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Rezension zu "Ungeschminkt - Wie ich Gott hasste!" von Michael Reichmann

Ungeschminkt. Wie ich Gott hasste!
LEXIvor 2 Jahren

Michael Reichmann erzählt in diesem nur 60 Seiten dünnen, im winzigen A6-Format geschriebenen Büchlein seine ganz persönliche „Geschichte der Befreiung“. Er berichtet von seiner Krankheit „Spina bifida“, aufgrund der er die ersten drei Lebensjahre nach seiner Geburt im Krankenhaus verbringen musste. Die Ärzte prognostizierten damals eine Lebenserwartung von fünf bis maximal zwölf Jahren.

Michael Reichmann berichtet von seiner Kindheit und Jugend, der Schule und den Veränderungen, die der Eintritt in die Pubertät mit sich brachte. Als Sohn tiefgläubiger Christen war ihm der Glaube an Gott bereits in die Wiege gelegt, mit dem Erwachsenwerden kam es jedoch zur Rebellion – gegen seine Behinderung und damit verbunden gegen seinen eigenen Körper, und auch gegen Gott. In schonungsloser Offenheit berichtet er von seinem Abgleiten in die Nikotin-, Alkohol-, und letztendlich auch in die Drogensucht. Die Beschäftigung mit Okkultismus und satanischen Ritualen, Sachbeschädigungen, Vandalismus und das Anhäufen eines Schuldenberges aufgrund des exzessiven Drogenmissbrauches waren die direkten Folgen seines ausschweifenden Lebens. Nachdem ein Christ aus seiner Nachbarschaft ihn vor dem Erfrierungstod rettete und er das Gespräch mit dem Pastor seiner Gemeinde suchte, begann eine Wandlung in Reichmann. In einer Weihnachtsmesse bekehrte er sich und gab seinem Leben eine völlig neue Wende.

Obgleich die Thematik interessant klang, hat dieser Lebensbericht es in keiner Weise geschafft, mich zu fesseln. Die Aufzählung sämtlicher Dinge, die im Leben von Michael Reichmann schief gelaufen sind, wurde in sachlich-neutralem Erzählton vorgebracht, der kaum Emotionen ausgelöst hat. Das Buch liest sich wie ein sachlicher Zeitungsartikel, bei dessen Lektüre man zwar Mitleid mit dem Betroffenen verspürt, dessen Geschichte jedoch weder zu überzeugen, noch tiefer zu berühren vermochte. Auch die urplötzliche Bekehrung nach jahrzehntelanger Abkehr von den wohlmeinenden Eltern und sämtlichen Werten, die jene ihrem Kind vergebens mitzugeben versuchten, wie auch die radikale Abkehr von Nikotin, Alkohol und teilweise sehr harten Drogen fand ich ein wenig unglaubwürdig dargestellt.

Fazit: Die Lebensgeschichte des Autors ist zwar tragisch, deren Vermittlung jedoch aus meiner Sicht wenig überzeugend gelungen. „Ungeschminkt“ ist für mich persönlich kein Buch, das einen anderen Betroffenen Mut machen oder zu einer Veränderung seines eigenen Lebens zu motivieren vermag.


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