Michael Pauen

 3,8 Sterne bei 6 Bewertungen

Lebenslauf von Michael Pauen

Michael Pauen, geboren 1956, studierte Philosophie in Marburg, Frankfurt am Main und Hamburg. Nach der Habilitation 1995 war er Professor für Philosophie an der Universität Magdeburg und lehrt nun am Institut für Philosophie der Humboldt-Universität zu Berlin, wo er auch Sprecher der Berlin School of Mind and Brain ist. Im S. Fischer Verlag hat er veröffentlicht ›Illusion Freiheit? Mögliche und unmögliche Konsequenzen der Hirnforschung‹ (2004), ›Grundprobleme der Philosophie des Geistes. Eine Einführung‹ (2005) sowie zuletzt gemeinsam mit Harald Welzer ›Autonomie. Eine Verteidigung‹ (2015).

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Michael Pauen

Cover des Buches Autonomie (ISBN: 9783100022509)

Autonomie

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Erschienen am 23.04.2015
Cover des Buches Illusion Freiheit? (ISBN: 9783596303083)

Illusion Freiheit?

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Erschienen am 15.05.2015
Cover des Buches Was ist der Mensch? (ISBN: 9783421042248)

Was ist der Mensch?

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Erschienen am 16.02.2007
Cover des Buches Ohne ich, kein wir (ISBN: 9783550088421)

Ohne ich, kein wir

 (1)
Erschienen am 16.04.2012
Cover des Buches Macht und soziale Intelligenz (ISBN: 9783103973327)

Macht und soziale Intelligenz

 (1)
Erschienen am 22.05.2019
Cover des Buches Dithyrambiker des Untergangs (ISBN: 9783050026596)

Dithyrambiker des Untergangs

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Erschienen am 01.12.1994
Cover des Buches Grundprobleme der Philosophie des Geistes (ISBN: 9783596303014)

Grundprobleme der Philosophie des Geistes

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Erschienen am 15.05.2015

Neue Rezensionen zu Michael Pauen

Cover des Buches Autonomie (ISBN: 9783100022509)M

Rezension zu "Autonomie" von Michael Pauen

Autonomie als wesentliches Entwicklungsmoment des Menschen
michael_lehmann-papevor 6 Jahren

Autonomie als wesentliches Entwicklungsmoment des Menschen

Immer schon stehen zwei einander entgegenwirkende Kräfte in und außerhalb des Menschen mit Reibung gegeneinander, die dennoch beide notwendig für das Menschsein sind.

Die Tendenz zur Gemeinschaft, zum sozialen agieren, welche die Grundlage des Überlebens des Menschen an sich war (und ist) und ebenso die Grundlage für die Expansion und Entwicklung der Menschheit in sich trägt.

Und zum anderen der Wunsch, eine einzigartige, individuelle Persönlichkeit zu sein, individuell erkennbar durch persönliche Eigenschaften und Fähigkeiten und damit abgegrenzt „von den anderen“.

Einige Beispiele eines individuellen, autonomen Handelns sind es, mit denen die Autoren dieses Buch beginnen und damit von Beginn an klarstellen, dass die Fähigkeit zur eigenen Handlung ein zentrales Moment des menschlichen Seins ist. Entscheidungen und Handlungen, die im ersten Schritt nicht „sozial abgeglichen“ stattfinden, nicht erst um die Erlaubnis der „Masse“, der „Gruppe“ fragen. Dennoch aber sind auch bis diesen Beispielen „kollektive Hintergründe“ nicht von der Hand zu weisen. Die genau Abgrenzung und Beschreibung dessen, was wirklich Autonomie und autonomes Handeln sind, fällt nicht leicht und ist eines der zentralen Themen, dass die Autoren im Hintergrund des Buches „mitlaufen“ lassen.

Dennoch gibt es das, das Menschen „selbstbestimmt“ handeln und entscheiden können. Ein Wesensmerkmal, welches die Autoren allerdings in einer ständig und immer höher mit Anpassungsdruck versehen Gesellschaft deutlich in Gefahr sehen.

Überwachungstechnologie, Big Data, Transparenzideal, Shitstorms, Skandalisierungen, dies sind nur einige der „modernen Techniken“, mit denen die Autonomie des Menschen sowohl äußerlich (wegen dem, was die anderen wissen), als auch innerlich (sich nicht anders verhalten zu sollen, um nicht in den Fokus kritischer Betrachtung zu geraten) zunehmend gefährdet wird.

Demgegenüber erläutern, beharren und überzeugen die Autoren dahingehend, dass Autonomie „unverzichtbar für ein sinnvolles, selbstbestimmtes Leben“ ist und bleibt. Was nicht nur als reine These formuliert wird, sondern zunächst im Buch im Rahmen einer Begriffsklärung und der Erläuterung der Geschichte der Autonomie eine fundierte Grundlage erhält, bevor die Autoren zu empirischen Erkenntnissen übergehen.

Gerade die dort breit ausgewerteten und in ihren einzelnen Aspekten zur Autonomie ausgewertete Fallstudie des Reservepolizeibataillon 101 im Rahmen einer SS Massenermordung zeigt die Ambivalenz autonomer Entscheidungen, ihre Bedeutung, ihre Folgen, ihre Risiken und wirft einen Blick auf die grundlegende soziale Konfiguration, auf deren Basis erst entschieden werden kann, ob eine Entscheidung oder ein Handeln als autonom oder konform einzustufen sind.

Wenn dann im letzten Kapitel, welches sich der aktuellen Situation zuwendet, durchaus nüchtern „eine andere Form von Totalitarismus“ vor Augen führt, die nicht in Uniform auftritt, keine Massenaufmärsche inszeniert, ohne jeden zunächst sichtbaren Terror auskommt und sich gar im verfassungsmäßigen Rahmen bewegt und dennoch die freien Wahlmöglichkeiten des einzelnen stark einschränkt, dann wird deutlich, wie sich die (in der Geschichte teuer erworbene) Möglichkeit zur Autonomie des Menschen und damit zur persönlichen Entscheidungsfreiheit „unter Druck“ erlebt.

Denn zumindest der starke Versuch einer „Expansion in das Individuum und seine Sozialbeziehungen hinein“ ist von vielen Seiten her zunehmend (erfolgreich) festzustellen, nicht erst was Fragen der NSA angeht.

In ruhigem, sachlichen, unaufgeregten Tonfall in nicht immer leichter und teils wissenschaftlich abstrahierender Sprache bieten die beiden Autoren eine Lektüre, die zur persönlichen Reflexion genauso einlädt, wie sie den Wert der Autonomie an sich überzeugend vor Augen führt. Und mit ihren „11 Regeln zur Verteidigung der Autonomie“ am Ende des Buches auch handfeste und praktische Hinweise für den Leser zur Verfügung stellt.

Eine sehr empfehlenswerte Lektüre

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Cover des Buches Ohne ich, kein wir (ISBN: 9783550088421)W

Rezension zu "Ohne ich, kein wir" von Michael Pauen

Rezension zu "Ohne ich, kein wir" von Michael Pauen
WinfriedStanzickvor 9 Jahren

„Ohne ich kein Wir“. Die Titelaussage des vorliegenden Buches des Philosophen Michael Pauen drückt eine uralte Weisheit aus, die die Texte und Traditionen vieler Religionen und die Spiritualität unzähliger Weisheitslehrer geprägt hat.

Eine Gemeinschaft, vor allen Dingen eine wirklich solidarische Gemeinschaft ist umso stärker, je mehr die zu ihr gehörenden Individuen im Laufe ihrer Reifung und ihres Erwachsenwerdens gelernt haben, eine eigenständige und selbstbewusste Identität auszubilden, die auch in Krisen nicht zusammenbricht und fähig ist, gerade weil sie immer ausreichend für sich selbst sorgt, sich auch über lange Zeit um andere zu kümmern und sich für sie und das Gemeinwesen, dem sie alle angehören, zu engagieren.

Nun ist aber genau dieses An-Sich-Selbst-Denken in einer Gesellschaft, in der die politisch korrekte Menschenfreundlichkeit oft in sehr scheinheiligen Verpackungen dominiert, seit langem als Egoismus verpönt.

Michael Pauen zeigt an vielen Beispielen wie ein „empathischer Egoismus“ dem Einzelnen und der Gemeinschaft, in der er lebt, mehr hilft und nützt als die bloße Menschenfreundlichkeit. „Eine Gesellschaft aus lauter Menschenfreunden wäre sterbenslangweilig“, sagt er. Doch nicht nur das. Sie wäre nicht in der Lage, aus sich heraus Innovationen von einzelnen Menschen zu generieren, die nicht nur diese selbst voranbringen, sondern auch die Gemeinschaft als Ganzes.

Er zeigt, wie und warum unsere Gesellschaft empathische Egoisten braucht. Menschen also, die gelernt haben, ihre Eigeninteressen zu verfolgen, die aber auch gelernt haben, sich in andere Menschen und Situationen einzufühlen, solidarisch zu sein und so immer auch das Ganze und sein Wohlergehen im Blick haben.
„Entscheidend ist in jedem Falle, dass Egoisten und Gemeinschaft aufeinander angewiesen sind. Die Egoisten brauchen die Gemeinschaft, ohne die sie es kaum aushalten würden, aber auch die Gemeinschaft benötigt die Egoisten, die sie voranbringen und immer wieder herausfordern: Ohne Ich kein Wir.“

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