Michael Petery Michelangelo - Der Zorn des Schöpfers / Michelangelo - Grabeskunst und Größe

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Inhaltsangabe zu „Michelangelo - Der Zorn des Schöpfers / Michelangelo - Grabeskunst und Größe“ von Michael Petery

Wie kommt ein Mensch dazu, als einzelner das Riesenwerk der Sixtinischen Decke zu malen? Was treibt ihn zu einer Aufgabe, die unmöglich scheint und nie zu vollenden? Und wie lebt er dann weiter, wenn er diese Aufgabe endlich vollendet hat, wenn er weiß, er hat die Grenzen überschritten all dessen, was er in seinem Leben noch einmal leisten kann? Michael Petery erzählt in diesem Roman, wie Michelangelo in Auseinandersetzung mit sich selbst und mit seinen Gegnern die Hauptwerke seines Lebens schuf, und entwirft zugleich ein fesselndes Bild einer Zeit der politischen Wirren am Scheideweg zwischen Freiheit und Unterdrückung. Der vorliegende Doppelband, der den ersten und separat erschienenen Band “Michelangelo - Frömmigkeit und Ironie“ fortsetzt, ist auch für sich allein und ohne Kenntnis des ersten Bandes lesbar. Er umfaßt die beiden Teile “Der Zorn des Schöpfers“ (gleichzeitig Buchtitel) und “Grabeskunst und Größe“. Insgesamt bietet das Buch ein breites Panorama des Lebens in Rom und Florenz im 16. Jahrhundert. Der Teil “Der Zorn des Schöpfers“ beschreibt die Arbeit Michelangelos bei der Ausmalung der Decke in der Sixtinischen Kapelle. Dabei wird vor allem der Weg geschildert, der zu dem fertigen Werk hinführte - ein neuartiger Ansatz im Vergleich zu den bisherigen Darstellungen, die fast immer nur das fertige Werk interpretiert haben. Der Teil “Grabeskunst und Größe” beschreibt den weiteren Lebensweg Michelangelos bis hin zu seinem Tod. Dem politischen Kampf um die Freiheit von Florenz kann sich auch Michelangelo nicht entziehen. Als Festungsbaumeister kämpft er auf der Seite der Republik und ist gleichzeitig als Künstler für die Medici tätig, welche die Stadt zu einem Herzogtum umformen möchten. In diesem Spannungsverhältnis muß sich Michelangelo als Mensch und als Künstler selbst immer wieder neu definieren. Michael Petery erzählt in diesem Roman, wie Michelangelo in Auseinandersetzung mit sich selbst und mit seinen Gegnern die Hauptwerke seines Lebens schuf, und entwirft zugleich ein fesselndes Bild einer Zeit der politischen Wirren am Scheideweg zwischen Freiheit und Unterdrückung.

Das nimmt doch langsam Formen an.

— Toni Glenn
Toni Glenn

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  • Rezension zu "Michelangelo - Der Zorn des Schöpfers / Michelangelo - Grabeskunst und Größe" von Michael Petery

    Michelangelo - Der Zorn des Schöpfers / Michelangelo - Grabeskunst und Größe
    HeikeG

    HeikeG

    05. October 2009 um 18:22

    Der Meister des Unmachbaren . Auch wenn schon zahlreiche Autoren einen Roman über Michelangelo (vollständiger Name: Michelangelo di Lodovico Buonarroti Simoni) geschrieben haben, stellt sich immer wieder aufs Neue die Frage, ob ein derartiges Unternehmen überhaupt als sinnvoll erachtet werden kann. Kann man über einen solchen Ausnahmekünstler einen literarischen Text verfassen, ohne nicht von vornherein an der Größe eines solchen Stoffes zu scheitern? Aber wiederum reizt wahrscheinlich gerade so ein gewaltiges Sujet wie das Leben Michelangelos immer wieder zu künstlerischer Gestaltung. Irving Stones Roman "Michelangelo - Inferno und Ekstase" jedenfalls, der zugleich die Vorlage für den gleichnamigen Film von Carol Reed gab, ist beredtes Beispiel, dass dieses Unterfangen gelingen kann. . Nun hat sich Michael Petery, der Theologie, Romanistik und klassische Philologie studierte und Gründer und Inhaber eines Bildungsreiseunternehmens ist, an dem Universalgenie versucht; sich behutsam und sensibel dem Florentiner Wunderkind angenähert. Das vorliegende Buch "Michelangelo. Der Zorn des Schöpfers" beinhaltet auf 680 eng bedruckten Seiten Teil 2 und 3 seiner Trilogie (Teil 1: "Frömmigkeit und Ironie"), beginnend im Jahr 1508 bis zu seinem Tod am 18. Februar 1564. . Auf den ersten Blick gewinnt der Leser den Eindruck, dass das Buch gewissermaßen auf zwei Ebenen angelegt wurde. Zum einen gibt es die eher sachliche Erzählung von Michelangelos äußeren Lebensdaten und zum anderen die Schilderung seiner durch Intuition oder Mutmaßung gewonnenen inneren psychischen Entwicklung. Doch mit zunehmender Verinnerlichung des Textes verschmilzt die Wahrnehmung dieser Zweiteilung und die beiden Ebenen werden als ein bewusstes Ganzes erspürt. Petery versucht die inneren Zusammenhänge dort auszuloten, wo es nur sehr wenig oder gar kein konkretes Quellenmaterial gibt. Aber keineswegs verfängt er sich in blinden Spekulationen, sondern der Autor kehrt mit den Möglichkeiten der Literatur innere Wahrscheinlichkeiten heraus, um Michelangelo und seine Kunst besser verständlich zu machen. Dazu erklärt er in einem Interview: "Denn eines ist klar: die Werke Michelangelos sind nicht als solche in fertiger Vollendung vom Himmel auf die Erde versetzt worden, sondern es muss den Menschen Michelangelo gegeben haben, der an dieser Aufgabe gerungen hat, gekämpft, auch gehadert und gezweifelt. Eine auf den ersten Blick rein sachliche Darstellung der Biografie Michelangelos, die nur seine Erfolge und Leistungen aneinander reiht, ist sicher weit mehr von der konkreten Lebenswirklichkeit Michelangelos entfernt als der Versuch, den ich in meinem eigenen Buch unternommen habe." . Entstanden ist ein äußerst menschliches Bild des Ausnahmegenies, da Michael Petery nicht in den blinden und enthusiastischen Bewunderungschor einstimmt, der Michelangelo heroisiert und als einen Halbgott darstellt, der vom Himmel her kommt und die Menschen in Sachen der Kunst unterweist. In seinem Roman wird aus dem Übermenschen ein fehlbarer Mann mit Stärken und vor allem Schwächen. Es menschelt sozusagen. Geradezu großartig gelingt ihm das in solchen Passagen, wo das Fertige noch unfertig war. So zum Beispiel, als Michelanglo zum ersten Mal der schier unbezwingbar großen leeren Fläche der Decke der Sixtinischen Kapelle gegenüberstand und alles Kommende nur als ungewisse Vorstellung in seinen eigenen Ideen vorhanden war. Petery geht mehr als einmal in seinen Schilderungen an jenen Punkt in Michelangelos Biografie zurück, wo es bestenfalls eine erste Ahnung vom kommenden Werk geben kann und entwickelt dann ausgehend von dieser ersten Ahnung seine Darstellung vom Fortgang des entstehenden Werkes. Gerade durch die Deutlichmachung dieses Prozesses erreicht der Autor eine tiefgreifende psychologische Wahrscheinlichkeit und Glaubwürdigkeit. . Gegen Mitte des Romans kristallisieren sich immer mehr Rückblenden auf Michelangelos Kindheit heraus. Hier sind unschwer Freudsche Einflüsse zu spüren. Dazu der Autor: "Freud hat als Erster die Bedeutung der Kindheit für die weitere Entwicklung eines Menschen aufgezeigt. Und in diesem Sinne versuche ich, Michelangelos Kindheit in meinen Roman mit hineinzunehmen. Wenn ich eine plausible Darstellung von Michelangelos Leben liefern möchte, kann ich seine Kindheit unmöglich ausblenden." Michael Petery webt kunstvoll, die durch den frühen Tod von Michelangelos Mutter bei der Geburt seines jüngsten Bruders erlittene Traumatisierung, die den Künstler sein ganzes Leben hindurch verfolgt haben muss, ein. "Nicht umsonst erscheint das Bild von Mutter, Sohn und Tod immer wieder in seinem Werk, von seiner ersten bekannten Arbeit in der Bildhauerschule zu Florenz, der Madonna an der Treppe, bis hin zu seiner letzten Pietà, die sich heute in Mailand befindet und an der Michelangelo noch wenige Tage vor seinem Tod mit neunundachtzig Jahren arbeitete.", erklärt der Autor. . Fazit: Entstanden ist, vor dem Hintergrund der florentinischen und vatikanischen Renaissance zu Anfang des 16. Jahrhunderts, in seinem Duktus ein dem damaligen Zeitgeist angepasstes Werk, das handwerklich auf bemerkenswertem Niveau agiert und den Leser geradezu in den Geist des großen, aber auch zerrissenen Künstlers eintauchen und mit ihm verschmelzen, ihn Teilhaber an seinen Gedankengängen, an seinem Gefühlsleben und an seinen künstlerischen Prozessen werden lässt. Ein - trotz seiner Fülle und Opulenz - wunderbares, ein kluges Buch, mit einem ungeheuer hohen Maß an Empathie in den Menschen Michelangelo!

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