Michael Pauen , Harald Welzer Autonomie

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Inhaltsangabe zu „Autonomie“ von Michael Pauen

Was tun gegen den Zwang zur Anpassung? Autonomie gilt als zentrale menschliche Eigenschaft. Doch sie gerät von vielen Seiten unter Beschuss: Die Neurowissenschaft erklärt, der Wille sei nicht frei, die Sozialpsychologie zeigt in ihren Experimenten ebenso wie Shitstorms im Internet, wie mächtig der Anpassungsdruck ist. Die Auswirkungen sind beträchtlich, wenn unsere Autonomie in Gefahr ist. Harald Welzer und Michael Pauen analysieren die Situation auf Grundlage eigener Experimente und Forschungen, um Möglichkeiten der Gegenwehr sichtbar zu machen: Wie können Gemeinschaften so gestaltet werden, dass Konformitätszwänge gering bleiben? Gleichzeitig zeigen sie, dass es wirksame Gegenstrategien nur auf der sozialen Ebene geben kann – solange wichtige Freiheitsspielräume noch bestehen. Die Zeit drängt.

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  • Autonomie als wesentliches Entwicklungsmoment des Menschen

    Autonomie
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    27. May 2015 um 13:04

    Autonomie als wesentliches Entwicklungsmoment des Menschen Immer schon stehen zwei einander entgegenwirkende Kräfte in und außerhalb des Menschen mit Reibung gegeneinander, die dennoch beide notwendig für das Menschsein sind. Die Tendenz zur Gemeinschaft, zum sozialen agieren, welche die Grundlage des Überlebens des Menschen an sich war (und ist) und ebenso die Grundlage für die Expansion und Entwicklung der Menschheit in sich trägt. Und zum anderen der Wunsch, eine einzigartige, individuelle Persönlichkeit zu sein, individuell erkennbar durch persönliche Eigenschaften und Fähigkeiten und damit abgegrenzt „von den anderen“. Einige Beispiele eines individuellen, autonomen Handelns sind es, mit denen die Autoren dieses Buch beginnen und damit von Beginn an klarstellen, dass die Fähigkeit zur eigenen Handlung ein zentrales Moment des menschlichen Seins ist. Entscheidungen und Handlungen, die im ersten Schritt nicht „sozial abgeglichen“ stattfinden, nicht erst um die Erlaubnis der „Masse“, der „Gruppe“ fragen. Dennoch aber sind auch bis diesen Beispielen „kollektive Hintergründe“ nicht von der Hand zu weisen. Die genau Abgrenzung und Beschreibung dessen, was wirklich Autonomie und autonomes Handeln sind, fällt nicht leicht und ist eines der zentralen Themen, dass die Autoren im Hintergrund des Buches „mitlaufen“ lassen. Dennoch gibt es das, das Menschen „selbstbestimmt“ handeln und entscheiden können. Ein Wesensmerkmal, welches die Autoren allerdings in einer ständig und immer höher mit Anpassungsdruck versehen Gesellschaft deutlich in Gefahr sehen. Überwachungstechnologie, Big Data, Transparenzideal, Shitstorms, Skandalisierungen, dies sind nur einige der „modernen Techniken“, mit denen die Autonomie des Menschen sowohl äußerlich (wegen dem, was die anderen wissen), als auch innerlich (sich nicht anders verhalten zu sollen, um nicht in den Fokus kritischer Betrachtung zu geraten) zunehmend gefährdet wird. Demgegenüber erläutern, beharren und überzeugen die Autoren dahingehend, dass Autonomie „unverzichtbar für ein sinnvolles, selbstbestimmtes Leben“ ist und bleibt. Was nicht nur als reine These formuliert wird, sondern zunächst im Buch im Rahmen einer Begriffsklärung und der Erläuterung der Geschichte der Autonomie eine fundierte Grundlage erhält, bevor die Autoren zu empirischen Erkenntnissen übergehen. Gerade die dort breit ausgewerteten und in ihren einzelnen Aspekten zur Autonomie ausgewertete Fallstudie des Reservepolizeibataillon 101 im Rahmen einer SS Massenermordung zeigt die Ambivalenz autonomer Entscheidungen, ihre Bedeutung, ihre Folgen, ihre Risiken und wirft einen Blick auf die grundlegende soziale Konfiguration, auf deren Basis erst entschieden werden kann, ob eine Entscheidung oder ein Handeln als autonom oder konform einzustufen sind. Wenn dann im letzten Kapitel, welches sich der aktuellen Situation zuwendet, durchaus nüchtern „eine andere Form von Totalitarismus“ vor Augen führt, die nicht in Uniform auftritt, keine Massenaufmärsche inszeniert, ohne jeden zunächst sichtbaren Terror auskommt und sich gar im verfassungsmäßigen Rahmen bewegt und dennoch die freien Wahlmöglichkeiten des einzelnen stark einschränkt, dann wird deutlich, wie sich die (in der Geschichte teuer erworbene) Möglichkeit zur Autonomie des Menschen und damit zur persönlichen Entscheidungsfreiheit „unter Druck“ erlebt. Denn zumindest der starke Versuch einer „Expansion in das Individuum und seine Sozialbeziehungen hinein“ ist von vielen Seiten her zunehmend (erfolgreich) festzustellen, nicht erst was Fragen der NSA angeht. In ruhigem, sachlichen, unaufgeregten Tonfall in nicht immer leichter und teils wissenschaftlich abstrahierender Sprache bieten die beiden Autoren eine Lektüre, die zur persönlichen Reflexion genauso einlädt, wie sie den Wert der Autonomie an sich überzeugend vor Augen führt. Und mit ihren „11 Regeln zur Verteidigung der Autonomie“ am Ende des Buches auch handfeste und praktische Hinweise für den Leser zur Verfügung stellt. Eine sehr empfehlenswerte Lektüre

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