Michael Ondaatje Katzentisch

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Inhaltsangabe zu „Katzentisch“ von Michael Ondaatje

Der elfjährige Michael fährt mit zwei Gleichaltrigen auf einem Luxusdampfer von Sri Lanka nach England zu seiner Mutter, die er seit vielen Jahren nicht mehr gesehen hat. Drei Wochen auf See – eine einmalige Gelegenheit für die drei, die zusammengewürfelte Gruppe Erwachsener wie unter einem Brennglas zu beobachten. Den Pianisten, den todkranken Millionär, den Schiffsabwracker, den stehlenden Baron, den Botaniker, den geheimnisumwitterten Gefangenen – und nicht zuletzt die siebzehnjährige Emily, eine entfernte Cousine von Michael. Und wie ein Schatten ist für Michael auch die Mutter mit an Bord und vor allem die bange Frage: Wird sie am Hafen auf ihn warten?

Ein wunderschöne Geschichte und sehr lesenswert. Sehr bildhafte Sprache. Sehr gute Unterhaltung.

— buchhase

Ein schönes Buch über die Erlebnisse die uns prägen. Die Geschichte einer Entwurzelung und gleichzeitig des Festhaltens.

— Yeats

Ich hab einige Seiten gebraucht, um mit den Figuren warm zu werden, aber dann hätte das Buch auch gerne doppelt so dick sein dürfen!

— Anja_Lev

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  • Eine Schiffsreise

    Katzentisch

    Daphne1962

    15. August 2017 um 19:56

    "Der Mensch hängt vom Himmel so, wie das Schiff vom Lotsen ab." Was für eine abenteuerliche Reise, die in die 50er Jahre gelegt wurde. 3 Wochen verbringt der 11jährige Michael auf einem Luxusdampfer von Sri Lanka nach England. Dort soll ihn seine Mutter in Empfang nehmen, die er seit mehrern Jahren nicht mehr gesehen hat. Zusammen mit 2 gleichaltrigen Jungs wird er an den selbsternannen "Katzentisch" gesetzt.Diese 3 Jungen sind so unterschiedlicher Natur, dennoch tun sie sich zusammen und erkunden das Schiff "Oronsay" und erleben die abenteuerlichsten Geschichten. Ihre Neugierde, mehr über die Menschen und ihren Geheimnissen zu erfahren, wird so manches Mal zu einer sehr gefährlichen Odyssee. Michael, auch Mynah genannt entgeht nichts. Egal, wo er sich befindet. Das Schiff hatden Charakter eines Dorfes. und die Erlebnisse sind so zahlreich, daher kommt es dem Leser vor, als wäre die Reise mindestens doppelt so lang. Es ist ein wahrer Abenteuerroman, den der Autor Odaantje verfasst hat. Denn jeden Tag überschreiten die Jungs ein Gesetz und kommen so manches Mal in Bedrängnis. Sie befinden sich allerdings in der Welt zwischen Kind und Erwachsen werden. Sie sehen viele Dinge noch mit ganz anderen Augen.  Magisch fand ich die Reise, die von Sri Lanka über den Golf von Aden, das Rote Meer, den Suezkanal bis nach England geht. Es ist locker und amüsant geschildert und der Leser fühlt sich gut unterhalten. Andeutungsweise kann man auch von einer Art Kriminalroman sprechen. Einen Punkt Abzug muss ich aber machen, da ich die Zeitsprünge und die in die Länge gezogenen Geschichten aus der späteren Zeit etwas überflüssig fand. Man wurde jedes Mal herausgerissen und das störte den Lesefluss ein wenig.

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  • Challenge: Literarische Weltreise 2016

    Euphoria

    Ginevra

        Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr Lust, im Jahr 2016 auf Weltreise zu gehen – literarisch gesehen? Dann begleitet mich durch 20 verschiedene Lese- Regionen! Die Aufgabe besteht darin... -  12 Bücher in einem Jahr zu lesen;-   Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen);-   Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen.-   Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen;-   Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen;-   Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen - bis zu zwei Kurzmeinungen sind erlaubt!-   Eure Beiträge werde ich verlinken;-   Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich;-   Genre und Erscheinungsjahr sind egal:-   Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt!Gut geeignet sind z.B. die Bücher verschiedener Literaturpreise oder Empfehlungslisten (Booker- Preis, Preis des Nordischen Rats, ZEIT- Liste zur Neuen Weltliteratur, usw.).Diese Challenge eignet sich also auch hervorragend dazu, den SuB abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren.Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlose ich am Ende des Jahres drei Bücher aus meinen Beständen - natürlich passend zum Thema!Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Einige Tipps und Empfehlungen werde ich schon mal vorab anhängen - Ihr müsst davon natürlich nichts lesen. Dann wünsche ich uns allen...Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездкиСчастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! -旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。-Gute Reise! TeilnehmerInnen:abaAberRushAmayaRoseAriettaArizonaarunban-aislingeachBellastellaBellisPerennisBibliomaniablack_horseBonniereadsbooksBuchraettinBücherwurmBuchinaCaroasCode-between-linesConnyMc CorsicanaCosmoKramerDaniB83DieBertaDunkelblauElkeelmidiGelindeGinevraGingkoGruenentegstGwendolinahannelore259hexepankiInsider2199IraWirajasbrjeanne1302kopikrimielseKruemelGizmoleiraseleneleseratteneuleseleaLeonoraVonToffiefeelesebiene27leucoryxLexi216189lieberlesen21LibriHollylittleowllouella2209MaritaGrimkeMinnaMminorimiss_mesmerizedmozireadnaninkaNightflowerOannikiOrishapardenPetrisPMelittaMPostboteRyffysameaSchlehenfeeschokolokoserendipity3012Sikalsnowi81StefanieFreigerichtstefanie_skysursulapitschiSvanvitheTalathielTanyBeeTatjana89Thaliomeevielleser18wandablueWanderdueneWedmawerderanerWollywunderfitz

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    • 1702
  • Drei Wochen Entwicklungsroman

    Katzentisch

    Beust

    07. December 2015 um 17:37

    Kurz-Rezi:
    Packende Geschichte eines Jungen, dessen Überfahrt von Sri Lanka nach England eine Zäsur in einem Leben darstellt, dei 21 Tage währt und ihn als Anderen entlässt. Die Gefährten und Komparsen dieser Fahrt erwachen zum Leben, und am Ende sind die Beziehung zu Emily und der Mord an Bord noch überraschend spannend.

  • Vom Öffnen, Festhalten und Loslassen

    Katzentisch

    Yeats

    23. January 2015 um 17:53

    Während einer Grippeerkrankung gelesen. Ein schönes Buch über die Erlebnisse die uns prägen. Die Geschichte einer Entwurzelung und gleichzeitig des Festhaltens. Das Festhalten an Feststehendem, während sich die Seele dem Unbekannten öffnet. Das erste Buch, das ich von Ondaatje gelesen habe. Mir war nicht klar, was für ein großartiger Schriftsteller er ist. Das habe ich nicht erwartet. Seine Geschichten sind verschlungen, besitzen etwas Surreales und sind dennoch ganz real. Der Plot thematisiert die Erlebnisse von -3- Jungen aus Ceylon, die aus ihrer Heimat mit einem großen Passagierschiff, der Oronsay nach Großbritannien fahren, um dort auf , vermutlich weiterführende, Schulen zu gehen. Hauptperson ist Michael, der von seinen Freunden und der mitreisenden Cousine Mynah genannt wird. Die drei Jungen werden zur Einnahme gemeinsam mit weiteren, unbedeutend erscheinenden, jedoch tatsächlich hochinteressanten Reisenden am Katzentisch des Saloons, den augenscheinlich unattraktivsten und am weitesten vom Kapitänstisch, dem Sujet der Macht, entferntesten Tisch untergebracht. Dies erweist sich für die weitere Reise allerdings nicht als Unglücks- sondern vielmehr als Glücksfall, denn wie umschreibt es der Autor sinngemäß: Am Tisch der Macht ist es tot, da alle Handlungen auf Wahrung des status quo bedacht sind, während es am Katzentisch beständig gärt und lebendig ist. Der Schneider Gunnesekera, de rniemals ein Wort spricht, die altjüngferlich erscheinende, sich später ganz anders präsentiernde Miss Lasqueti, der Botaniker Mr. Daniels, der Schiffsabwracker Mr. Nevil, der an Tollwut erkrankte Millionär Hector de Silva, der Gefangene Niemeyer oder aber der aus Sizilien stammende Pianist Mr. Mazappa. Selten haben so bunte Figuren ein Buch bevölkert. Ein großartiges Werk.

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  • Nicht immer leicht, aber schön

    Katzentisch

    BrittaRoeder

    28. February 2014 um 11:42

    Ich habe mich anfangs schwer getan mit der Lektüre dieses Romans - und wurde am Ende dafür belohnt. Nachdem ich schon seit langem um diesen Autoren herumschleiche ( „Der englische Patient“ steht auf meiner Wunschliste) fiel mir neulich „Katzentisch“ in die Hände. Der Klappentext versprach mir eine Abenteuergeschichte auf See, in deren Mittelpunkt drei Kinder stehen. Ondaatjes Erzählstil ist besonders. Immer wieder springt er in der Chronologie der Ereignisse hin und her, nimmt Späteres vorweg, nimmt den Faden wieder auf. Manche Kapitel muten daher wie Einzelepisoden an, deren Zusammenhalt sich einem erst nach und nach erschließt. Wem es gelingt sich mit dieser Art des Erzählens anzufreunden, dem wird sich der Zauber dieser Geschichte erschließen, in dem es vor allem um die Erlebnisse des autobiographisch gefärbten Ich-Erzählers geht. Für die Hauptfigur Mynah und seine Freunde steht die Reise auf dem Überseedampfer von Ceylon nach England  metaphorisch für das Erwachsen werden, für alle anderen für das Leben selbst, welches uns ständig neuen Veränderungen unterwirft. Alles verändert uns. Jede Begegnung, jedes Erlebnis, lässt uns anders zurück als wir vorher waren. So ähnlich heißt es im Buch. Überhaupt wimmelt es in diesem Roman von literarischen Anspielungen, psychologischen Andeutungen und Anekdoten. Dafür sorgt alleine schon das bunt-skurrile Besetzung, die der Autor rund um seine Hauptfigur versammelt. Schade nur, dass viele der Geschichten, die Ondaatje andeutet, nicht wirklich zu Ende erzählt werden. Vieles bleibt im Vagen, nicht jedes Geheimnis wird gelüftet. An diesem Punkt war ich von der Lektüre enttäuscht. Als schwerelos schön empfand ich die Szene, in der Ondaatje sein Schiff durch den Suezkanal führt. Mynah erlebt diese Passage bei Nacht. Wie wild wirbeln die Sinneseindrücke des Jungen durcheinander, aus dessen Perspektive sich die Szene darstellt. Wie eine riesige Zaubervorstellung erscheint das Zusammenspiel aus Lichtern, Menschen, Geräuschen, Gerüchen. Ein flirrendes Hin und Her, dem man kaum folgen kann. Eine Szene voller Symbolkraft, in der Abschied und Neubeginn nahtlos ineinander fließen. Katzentisch ist ein lesenswertes Buch, aber eines das sich nicht jedem Lesergeschmack auf Anhieb erschließt.

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  • Nachhaltig

    Katzentisch

    alasca

    12. July 2013 um 02:25

    Nachhaltig
    Drei Jungs reisen von Ceylon nach England – und die 3 Wochen Seereise, die nur bedeutungslose Zäsur sein sollten, verändern ihr Leben. Ein leiser Roman, der bei mir nachwirkt - manche seiner Sätze haben Widerhaken.

  • Rezension zu "Katzentisch" von Michael Ondaatje

    Katzentisch

    Nemo

    Mitte der 1950er Jahre besteigt der elfjährige Michael auf dem Weg von Colombo nach London, wo er eine weiterführende Schule besuchen soll, zum ersten Mal in seinem Leben einen Ozeandampfer. In der Messe sitzt er am Katzentisch, weit entfernt von den nautischen Offizieren und den Passagieren der reicheren Gesellschaftsschichten. Dort ist er nicht nur der lässigen Aufsicht seiner luxuriös reisenden Tante Flavia Prins entzogen, sondern lernt auch neue Freunde kennen. Mit dem draufgängerischen Cassius und dem stillen Ramadhin schließt Michael einen Pakt: Jeden Tag wollen sie ein Gebot übertreten. Bei diesem Vorhaben machen sie das gesamte Schiff unsicher, doch ihr Lieblingsplatz ist das Versteck unter dem Persenning der Rettungsboote. Im Verlauf der 30-tägigen Reise lernen sie den Mikrokosmos an Bord kennen: den zotigen aber prinzipientreuen Pianisten Mazappa, die unscheinbare und schießsichere Miss Lasqueti, den melancholischen Literaten Fonseka, den verfluchten Millionär, den betrügerischen Baron, den Seher von Hyderabad, den Botaniker Daniels, der sie in die Welt der Drogen einführt sowie Michaels undurchschaubare Cousine Emily, für die nicht nur er schwärmt. Und dann gibt es da ja auch noch den geheimnisvollen Gefangenen... Jeder hat seine eigene Geschichte und von jedem Menschen – sei er auch noch so unbedeutend – kann man etwas lernen. Am Ende der Reise hat sich Michael nicht nur geographisch neue Horizonte erschlossen. Michael Ondaatje ist wirklich in Sri Lanka aufgewachsen, er ging 1954 nach England und emigrierte 1962 nach Kanada. Für sein Werk erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, für den auch erfolgreich verfilmten Roman „Der englische Patient“ 1992 sogar den angesehenen Booker Prize, die höchste literarische Auszeichnung aus dem Commonwealth. Die Stärke seines Stils liegt darin, einzelne Szenen mit großer Intensität zu beschreiben und zu einem harmonischen Ganzen zusammenzufügen. Der Episodenroman ist in den Rahmen eines Rückblicks eingebunden, das erlaubt dem Autor mäandernd Zeit und Raum zu verlassen und wieder zurückzukehren, wie es auch seine jugendlichen Helden mit ihrem Versteck tun. Doch bei aller Übereinstimmung mit den wirklichen Lebensstationen Ondaatjes ist diese Reise keine autobiographisch festgeschriebene Folge von Ereignissen, sondern ein phantasievolles Erkunden von Möglichkeiten. Zwischen Ost und West, Zukunft und Vergangenheit, Naivität und Erkenntnis, Realität und Traum bewegt sich dann auch diese Schiffsreise – eine Metapher für einen Weg, der sich selbst zum Ziel hat. Dieser Weg ist so offen, so lebensbejahend, dass man sich wünscht, er würde nie enden. Und das muss er auch nicht – selbst für den Gefangenen ist die Lage nicht aussichtslos. Ondaatje kann sich in jugendlich frischer und zugleich in altmeisterhaft lässiger Form erlauben, vieles offen zu lassen; die im wahrsten Sinn des Wortes wundervollen Geschichten entwickeln sich in den Köpfen und Herzen der Leser weiter.

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    • 5
  • Rezension zu "Katzentisch" von Michael Ondaatje

    Katzentisch

    traumwald

    Ich begleitete den 11-jährigen Michael auf seiner Reise von Ceylon (Sri Lanka) nach England. Er war ganz allein. Wir durchquerten den Indischen Ozean, den Golf von Aden, das Rote Meer, fuhren durch den Suezkanal in das Mittelmeer und so lernte ich Cassius und Ramadhin kennen, die wie Michael (Mynah) den Außenseitern einer buntgemischten Gesellschaft angehörten. ------ Im Speisesaal am Bord der ´Oronsay` sitzen sie am Katzentisch neben geheimnisumwitterten Reisegefährten und lauschen ihren Geschichten. Sie lernen die geheimnisvolle Miss Lasqueti, einen Wahrsager, Mr. Mazappa, den Botaniker Mr. Daniels, Hector de Silva und den Baron – der auf elegante Weise die Mitreisenden bestielt – kennen. Die Jungens klettern in Rettungsboote und beobachten heimlich das Geschehen an Deck. ------ ES GIBT IMMER EINE GESCHICHTE DIE EINEN ERWARTET. ------ Erst war es ein großes Abenteuer, dass die Jungens auf ewig miteinander verbinden sollte. Doch worum geht es in Ondaatjes Katzentisch genau? ------- Kurz gesagt geht es um Freundschaft, erste intime Erfahrungen, Betrug und Macht, Sehnsüchte, um Vergänglichkeit und Erinnerungen. Ich las einen literarisch sehr anspruchsvollen Roman, blätterte zwischenzeitlich zurück, da ich nebenbei noch andere Bücher las, um wieder Mitreisender auf der Oronsay zu sein. Versetzt in das Jahr 1954 verspürte ich die Nostalgie, die mich umwebte. Ich erlebte, wie die Musik aus dem Grammophon die Gäste beschwingte; ich Zeuge eines Diebes wurde, der durch seine abgebrühte, aber freundliche Kaltschnäuzigkeit Michael zum Mittäter machte. Wir machten unsere ersten Erfahrungen mit Alkohol, dem Rauchen und kauten Kraut, das uns die Sinne vernebelte. Obwohl Michael durch seine Aufsichtsperson (seiner Tante) begleitet wurde, musste er sich allein zurechtfinden. Die drei Freunde entwickelten einen Beschützerinstinkt – sie wollten wahre Helden sein. Große starke Männer! Sie ahnten nicht, dass ihre Detektivarbeit gefährlich werden würde. ------ Ondaatjes Sprachstil verführt und ehe man sich versieht, sitzt man am Katzentisch. An Deck lausche ich dem Klang des Meeres und rieche die salzige Luft. Ondaatje erzählt im ersten Strang aus der kindlichen Perspektive und wechselt später in die Zweite – der Perspektive des Erwachsenen Michaels. Die Sätze waren für mich persönlich ungewohnt lang und erforderten – trotz des flüssigen Stils – höchste Konzentration. In der Kurzbiographie des Autors erfuhr ich, dass der Autor mit Katzentisch in gewisser Weise seinen eigenen Werdegang beschreibt. Jedoch handelt es sich bei diesem Werk nicht etwa um seine eigene Biographie. Auf den letzten Seiten erfährt man, dass es sich im Grunde um eine fiktive Geschichte handelt. Die Handlung und alle Personen sind frei erfunden. Trotzdem habe ich das Gefühl, den Autor mit Katzentisch besser kennengelernt zu haben. ------ Mein liebstes Zitat, welches das Buch mit kurzen Worten beschreibt: >>MANCHMAL FINDEN WIR UNSER WAHRES, ganz und gar uns gehörendes Ich in der Jugend. Dann erkennen wir etwas in uns, was anfangs winzig ist und in das wir hineinwachsen werden.<< ------ Fazit: Farbenfroh, detailreich, poetisch, intelligent! Nur spannend zu lesen, wenn man gedanklich mitreist!

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    • 2
  • Rezension zu "Katzentisch" von Michael Ondaatje

    Katzentisch

    thelexxx

    Als sich der 11-jährige Michael in 1950'er Jahren an Bord der Oronsay begibt, ahnt er nicht, dass ihn das Schiff nicht nur von Ceylon nach London bringt, wo ihn seine Mutter und die Ausbildung an einer britischen Schule erwarten, sondern auch, dass die Reise sein Leben für immer beeinflussen wird. --- Gleich zu Beginn der mehrwöchigen Schifffahrt, knüpft er Kontakt zu zwei anderen Jungen, die nicht nur das Schicksal des Alleinreisens mit ihm teilen, sondern auch seine Sitznachbarn am Katzentisch sind, dem Essensplatz, der am weitesten vom Tisch des Kapitäns entfernt ist. Dieses angedeutete soziale Stigma wird fast zu einem Symbol für Michaels gesamtes Leben in der Fremde, denn die Heimat, des in die Jahre gekommenen Erzählers, der uns, in der Rückschau, die Ereignisse der Reise schildert, blieb Ceylon, für immer. Doch Michael und seine Freunde, der ruhige und behutsame Ramadhin und der draufgängerische Cassius, genießen ihre Zeit am Katzentisch und die Gesellschaft, die ihnen die skurrile Runde aus Charakteren und Außenseitern beschert. --- An Bord der Oronsay erleben sie unzählige Abenteuer, Dramen und schicksalsumwobene Geheimnisse, die sich in die Lebensläufe der drei jungen Passagiere für immer einbrennen sollten. Selbst, wenn nur für ein paar Wochen; die Oronsay wurde zu ihrer ganzen Welt. Und auch dieser Mikrokosmos war bevölkert von Liebenden, von Gauklern, Gefangenen, Millionären und Dieben, von einsamen Jungfern, die sich heimlich um ihre geschmuggelten Tauben kümmern und charismatischen Pianisten, die jungen Frauen schelmische Blicke zu werfen. Und zum ersten Mal in ihrem Leben waren sie so etwas wie Erwachsene. --- Gefühlvoll, mitreißend und aufrichtig erzählt Ondaatje in "Katzentisch" die Geschichte einer Reise, die ein ganzes Leben wurde. Es ist sowohl eine Geschichte über Außenseiter als auch über das Erwachsenwerden in einer Welt, aus der man stets das Beste machen muss, oder mit den Worten des Romans: "Es gibt immer eine Geschichte, die einen erwartet. Noch kaum ausgeformt. Erst allmählich macht man sich mit ihr vertraut und gibt ihr Nahrung. Man entdeckt den Panzer, der den eigenen Charakter bergen und härten wird. Auf diese Weise findet man seinen Lebensweg." --- Der tiefgründige Zauber und die Wortgewalt, mit der, der Bestseller-Autor Ondaatje, frei von jeder rührseligen oder pathetischen Nostalgie, in "Katzentisch" erzählt, machen es zu einem der besten Bücher, die ich je gelesen habe. --- Auch zu lesen auf: http://buchpiraten.blogspot.de

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    • 2
  • Rezension zu "Katzentisch" von Michael Ondaatje

    Katzentisch

    Stefan83

    Schön. Zwischen all den Superlativen der Neuzeit nimmt sich dieses gute, alte Wort mittlerweile irgendwie recht bescheiden und wertlos aus. Aber gerade dieses Wort war es, das mir während der Lektüre von Ondaatjes neuestem Werk, "Katzentisch", immer wieder durch den Kopf ging. Die Geschichte dreier Jungen, die Anfang der 50er auf dem alten Dampfschiff "Oronsay" gen England reisen, mag an sich auf dem Klappentext keine Begeisterungsstürme auslösen - das Besondere offenbart sich dem Leser jedoch im Detail. Mit feiner Feder, lyrischem Gespür und sicherer Hand skizziert Ondaatje das Leben an Bord, erzählt immer wieder kleine Anekdoten über Passagiere und Besatzung. Von der Frau, mit den Tauben im Mantel über den diebischen Baron bis hin zum mysteriösen Gefangenen. Nach und nach ergibt sich aus diesen vielen Mosaiksteinchen ein stimmiges Gesamtbild, dem allerdings stets ein lockerer Ton anhaftet, schaut der Leser doch von unten, aus der Sicht der Kinder, auf die Welt der Erwachsenen. Durchbrochen sind diese "Reiseberichte" von Rückblenden und Blicken in die Zukunft, welche vermeintlich harmlosen Nebengeschichten plötzlich eine ganz neue Bedeutung und streckenweise gar anrührenden Tiefgang verleihen. Gewürzt wird das Ganze mit einem Schuss Exotik, die für soviel herrliches Kopfkino sorgt, dass man sich bald als Gast am "Katzentisch" glaubt. Eine ruhiges, aber unheimlich gefühlsintensives kleines Kunstwerk über den Aufbruch ins Erwachsensein und die Wunder der Kindheit. Grandios erzählt, eindringlich, reichhaltig - und, ja, einfach schön.

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    • 2
  • Rezension zu "Katzentisch" von Michael Ondaatje

    Katzentisch

    aba

    16. September 2012 um 10:18

    „Der Stamm der Oronsay – unberechenbar und gewalttätig“ Ein 11 Jahre altes Kind wird ganz allein auf die Reise geschickt, in einem großen Schiff, von Sri Lanka nach England. Für mich ein klarer Fall von Vernachlässigung der Fürsorgepflicht. Dieses Kind ist nicht mehr und nicht weniger als Michael Ondaatje, der berühmte kanadische Schriftsteller tamilischer Herkunft. Michael Ondaatje selber empfindet diese Reise, die er ohne Erwachsenenaufsicht in den 50er Jahren unternommen hat, als große Bereicherung für sein Leben. Und tatsächlich hätte er so einen Roman wie "Katzentisch" ohne diese Erfahrung niemals geschrieben. "Katzentisch" ist ein Roman geworden und keine Autobiografie. Michael Ondaatje hat dieses Buch für seine Enkelkinder geschrieben, die gerne erfahren wollten, was er alles in diesen 21 Tagen auf einem Schiff, der „Oronsay“, erlebt hat, als Kind und auf sich allein gestellt. Gerne wollte er die Geschichte erzählen, aber da die Ereignisse länger als ein halbes Jahrhundert in der Vergangenheit liegen, musste er sich auf seine Fantasie und nicht auf sein Gedächtnis verlassen. Was unternimmt ein vorpubertärer Junge in diesen 21 Tagen, um aus Langeweile nicht umzukommen? In diesem Fall entscheidet sich der junge Michael für die Erforschung seiner Umgebung und der Schiffsbewohner. Ein Schiff bietet ja auch ungeahnte Möglichkeiten: viele Verstecke und auch viele unterschiedliche Menschen, teilweise sehr interessant, teilweise geheimnisvoll. Manche von ihnen werden sogar eine wichtige Rolle in Michaels späterem Leben spielen. "Katzentisch" ist eine ruhige Lektüre mit, trotz konstanter Schiffsbewegung, einer leicht spannenden Handlung mit überraschenden Wendungen. In 21 Tagen kann so viel passieren: Freundschaften werden geschlossen, Menschen, die sehr verschieden sind, können sich sogar verlieben, auch Tragödien können sich ereignen. Ein Schiff auf dem Ozean ist eine kleine Welt, ein isoliertes Biotop. Und in so einem geschlossenen System gibt es nur zwei Möglichkeiten, zwischenmenschliche Beziehungen zu definieren: Differenzen werden überwunden oder vertieft... Der junge Michael wird Zeuge davon, wie eine Reise das Leben mancher Menschen ändern kann, und natürlich auch das eigene. Die meisten dieser Personen, die Michael Ondaatje uns in seinem Buch präsentiert, bleiben geheimnisvoll und rätselhaft, gerade deswegen, weil nur dieser Teil, diese extrem kurze Zeit in ihrem Leben, geschildert wird. Sicherlich wären diese Menschen in einer anderen Umgebung halb so interessant wie auf diesem Schiff, wo sie Stoff für Michaels (späteren) Roman geworden sind. Und am Ende bleiben nur die Erinnerungen an eine so besondere Reise. Und wenn diese Erinnerungen verblassen, da hilft nur eins: Seine Erinnerungen neu erfinden und einen Roman daraus machen. "Katzentisch" ist ein schönes Buch geworden. Ein (ent)spannendes Buch. Der Leser nimmt die Bewegung der „Oronsay“, die diese ganzen Schicksale trägt, wahr, und er spürt auch diese während der ganzen Handlung gleichbleibende Melancholie, die wahrscheinlich daraus resultiert, dass so eine Erfahrung in so jungen Jahren einmalig ist. Wer ein großes Seeabenteuer mit viel Spannung erwartet, wird von diesem Buch enttäuscht sein. Wer aber offen für kleine und große Überraschungen ist, in der scheinbar friedlichen Atmosphäre eines großen Passagierschiffes, der wird, am Ende des Buches angekommen, etwas traurig aber auch etwas erfüllter sein.

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  • Rezension zu "Katzentisch" von Michael Ondaatje

    Katzentisch

    Ruth_liest

    11. May 2012 um 10:04

    Wie ein Abenteuerroman kommt der neue Ondaatje daher. Dabei versteckt sich viel mehr dahinter. Eindringlich und einfühlsam beschreibt Michael Ondaatje in seinem aktuellen Roman "Katzentisch" die Reise von drei Teenagern von Asien nach Europa. 1954 machen sich Michael, Ramadhin und Cassius per Schiff auf den Weg von Ceylon nach England. Alle drei landen an Board am "Katzentisch" im Speisesaal. Sie sitzen am weitesten vom Kapitän entfernt und gehören damit zur niedrigsten Gesellschaftsschicht auf dem Schiff. Der Autor zeichnet mit der abenteuerlichen Reise der drei und ihrem späteren Leben in England ein Bild der verschiedenen Gesellschaftsschichten der 50iger Jahre bis heute. Beide -Abenteuer- und Gesellschaftsroman - sind Ondaatje meisterhaft gelungen.

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  • Rezension zu "Katzentisch" von Michael Ondaatje

    Katzentisch

    Boris

    14. March 2012 um 17:56

    Warum vergebe ich nur drei Sterne für ein Buch, das mir doch eigentlich gut gefallen hat... Es gibt ein paar Sachen die mich gestört haben. Zum Beispiel die vielen kurzen Kapitel, besonders zu Beginn des Buches. Eineinhalb Seiten, zwei Seiten kurze Abschnitte, dann Absatz und neue Beobachtung. Deswegen bin ich in die Geschichte, besser gesagt in die Geschichten, schwer ´reingerutscht. Ein weiteres Problem ist für mich der ständige Wechsel der Erzählperspektive. Es schreibt natürlich der Erwachsene, der Autor, dann wieder Passagen aus der Sicht des Jungen, die dann später wieder vom Autor kommentiert werden. Dann die letzten 50 Seiten: Das Wiedersehen mit Emily auf der kleinen Insel. Das wirkt auf mich fast sentimental, ich will nicht kitschig sagen. Auch das lange Kapitel über Ramadhin in England, die Liebe zu seiner Schülerin und sein schwaches Herz... Genug gemeckert... Es gibt auch Geschichten, die ich nicht so schnell vergessen werde. Der geschmuggelte Hund, der den verfluchten Millionär tötet, die Frau mit den Tauben im Mantel.... Danke für den Tip...

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  • Rezension zu "Katzentisch" von Michael Ondaatje

    Katzentisch

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    27. February 2012 um 09:39

    Die abenteuerliche Reise dreier Jungs an Deck eines Schiffes in ein neues Leben. Traurig, witzig und mit viel Tiefgang. Eines meiner Highlights in diesem Bücherfrühling.

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