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MichaelRaeu

vor 10 Monaten

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Wie in einem Flashback folgt der Leser der Protagonistin in die Vergangenheit, in die DDR 1961: Ein Land in der Krise, immer mehr Menschen flüchten in den Westen, vor allem Idealisten bleiben bewusst, weil sie entweder an den Kommunismus glauben oder sich der Gleichschaltung widersetzen und mit ihrem Bleiben ein Zeichen setzen wollen. So auch Maria. Sie ist katholisch und hofft in der Ortskirche Gleichgesinnte und Freunde zu finden. Doch sie entdeckt
hinter der moralischen Fassade des Pastors einen Abgrund, der wie ein böser Schatten über der der ganzen Kirchengemeinde liegt. Er wird Opfer eines Anschlags.  Die Ereignisse überschlagen sich: Die Behörden ermitteln und Maria, gerät unter Verdacht. Als sie begreift, dass ein Kind im Visier der Ermittler ist, muß sie helfen, um jeden Preis und riskiert dabei ihre Existenz.

Hier eine Leseprobe aus dem Roman - Franz kocht für die Geliebte: Als der Freitag endlich herangekommen war, machte Maria sich voller Vorfreude auf den Weg. Seine Wohnung lag am anderen Ende der Stadt, im Vogelviertel, einem nagelneuen Häuserblock. Im dritten Geschoss gab es dort Mansardenwohnungen. So winzig diese auch waren, es galt als ein Privileg, als Einzelperson eine abgeschlossene Wohnung mit Bad zu bekommen. Franz lachte glücklich, als sie bei ihm in der Tür stand, und fiel ihr sogleich um den Hals. Das war seine herzlich unverstellte Art, die sie so liebte. Als er ihr die Jacke abnahm, fiel ihr Blick in den Spiegel. Hinter ihrem Spiegelbild war ein vergrößerter Abzug ihres Porträts an der Wand. Verdutzt fuhr Maria herum und schaute in ihr eigenes Gesicht, das so vignettiert war, als hätte Franz sie im Scheinwerferspot fotografiert. Ihr gekräuseltes Haar schmückte ihren Kopf wie eine Corona, ein zarter Schleier. Franz stand neben ihr, leicht an die Tür gelehnt, wartete offensichtlich, was sie zu dem Foto sagen würde. Sie lächelte verlegen. „Eine wirklich schöne Arbeit – von dir?“ Er nickte. „Aber warum stellst du mich so distanziert wie eine Diva dar? Ich würde mich viel lieber ganz nahe bei dir, in deinem Arm sehen.“ Franz zeigte auf das Wohnzimmer, in dem sich seine Fotogalerie fortsetzte. „Das kannst du auch haben“, schmunzelte er. Dort gab es Fotos vor allem von seiner kleinen Tochter Tanja und schließlich auch ein Foto, auf dem Maria lachend in seinen Armen lag. „Schön“, freute sie sich, „und interessant, aus wie vielen Perspektiven du die Menschen siehst. Entwickelst du die Bilder selbst?“ Er nickte und bat sie, ihm nun zur Wohnungsführung zu folgen. Wie ein Touristenführer den Regenschirm, so schwenkte Franz den Kochlöffel. „Hier entlang, wir sehen uns zuerst den Westflügel und die Schlafgemächer an“, lud er sie ein. Das Schlafzimmer mit Dachschräge war karg. Maria bemerkte, dass auf dem Bett zwei Kissen aufgelegt waren. Dann zeigte Franz ihr die kleine praktische Küche und das winzige Bad mit Dusche. „Und jetzt wird erst mal was gegessen.“ „Was hast du gekocht?“, fragte sie neugierig. „Natürlich das versprochene Fünf-Gänge-Menü, wie es sich beim Besuch der Liebsten gehört.“ Er lachte schelmisch und Maria legte den Kopf schief. „Dann warst du wohl in Berlin am Kudamm einkaufen?“ „Nein“, meinte er bestimmt, „ich beteilige mich nicht am illegalen Schmuggel, keine Sorge, du bekommst ein astreines DDR-typisches Arbeiter- und Bauern-Menü.“ Er drückte ihr mit großer Geste zwei Teller und das Besteck in die Hand. „Der erste Gang“, sagte er pathetisch, „führt dich von der Küche ins Wohnzimmer, bitte decke den Tisch auf.“ Sie schüttelte den Kopf. „Das ist aber noch nicht der erste Menü-Gang, oder?“ „Wenn ich sage, erster Gang, dann ist es der erste Gang und bitte keinen Widerspruch. Widersprüche nützen nur dem Klassenfeind, das steht in der Zeitung.“ Maria ging lachend hinüber. Kurz darauf kam Franz aus der Küche. „Ich mache schon mal den zweiten Gang in den iKeller und hole uns eine Flasche Weißwein“, erklärte er mit ernstem Augenaufschlag. Ehe Maria sich’s versah, lief er zur Tür hinaus und kam kurz später mit einer Flasche Wein zurück. Franz spielte seine Rolle glaubhaft und mit voller Ernsthaftigkeit weiter und sie kam wegen seiner Einfälle kaum aus dem Lachen heraus. „Und wann gibt es etwas Echtes zum Beißen zwischen die Zähne?“, fragte sie belustigt. Er wies auf den Herd, auf dem zwei Töpfe standen, und lüftete den ersten Deckel. „Beim dritten Gang gibt es etwas zwischen die Zähne, und das ist auch ein gutes Stichwort. Sieh mal, Nudeln aus der HO, die sind al dente gekocht – dens, dentis, der Zahn, das ist was für zwischen die Zähne, oder?“ Dann nahm er den zweiten Topfdeckel hoch. „Und das ist Tomatensoße aus naturgereiften Tomaten, direkt auf dem LPG-Acker im Schutz der Dunkelheit von mir persönlich geerntet.“ Demonstrativ rührte er in der Tomatensoße, schmeckte sie mit etwas Salz und Zucker ab. „Das ist so weit alles, was uns der sozialistische Einzelhandel im Interesse einer gesunden Ernährung zur Verfügung stellen kann“, erklärte er ihr mit ernstem Gesicht, sodass sie vor Lachen fast platzte. „Aber zur Feier des Tages konnte ich noch in Berlin ein paar Kleinigkeiten zusätzlich erstehen.“ Er holte aus dem Schrank ein Gläschen italienische Kräuter und eine Tüte echten italienischen Parmesan hervor. „Das stammt aus dem Reisetaschen-Import, ist also keine Schmuggelware“, flüsterte er hinter vorgehaltener Hand. „Ich hoffe, du kriegst beim Essen davon kein schlechtes Gewissen.“ Als er schließlich auch noch einen Schinken aus dem Schrank holte und eine reichliche Einlage für die Tomatensoße daraus schnitt, staunte Maria: „Nicht schlecht, du Schmuggler.“ „Von wegen Schmuggler! Das ist ein legales Geschenk! Chirurg musst du sein, dann bringt dir Bauer Gütschow nach der lebensrettenden Gallen-OP schon mal was Anständiges aus seiner Räucherkammer mit.“ Er tischte im Wohnzimmer auf, dann setzten sie sich zum Essen. Fast zu jedem Bissen machte Franz eine witzige Bemerkung. Und dann sprang er plötzlich auf, als hätte er etwas Wichtiges vergessen. „Der vierte Gang, wie konnte ich nur?“Er rannte zum Kühlschrank und brachte zwei Schalen Himbeerpudding, aus eigener Waldsammlung, wie er erklärte. Als sie mit dem Essen fertig waren, meinte er: „Und jetzt kommt der fünfte Gang, der geht direkt in die Küche. Du wirst mir doch hoffentlich beim Abwasch zur Seite stehen?“ Er musterte sie fröhlich, umfasste ihre Taille und blieb mit seinem Blick auf ihrem Blusenausschnitt hängen. „Oder sollten wir uns jetzt doch etwas Besseres gönnen?“ Sie ging mit ihrem Gesicht nah an sein Gesicht heran, umfasste seinen Kopf und küsste ihn auf den Mund. „Das täte dir jetzt passen, du Verführer – so ein fünfter Gang – die Liebste vernaschen?“ Franz schaute neugierig. Sie schob ihn weg und grinste. „Nein, nein, so nicht, mein Lieber! Bei uns kommt immer zuerst die Arbeit und dann das Vergnügen! Also an die Arbeit, abwaschen.“ Franz tat enttäuscht, fügte sich aber brav und trottete hinter ihr her in die Küche. Anschließend machten sie es sich auf der Couch gemütlich. Franz spendierte eine Flasche Tokajer aus Ungarn. Dann begann er von sich zu erzählen, wo er studiert hatte, wo er aufgewachsen war. Und Maria revanchierte sich und erzählte ebenfalls, bis er sie schließlich fragte, ob es stimme, dass sie Kirchgängerin sei. Maria erzählte vom Eichsfeld und berichtete, dass sie auch in Neburg zur Kirche ging. Franz nickte verständnisvoll. „Maria, ich bin Atheist. Und meine Gefühle zu dir verunsichern mich. Sie krempeln grad mein ganzes Leben um.“ Er stand auf. „Was hältst du von Musik? Ich höre gern mal Mozart.“ Sie zuckte mit den Achseln. „Höre ich manchmal auch ganz gern, das könnte jetzt ganz gut passen.“ Er machte eine Schranktür auf, es kam ein Plattenspieler zum Vorschein, auf dem bereits eine Platte lag. Er stellte sie an und setzte sich an ihre Seite, legte seine Rechte sanft auf ihren Rücken und begann, ihn im Takt der ersten Noten zu kosen. Mozart, Klavierkonzert Nr. 23, der zweite Satz. „Ich mag dich sehr, du bist so schön!“, flüsterte er und seine weiche Stimme rührte sie genauso wie der sanfte majestätische Klang des Orchesters, die weichen Stimmen in Dur, aus denen sich immer wieder die einsam helle Stimme des Klaviers als die Stimme des Herzens in traurig zartem Moll erhob und mit jedem Ton wie im Takt des Pulsschlages pochte. Maria fühlte sich von ihm so angenommen. Die Umarmung wurde immer inniger, seine rechte Hand glitt unter ihre Bluse, die Linke begann, die Knöpfe auf ihrer Brust zu öffnen. Sie genoss das zarte Streicheln auf ihrer Haut, ihr ganzer Körper wollte nur noch ihn. Und als hätte er verstanden, stand er auf, nahm sie an die Hand und ging mit ihr ins Schlafzimmer. Sie streifte Stück für Stück ihre Kleider ab. Er schaute ihr fasziniert zu, und während er begann, sich zu entkleiden, ging sie nach einer gehauchten Entschuldigung ins Bad. Er wartete, doch sie kam nicht zurück. Nach einer Weile ging er ihr nach. Sie saß wie eingefroren auf dem WC-Deckel, starrte in ihre Hand. Er fragte leise, was denn los sei. Sie hielt ihm wortlos mit starrem Blick eine gelochte Eisenbahn-Fahrkarte vors Gesicht, Neburg – Rostock: Hinfahrt Mittwoch, Rückfahrt Donnerstag. Ihre Enttäuschung entlud sich in einem eiskalten: „Nein, nein, Franz, so nicht!“ Sie glitt eilig an ihm vorbei und kleidete sich an. Franz folgte ihr, zog sich ebenfalls an und stellte sich, als sie gehen wollte, vor die Tür. „Wo war die Fahrkarte?“, fragte er. „Auf der Fensterbank.“ „Darf ich dir das erklären?“ Seine Stimme klang bittend. Sie verneinte durch ein leichtes, bestimmtes Kopfschwenken. Dann fragte sie: „Sag es ehrlich, warst du bei ihr? Ja oder nein?“ Franz wurde verlegen, versuchte zu lächeln, es misslang. Er errötete von den Ohren her, schüttelte den Kopf, dann sagte er: „Ja.“ Nach einem kurzen Zögern schob er enttäuscht nach: „Ich habe es geahnt, dass es mit uns wieder nichts wird.“ Sie schüttelte verständnislos den Kopf, küsste ihn, diesmal auf die Wange, und fast mitleidig sagte sie: „Lass mich raten, du kannst einfach nicht anders?“ Er reagierte nicht. Und als könne sie damit die Spannung aus sich hinausspülen, atmete Maria tief aus. „Ich melde mich, wenn ich mich neu sortiert habe. Und danke für den Abend.“ Sie ging allein und irrte noch einige Zeit ziellos durch die nächtliche Stadt, bis sie endlich in ihrem spärlichen Zimmer spät nach Mitternacht Ruhe fand.

Autor: Michael Räuber
Buch: Geteilte Hölle

Waschbaerin

vor 10 Monaten

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Oh, das war aber mal schwer zu finden! habe lange gebraucht, bis ich am Ziel war. Ich glaube, die meisten Mitglieder wissen gar nicht, dass mit diesem Buch eine Leserunde gestartet wird.

Darf ich einen Tipp geben? Ich würde verlängern und auf einzelne Konten von Mitgliedern eine Einladung verschicken, damit diese Verlosung bekannt wird.

Ehemalige DDR ist nach wie vor ein Thema, das interessiert.

EmiraMaktub

vor 9 Monaten

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Ich befinde mich seid 2 jahren auf reisen und habe alle bücher schon mehrmals gelesen und deutsche bücher simd schwer zu finden in afrika :)

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MichaelRaeu

vor 7 Monaten

Doppelmoral und das Doppelleben im Priestergewand
@Waschbaerin

Das mit dem Pastor ist eines der schrecklichen Themen des Buches. Der hat es eben verstanden die Menschen zu manipulieren, das ist das Unwesen von Psychopathen... Sie blenden und diktieren anderen Ihren Willen. Ist Dir nicht in den Sinn gekommen wie hilflos man diesem Menschen gegenüberstand? Und ja das ganze soziale Umfeld war auf diesen Menschen zentriert... man wollte den Umfang seines Unswesens nicht wahr haben, Maria brauchte ja such Zeit das zu verstehen...
Dass Du schreibst, man wäre nicht in die Handlung hineingenommen, leuchtet mir nicht ganz ein, denn auch Du hast das Buch ja auch zügig gelesen...oder liege ich da falsch?
Wo hättest Du dir denn mehr emotionale Sprache gewünscht? Ist Maria auch hölzern rüber gekommen?
Ich kann aus deinen Anmerkungen ja nur lernen....

Waschbaerin

vor 7 Monaten

Doppelmoral und das Doppelleben im Priestergewand
@MichaelRaeu

Da habe ich mich vielleicht falsch ausgedrückt. Also, in die Handlung kam man sehr gut hinein, man taucht regelrecht ab in das Geschehen, denn im Grunde ist es ungeheurlich, was da passiert. Allerdings nicht in die Liebesbeziehung der beiden Ärzte. Das ist etwas "unterkühlt" beschrieben.

Wenn sich eine so emotional veranlagte Frau wie Maria dermaßen in einen Mann verliebt, dass sie warnende Worte, er sei ein Filou in den Wind schlägt, dann hat sie Schmetterlinge im Bauch die kribbeln, vielleicht tanzt und singt sie auch in unbeobachteten Augenblicken vor Freude und Sehnsucht nach dem Mann. Selbst ein Händedruck dieses Mannes ist für sie elektrisierend, dass Hitzeschauer über den Rücken laufen usw. Das meine ich damit, was nicht so ganz rüberkommt - dieses innere Glück und die Freude von Maria, diesen Menschen am nächsten Tag im Krankenhaus wieder zu sehen und dass durch diesen Mann ihre innere Ruhe ins Wanken kommt. Allein das Aussprechen seines Namens - auch wenn sie im Krankenhaus nach außen die vernünftige Ärztin ist - bringt ihr Herz zum Klopfen. Ich meine nicht, dass Sexszenen beschrieben werden sollte (das ödet mich an vielen heutigen Büchern an und stößt ab), sondern dieses innere Glück und die Sehnsucht mit der das nächste Wiedersehen herbeibgewünscht wird und die gemeinsamen Augenblicke einfach nur schön sind.

Auch als sie im Westen vom Tod eines jungen Arztes liest, der gehetzt und dadurch vom Zug erfasst wurde, hätte ich mir etwas mehr Emotionen gewünscht. Immerhin wird damit ihre ganze Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft zerstört.

Was zwischen ihnen geschah, war ja gewissermaßen Liebe auf den ersten Blick. Im Zug hat es ja sofort gefunkt, als er ihr half und sie in seine Augen blickte.

Ich hoffe, das ist nun in Ordnung, dass ich es so ausdrücke. Es soll keine Kritik sein, sondern nur Anregung, die Beiden nicht wie ein eingespieltes Ehepaar aussehen zu lassen.

MichaelRaeu

vor 7 Monaten

Doppelmoral und das Doppelleben im Priestergewand
@Waschbaerin

Sind die beiden wie ein altes Ehepaar rüber gekommen?
Ich habe beim Schreiben ziemlich oft auf den Blick ins Innere der Personen verzichtet, sondern den Blick von außen dargestellt entsprechend der Regel zeige was du denkst und fühlst und sage es nicht. Der Leser erhält so Raum für seine Phantasie um das Romangeschehen aus seiner Sicht mitzuerleben. Und jeder erlebt das Gelesene eben anders.
Und ja Maria ist keine Person die Ihr Herz auf den Lippen trägt - jedenfalls von mir so gewollt. Das strahlt aus meiner Sicht mehr Reife aus und ist zeitgemäßer denn tatsächlich, damals hielt man ja Liebesbeziehungen bis geheiratet wurde meist geheim ganz und gar, wenn es um das katholische Milieu ging das voller Verbote war....
Und nun komme ich darauf zurück, dass Maria naiv rüber kommt. Wenn damit gemeint sein soll ihr Verhalten um Peter zu retten, dass sie sich mit dem Stasi anlegt ??? Dann muss ich sagen alle, die sich mit Unrechtsregimen angelegt haben sind naiv, denn es war unwahrscheinlichem dass sie nicht geschnappt werden, sie mussten immer damit rechnen dass sie abgestraft werden. So zum Beispiel auch die Geschwister Scholl in der Nazizeit, sie haben es bewußt in Kauf genommen gehängt zu werden und dennoch Plakate in der Uni gestreut in denen Sie die Nazis als Verbrecher demaskieren....
Maria hat eben das für Peter getan was sie konnte mit dem Risiko indie Fänge des Stasi zu geraten...
Und am Ende, als Franz den Grenzübertritt nicht schafft, hat sie erst Tage später von seinem Tod erfahren. Sie wickelt die Zeitung mit der Nachricht sie in ihre Jacke ein, drückstsie an ihr Herz... ich finde eine angemessene Symbolhandlung und sie geht wortlos. Ja, ich habe den Leser mit der Situation allein gelassen. Und Deine Reaktion darauf gibt mir recht: Die Sympahtien für Franz und Maria lassen den Leser nicht los, er stellt sich vor, was in Maria vorgeht. Die Tragik ist ebenso intim wie eine sexuelle Begenung, Maria schließt die Tür.... der Leser bleibt draußen, leidet mit...auf seine Art...

Waschbaerin

vor 7 Monaten

Doppelmoral und das Doppelleben im Priestergewand
@MichaelRaeu

War im Urlaub und deshalb hat es mit der Antwort etwas gedauert.

" Das strahlt aus meiner Sicht mehr Reife aus und ist zeitgemäßer denn tatsächlich, damals hielt man ja Liebesbeziehungen bis geheiratet wurde meist geheim ganz und gar, wenn es um das katholische Milieu ging das voller Verbote war...."

Darüber habe ich geschmunzelt. Also ich war und bin noch immer katholisch, auch so aufgewachsen und habe entsprechende Freunde und Bekannte. Jedoch, wenn es um die Liebe ging, dann hat in meinem Bekanntenkreis aber jeder völlig "normal" reagiert und Verbote, Verbote sein lassen.

Waschbaerin

vor 6 Monaten

Wenn alles eskaliert...

Die ganze Zeit habe ich gewartet, dass noch jemand dazu stoßen würde und sich eine Diskussion entspinnen könnte. Aber wie es aussieht, bin ich als Leser ziemlich alleine auf weiter Flur.

Das Ende ist ganz heftig. Im Grunde mag man es nicht glauben, dass jemand in einen Tunnel gehetzt wird und dort zu Tode kommt, nur wegen einer Flucht über die Grenze. Und doch war es so oder so ähnlich. Die Toten an der Mauer legen Zeugnis über diesen Teil der Geschichte an der innerdeutschen Grenze ab.

Das kann niemanden unberührt lassen.

Ich habe auch meine Rezi verfasst, will diese aber nochmals ausfeilen. Sobald ich diese auf anderen Plattformen ins Netz stelle, werde ich das mitteilen.

MichaelRaeu

vor 6 Monaten

Wenn alles eskaliert...
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@Waschbaerin

Vielen Dank für den Beitrag und die Rezension. Es hat mich sehr gefreut, wie intensiv Sie sich mit dem Buch befasst haben und vor allem Ihre klugen Beiträge haben mich sehr gefreut. Vermutlich findet das Buch wegen der jungen Leserschaft hier so wenig Interesse. IEs gab zu diesem Buch am 10.01.17 dazu einen Fernsehbeitrag Bein NDR Fernsehen, den Sie, wenn Sie es wollen, bei youtube unter NDR Nordmagazin "geteilte Hölle" noch abrufen können. Bei Eingabe "geteilte Hölle" kommt das Nordmagazin vom 10.01.17, auf 17 Minuten ziehen, dann Beginn der Beitrag. Und der hat mir Zuschriften aus Baden Würtemberg, NRW (Köln), Magdeburg und MPV Raum Rostock eingebracht. Und seitdem gab es im Januar u. Februar 17 weit über 300 Buchverkäufe. Inzwischen bekam ich auch drei Nachfragen ob ich bereit sei auch Autorenlesungen zu halten. Das Thema ist in den Medien offensichtlich noch nicht durch.
Bei Ihnen möchte ich mich hiermit herzlich bedanken.
Ihnen eine schönen Rosenmontag u. Herzliche Grüße aus Erfurt
Michael Räuber

Waschbaerin

vor 6 Monaten

Wenn alles eskaliert...
@MichaelRaeu

Inzwischen habe ich die Rezi in der endgültigen Fassung auch auf meiner fb Seite gepostet, sowie an weltbild geschickt und buecher.de. Die Rezi soll auch noch auf Thalia, aber da klappt im Moment noch nicht der Login.

Ich werde das Buch auch einer Bekannten leihen, die in der ehemaligen DDR aufwuchs und noch vorm Bau der Mauer abgehauen ist. Als sie mir von der Flucht erzählte, war sie noch immer voller Emotionen, obwohl es schon so lange her ist.

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