Michael Paul

 4,5 Sterne bei 44 Bewertungen
Autor von Wimmerholz, Das Haus der Bücher und weiteren Büchern.
Autorenbild von Michael Paul (©MIchael Paul)

Lebenslauf von Michael Paul

Michael Paul lebt mit seiner Familie in Südbaden. Er studierte Betriebswissenschaft und arbeitet als selbstständiger Strategieberater, sowie als Gastdozent an der Uni Freiburg und der Hochschule Offenburg. Im Jahr 2014 veröffentlichte er seinen Debütroman "Wimmerholz", das so begeistert aufgenommen wurde, dass nach seinem zweiten Roman eine Lesereise durch ganz Deutschland erfolgte. Paul schreibt zuhause, in der Toskana und einem Kloster.

Alle Bücher von Michael Paul

Cover des Buches Wimmerholz (ISBN: 9783849577643)

Wimmerholz

 (20)
Erschienen am 14.03.2014
Cover des Buches Das Haus der Bücher (ISBN: 9783947081011)

Das Haus der Bücher

 (12)
Erschienen am 10.03.2017
Cover des Buches Tabun (ISBN: 9783947081035)

Tabun

 (9)
Erschienen am 04.05.2019
Cover des Buches Der Kampf um den Nordpol (ISBN: 9783451390524)

Der Kampf um den Nordpol

 (0)
Erscheint am 11.04.2022
Cover des Buches Raus aus dem Irrenhaus! (ISBN: 9783709303726)

Raus aus dem Irrenhaus!

 (0)
Erschienen am 27.02.2012
Cover des Buches Tabun (ISBN: 9783966980371)

Tabun

 (3)
Erschienen am 04.10.2019

Neue Rezensionen zu Michael Paul

Cover des Buches Das Haus der Bücher (ISBN: 9783947081004)Igelmanu66s avatar

Rezension zu "Das Haus der Bücher" von Michael Paul

Mutige Menschen
Igelmanu66vor 4 Monaten

»Wir können das nicht einfach so hinnehmen. Niemand hat das Recht, diese wundervollen Bücher zu verbieten, zu verbrennen und unsere Schriftsteller umzubringen. Verstehst du, worum es geht?«

 

Königsberg im Jahr 1933. Inhaber Wilhelm Kirchner, seine ebenfalls in der Buchhandlung arbeitende Nichte Emma und ihre Kollegen Konrad Gallinat und Otto Perlmann stehen unter Schock. Sie lieben ihren Beruf, Bücher sind ihr Leben – und nun werden sie gezwungen, sämtliche Werke zahlreicher Autoren der geplanten großen Bücherverbrennung zu opfern. Die vier sind sich schnell einig, sie wollen versuchen, so viele Bücher wie möglich vor den Flammen zu retten. Auch, wenn sie damit ihr eigenes Leben riskieren…

 

Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass man sich von Zeit zu Zeit mit bestimmten Themen auseinandersetzen muss, so bedrückend sie auch sind. Der Nationalsozialismus ist so ein Thema und gehört leider nicht nur zu unserer Vergangenheit. Da mir Bücher sehr am Herzen liegen, fiel meine Wahl diesmal auf diesen Roman vor historischem Hintergrund.

 

Schauplatz der Handlung ist Königsberg, präzise die damals größte Buchhandlung Europas, das „Haus der Bücher“ des Unternehmens Gräfe und Unzer. Die Beschreibungen der Buchhandlung lassen das Herz jedes Bücherfreundes höherschlagen, eine Reihe alter Fotos gibt einen guten Eindruck der damaligen Pracht. Das sehr schöne Buch mit Hardcover passt perfekt, es macht einen hochwertigen Eindruck und das Cover mit der brennenden Ecke wirkt sehr eindringlich.

 

In die traurige Handlung steigt man sofort ein, ich bewunderte den großen Mut von Kirchner, Emma, Konrad und Otto. Schließlich waren sie ganz normale Menschen, zu deren Alltag es normalerweise nicht gehört, das eigene Leben und das der liebsten Angehörigen zu riskieren. Aber sie verstanden, dass es noch um viel mehr als nur Bücher geht und lieferten ein Musterbeispiel an Zivilcourage.

 

Wenn sich der Autor auch um einen kleinen Lichtblick zum Ende bemühte, darf man kein Happy End erwarten. Beim Lesen wechselten großes Mitgefühl und Trauer mit Wut und Fassungslosigkeit ab, die Handlung wirkte sehr realistisch. Bei der Vorstellung, dass Studierende, also vermeintlich gebildete Menschen, Bücher verbrennen, komme ich aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus. So eine Verblendung ist beängstigend und leider bewies sich, wie recht Heine hatte, als er schon lange vor den Nazis schrieb »Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.« Passend dazu werden neben dem schon schrecklichen Thema der Bücherverbrennung im Zuge der „Aktion wider den undeutschen Geist“ natürlich auch andere Naziverbrechen angesprochen. Da wird die Universität von jüdischen Professoren „gereinigt“, es wird gefoltert und gemordet.

 

Die Charaktere und ihr Plan zur Bücherrettung sind fiktiv, aber es ist bekannt, dass im Haus der Bücher „verbotene“ Bücher offenbar heimlich versteckt und unter dem Ladentisch an vertrauenswürdige Kunden verkauft wurden. Um diesen Fakt herum wurde eine spannende Romanhandlung ausgebaut. Ein detailliertes Nachwort gibt Informationen zum geschichtlichen Hintergrund, den Fakten (im Unterschied zur Romanhandlung) und zur Unternehmensgeschichte.

 

Was mich vor allem zu Beginn leicht irritierte, war die recht einfach gehaltene Sprache. Das überraschte mich, damit hatte ich bei einem Buch über Bücher nicht gerechnet. Mir fielen beispielsweise die kurzen Sätze auf, die auch schon mal mit dem Wörtchen „Dann“ anfingen. Rückblickend stelle ich allerdings fest, dass mir diese Punkte im weiteren Verlauf nicht mehr auffielen. Entweder hatte der Autor sich warmgeschrieben oder ich war so von der Lektüre gefesselt, dass ich die zuvor empfundenen sprachlichen Holprigkeiten nicht mehr wahrnahm. Zudem kann die einfache Sprache auch ein Vorteil sein, denn sie erhöht die Zugangsmöglichkeit für Leser, die vor dem anspruchsvollen Thema Respekt haben. Eins ist sicher, die Auseinandersetzung mit diesem tiefschwarzen Punkt unserer Geschichte ist und bleibt wichtig und obwohl hier fiktive Personen agieren, wird es ähnliche Ereignisse und Schicksale gegeben haben. Sie dürfen nie vergessen werden.

 

Fazit: Ein fesselndes und leider sehr trauriges Kapitel der Geschichte. Leicht lesbar trotz des ernsten Themas.

Kommentare: 24
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Cover des Buches Tabun (ISBN: 9783947081035)Lottewoesss avatar

Rezension zu "Tabun" von Michael Paul

»Der Tod ist ein Meister aus Deutschland.«
Lottewoessvor 2 Jahren

Noch aus der Nazi-Zeit stammt ein gefährliches Giftgas namens Tabun, auf dessen Einsatz Hitler jedoch (zum Glück) dann verzichtete. Doch wohin damit? Nach dem Krieg wurde es in Fässer verpackt und von den Alliierten ab ins Meer entsorgt, natürlich streng geheim.

Schon allein ein Tropfen dieses Elements ist tödlich, und eine unüberschaubare Anzahl von Tonnen ruht auf dem Meeresgrund. Es kommt in Giftklumpen, die Bernstein täuschend ähnlichsehen, an die Oberfläche und entzündet sich schon bei dreißig Grad, also beispielsweise bei Körperwärme.  Als ein junger Familienvater qualvoll verbrennt und die ganze Sache vertuscht wird, soll eine private Stiftung den Fall weiter verfolgen. Frau Professor Sarah Kohn, eine siebzigjährige bekannte Historikerin, die diese Organisation mit dem Namen ›ad lucem‹ verwaltet, schickt zwei Ermittler ins Rennen: Ihren Neffen Elias, der sich mehr oder weniger erfolglos als Musiker versucht und die ehemalige Staatsanwältin Katharina König, die nach einem Attentat erblindet ist. Ihnen zur Seite steht eine taffe Privatermittlerin Phil, die sie mit Details zu den Hintergründen versorgt. Auch Katharinas Exmann, BKA-Beamter Max, hilft, soweit es ihm möglich ist. Angekommen auf Rügen gerät Elias gleich mitten in eine Demonstration: Eine Pipeline soll gebaut werden, radikale Links-Demonstranten versuchen das mit rücksichtslosen Mitteln zu verhindern. Sind sie nur Umweltschützer oder steckt mehr dahinter? Katharina und Elias nehmen die Befragungen auf und stoßen immer tiefer in ein Wespennest. Gleichzeitig taucht der rechtsradikale Andreas Aschenbach auf der Insel auf, der mit Katharina noch eine ganz private Rechnung offen hat. Als Katharina auf einen Zeitzeugen stößt und sich mit dessen Tochter anfreundet, bringt sie das in unmittelbare Gefahr ... 


Der Roman besticht in seiner Ernsthaftigkeit und der peniblen Recherche des Autors. Ich war gleich mitten im Geschehen und las die Geschichte fast in einem Rutsch durch. Schon die Kapitelüberschriften weisen auf ein furchtbares Ereignis hin: Noch acht Tag, noch sieben Tage ...

Bereits das erste Kapitel berührt, ein Idyll wird jäh zerstört, als ein Mann vor den Augen seiner Frau verbrennt. Stück für Stück wird die erschreckende Tatsache enthüllt, dass die Ostsee quasi wie eine Zeitbombe tickt, weil jede Menge Giftgas darin entsorgt wurde. Von Szene zu Szene mochte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen, denn es ist spannend geschrieben und jedes Mosaiksteinchen macht Sinn. Mit der blinden Ermittlerin Katharina König schuf der Autor eine faszinierende Figur. Es war für mich gleichermaßen bewegend und lehrreich wie sie mit der Welt zurechtkommt, welche Hilfsmittel sie benützt und welchen Umgang mit ihr sie am meisten schätzt. Auch Elias, ein verkrachter Archäologiestudent, der zunächst nur unwillig mit von der Partie ist, wächst an seinen Aufgaben. Besonders beeindruckend war sein Agieren in schwindelnden Höhen, trotz Höhenangst. Die Background-Ermittlerin Phil (eine Geliebte von Katharinas Exmann Max, dieses Detail war in meinen Augen unnötig) passte, auch wenn ihre Distanzlosigkeit zeitweise nervte. Sie erinnerte mich in ihrer hochintelligenten aber schrillen Art an Liz Salander aus der Milleniums-Trilogie. 

Ab der zweiten Hälfte des Buches verdichtet sich die Handlung, der Spannungsbogen steigt permanent und während der letzten Kapitel ertappte ich mich mehrmals dabei, dass ich den Atem anhielt. Das Ende verrate ich hier natürlich nicht.  

Probleme hatte ich anfangs mit dem Schreibstil und dem raschen Szenenwechsel. Der Blickwinkel ändert sich oft, in einem Absatz ist es Katharina, im nächsten Elias und dann wieder vom Blick eines auktorialen Erzählers. Das verwirrt ein wenig, ich gewöhnte mich jedoch rasch daran. Und auch das Privatleben der Hauptpersonen wurde lediglich angedeutet, aber nicht ausgearbeitet. Es werden schwerwiegende private Verwicklungen angeschnitten, und ich fühlte mich dann als Leserin quasi in der Luft hängengelassen. Katharina steckt im Privatleben alles weg und ich konnte nicht nachvollziehen, warum sie sich so viel gefallen ließ und lässt. Exmann Max ist für mich das Allerletzte (ich wäre nicht fähig, so freundschaftlich mit ihm umzugehen, wie Katharina das tut). Auch das Verhalten von Tochter Anna ist in meinen Augen unrealistisch, würde ich ihr niemals durchgehen lassen. Von Elias hätte ich ebenfalls gerne mehr gehört.


Dennoch: Unter dem Strich ist es auf jeden Fall ein mitreißender Roman, der mich faszinierte und in nachdenklicher Stimmung zurückließ, da die drohende Gefahr durchaus existent ist. Ein unbedingtes Lese-Muss für alle Thriller-Fans, die Wartezeit bis zu Teil 2 wird mir schwer fallen.  


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Cover des Buches Tabun (ISBN: 9783966980371)xotils avatar

Rezension zu "Tabun" von Michael Paul

Spannend
xotilvor 2 Jahren

Meinung


Von der ersten bis zur letzen Seite schafft der Autor es einen in seinen Bann zu ziehen durch das spezielle Thema und den flüssigen Schreibstil.


Die gute  Recherche macht das ganze auch noch richtig informativ und hat neben der Spannung auch noch den Effekt das man etwas wichtiges mitnimmt nach dem man das Buch beendet hat.


Die Hauptcharaktere kommen durch die tolle Beschreibung authentisch rüber und das unterstützt auch nochmal die Glaubhaftigkeit der Story .


Ein Thriller der einen nach dem lesen zum Nachdenken anregt von mir eine klare Leseempfehlung

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Gespräche aus der Community

Start der November-Leserunde „Wimmerholz“


Nachdem mein Roman „Wimmerholz“ vor 6 Monaten das Licht der Welt entdeckt hat, möchte ich jetzt mit meinem Lesern, bisherigen und neuen (!), gemeinsam in der Leserunde mein Buch lesen, besprechen, diskutieren…

„Wimmerholz, Wimmerholz – was soll das sein?“, fragte die Autorin Yvonne Holthaus zu Beginn ihrer Rezension.“ Andere sind überrascht: „Ganz anders als erwartet! Kein Kriegsroman, obwohl er in den letzten Kriegstagen beginnt. Eher ein Thriller, auch Liebesroman, Schatzjagd….“

Videotrailer zu "Wimmerholz"

Der Klappentext sagt dazu…

Nach einer wahren Begebenheit - Mai 1945 – Königsberg. Die legendäre Hauptstadt Ostpreußens ist Ausgangspunkt einer Odyssee über das mystische Gotland bis nach Småland. Feldwebel Martin Greven, seine junge Liebe Greta Sandberg und die 10-jährige Lena ahnen nicht, dass sie wegen des Schlüssels zu einem der mysteriösesten Schätze der Welt von einem Geheimbund gejagt werden.
Währenddessen werden Martins Kameraden in Schweden interniert - mit dem Versprechen, sie nach Deutschland zu entlassen. Sie wissen nicht, dass die Regierung in Stockholm längst andere Pläne hat. Was folgt, ist absolut unfassbar.
Der „Blutige Freitag“ zählt zu den traumatischsten Erlebnissen Schwedens in der Nachkriegszeit. In Deutschland hingegen kennt kaum jemand die dramatischen Begebenheiten um die deutschen Soldaten.
Eingebettet in diese historischen Ereignisse entwickelt sich die Geschichte um Liebe und Hoffnung, Leben und Tod – und hält den Leser bis zur letzten Seite gefangen.


Für diejenigen, die meinen Roman (unverständlicherweise ;-) noch nicht haben, stelle ich 6 Taschenbücher und 6 E-Books kostenlos zur Verfügung! Wer das Buch schon hat, meldet sich einfach hier an.

Bewerbt Euch bis Sonntag, den 26. Oktober hier mit einem kurzen Eintrag und gebt mir Eure Anschrift etc. bitte per e-Mail durch. Bitte gebt an, warum Euch mein Buch interessiert und in welcher Form (TB oder E-Books-Format) ihr wollt. Bei mehr Bewerbungen entscheidet das Los, oder ich leg noch ein Buch drauf...

E-mail: mail@michael-paul.eu

Website: http://www.michael-paul.eu
Dort findet ihr auch eine Leseprobe.

Wer sich bewirbt, sollte im November die Zeit haben, aktiv mitzulesen und mitzumachen und am Ende eine Rezension zu schreiben. Damit wir das gut schaffen, besprechen wir jeweils einzelne Abschnitte.
Die Leserunde startet dann am 1. November und endet am 30. November.
Ich freue mich riesig auf unsere Novemberlesung und bis so gespannt, wie Euch mein „Wimmerholz“ gefällt!

Bis bald!
Euer Michael Paul
218 BeiträgeVerlosung beendet

Zusätzliche Informationen

Michael Paul wurde am 17. Juli 1963 in Deutschland geboren.

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