Schmerzensgeld

von Michael Opoczynski 
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Schmerzensgeld
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Sikals avatar

Konnte mich leider nicht so recht überzeugen.

lisa1997s avatar

Tolle Idee, gefällt mir ganz gut. Umsetzung war schwierig.

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Inhaltsangabe zu "Schmerzensgeld"

»Schmerzensgeld« - ein unkonventioneller Krimi von WISO-Moderator Michael Opoczynski

In »Schmerzensgeld« trifft ein Ermittlerteam mit äußerst unkonventionellen Methoden auf Finanzhaie, die glauben, sich nicht an die Regeln halten zu müssen: Michael Opoczynski rechnet in seinem spannenden Wirtschaftsthriller mit der Banken- und Finanzwelt ab, über die er lange in der ZDF-Sendung »WISO« berichtet hat.
Der erste Fall führt die »Gesellschaft für unkonventionelle Maßnahmen« auf die Fährte einer Privatbank, die jahrelang ihre Kunden geprellt hat. Nach allen Regeln der Kunst und gleichzeitig juristisch unangreifbar wurden tausende einfache Leute geschädigt. Sie haben alles verloren. Sie sind wütend, sie wollen Rache. Doch sie sind machtlos – bis sich die Gesellschaft der Sache annimmt. Ihr Ziel: Ungerechtigkeit aufdecken, die Täter fassen und sie in der Öffentlichkeit bloßstellen. Dazu ist ihnen jedes Mittel recht

- Packend erzählter Politthriller
- Unkonventionelles Ermittlerteam
- Fundierte Insider-Kenntnisse aus der Banken- und Finanzwelt

Ein moderner Robin-Hood-Krimi mit ironischem Augenzwinkern

Michael Opoczynskis Ermittlerteam hat mit den klassischen Detektiven und Polizisten, die man aus Kriminalromanen kennt, wenig gemeinsam. Es ist eine freche, schlagfertige Truppe, die die Gerechtigkeit selbst in die Hand nimmt und sich für die Wehrlosen und Unschuldigen einsetzt. Der Autor war in seiner Arbeit als WISO-Moderator viele Jahre lang mit solchen Schicksalen konfrontiert. Mit »Schmerzensgeld« hat er einen Kriminalroman der anderen Art geschrieben. Wenn Sie anspruchsvolle und spannende Unterhaltung zu schätzen wissen, sollten Sie sich dieses Buch nicht entgehen lassen!

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783710900440
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:288 Seiten
Verlag:Benevento
Erscheinungsdatum:12.10.2018

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    walli007s avatar
    walli007vor 3 Tagen
    Unkonventionell


    Nach Jahren im Polizeidienst hat Silvio Cromm denselben verlassen. Nicht angewiesen auf das Geld teilt er seine Zeit zwischen der Geschäftsführung in einem der Restaurants der Familie und seiner Tätigkeit für die Gesellschaft für unkonventionelle Maßnahmen auf. Letzte wurde gegründet, um den kleinen Leuten zu ihrem Recht zu verhelfen. Der alten Dame, die durch einen gestellten Unfall viel Geld verloren hat, oder auch den Anlegern, die durch Bankberater zu riskanten Investitionen überredet wurden und bei den beginnenden Verlusten im Stich gelassen wurden. Inzwischen hat jedoch auch die Polizei Wind von den Machenschaften der Gesellschaft bekommen und bei dem dortigen Kommissar Dreier bestehen Zweifel an der Legalität der Aktivitäten von Cromm und seinen Mitgesellschaftern.


    Ein durchaus frecher Ansatz für die Gesellschaft für unkonventionelle Maßnahmen. Irgendwie nehmen sie das Recht in die eigenen Hände, wobei die Rechtmäßigkeit der Aktionen durchaus manchmal bezweifelt werden kann. So wie dem Kommissar Dreier recht schnell der Gedanke an Selbstjustiz kommt, so schnell kann man sich des Gedankens nicht erwehren, dass es denen, auf die es die Gesellschaft abgesehen hat, einfach recht geschieht. Schließlich gibt es viele, die das System ausnutzen und damit durchkommen, während die eigentlich Geschädigten ziemlich dumm dastehen und vom sogenannten Rechtsstaat wenig Hilfe bekommen. Schön jedenfalls, dass man sich sowohl größerer als auch kleinerer Fälle annimmt. 


    So ganz kann der Autor Michael Opoczynski seinen Hintergrund als Wirtschaftsjournalist nicht verleugnen. Als TV-Moderator wird er vielen Lesern wohlbekannt sein. Indem er seinen ersten Roman nicht unter einem anderen Pseudonym veröffentlicht hat, hat er sich eine eigene Messlatte gesetzt. Zum Glück kann man nach der Lektüre sagen, sie war nicht zu hoch und sie wurde auch nicht gerissen. Mit flinken Worten zeichnet der Autor seine unkonventionelle Gesellschaft, gewitzt hangeln sich die Gesellschafter am Rande der Legalität entlang und stellen die Täter bloß und verschaffen den Opfern wenigstens ein Gefühl von Gerechtigkeit. Man wünschte sich, in der Wirklichkeit möge es auch solche Helfer geben, doch man wird weiter auf das vorhandene Recht hoffen müssen. 


    Ein gelungenes Debüt über eine zusammengewürfelte Gesellschaft der Aufrechten, die den Abgehängten zu Beachtung verhelfen.

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    Flatters avatar
    Flattervor 2 Monaten
    Umsetzung schwierig

    Über den Autor:

    Michael Opoczynski war mehr als zwanzig Jahre lang Leiter und Moderator der ZDF-Sendung WISO, wo er sich um die Rechte der" kleinen Leute" kümmerte. (Quelle: Verlag)


    Zum Inhalt: Klappentext

    In Schmerzensgeld trifft ein Ermittlerteam mit äußert unkonventionellen Methoden auf Finanzhaie, die glauben, sich nicht an die Regeln halten zu müssen: Michael Opocynski rechnet mit seinem spannenden Wirtschaftsthriller mit der Banken- und Finanzwelt ab, über die er lange in der ZDF-Sendung WISO berichtet hat. Der erste Fall führt die Gesellschaft für unkonventionelle Maßnahmen auf die Fährte einer Privatbank, die jahrelang ihre Kunden geprellt hat. Nach allen Regeln der Kunst und gleichzeitig juristisch unangreifbar wurden tausende einfache Leute geschädigt. Sie haben alles verloren. Sie sind wütend, sie wollen Rache. Doch sie sind machtlos - bis sich die Gesellschaft der Sache annimmt. Ihr Ziel: Ungerechtigkeit aufdecken, die Täter fassen und sie in der Öffentlichkeit bloßstellen. Dazu ist ihnen jedes Mittel recht.


    Meine Meinung:

    Ein sehr brisanter Fall, der in jede Richtung Wellen nach sich zieht. Hier mußte sehr gut recherchiert werden. Was dem Autor auch toll gelungen ist. Er zeigt hier sein großes Fachwissen, das in alle Bereiche des Buches fließt. Die Hauptpersonen haben mir sehr gut gefallen. Jeder Charakter hat sein Aufgabengebiet, das er auch gewissenhaft erfüllt. Trotz der guten Vorarbeit konnte mich der Kriminalroman nicht richtig in seinen Bann ziehen. Die Handlung dümpelt oft etwas vor sich hin und die Spannung konnte nicht so wirklich aufgebaut werden. Manchen Szenen konnte mich mehr packen als andere, es war ein Auf und Ab. Für mich hat der Lesefluß, der mich fesselt, etwas gefehlt. Irgendwie habe ich die ganze Zeit darauf gewartet, dass etwas richtig Spannendes passiert. Für einen Kriminalroman fehlt mir hier der sich steigernde Spannungsbogen. Was mir aber gut gefallen hat, war der Beginn der Operation und wie hier Hand in Hand gearbeitet wird, dass alles funktioniert.


    Cover:

    Das Cover wirkt bedrohlich und ist sehr düster gehalten. Passt aber wiederum gut zur Geschichte.


    Fazit:

    Ganz tolle und ausführliche Recherche, gute Ansätze aber leider konnte mich der Krimi nicht so richtig in seinen Bann ziehen.

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    marion_galluss avatar
    marion_gallusvor 2 Monaten
    Ein tolles Debüt!

    Die Gesellschaft für unkonventionelle Maßnahmen? Was ist das? Wer ist das? Es ist eine Gruppe von Männern und einer Frau, ganz normale Leute in ganz normalen Jobs. Die einen haben mehr Geld, die anderen weniger. Aber eines haben sie alle gemeinsam: Einen besonderen Sinn für die Gerechtigkeit. Und den setzen sie auch ein. Unauffällig „residieren“ sie in einem unscheinbaren Büro mitten in Berlin.

    Wenn jemand sie aufsucht, der ihre Hilfe benötigt und die Gesellschaft der Meinung ist, dort ist Ungerechtigkeit aufzudecken, dann treten sie auf den Plan. Unsichtbar, unscheinbar, im Hintergrund, nicht nachzuverfolgen, aber perfekt organisiert und vorbereitet.

    Dies ist ihr erster Fall: Über viele Jahre wurden unzählige einfache Leute durch eine Privatbank betrogen und um ihr Geld gebracht. Sichere Geldanlagen wurden versprochen, mit hohen Zinsen gelockt. Nicht einmal die Mitarbeiter wussten, dass sie Lügen verkaufen. Der ehemalige Oberste dieser Privatbank ruht sich auf seinem „erarbeiteten“ Vermögen aus und lebt einen gediegenen Lebensstil. Als er mal wieder in Deutschland verweilt, klingelt es an der Tür seines Luxusappartements. Er öffnet die Türe, nicht ahnend, dass er seine Entführer hereinbittet, die ihn für seine Schandtaten zur Rechenschaft ziehen werden ….

    ***

    Michael Opoczynski, ein Gesicht, dass selbst ich noch aus meinen Fernsehzeiten kenne. Lange Jahre hat er das Wirtschaftsmagazin WISO moderiert und geleitet. Ein sympathischer Fernsehmensch, der gutes und solides Programm gemacht hat, sich mit aktuellen und brisanten Themen beschäftigte. Er schreibt schon länger, hat einige Sachbücher und Ratgeber veröffentlicht und liefert nun mit „Schmerzensgeld“ seinen ersten Roman ab. Einen Krimi um genau zu sein. Als ich die Inhaltsangabe las, dachte ich zuerst an einen Politthriller. Die mag ich ja nun eigentlich nicht, oder mochte sie nicht, bis mich Horst Eckert eines besseren belehrte. Dennoch bin ich bei solchen Themen skeptisch und misstrauisch.

    Ich wurde hier sehr positiv überrascht. Michael Opoczynski hat einen wunderbaren ersten Fall um seine „Gesellschaft für unkonventionelle Maßnahmen“ geliefert. Ich hatte großen Spaß bei meiner Lektüre und nicht nur einmal ein Schmunzeln auf den Lippen. Opoczynski hat hier so reale und sympathische Protagonisten erschaffen, die wunderbar normal und sehr liebenswert sind. Die aus den verschiedensten Schichten kommen und die unterschiedlichsten Jobs ausüben. Aber eben eines gemein haben: Ihren Sinn für Gerechtigkeit. Und wie sie planen, überlegen, ausfeilen, vorbereiten, dann ausführen, sich selbst motivieren und einfach Spaß haben, an dem was sie tun, ist einfach ganz toll zu lesen.

    Wenn man in das seriöse Gesicht des Autors schaut, dann erwartet man doch irgendwie einen trockenen, eher einfallslosen, sachlichen Schreibstil. Weit gefehlt. Sein Schreibstil ist absolut hochwertig und sorgt dennoch für einen sehr angenehmen, gar nicht trockenen Lesefluss. Mir sind die Charaktere sehr ans Herz gewachsen und ich habe mich mit ihnen gefreut und gefiebert.

    Opoczynski beschreibt den Hauptstrang sowie eine kleine Nebengeschichte, die auch die Gesellschaft beansprucht. Aber auch Einblicke in das Privatleben seiner Protagonisten liefert der Autor ausreichend.

    Man liest wohl aus meinen Zeilen heraus, dass ich sehr begeistert bin von diesem Buch und viel mehr bekommen habe, als ich erwartet hatte.

    Den Benevento Verlag kannte ich selbst vorher gar nicht. Er präsentiert den Erstling von Michael Opoczynski als schöne gebundene Ausgabe sogar mit einem Lesebändchen. Das Cover ist düster in grau, schwarz und ein bisschen weiß gehalten, spricht mich aber sehr an. Vor allem die offensichtliche Handschrift des Autorennamens finde ich auch sehr gelungen.


    Fazit: Ein sprachlich sehr guter, rasanter und liebenswerter (Polit)Krimi, der eine besondere Gesellschaft vorstellt, die aus ganz großartigen Protagonisten besteht. Eine tolle Idee, eine genial überlegte Handlung mit Sinn, Verstand und ganz viel Gerechtigkeit. Ich freue mich schon sehr auf einen weiteren Fall der Gesellschaft.

    .

    © Marion Brunner__Buchwelten 2018

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    Sikals avatar
    Sikalvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Konnte mich leider nicht so recht überzeugen.
    Start einer neuen Krimireihe


     

    Der erste Fall für die Gesellschaft für unkonventionelle Maßnahmen ist äußerst brisant. Eine ehemalige Privatbank hatte lange Zeit viel versprochen, wenig gehalten. So wurde für viele Anleger der Traum vom großen Geld nach einiger Zeit zum Alptraum, während der ehemalige Bankenchef quer über den Globus einem Luxusleben frönt. Doch nun soll er zur Rechenschaft gezogen werden, bloßgestellt vor der Öffentlichkeit – das wäre eine Genugtuung für alle geprellten Sparer, die sich in ihrer Verzweiflung an die Gesellschaft für unkonventionelle Maßnahmen wenden.

     

    Die Mitglieder der Truppe sind allesamt Sympathieträger, jeder darf seine Talente in diese Robin-Hood-Garde einfließen lassen. Eine unauffällige Gemeinschaft, die ermittelt, wo die Polizei versagt oder machtlos ist. Die Charaktere finde ich auch sehr gelungen, wenngleich ich mir hier mehr Tiefe gewünscht hätte –doch als Einführung in eine Krimireihe passte es für mich so.

     

    Der Autor Michael Opoczynski war lange Jahre Moderator der Sendung „WISO“, wo er sich um die Rechte kleiner Leute kümmerte. Diese Erfahrungen konnte er nun sicherlich in seinen ersten Kriminalroman einfließen lassen. Leider konnte mich der Kriminalroman nicht zur Gänze überzeugen, es plätscherte lange Zeit dahin und man hoffte, dass nun endlich was passiert. Erst mit dem Beginn der Operation wurde es spannend und fesselnd. Von einem guten Kriminalroman erwarte ich mir überraschende Elemente, einen durchgängig hochgehaltenen Spannungsbogen und ein unerwartetes Ende. Hier gibt es sicherlich noch Luft nach oben, da bin ich mal gespannt wie der zweite Band ausfällt. Für diesen ersten Teil gibt es jedoch nur 2 Sterne.

     

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    lisa1997s avatar
    lisa1997vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Tolle Idee, gefällt mir ganz gut. Umsetzung war schwierig.
    Tolle Idee -> Umsetzung ließ Luft nach oben

    Schon als ich die E-Mail vom Verlagsmitarbeiter bekommen und kurz gelesen hatte, war ich neugierig gewesen, was sich hinter dem Kriminalroman „Schmerzensgeld“ von Michael Opoczynski verbirgt. 

    Besonders gereizt hat mich, dass es sich hier um keinen gewöhnlichen Krimi (Polizistenduo löst Kriminalfälle) handelt. Vielmehr geht es um eine Gruppe oder Vereinigung, die zwar polizeiliche Erfahrung hat, aber dennoch ihre eigenen Gesetze und Regeln schreibt. Genau das hat mich dazu bewogen dem Verlagsmitarbeiter zu antworten. Ich wollte Spannungsliteratur mit einer gewissen Abwechslung.

    Aber auch der Fall an sich könnte nicht besser als Anfang einer möglichen Reihe sein. Er ist brisant und interessant. Wenn man auch nur den Klappentext durchliest, weiß man, dass dieser Fall in jede Richtung hohe Wellen nach sich zieht. Im Grunde eine tolle Idee des Autors, die bestimmt einige Leser interessieren könnte, da der Autor selbst, langjähriger WISO Moderator war und demnach auch oft mit Fällen zu tun hatte, bei denen aufwendige Recherchen das A &O waren.

    Auch bei diesem Buch wird es bestimmt aufwendige Recherchen gegeben haben, wobei der Autor durch seine langjährige Arbeit auch einiges an Hintergrundwissen sich angesammelt hat. Beispielsweise fließt sein Wissen über die Abläufe und Kooperationen im wirtschaftlichen Bereich deutlich merkbar in die Geschichte ein.

    Außerdem haben mir bei „Schmerzensgeld“ die Hauptpersonen gefallen. Für mich waren sie an sich als Teil der Gesellschaft aber auch als Privatpersonen interessant und man merkt auch im Laufe der Geschichte, dass jedes Mitglied seinen fixen Aufgabenbereich hat und dessen Aufgaben gewissenhaft erledigt. Ansonsten würde „Die Gesellschaft für unkonventionelle Maßnahmen“ richtig und reibungslos funktionieren.

    Trotz der sehr guten Recherche und dessen Einbindung in die Handlung, konnte mich der Kriminalroman „Schmerzensgeld“ nicht wirklich durch kriminalistische Elemente überzeugen. Für mich hat es deutlich an aufbauender Spannung gefehlt. Die Handlung plätscherte meiner Meinung nach einfach so dahin.

    Vom Thema oder der Idee her, kann ich verstehen, warum diese Lektüre als Kriminalroman deklariert wird, dennoch konnte dieser mich als solcher nicht mitreißen. Immer wieder musste ich Pausen einlegen, weil ich mich bis zur Wendung (Beginn der Operation) einfach nicht als Krimiliebhaberin unterhalten gefühlt habe.

    Nach dem Beginn der Operation ging es eigentlich und ich hatte Freude an dem ganzen Versteckspiel und Aktionen, die die Gesellschaft hier durchgeführt hat. Dazu gehört genaues Planen und eine große Portion Konzentration aber auch das Quäntchen Glück. Dieser Teil hat mir wirklich gut gefallen.

    Jedoch kam dann das Ende und es kam wieder das Gefühl zurück, dass mir etwas fehlte. Plötzlich wusste ich nichts mehr. Was ist die Rolle des Polizisten jetzt? Was passiert jetzt mit dem Journalisten? Ich hatte wirklich die Frage im Kopf: „Und was jetzt? Wieso passiert das im letzten Kapitel?“. Für mich hat das wenig Sinn gemacht.

    Zusammenfassend: Wirklich tolle Recherche und auch die Idee an sich sehr interessant, zumal der Autor bestimmt viele Geschichten durch seine Arbeit im Kopf hat. Jedoch finde ich die Umsetzung als Krimi leider eher mager.

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    R_Mantheys avatar
    R_Mantheyvor 2 Monaten
    Lynchjustiz im modernen Gewand

    Früher einmal hat Michael Opoczynski bei einem Fernsehsender gearbeitet, der in irritierender Weise behauptet, man müsse sich ein Auge zuhalten, damit man mit dem anderen besser sieht. Nun also schreibt er Kriminalromane in einer leicht selbstverliebten Sprache. In diesem geht es um einen Fall für die "Gesellschaft für unkonventionelle Maßnahmen". Mit dieser euphemistischen Umschreibung meint Opoczynski die Aushebelung des Rechtsstaates, der schließlich nicht immer für Gerechtigkeit sorgen kann. Damit folgt er einem auch in der großen Politik gängigem Trend. Handelt es sich um "Gerechtigkeit" oder einen anderen von gewissen Leuten positiv besetzten Wert geht, dann kann man schon mal die Gesetze außen vor lassen. Ansonsten gilt selbstverständlich das Gewaltmonopol des Staates. Schöne neue Welt eben. Man macht sie sich gerne so, wie es einem passt.

    Im Schmerzensgeldfall geht es um einen raffgierigen Banker, der durch dunkle Vertriebsmachenschaften ahnungslosen Kunden Produkte aufschwatzen ließ, die sie anschließend in die Pleite trieben. Der schmierige Typ hat mehrere Häuser und genießt seinen Ruhestand auf einer Mittelmeerinsel, was allein schon deshalb nicht gerecht ist, weil viele seiner Kunden gerade diese Möglichkeit durch sein böses Tun verloren haben. Deswegen schreitet nun die "Gesellschaft für unkonventionelle Maßnahmen" ein und stellt dem Bösewicht eine üble Falle, damit er seine Missetaten gesteht und um Gnade bettelt. Für seine Opfer ist diese Wohltat selbstverständlich kostenlos. Und natürlich wird das Ganze so genial eingefädelt, dass das gesetzlose Tun der Gerechtigkeitstruppe nicht ans Licht kommt.

    Man weiß nicht, wie ernst der Autor seine feuchten Gerechtigkeitsträume wirklich selbst nimmt. Vielleicht ist das Ganze ja auch eine Satire oder ein Fingerzeig. Oder irgendwas anderes. Bei aller Weltfremdheit liest sich dieser vorgebliche Kriminalroman ganz gut. Bestimmt wird sich der eine oder andere Leser auch angesprochen fühlen, wenn es den gierigen Bankern endlich mal an den Kragen geht. Aber Opoczynski lässt auch den Banker sprechen, der auf die treuherzige Ahnungslosigkeit seiner Opfer hinweist und auf deren Wunsch nach betreutem Denken, den er böswillig missbraucht hat. Immerhin begibt sich Opoczynski damit scheinbar auf eine neutrale Position, denn man könnte schließlich auch (nicht im Sinne der armen Opfer) argumentieren, dass man sich nicht auf angeblich sichere Tipps einlassen sollte, die man nicht versteht. Wo jedoch Opoczynskis Sympathien liegen, muss man nicht ergründen, denn die Anlage seines Romans spricht für sich.

    Kriminalromane gehen gewöhnlich an der Realität weit vorbei. Da macht auch diese Variante keine Ausnahme. Allerdings kommt sein Ansatz einer bedenklichen Strömung entgegen, die darin besteht, dem selbstdefinierten Guten zum Durchbruch zu verhelfen. Wenn schon die Regeln des Rechtsstaates nicht greifen und die Gerechtigkeit außen vor bleibt, dann muss man die Sache eben selbst in die Hand nehmen. Früher nannte man das Lynchjustiz und davor Faustrecht. Mich würde es nicht wundern, wenn sich dafür in der Realität sogar Sponsoren finden würden. Dass sich Journalisten, die einmal für den öffentlich-rechtlichen Medienbereich gearbeitet haben, in diese Spur begeben, ist schon bemerkenswert.

    Sieht man einmal von diesem Hintergrund ab, dann bleibt eine recht unterhaltsame Geschichte übrig, die sicher viel Beifall finden wird.

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    schillerbuchs avatar
    schillerbuchvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Eine schöne Idee sehr mäßig durchgeführt
    Robin Hood im 21. Jahrhundert

    Eine Gesellschaft, die sich, wie einst Robin Hood, für die Schwächeren unserer Gesellschaft einsetzt. Genaugenommen die Schwächeren, die in irgendeiner Form geschädigt wurden, denen aber keine Gerechtigkeit widerfährt. Wie das gehen könnte, beschreibt der frühere WISO – Moderator Michael Opoczynski in seinem ersten Roman.

    Der Inhalt

    Eine Privatbank hat jahrelang ihre Kund*innen mit hohen Zinsen angeblich sicherer Geldanlagemodelle gelockt und dann, als die Anlagen scheiterten, im Stich gelassen. Natürlich nicht, ohne vorher satte Provisionen eingestrichen zu haben und juristisch unanfechtbar. Ebenso im Regen stehen blieben die Anlagebeater, die nach kurzer Einarbeitung die meist älteren Opfer beraten hatten. Einen dieser Berater verfolgt diese Zeit noch heute, deshalb wendet er sich an die Gesellschaft für unkonventionelle Maßnahmen, denn er will Rache. Und die Gesellschaft tut etwas – juristisch nicht ganz einwandfrei, aber wirkungsvoll…..

    Die Hauptpersonen

    Die Gesellschaft für unkonventionelle Maßnahmen hat fünf Mitglieder: Gründer Paul van den Loo ist ein älterer Herr, der die Gesellschaft als Verein führt, aber eigentlich der Chef ist. Denn von ihm kommt das Geld, das die Gesellschaft für ihre Opeationen benötigt. Eine eigene Erfahrung, die ihn viel Geld gekostet hat, löste bei ihm den ersten Impuls aus, „dem Recht gerade auch dann zum Sieg zu verhelfen, wenn die Juristen „Oh, aussichtslos“ riefen“.

    Felicitas Hahmann ist eine ehemalige Bankberaterin, die irgendwann mehr wusste als ihr Chef. Jetzt ist sie Teilhaberin einer Versicherungsagentur und eine Top-Organisatorin. Außerdem gelingt es ihr besonders gut, Zielpersonen so zu umgarnen, daß sie mehr verraten als sie eigentlich möchten.

    Hugo Eschweiler ist It – Spezialist und machte bei der Wende schlechte Erfahrungen mit den nicht blühenden Landschaften. In seinem Brotjob langweilt er sich und deshalb genießt er die Aktionen der Gesellschaft. Je eindeutiger etwas verboten ist, desto besser, Hauptsache es wird jemandem geholfen, dem von Polizei und Verwaltung nicht zu seinem Recht verholfen wurde.

    Hans-Peter Pfister ist ein Allrounder und handwerklich geschickt. Auch er war einmal Opfer und die Gesellschaft sorgte dafür, daß der Täter, der ihn überfallen hatte, einen Denkzettel bekam. Seit er Mitglied der Gesellschaft ist, kann er auf die Lektüre von Kriminalromanen verzichten.

    Vural Tabak ist Türke und arbeitet väterlichen Supermarkt mit. Er liebt den Kampfsport und ist in der Gesellschaft „zuständig für die Abteilung feste Handgriffe“.

    Und dann ist da noch Silvio Cromm, der ehemalige Kriminalkommissar, der Männer und Bardolino liebt. Er hängte seinen Job bei der Polizei an den Nagel, als in einem Prozess ein brutaler Krimineller freigesprochen wurde, gegen den er jahrelang ermittelt hatte und in dem ihm Rassismus vorgeworfen wurde. Nun setzt er seine Fähigkeiten lieber für die Gerechtigkeit ein.

    Diese fünf Menschen beschließen, den Geschädigten der Bank zu helfen und schmieden einen raffinierten Plan, der vor allem den Geschäftsführer treffen soll. Zwar können sie den Opfern ihr Geld nicht zurück geben, aber sie können dafür sorgen, daß dieser Mann nicht nur seinen Ruf, sondern auch sein Vermögen verliert.

    Meine Meinung

    Mich hat dieser Kriminalroman interessiert, weil er einmal einen ganz anderen Ansatz hat. Wem ging es nicht schon einmal so, daß er Wirtschaftsbossen, Bankern oder Kriminellen, die ungeschoren davon kamen Konsequenzen für ihr Tun wünschte! Michael Opoczynski, der als Journalist und Moderator immer wieder mit Fällen konfrontiert war, über die er nicht berichten konnte, weil seine Quellen nicht in Erscheinung treten wollten, führt mit den Mitteln der Fiktion lustvoll aus, was er solchen Menschen wünscht. Dabei geht die Gesellschaft zwar nicht gerade zimperlich vor, aber nie brutal. Ihr geht es darum, die Täter bloßzustellen und den Opfern Genugtuung zu verschaffen. Daß der Autor über ein breites Wissen im Wirtschaftbereich verfügt, merkt man diesem Buch an.

    Auch seine Kenntnisse über die Arbeit in den Sendeanstalten fließen in den Roman ein: Die Gesellschaft braucht für ihren Plan nämlich auch die Öffentlichkeit des Fernsehens. Deshalb arbeitet sie mit dem freien TV – Journalisten Sönke Ahlers zusammen, den sie mit Informationen über die perfiden Bankgeschäfte füttert. Er wiederum stellt der Gesellschaft die Interviews zur Verfügung, die er mit den Geschädigten geführt hat. Diese Interviews sind ein wichtiger Bestandteil des Plans, mit dem der ehemalige Bankmanager mürbe gemacht werden soll.

    Leider hat mich die Lektüre aber doch unbefriedigt zurückgelassen. Trotz der zweifellos vorhandenen Sachkompetenz ist es dem ehemaligen Journalisten für mein Empfinden nicht gelungen, einen echten Spannungsbogen zu schlagen, der nun einmal zu einem Kriminalroman zwingend dazugehört. Die Handlung plätschert allzu brav vor sich hin, die Charaktere sind eher klischeehaft und oberflächlich gezeichnet.
    „In den Verlagen glauben sie, daß Fernsehjournalisten nicht schreiben können“ sagt Opoczynski in einem Interview. Soweit möchte ich nicht gehen, denn ich habe noch kein Sachbuch von ihm gelesen, aber von einem Kriminalroman erwarte ich noch mehr Spannung und sorgfältiger gezeichnete Figuren.

    Fazit: Schade! Ich hatte mir mehr von diesem Buch versprochen. Aber wer weiß, vielleicht hat Michel Opoczynski noch mehr Material für fiktive Geschichten. Ich könnte mir vorstellen, eine andere literarische Form würde dem Stoff besser tun. Ferdinand von Schirach hat es mit seinen Sozialreportagen vorgemacht und vielleicht wäre die Gesellschaft für unkonventionelle Maßnahmen zukünftig in einem ähnlichen Format besser aufgehoben!

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