Michael Opoczynski Aussortiert und abkassiert

(1)

Lovelybooks Bewertung

  • 0 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(1)
(0)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Aussortiert und abkassiert“ von Michael Opoczynski

Alt sein in einer kalten, profitgierigen Gesellschaft Ausgenommen von skrupellosen Finanzberatern, »entsorgt« in unzumutbaren Pflegeheimen, ausgegrenzt bei der Arbeitssuche, diskriminiert wegen ihres Alters – Michael Opoczynski deckt in seinem neuen, intensiv recherchierten Buch auf, was mit den »Alten« heute passiert. Doch das aktive Leben muss im Alter nicht enden: Viele alte Menschen reisen gerne, wollen (müssen) noch arbeiten oder pflegen einen generationsübergreifenden Umgang miteinander. Michael Opoczynski beschreibt schonungslos die Lage der Alten. Als einer von ihnen weiß er genau, wovon er spricht. Eindringlich warnt er vor Missachtung und Willkür gegenüber alten Menschen und zeigt überzeugend, wie man sich wirkungsvoll dagegen wehren kann.

Stöbern in Sachbuch

Die Stadt des Affengottes

An der Seite von Douglas Preston erlebt man die kompl. Vorbereitung und Ausführung mit allen Schwierigkeiten einer archäologischen Expeditio

Sigrid1

Was das Herz begehrt

Ein anspruchsvolles Buch, bei dem sich alles um unser wichtigstes Organ dreht. Umfassend, verständlich und humorvoll.

MelaKafer

Wir hätten gewarnt sein können

Zusammenstellung bisheriger Aussagen Trumps.

kvel

Der Egochrist

ein zeitgemäßes Werk voller Authentizität, Introspektion und Kritik

slm

Nur wenn du allein kommst

Sehr lesenswerter Bericht, der informiert, nachdenklich macht und um gegenseitiges Verständnis wirbt.

Igelmanu66

It's Market Day

Ein gelungenes Kochbuch mit tollen Rezepten und eine Reise zu den angesagtesten Märkten Europas

isabellepf

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Erschreckend überzeugend

    Aussortiert und abkassiert
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    21. March 2016 um 14:58

    Erschreckend überzeugendAls ehemaliger Leiter der Wirtschaftsredaktion des ZDF und, nicht zuletzt, als selbst betroffener Rentner nun leg Opoczynski mit diesem Buch einen weitreichenden Bogen der Betrachtung von Stellung und Umgehensweise mit „den Alten“ im Land vor.Im Stil flüssig assoziativ, aus einem Guss formuliert, mäandert Opoczynski dabei sachlich und sprachlich keineswegs einfach so vor sich hin. Trotz der sehr umgangssprachlichen und flüssigen Schreibweise stellt Opoczynski zunächst grundlegende Beobachtungen zu den jeweiligen Themen (Gesundheitssystem, Multimorbididät, Finanzwesen um Alte heru, das „4. Alter“, die Situation der Pflege, die Umgangsweise der Mode mit den „Alten“, die finanzielle Situation der „Alten“ und was all die alltäglichen Lebenssituationen noch alles ausmacht) dar.Diese unterfüttert der Autor mit vielfachen praktischen Beispielen, führt zudem Untersuchungen und Datenmaterial heran, bis er jedes der Themen mit einem knackigen, auf den Punkt formulierten Fazit schließen lässt, in dem er klare Handlungsausblicke formuliert.Die einzelnen Themenbereiche sind dabei nicht unbedingt neu oder gänzlich unbekannt. Fragen der medizinischen Versorgung im Alter, der nicht ausreichenden Deckung der Pflegeversicherung, der Überlastung von Mitarbeitern im Gesundheits- und Pflegedienst, der nicht ausreichenden Schulung auch vieler Ärzte (sehr interessant hier von den vielfachen Medikationen zu lesen und zugleich darauf hingewiesen zu werden, dass der Zusammenklang all dieser Medikamente höchst unzureichend nur bekannt ist) öffnen dabei genauso noch einmal leger im Stil und fundiert in der Sache den Blick auf die Repressionen des Alters, wie so ganz plötzlich im Leben die „UN-Farbe“ Beige in der Mode den Alten zugedacht zu sein scheint.Auch wenn einige Formulierungen überspitzt wirken und wohl eher auf den Effekt zielen („Putz die Platte, Alter“, „Weg mit euch, ihr gehört ins Heim), sind die dahinterliegenden Unzulänglichkeiten doch gerade in der Gesamtschau, die Opoczynski im Buch vorlegt, erschreckend, vor allem aber beachtlich.Wie das so ist mit dem „schönen Ruhestand“ und dem deutlich minderen Einkommen bei gleichzeitiger Lust, noch etwas zu tun oder der Hilflosigkeit vielfachen „Finanzdienstleitern“ gegenüber, die unseriös und allein auf den eigenen Ertrag gerichtet die Alten noch umschwärmen (als eine der wenigen Gruppen, die solches „aktive“ Interesse zeigen), das ist wichtig und aufrüttelnd zu lesen.Der im Buch vorgenommene Vergleich zum Ende der Lektüre hin der verschiedenen Alterssicherungssysteme der Welt (Arbeit bis zum Schluss in Amerika, Verarmung in China usw.) zeigt dem Leser dabei, vor allem am schwedischen Modell, deutlich auf, dass Alternativen vorhanden sind. Dass mit politischem Interesse und, natürlich, einer gewissen Umverteilung an Finanzmitteln sowie einer anderen Wertigkeit mancher Arbeiten (gerade im Krankenhaus und in der Pflege) deutlich Verbesserungen erreicht werden können, die insgesamt der gesamten Gesellschaft nutzen würden.Ein wichtiger Impuls, von Opoczynski laut und präzise für die schwerhörigen bis tauben Ohren der modernen Ausrichtung auf reine Gewinnmaximierung hin gerichtet, die hoffentlich breites Gehör findet.Denn eins ist klar, so, wie aktuell (mit noch schwierigeren Aussichten für die Zukunft angesichts sinkender Renten und nicht ausreichend möglicher privater Vorsorge für einen hohen Teil der Bevölkerung) wird es nicht gut weitergehen, sondern eher sich all die negativen Aussichten, die Opoczynski als Status Quo der Gegenwart vor Augen führt, noch verstärken.Eine interessante, wichtige und nachhaltige Lektüre.

    Mehr