Michael Preissl

 2.5 Sterne bei 2 Bewertungen
Autor von Wicked.

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Wicked

Wicked

 (2)
Erschienen am 24.05.2011

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Rezension zu "Wicked" von Michael Preissl

Rezension zu "Wicked" von Michael Preissl
Kittievor 7 Jahren

Bevor es zur eigentlichen Buchvorstellung kommt, möchte ich ein paar Worte zu Voodoo Press verlieren. Auf Voodoo Press aufmerksam wurde ich durch Facebook, denn da bekam ich vor kurzer Zeit eine Freundschaftsanfrage. Ich las erst einmal nur "Voodoo Press" und dieser Name war mir neu, aber es klang doch interessant. Beim Ansehen des Profils stelle ich raus, dass es ein Bücherverlag ist. Hier wurde die Neugierde gleich wieder größer und so musste ich auch gleich bei www.voodoo-press.com vorbei schauen. Auf den ersten Blick sah es dort ganz nett aus und auch die Selbstbeschreibung "Der unabhängige Kleinverlag für Horror, Fantasy, Mystery, Science Fiction & Bizarro Fiction" wusste zu gefallen, denn deckt dies doch genau meine Interessen ab.

Als ich mir dann das Programm ansah, wurde die Freude über diese 'Entdeckung' doch immer größer, denn hier hat man Bücher, die wahrscheinlich nicht die breite Masse ansprechen werden. Ich hab jetzt zwar erst ein Buch aus dem Programm von Voodoo Press gelesen, aber da mich auch noch viele andere Titel interessieren und durch die unterschiedlichen Communities, in denen ich mich rumtreibe, weiß, dass ich teilweise seltsame Interessen habe, werden sich auch mehr die Fans und Freaks vom Voodoo Press Programm angesprochen fühlen. Darum werde ich mich auch in naher Zukunft noch mit anderen Titeln aus diesem Verlag befassen und vorstellen. Aber jetzt werde ich endlich zu Wicked kommen.

Wicked ist eine Kurzgeschichtensammlung und enthält elf Kurzgeschichten von unterschiedlichen Autoren. Viele der Autoren stammen aus Deutschland, aber auch ein paar internationale Autoren, z. B. aus Australien, sind hier vertreten. Da Kurzgeschichten schnell ein Ende finden können und es immer so eine Sache mit Spoiler ist, werde ich zum Inhalt nur die Titel nennen und jeweils ein paar Sätze dazu schreiben um möglichst nichts zu verraten.

Los geht es mit der Geschichte Willkommen, die ein netter Auftakt um einen Journalisten ist, der an einer Story über Okkultisten dran ist und feststellen muss, dass dies gar keine so gute Idee war. Wie schon gesagt, ist diese Geschichte ein netter Auftakt, denn sie stimmt einen schon auf eine gruselige Atmosphäre ein.

Die zweite Geschichte heißt Das Fest der Maden und handelt von einen jungen Mann, der ein ungesundes Interesse an Maden entwickelt. Diese Geschichte ist ein bisschen ekelig, aber auch verdammt genial, denn der eigentliche Knaller kommt ganz am Schluss und am Schluss dieser Review werde ich auch noch einmal kurz drauf eingehen, warum diese und andere Geschichten mich an meine Kindheit bzw. frühe Jugend erinnert haben.

Die grüne Fee ist die dritte Geschichte und der Ein oder Andere wird hier bestimmt auch gleich an Absinth denken und auch genau darum dreht sich diese Geschichte. Dazu kommt noch ein leicht gestörter Mensch, der so etwas wie ein "Gefühlstagebuch" führt und er beschreibt dann eins seiner Erlebnisse mit der grünen Fee. Ist eine schön abgedrehte Geschichte, aber innerhalb dieser Kurzgeschichtensammlung eher durchschnittlich.

Hierauf folgt Keine Sonne in der großen Stadt und ich muss hier schon einmal sagen, dass ich die Geschichte nicht ganz aufmerksam gelesen habe und deswegen hat sie mir wahrscheinlich auch nicht gefallen. Kann also sein, dass ich irgendwo etwas verpasst habe, aber ich hab mir stellenweise gedacht, was ist das den für ein ... Kram!? Die Geschichte hat irgendwie einen Sci-Fi-Einschlag und es geht um einen Mann, der irgendwie dran ist, den Mord an seiner Freundin zu klären. Ist alles ein wenig wirr und würde ich Geschichten zweimal lesen, würde es sich vielleicht klären, aber so bleibt es für mich ein weniger schöner Beitrag zu dieser Sammlung.

Schon besser gefallen, hat mir da Tibetanisches Windspiel. Es ist eine sehr schöne Geschichte um einen Mann, der seine Ruhe vor den Menschen haben will und sich deswegen in die Berge zurückzieht. Aber so ganz alleine will er nicht sein und ohne Frau(en) macht es auch keinen Spaß. Wie gut ich ihn verstehen kann - Ruhe und Einsamkeit sind schöne Dinge, aber das sind auch die Frauen. Er findet zwar mal die Richtige, aber dieses Glück ist nur von kurzer Dauer. Und dann ist er wieder allein, aber es kommt zu einer weiteren Begegnung, die ich hier aber nicht verraten möchte. Die kommt aber auf jeden Fall gut und das Ende ist ein wenig bizarr - aber gut.

Weitergeht es mit Streiche, Unfug und Chaos bzw. mit den beiden Clowns Streich und Unfug, die auf eine kleine Familie auf dem Jahrmarkt treffen, wo Vater für seine Tochter bei einem Wurfspiel einen riesigen Teddybär gewinnt und es soll in einer Nacht des Grauens enden. Obwohl diese Geschichte teilweise etwas vorhersehbar ist, macht sie dennoch Spaß, denn sie behandelt ein Genre im Horror, welches bisher wenig beachtet wurde und wenn kommt schon mal Mist bei raus. Ich denke da jetzt vor allem an manch bösen Film. Kann leider nicht wegen der Spoilerei verraten um was es sich genau dreht.

Die Tätowierung ist Geschichte Nummer Sieben und auch wieder gut, obwohl die etwas vorhersehbar ist. Mir fallen zumindest drei Geschichten ein, die im Ablauf sich ähnlich sind. Macht aber nichts, denn solche Geschichten machen immer wieder Spaß und ich glaube viele können nachvollziehen, dass Tätowierungen einen wahnsinnig machen können - egal auf welche Art und Weise.

Mit Der Anzeige findet man sich leider im Durchschnitt wieder. Es geht um einen Privatdetektiv, der kaum Aufträge hat, aber eines Tages einen Anruf von einer alten Frau bekommt und weit raus aufs Land fährt um dort das Verschwinden mehrerer Personen zu klären. Ist schnell klar worauf es hinaus läuft und auch wenn das Ende ganz nett ist, haut es nicht mehr viel raus. Es zieht sich dann auch weiter in die Geschichte Die Frequenz des Verlustes, wo ein Mann seine Frau bei einem Autounfall verliert. Das Liebe und Trauer über den Tod hinaus gehen, wurde auch schon in anderen Geschichten erzählt und gibt einen hier nicht viel Neues, aber dennoch hat die Geschichte so ihre Momente.

Die vorletzte Geschichte nennt sich Das Fundament und man kann sie als Neuinterpretation der alten jüdischen Sage um den Golem sehen und dazu gibt es noch eine verdammt fette Frau, die ihre Mietswohnung nicht verlassen möchte. Sehr schön geschrieben, wenn auch teilweise etwas ekelig.

Die letzte Geschichte Heimkehr fährt dann noch einmal einiges auf. Von "Das Fest der Maden" mal angesehen, hatte ich mit dieser Geschichte den meisten Spaß´, denn es gibt hier eine Freakshow, Nutten und Splatter und Gore - ist schon vieles was in fiktiven Werken Spaß macht und das sollte man mal gelesen haben.

Mir gehen aber langsam schon wieder die Zeichen für den Artikel aus und deswegen muss ich mich dem Ende nähern, wo ich noch etwas los werden wollte.

Ich hatte schon immer einen Hang zum Horror und es fing früh bei mir an. Kennt ihr zufällig noch die "Gänsehaut"-Bücher? Gab es auch eine TV-Serie dazu und die hab ich auch immer gerne gesehen. Aber es waren bzw. sind jugendgerechte Horrorgeschichten und da war es immer so, dass der Horror schleichend kommt und der eigentlich Knaller erst am Ende. Was habe ich diese geliebt, weil es hat für Gruselstimmung gesorgt, die ich eben heute bei mancher Horrorgeschichte oder auch Horrorfilm vermisse. Aber einige Geschichten aus dieser Sammlung hier sind genauso - sie sind spannend geschrieben und der eigentliche Knaller kommt am Ende. Wer jetzt die "Gänsehaut"-Reihe nicht kennt und einen eher erwachsenen Vergleich haben möchte, der kennt das vielleicht von Tales from the Crypt. Die haben den gleichen Aufbau, aber dazu gab es auch eine Trickfilmserie, die ich gerne sah als ich noch klein war. An dies und viel mehr hat mich "Wicked" erinnert.

Wer das kennt und diese Art mag, der sollte sich ruhig diese Kurzgeschichtensammlung zu Gemüte führen. Oder halt wenn man allgemein auf Old School Horror steht. In letzter Zeit gibt es ja viel Mist bei Horrorbüchern oder auch -filmen - oder es ist alles so weichgespült - und da kommt so etwas schon erfrischend daher.

Ich kann "Wicked" auch nur weiterempfehlen. Auch wenn ein paar Geschichten nicht so gut waren, überwiegt dennoch der Anteil der guten bis sehr guten Geschichten. Zu erwähnen wäre auch noch, dass man im Anhang Informationen zu den hier vertretenden Schriftstellern findet. Ist schon vorbildlich von Voodoo Press diese Infos gleich mit ins Buch zu packen. Und wie auch schon angekündigt, werde ich Voodoo Press in nächster genauer unter die Lupe nehmen.

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