Kriegslicht (2 MP3-CDs)

von Michael Ondaatje 
4,6 Sterne bei18 Bewertungen
Kriegslicht (2 MP3-CDs)
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

W

1945 - der Krieg war aus. Doch für den Jungen Nathaniel fingen die persönlichen Kämpfe erst an.

Charleas avatar

Ein gutes Buch, das die Ohren herausfordert....

Alle 18 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Kriegslicht (2 MP3-CDs)"

1945, kurze nach dem Zweiten Weltkrieg, lassen die Eltern des 14-jährigen Nathaniel ihn zusammen mit seiner Schwester Rachel allein in London zurück. Die Kinder bleiben in der Obhut des mysteriösen Mannes. Sie vermuten, dass er ein im Schmuggler sein könnte, doch sie geben ihre Vorbehalte auf, als sie seine exzentrischen Freunde kennenlernen. Es sind Männer und Frauen, die im Krieg an verschiedenen Missionen teilgenommen hatten. Sie werden zur Ersatzfamilie für Nathanael und Rachel. Ihre Erziehung ist dabei fürsorglich wie unkonventionell. Doch sind diese Menschen in Wahrheit auch jene, für sie sich geben? Ebenso eigenartig ist die Rückkehr der Mutter der beiden, ohne den Vater, ohne irgendeine Erklärung zu geben und ohne sich zu entschuldigen. Zwölf Jahre später beginnt Nathaniel all das aufzudecken, was er in jener Zeit nicht wissen und nicht verstehen konnte – und dieses Unternehmen erzählt Ondaatje anhand von Fakten, Erinnerungen und Phantasie in einem seiner schönsten Romane.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783958620711
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Schallplatte
Umfang:0 Seiten
Verlag:Audiobuch
Erscheinungsdatum:21.08.2018

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,6 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne12
  • 4 Sterne4
  • 3 Sterne2
  • 2 Sterne0
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    sabatayn76s avatar
    sabatayn76vor 37 Minuten
    ‚Keiner weiß wirklich Bescheid über das Leben oder auch den Tod eines anderen Menschen.‘

    ‚Keiner weiß wirklich Bescheid über das Leben oder auch den Tod eines anderen Menschen.‘ (Track 66)

    Im Jahre 1945 geben die Eltern des 14-jährigen Ich-Erzählers Nathaniel und seiner fast 16-jährigen Schwester Rachel ihre beiden Kinder in die Obhut eines ‚Kollegen‘, den die beiden Jugendlichen ‚den Falter‘ nennen, und begeben sich - angeblich - für ein Jahr nach Singapur. Doch dann findet Nathaniel den Koffer der Mutter im Keller und ahnt, dass sie nicht dort ist, wo sie zu sein vorgibt.

    Jahre später macht sich Nathaniel auf die Suche nach der tatsächlichen Geschichte seiner Mutter, spürt ihre geheime Vergangenheit auf, versucht zu verstehen, wer seine Mutter wirklich war, und trägt die Puzzleteile ihres und seines Lebens Stück für Stück zusammen.

    Ich habe vor vielen Jahren ‚Der englische Patient‘ von Michael Ondaatje gelesen und nun die ungekürzte Lesung von ‚Kriegslicht‘ angehört, die mir sehr gut gefallen hat, obwohl ich anfangs leichte Probleme hatte, in die Geschichte hineinzufinden, und der Roman meiner Meinung nach eher gemächlich in Fahrt kommt. Ab dem zweiten Teil hat mich ‚Kriegslicht‘ jedoch vollends gepackt, fasziniert, begeistert und mich mit jeder Hörminute mehr in seinen Bann geschlagen.

    Ondaatje erzählt in seinem jüngst erschienenen (und nunmehr siebten) Roman vom Zweiten Weltkrieg und vom Kaltem Krieg, von Geheimnissen und Unsicherheiten. Der Leser begleitet Nathaniel dabei hautnah bei seiner Spurensuche und taucht genauso wie dieser in die Vergangenheit der Mutter und in die Kriegs- und Nachkriegszeit ein.

    Die Protagonisten wurden von Ondaatje meisterhaft charakterisiert, bleiben zwar bisweilen vage und nicht greifbar, weil sich ihre wahre Identität erst nach und nach zeigt, aber erscheinen nichtsdestotrotz vor dem geistigen Auge des Lesers/Hörers.

    Auch die Lesung von Frank Stieren ist rundum gelungen. Er liest ‚Kriegslicht‘ auf packende Weise, mit der passenden Intonation und mit angenehmer Geschwindigkeit, und seine Stimme harmoniert perfekt mit dieser facettenreichen und stimmungsvollen Geschichte.

    ‚Kriegslicht‘ ist ein Roman, den ich sicher ein zweites Mal lesen/hören möchte und der Lust darauf macht, auch die anderen Romane des kanadischen Autors kennenzulernen.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    W
    Waschbaerinvor 8 Tagen
    Kurzmeinung: 1945 - der Krieg war aus. Doch für den Jungen Nathaniel fingen die persönlichen Kämpfe erst an.
    Kriegsende bedeutet nicht das Ende der Kämpfe

    Zu Beginn des Hörbuches "Kriegslicht" von MIchael Ondaatje schreibt man das Jahr 1945. Der 2. Weltkrieg ist vorbei. Doch in Teilen Europas herrscht nach wie vor das Chaos und kein Frieden.

    Erzählt wird dieses sehr interessante Hörbuch aus der Sicht des jungen Nathaniel. Im Erwachsenenalter blickt er auf seine Kindheit und Jugend zurück, setzt aus einzelnen Fragmenten sein kurioses Leben zusammen und lässt den Hörer daran teilnehmen.

    Im Jahr 1945 rufen die Eltern ihre beiden Kinder Nathaniel und Rachel zu sich und meinen, sie müssten reden. Der Vater habe für ein Jahr eine neue Auslandsstelle seiner Firma in Singapur angenommen und die Mutter Rose würde ihn begleiten. Ihre beiden Kinder könnten allerdings nicht mitkommen, da diese ja in England zur Schule gehen müssten. Deshalb würden gute Bekannte auf sie aufpassen und sie versorgen. Alles klingt völlig plausibel.

    Der große Überseekoffer wird von Rose gepackt. Während sie ihre Kleidung und auch sonstige wichtige Utensilien darin verstaut, gibt sie jede Menge Erklärungen, warum sie gerade diese Dinge an ihrem neuen Wohnort braucht.

    Nathaniel und seine ältere Schwester Rachel leben von nun an alleine in der Wohnung. "Falter", den sie bereits von früher kennen, wohnt nur eine Etage höher und schaut nach den beiden Kindern. Und da ist auch noch "Boxer", eine ebenfalls äußerst zwielichte Gestalt. Es entwickelt sich eine seltsame Beziehung zwischen ihnen. In dem Verständnis von Nathaniel und Rachel handelt es sich bei diesen Beiden um Kriminelle, wie es sie nach dem 2. Weltkrieg vielfach gab. Als Hörer fragt man sich, was haben sich die Eltern nur dabei gedacht beruflich ins ferne Ausland zu gehen und ihre beiden Kinder in der Obhut solch fraglicher Gestalten zu belassen?

    "Falter" und "Boxer" sind alles andere als liebenswerte Zeitgenossen. Grob und distanziert begegnen sie den beiden Kindern, die in ihrer Wohnung alleine klar kommen müssen, denn nur mal am Abend schaut einer vorbei. Manchmal sind sich Nathaniel und Rachel auch für 2 Tage völlig sich selbst überlassen.

    Wann ändert sich das Verhältnis zwischen Falter & Boxer zu den Kindern? Nathaniel reiht in dem Hörbuch Episode an Episode dieser ungewöhnlichen Lebensgemeinschaft. Nach und nach, fast unmerklich wird seine Sprache weicher, sobald er von Falter und Boxer berichtet. Irgendwann stellt man als Hörer fest, dass es sich bei den Beiden nicht nur um wilde Gesellen handelt, sondern auch um verantwortungsvolle Männer, die ihre Aufgabe, Nathaniel und Rachel zu versorgen und zu beschützen sehr ernst nehmen und immer dann zur Stelle sind, wenn sie gebraucht werden.  Sie entwickeln eine fürsorgliche Liebe zu ihren Schützlingen, die man ihnen zu Beginn nicht zugetraut hätte.

    Natürlich lernt Nathaniel auch allerhand Zwielichtiges - z. B. am Gesetz vorbei, das Verschieben von teuren Hunden, natürlich mitten in der Nacht und ohne Licht um nicht entdeckt zu werden - kennen. Es geschieht noch mehr Zwielichtiges, was meiner inzwischen gewachsenen Sympathie für Falter und Boxer aber keinen Abbruch tut. Ganz im Gegenteil. Auf ihre Art sind es Lebenskünstler.

    So wie die Mutter von einem auf den anderen Tag verschwand, ist sie plötzlich wieder da und sagt, sie ginge nie wieder fort. Seltsamerweise ist von dem Vater nicht mehr die Rede.

    Im Erwachsenenalter begibt sich Nathaniel auf die Suche nach der Wahrheit. Was er als Kind ohne zu hinterfragen geschluckt hat, erscheint ihm nun völlig unwahrscheinlich und aus der Luft gegriffen. Wir als Hörer werden Zeugen einer packenden Agentengeschichte, die spannender nicht sein könnte und auf die ich nicht näher eingehen will. Man muss es lesen oder hören. Es lohnt sich auf jeden Fall.

    Diese MP3 CDs habe ich mehrmals gehört und meine Begeisterung wuchs von Mal zu Mal. Immer wieder ein Hörerlebnis. Den Autor kennt man noch von "Der englische Patient", ein Buch das ebenfalls geheimnisvoll und voller Spannung war. So auch "Kriegslicht". Ich kann dieses Hörbuch nur jedem wärmstens empfehlen.

    Der Sprecher Frank Stieren als Erzählstimme macht bei diesem Hörbuch einen tollen Job. Seine wandelbare Stimme, die auf die einzelnen Personen eingeht, führte mir sowohl Nathaniel, vor allem aber Falter und Boxer bildlich vor Augen. Die Zerrissenheit und das schlechte Gewissen von der Mutter Rose bringt er genau so zum Klingen, dass man es spüren kann.

    Wie schon oben angemerkt, von mir eine Empfehlung für ein außergewöhnliches Hörbuch.

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    booklovings avatar
    booklovingvor 13 Tagen
    Ein sehr beeindruckender Roman

    INHALT
    Nach Kriegsende wird der vierzehnjährige Nathaniel mit seiner Schwester Rachel von den Eltern in London zurückgelassen. Der geheimnisvolle „Falter“, der sie in Obhut genommen hat, und dessen exzentrische Freunde kümmern sich fürsorglich um sie. Wer aber sind diese Menschen wirklich? Und was hat es zu bedeuten, dass die Mutter nach langem Schweigen aus dem Nichts wieder zurückkehrt? „Meine Sünden sind vielfältig“, wiederholt sie, mehr gibt sie nicht preis. Als er erwachsen ist, beginnt Nathaniel die geheime Vergangenheit seiner Mutter als Spionin im Kalten Krieg aufzuspüren.
    (Quelle: Klappentext Hanser Verlag)


    MEINE MEINUNG
    Fünfundzwanzig Jahre nach seinem Meisterwerk der „Englische Patient“ hat Michael Ondaatje mit „Kriegslicht“ erneut einen sehr beeindruckenden Roman geschrieben, der eine sehr packende Mischung aus historischem Roman, Agentengeschichte und der Spurensuche eines jungen Manns nach seiner eigenen Identität darstellt.
    Gekonnt erzählt Ondaatje eine beklemmende, düstere Geschichte über das Erwachsenwerden seines Ich-Erzählers Nathaniel, einem jungen Engländer, und seine verstörenden Erinnerungen an seine Jugend und eine ihm rätselhaft anmutende Welt, die sich trotz offiziellem Ende des Zweiten Weltkriegs weiterhin in einem geheimen Krieg befand.
    Geschickt lässt der Autor den erwachsenen Nathaniel im Rückblick über all die Ereignisse nach dem plötzlichen Verschwinden seiner Eltern unmittelbar nach Kriegende in einer seltsam distanzierten Erzählweise berichten. Für ihn und seine Schwester Rachel brach damals eine Zeit der Ungewissheit und des ständigen Zweifelns an. Sie lebten in einer ihnen unverständliche Welt aus Abenteuern, Betrug, Täuschung und Verrat, die sie beide prägen sollte. In vielen Episoden gibt uns der Autor einen Einblick in den Alltag der Jugendlichen, der sich bei näherem Betrachten als eine bizarre, düstere Halbwelt entpuppt mit äußerst skurrilen, geheimnisvollen und zwielichtigen Figuren, die ihnen als Aufpasser und Vertraute an die Seite gestellt wurden.
    Fesselnd ist es mitzuerleben, wie Nathaniel rückblickend versucht, die mysteriöse Geschichte seiner geheimnisvollen Mutter Rose zu recherchieren und halbwegs plausible Erklärungen für ihr seltsames Verhalten zu finden. Eine Frau, die eines Tages ebenso unvermittelt wie sie verschwand wieder auftauchte und offenbar in Geheimmission als britische Spionin zu Auslandseinsätzen unterwegs war. Aus vielen bruchstückhaften Erinnerungsfetzen versucht Nathaniel schließlich auch seine eigene Biografie zusammenzusetzen. Doch genau wie er erhalten auch wir als Leser trotz einiger sehr überraschender Erkenntnisse ein nur unvollständiges und unverständliches Bild über die Vergangenheit dieser faszinierenden, verschlossenen Frau und ihr Seelenleben, denn viele Fragen bleiben – wie im richtigen Leben - unbeantwortet. So überlässt es der Autor letztlich dem Leser die verbleibenden Ungewissheiten und Leerstellen mit unserer eigenen Vorstellungskraft und Interpretation zu füllen.
    Zum Hörbuch:
    Das ungekürzte Hörbuch wird gelesen von Sprecher und Schauspieler Frank Stieren, der die Geschichte mit seiner angenehm ruhigen Stimme sehr ansprechend präsentiert. Er schlüpft gekonnt in verschiedene Rollen, variiert seine Stimme leicht und liest in einem angemessenen Tempo. Mit leichten Temposteigerungen, Verändern der Intonation und Pausen gestaltet der Sprecher die Handlung sehr abwechslungsreich. Zudem versteht er es, eine atmosphärisch dichte, oftmals unheilvolle Stimmung über das Geschehen zu legen. 
     
    FAZIT
    Ein sehr beeindruckender Roman, der mit einem überzeugenden Sprecher hervorragend vertont wurde. Sowohl der Roman als auch die ungekürzte Hörbuchfassung sind absolut empfehlenswert. 

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    Estrelass avatar
    Estrelasvor 22 Tagen
    Krumme Dinger

    Die Geschwister Nathaniel und Rachel werden 1945 von ihren Eltern in der Obhut von Freunden gelassen und erleben mit ihnen ihre prägenden Jahre. Die neuen Erziehungsbeauftragten wirken nicht nur kriminell und zwielichtig, sie haben tatsächlich krumme Dinger laufen, in die die Kinder mit hineingezogen werden. Der Ich-Erzähler Nathaniel berichtet davon, wie sie sich an weniger Ordnung gewöhnt, ihre Kindheit verloren haben. Auch wenn die Rolle der Eltern in geheimer Mission sich im Laufe des Romans offenbart, wirken spätere Begegnungen so distanziert, dass auch bei mir keine rechte Erwärmung für diese Familie aufkommen wollte. Obwohl der Sprecher des Hörbuchs seine Sache gut gemacht hat, fiel es mir eher schwer, bei der Stange zu bleiben. Womöglich hätte ich bei der gedruckten Version mehr Details wahrgenommen, die das Buch ausmachen.

    Kommentieren0
    4
    Teilen
    Charleas avatar
    Charleavor 23 Tagen
    Kurzmeinung: Ein gutes Buch, das die Ohren herausfordert....
    Ein gutes Buch, das die Ohren herausfordert....

    Cover / Artwork/ Aufbau des Romans

    Ich habe den Roman "Kriegslicht" als Hörbuch gehört und daher auch nicht das Cover des Buches, sondern des Hörbuchs vor mir. Dieses gefällt mir aufgrund der Schlichtheit und gedeckten Farben sehr gut und hat mich in Kombination mit dem Namen des Autors dazu verleitet, das Buch lesen zu wollen. 
    Das Hörbuch weist ca. 150 Tracks auf, die man aufgrund der stillen Art der Erzählung nicht unbedingt zwischendurch hören sollte. Die Geschichte selbst von Nathaniel erzählt, teilweise aus der Sicht als Teenager, teilweise aus der Sicht eines erwachsenden Mannes.


    Inhalt

    Kurz nach dem zweiten Weltkrieg werden der Protagonist Nathaniel und dessen Schwester Rachel von ihren Eltern in London zurückgelassen. Beide verstehen nicht warum, aber ihnen wird erklärt, dass alles seine Richtigkeit hat. Ein Mann, der eigentlich nur als "Falter" bekannt ist, wird neben dem  "Boxer" und anderen Menschen, die einerseits zwielichtig wirken,  andererseits dem was einer Familie am nächsten kommt, behütet und in die Welt der Erwachsenen eingeführt. Die Frage, wo die Eltern sind, schwebt über den Geschwistern, doch als die Mutter dann plötzlich aus dem Nichts wieder auftaucht, ist Wiedersehensfreude nicht unbedingt das, was die Situation beschreiben könnte. Nathaniel und Rachel entwickeln sich unterschiedlich, da sie das was ihnen in jungen Jahren widerfahren ist, anders verarbeiten.


    Fazit

    "Kriegslicht" ist wieder einmal ein Buch, das ich nur schwer rezensieren kann. Mit dem Sprecher hatte ich anfangs Schwierigkeiten, denn auch wenn die Stimme wirklich sehr angenehm ist, war der ruhige Stil der Geschichte manchmal schwer als Hörbuchfassung für mich zu verdauen. Ich denke, dass ich die Buchfassung gerade in den ersten Kapiteln besser gefunden hätte - aber das ist natürlich nur meine persönliche Einschätzung. Die Schreibe des Autors hat mir gut gefallen, er ist wahrlich ein Meister der leisen Töne, doch was mir nicht so gut gefallen hat ist die Geschichte an sich. Mir hat gut gefallen, wie die Kinder im Kreis der ominösen Erwachsenenwelt dargestellt werden, vor allem wie Nathaniel und seine Innenwelt dargestellt werden, denn in meinen Augen beweist der Autor genau in diesen Punkten sein großartiges schriftstellerisches Können. Auch dass die Geschichte in verschiedenen Zeitebenen beschrieben wird, gefällt mir eigentlich gut - nur halt der plot, dem konnte ich gerade in Bezug auf die Mutter nicht immer etwas abgewinnen.

    Kommentieren0
    59
    Teilen
    Barbara62s avatar
    Barbara62vor 25 Tagen
    Kurzmeinung: Coming-of-Age, Agentenroman, Nachkriegsdrama - hervorragend gelesen von Frank Stieren.
    Der Krieg nach dem Krieg

    1992 erschien Michael Odaatjes größter Romanerfolg „Der englische Patient“, im Juli 2018 ausgezeichnet als bester Roman in 50 Jahren Man Booker Prize. Die großartige Verfilmung aus dem Jahr 1996 schaue ich mir immer wieder gerne an. Seinen mittlerweile achten Roman, „Kriegslicht“, habe ich nun gehört: ungekürzt, auf zwei MP3-CDs, in 512 Minuten. Anschließend war ich am 18.09.2018 bei „Lesung und Gespräch“ im Literaturhaus Stuttgart, einer von Tobias Döring moderierten Veranstaltung mit dem 1943 in Sri Lanka geborenen kanadischen Autor. Neben dem Vergnügen, Michael Ondaatje lesen und über seinen Roman sprechen zu hören, haben mir vor allem zwei seiner Aussagen beim Textverständnis geholfen: Zum einen möchte er nur 70 Prozent des Geschehens erzählen, die restlichen 30 Prozent soll der Leser bzw. Zuhörer selbst erbringen, so dass meine offenen Fragen keineswegs in fehlender Konzentration begründet liegen, zum anderen hat er zu Beginn des Schreibens keinen festen Plan für die Handlung, was für mich die manchmal etwas ziellos scheinenden Abläufe erklärt.

    Im noch nicht wieder zur Ordnung zurückgekehrten Nachkriegs-London des Jahres 1945 erfahren der 14-jährige Ich-Erzähler Nathaniel und seine kaum ältere Schwester Rachel, dass die Eltern für etwa ein Jahr geschäftlich nach Singapur gehen, ein Umstand, den er im Anfangssatz so beschreibt: „Im Jahr 1945 gingen unsere Eltern fort und ließen uns in der Obhut zweier Männer zurück, die möglicherweise Kriminelle waren.“ Schienen die Familienbande schon vorher nicht eng, so reißt dieser Bruch den Geschwistern den Boden unter den Füßen weg. Nichts scheint mehr sicher, erst recht, als sie den gepackten Überseekoffer der Mutter im Keller entdecken. Für die Geschwister beginnt eine Zeit mit dem „Falter“ und dem „Boxer“, während der sich ihr Elternhaus mit Fremden bevölkert und Nathaniel den Boxer bei seinen nächtlichen Schmuggelfahrten mit Windhunden und geheimnisvollen Kisten auf den dunklen Seitenkanälen der Themse begleitet. Es ist eine Zeit der Abenteuer, der Sehnsucht, des Erwachsenwerdens und der erwachenden Sexualität. Dramatische Ereignisse bewegen die Mutter schließlich zur Rückkehr, zur Aufgabe ihres gefährlichen Lebens und zum Rückzug in ihr Elternhaus in Suffolk.

    Erst als die Mutter längst tot ist, beginnt Nathaniel 1959 mit der gezielten Spurensuche. Seit er für das Außenministerium arbeitet und Zugang zu Geheimdienstarchiven erhält, findet er immer mehr Puzzleteile. Zusammen mit seinen spärlichen Erinnerungen werden sie zwar nie ein umfassendes Bild ergeben, doch kann er Einblicke sowohl ins Leben seiner Mutter zu gewinnen, als auch seine eigene Vergangenheit und die Menschen, mit denen er in Berührung kam, mit neuen Augen sehen.

    Frank Stieren, den ich bisher nicht kannte, liest den sehr lyrischen Text langsam, sehr deutlich, ruhig, mit minimalen Nuancen in den Dialogen und mit einer ausgezeichnet zum Roman passenden Intonation. Wenn er an manchen Stellen auf das Absenken der Stimme am Satzende verzichtet, hebt er virtuos das Nebelhaft-Geheimnisvolle, Andeutungsschwangere der Handlung hervor.

    In ihren letzten Lebensjahren ist die Mutter anderer Stimmen überdrüssig geworden, mit Ausnahme von Romanen, „in denen die Handlung manchmal wild abschweifte, um dann doch in den letzten zwei, drei Kapiteln mühelos zu einem Ende zu finden“. Ich denke, sie hätte „Kriegslicht“ gemocht.

    http://xn--mit-bchern-um-die-welt-wlc.de/michael-ondaatje-kriegslicht/

    Kommentare: 2
    55
    Teilen
    engineerwifes avatar
    engineerwifevor einem Monat
    Konnte mich leider nicht ganz überzeugen ...

    Die beiden Jugendlichen Nathaniel und Rachel werden ohne Erklärung der Eltern zurückgelassen. Trotzdem die Eltern ihnen zwei doch recht seltsame Typen namens „Falter“ und „Boxer“ als eine Art Bodyguard zur Seite stellen, stromern die Beiden doch recht bald durch das kriegszerbombte London der Nachkriegsjahre. Die Schule nimmt eine eher zweitrangige Position in ihrem Leben ein und sie entwickeln eigenen Interessen. Als die Mutter plötzlich Knall auf Fall wieder aus dem Nichts auftaucht, kann besonders Rachel sehr schlecht damit umgehen. Soviel sei zum Inhalt gesagt, ohne zu viel zu verraten.
    Ich hatte das Glück, dieses Hörbuch in einer Hörrunde genießen und besprechen zu dürfen. Witzigerweise hatte ich oft das Gefühl als hörte ich ein anderes Buch als meine Mitstreiter. Während einige von einer faszinierenden Story sprachen, ja der Klappentext auf dem Hörbuch sogar schreibt: „Ein Meisterwerk, das in betörender Sprache die Geschichte erzählt!“ fiel es mir oft schwer nicht abzudriften. Ich fand die Geschichte recht trocken, manchmal fast langweilig erzählt. Wäre sie nicht von dem talentierten Frank Stieren vorgetragen worden, hätte ich vielleicht sogar abgebrochen.
    Doch nun ist es geschafft. Ich denke aber nicht, dass das Buch noch lange bei mir nachwirken wird. So sind Geschmäcker verschieden. 

    Kommentare: 3
    20
    Teilen
    MilaWs avatar
    MilaWvor einem Monat
    Kurzmeinung: Ein atmosphärisches Hörbuch mit einigen Längen, für das man in der richtigen Stimmung sein sollte.
    die abwesende Mutter

    Nathaniel und seine Schwester Rachel werden zur Zeit des kalten Krieges bei dem mysteriösen "Falter" zurückgelassen, als ihre Mutter, durch ihre Arbeit beim Geheimdienst bedingt, verreisen muss. Die Auswirkungen auf das Leben der Kinder sind ganz unterschiedlich. Jahre später versucht Nathaniel zu verstehen, was für ein Mensch seine Mutter ist.

    Alles kreist um die Mutter, die kaum über ihr Handeln redet und damit ihren Kindern Rätsel aufgibt.
    Es gibt sehr ausführliche Beschreibungen, die die LeserIn einerseits gut in die Atmosphäre der Zeit versetzen. Dieses assoziative Erzählen hat es mir aber andererseits streckenweise schwer gemacht, der Handlung zu folgen. Es werden nur langsam Puzzleteile zusammengesetzt und auch Leerstellen gelassen, was einen sehr realistischen Endruck macht, für meinen Geschmack aber oft etwas zu anstrengend war. Oft wird auch minutenlang über relativ banale Ereignisse referiert. Die tatsächliche Spionagetätigkeit wird kaum thematisiert. Stattdessen ergeben sich andere Fragen. Was macht eine gute Mutter aus? Was ist ein Familie? Welches Handeln ist im Kriegszustand verantwortungslos bzw. verantwortlich? Wer sind die wahren HeldInnen des Krieges? usw.
    Man muss auf jeden Fall gut zuhören und darf nicht nebenbei noch anderes machen. Mir fiel es manchmal schwer, mich zum Weiterhören zu motivieren, für mich wäre ein gedrucktes Buch wahrscheinlich besser gewesen.
    Ein atmosphärisches Hörbuch, für das man aber in der richtigen Stimmung sein sollte. Ich fand es streckenweise recht zäh.
    3,5 aufgerundete Sterne.

    Kommentare: 1
    9
    Teilen
    Sassenach123s avatar
    Sassenach123vor einem Monat
    Kurzmeinung: Wow, ein tolles Werk
    Ein tolles Werk

    Ein tolles Werk

    Kriegslicht von Michael Ondaatje

    England Ende des zweiten Weltkrieges:
    Der vierzehnjährige Nathaniel und seine ältere Schwester Rachel werden von den Eltern zurückgelassen. Zwei vermeintliche Kriminelle sollen nun für die beiden Sorgen.
    Der Falter, so nennen die Kinder ihn, wohnt mit Ihnen im Elternhaus und kümmert sich um alle Belange der beiden. Der Boxer, ein weiterer Freund der Familie, unterstützt ihn dabei, geht häufig ein und aus.
    Die Geschichte wird als Rückblick des mittlerweile 28 Jahre alten Nathaniel erzählt. Er versucht im Nachhinein herauszufinden, warum die Eltern diesen Schritt unternommen haben. Er entdeckt dabei viel über die Tätigkeit seiner Mutter, die über Umwege zum Geheimdienst kam, und dort viele Jahre fungierte. Natürlich bringt so ein Job viele Risiken mit sich, schnell macht man sich Feinde. Schnell wird dem Leser klar, dass der Falter nicht nur als Vaterersatz dient.

    Ondaatje verzauberte mich bereits mit seinem preisgekrönten Roman " Der englische Patient". Hier in Kriegslicht konnte er mich erneut überzeugen. Er erzählt die Geschichte sehr glaubhaft, setzt gekonnt die Eindrücke um, die man in so einer Situation bei einem Jugendlichen vermuten würde. Er gibt immer nur ein wenig Details preis, und auch am Ende bleibt einiges ungesagt. Die Mutter stellt in diesem Roman ein großes Geheimnis dar, auch wenn der Leser im Laufe des Romans alle wichtigen Aspekte ihres Jobs erfährt, bleibt sie als Mensch doch eher ein Rätsel. Eine Tatsache, die diesen Roman und vor allem die Beziehung zu ihrem Sohn in einem verzerrten Bild darstellt. Man fragt sich die ganze Zeit, ob die Eindrücke des damals 14 ihn geprägt haben, oder ob seine Mutter wirklich so verschlossen war. Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus beidem, doch hier überlässt Ondaatje dem Leser die Regie. Er fordert ihn sogar heraus sich selbst eine Meinung zu bilden, denn wie im wahren Leben ist in diesem Roman nicht alles schwarz oder weiß. Ein gelungenes Werk, absolut lesenswert.

    Habe Kriegslicht als Hörbuchfassung genossen, und möchte erwähnen, dass der Sprecher Frank Stieren mich wunderbar durch das Hörbuch begleitet hat.

    Kommentieren0
    22
    Teilen
    StefanieFreigerichts avatar
    StefanieFreigerichtvor einem Monat
    Kurzmeinung: Ruhige UND fesselnde Geschichte im England der Nachkriegsjahre - wie Entscheidungen auch fremde Leben beeinflussen
    „Es war eine Zeit der wahren und falschen Erinnerungen“

    „Es war eine Zeit der wahren und falschen Erinnerungen“

    Die Jugendlichen Stitch und Ram leben im England der Nachkriegsjahre mit ihren Eltern, als diese wegen einer Beförderung des Vaters für ein Jahr nach Asien gehen wollen. Die Kinder werden Freunden überantwortet, die in das Elternhaus einziehen. Aus Stitch und Ram, den Spitznamen der Kindheit, werden recht einsam Nathaniel und Rachel. Für Rachel wird „der Falter“, der seltsame Freund der Eltern, zur Bezugsperson, während Nathaniel beginnt, den „Boxer“ bei dessen dubiosen geschäfltichen Unternehmungen zu unterstützen. Das Zusammenleben ist, vorsichtig gesagt, unkonventionell, und erfährt gelegentliche Erweiterungen mit anderen sehr speziellen Menschen. Auch wenn die beginnende Theaterkarriere von Rachel und die junge Liebe von Nathaniel mit Agnes von vielem ablenken, lässt sich bald nicht übersehen, dass einiges nicht stimmen kann an der Geschichte mit dem Auslandsaufenhalt. Als Erwachsener beginnt sich Nathaniel zu erinnern – und stellt Nachforschungen an.

    Sonst kann ich Hörbücher fast nur unterwegs hören, von diesem konnte ich daheim fast nicht lassen. Nicht nur der sehr angenehme Vortrag von Sprecher Frank Stieren in der ungekürzten Fassung sorgte dafür, auch die poetische und unaufgeregte Erzählweise, die ich gerade auch vorgelesen als ideal empfand, tat ihr übriges. Die Handlung schreitet langsam voran, beim CD-Wechsel fragte ich mich sogar, was denn überhaupt noch kommen könnte. Doch der Perspektivwechsel erwies sich wahrlich als Darstellung der zwei Seiten einer Medaille, wie Nathaniel noch weiter im Verlauf der Handlung erleben wird. Handlungsweisen wurden nachvollziehbar, die Schlusspointe hat mich völlig überrascht und umgehauen. Und ich sitze hier und überlege, was denn wohl sinnvoller sein mag: wie Rachel nur in der Gegenwart zu leben, aber die Vergangenheit völlig auf Abstand zu halten, oder wie Nathaniel bei seiner Suche in der Vergangenheit die Gegenwart ganz aus dem Blick verloren zu haben. Die Mutter der Kinder und ihre Gegenspieler dürfen sich diese Frage natürlich gleichermaßen stellen. Gibt es einen Kompromiss? Kann es einen geben?

    Die Stärke des Plots ist im Nachhinein für mich, wie synchron Beweggründe und Auswirkungen der Handlungen sind – gerade da, wo die Handlung als Gegenhandlung beabsichtigt war. Dazu rätsele ich seit dem ersten Kapitel, worin der Kunstgriff besteht, einen Text zu verfassen, der gleichzeitig SO beruhigend und SO spannend wirkt. Dazu bestärkt der Roman wie schon „Enigma“ von Harris die Aussage, dass im Krieg selbst mit den besten Absichten gerne Unschuldige zu Bauernopfern werden. Neben letzterem musste ich bei der Lektüre teils denken an Schlinks „Der Vorleser“ beim Zusammensein von Agnes und Nathaniel (eher wegen der Lebenserfahrung und des Bildungshintergrunds als wegen eines – hier fehlenden – Altersunterschieds) als auch an diverse Romane der Jugendliteratur zum Thema Krieg und Trennung von den Eltern. Der Effekt dürfte beabsichtigt sein, als Leser fühlte ich mich im Szenario sofort daheim, um dann festzustellen, dass Ondaatje eine ganz eigene Reise für den Leser plant.

    Toll! 5 Sterne.

    Kommentieren0
    9
    Teilen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu
    Audiobuch_Verlags avatar
    Jetzt auch als Hörbuch: Michael Ondaatjes „Kriegslicht“

    Schmuggler, Schwindler und Spione

    Ein neues Meisterwerk vom Autor von „Der englische Patient“

    Michael Ondaatje wurde unlängst mit dem Golden Man Booker Preis ausgezeichnet und damit in den literarischen Olymp erhoben. Dass er dort zurecht steht, beweist er mit „Kriegslicht“ einem faszinierenden und gewohnt fantasievollen Roman, dem ersten nach mehrjähriger Pause. Im AUDIOBUCH Verlag ist die ungekürzte Lesung des Werkes erschienen.

    Die beiden halbwüchsigen Geschwister Nathaniel und Rachel werden kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs von ihren Eltern in die Obhut von Bekannten der Familie gegeben. Mutter und Vater verschwinden kurz darauf, ohne den beiden zu sagen, wohin und warum oder wann sie zurückkehren werden. In der Obhut der mysteriösen Gestalten „der Falter“ und „der Boxer“, wie sich die Freunde der Eltern nennen, machen die Jugendlichen die Bekanntschaft einiger zwielichtigen Personen. Unter anderem haben diese mit Wetten und Schmuggel zu tun. Eine halbseidene Schattenwelt eröffnet sich ihnen. Dennoch gibt die seltsame Ersatzfamilie den beiden Halt und Obhut. Das Verschwinden seiner Eltern jedoch nagt die ganze Zeit über an Nathaniel. So beginnt er nachzuforschen und findet Erstaunliches heraus. Seine Mutter hatte – genauso wie der Falter, der Boxer und andere – während des Krieges für den britischen Geheimdienst gearbeitet. Nach und nach lüften sich weitere Geheimnisse.

    Frank Stieren leiht den liebevoll gezeichneten Figuren des Romans seine angenehme, warmherzige Stimme. Mit ihm taucht man gerne ein in die fremde „Nebenwelt“ und verfolgt gebannt diese meisterhaft geschriebene Geschichte.


    Hörrunde: Mit Michael Ondaatjes „Kriegslicht“ und euch möchten wir zusammen in die geheimnisvolle Untergrundszene Londons nach dem Zweiten Weltkrieg eintauchen. Dafür stellen wir euch 20 Hörbuchexemplare zur Verfügung. Wenn ihr mitmachen wollt, beantwortet uns doch diese Frage:

    Was fasziniert euch an Michael Ondaatjes Romanen?


    Wir freuen uns, mit euch dieses großartige Hörbuch in dieser Hörrunde erleben und besprechen zu können. Auf eure Eindrücke, Meinungen und Rezensionen sind wir schon ganz gespannt. Bis dahin wünschen wir allen viel Erfolg!
    Zur Leserunde

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks