verloren gehen lassen. Verwirrend ist das Buch zu Anfang, vermeintlich zu viele lose Fäden spinnen sich plötzlich zu einem einzigen Band. Die Charaktere treten wie lebendig aus dem Buch, man spürt sie förmlich. Trotz des schwermütigen Themas und der fast durchwegs lastenden Stimmung des Buches tun sich unversehens Fenster auf, die Fröhlichkeit erahnen lassen. Es ist eine gehaltvolle Geschichte, sie regt zum nachdenken, mitfühlen und träumen an. Dürfte ich nur ein einziges Buch besitzen, ich würde dieses hier wählen. Es ist ein Buch, das bei jedem Mal wieder lesen ein neues Geheimnis preis gibt. Für mich ist es ein Meisterwerk.

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