Michael Roes

 4 Sterne bei 34 Bewertungen
Autor von Geschichte der Freundschaft, Der Coup der Berdache und weiteren Büchern.
Michael Roes

Lebenslauf von Michael Roes

Der deutsche Schriftsteller Michael Roes wurde am 07.08.1960 in Rhede/Westfalen geboren und ist in Bocholt aufgewachsen. Im Anschluss an sein Abitur studierte er Psychologie, Philosophie und Germanistik an der Freien Universität Berlin, wo er 1985 sein Diplom in Psychologie ablegte. Von 1987 bis 1989 war er zunächst als Regie- und Dramaturgieassistent an der Berliner Schaubühne und an den Münchner Kammerspielen tätig, ehe er zum Doktor der Philosophie promovierte. 1993 wurde Michael Roes zum Fellow am Budapester Institute for Advanced Studies ernannt. Seine mehrjährigen Aufenthalte im Rahmen seines Studiums und seiner Berufstätigkeit im Jemen, Israel, Algerien, Nanjing und Amerika bildeten den Hintergrund für viele seiner Bücher. Nach mehreren Essays und Theaterstücken erschien 1994 sein Debütroman "Lleu Llaw Gyffes". Ein Jahr später folgte der zweite Roman "Rub’ al-Khali – Leeres Viertel". Im Jahr 2000 drehte Roes in New York und im Jemen seinen ersten Spielfilm "Someone is Sleeping in my Pain", eine arabische Version von "Macbeth". Michael Roes wurde im Laufe der Jahre mit zahlreichen Preisen ausgezcihnet, u.a. dem Jahresstipendium des Deutschen Literaturfonds (1991, 2007/2008), Else-Lasker-Schüler-Förderpreis (1993), Literaturpreis der Stadt Bremen (1997), der Wahl in den deutschen P.E.N. (1998), Stipendium der Niederländisch-Deutschen Kulturstiftung (2004), Alice Salomon Poetik Preis der ASFH Berlin (2006), und dem China-Stipendium des Auswärtigen Amtes (2007). Zuletzt wurde Michael Roes zum Poet in Residence des DAAD in Kabul, Afghanistan (2012), sowie Research Fellow am Internationalen Forschungskolleg Verflechtungen von Theaterkulturen der Freien Universität Berlin (2012 / 2013). ernannt. Nach weiteren Theaterstücken sowie Spiel- und Dokumentationsfilmen erschienen zuletzt seine Romane "Ich weiß nicht mehr die Nacht" (2008), "Die fünf Farben Schwarz" (2009), "Geschichte der Freundschaft" (2010) und "Engel und Avatar", 2011, den er gemeinsam mit Hinderk Emrich verfasste. Sein aktuelles Buch "Die Laute" schaffte es 2012 auf die Longlist des deutschen Buchpreises. Michael Roes lebt in Berlin.

Neue Bücher

Herida Duro

Erscheint am 05.02.2019 als Hardcover bei Schöffling.

Alle Bücher von Michael Roes

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Geschichte der Freundschaft

Geschichte der Freundschaft

 (6)
Erschienen am 06.08.2010
Die Laute

Die Laute

 (4)
Erschienen am 30.08.2012
Der Coup der Berdache

Der Coup der Berdache

 (5)
Erschienen am 01.02.1999
Haut des Südens

Haut des Südens

 (4)
Erschienen am 01.01.2005
Zeithain

Zeithain

 (3)
Erschienen am 08.08.2017
Ich weiß nicht mehr die Nacht

Ich weiß nicht mehr die Nacht

 (2)
Erschienen am 01.02.2008
Die Legende von der Weißen Schlange

Die Legende von der Weißen Schlange

 (2)
Erschienen am 28.05.2014
Rub' al-Kahli. Leeres Viertel

Rub' al-Kahli. Leeres Viertel

 (2)
Erschienen am 01.01.1996

Neue Rezensionen zu Michael Roes

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Boriss avatar

Rezension zu "Zeithain" von Michael Roes

Keine Rezension...
Borisvor einem Jahr

Ich habe mich sehr gefreut als ich hörte, ein neues Buch von Michael Roes erscheint. Ein dickes neues Buch. Mit dem Titel konnte ich nichts anfangen und war schon sehr gespannt in welche fremde, ferne Welt er mich diesmal entführen wird. Dann kam die Ernüchterung. Nicht Jemen, der ferne Osten oder ein ähliches Thema...sondern Preußen, Brandenburg, 18.Jahrhundert. Muss das sein? Ich bin dann längere Zeit um das Buch herumgeschlichen, obwohl sonst ein neues Buch von Roes sofort bei mir landet. Dann zwei, drei Monaten dann doch. Ich griff zu und begann zu lesen.
Dies wird keine Rezension,die kann und will ich nicht schreiben.
Die "Story" kann man in Geschichtbüchern nachlesen. Das Ende ist bekannt, der Protagonist verliert seinen Kopf. Aber wie Roes über die lange Strecke des Buches es versteht, diese Welt, die mir noch viel fremder erscheint als die Schauplätze seiner früheren Bücher, mir so nahe zu bringen, das ich atemlos den Geschehnissen folgen muss, ist beispiellos. Ich werde nie mehr zögern ein neues Buch dieses Autor direkt zu kaufen, egal wohin er mich führt...ich werde folgen!

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ekoeppings avatar

Rezension zu "Die Laute" von Michael Roes

Ausweg aus der emotionalen Emigration
ekoeppingvor 4 Jahren

Asis ist 13, als die Musik wie ein Blitzschlag in ihn einfährt, wortwörtlich. Bis dahin ist er ein ganz durchschnittlicher Junge in der Stadt Ibb im Jemen. Der Blitzschlag verändert sein Leben radikal, so wie ein Deus ex machina auf der Theaterbühne Wendungen herbeiführt, die nicht vorhersehbar waren. Plötzlich halluziniert er Töne, Musik, die er nie zuvor in seinem Leben gehört hat. Es ist die Musik der traditionellen jemenitischen Oud, einer Laute. Er lernt sie zu spielen und versucht, die Klänge in seinem Kopf für andere hörbar zu machen. Im Gefühlsüberschwang der beginnenden Pubertät werden daraus öffentliche Liebeslieder für eine unerreichbare Frau. Deren Brüder statuieren aus Ehrgefühl ein Exempel an ihm: sie verletzen in einem brutalen Übergriff sein Gehör.


Wie in einer musikalischen Komposition, die verschiedene Instrumente zu einem Klanggebilde zusammenführt, verwebt Michael Roes die Geschichte von Asis auf mehreren Zeitebenen zu einer facettenreichen Erzählung im Stile eines Bildungs- und Entwicklungsromans. Der Titel, „Die Laute“, gleitet als roter Faden an den Stationen von Asis’ Jugend- und jungem Erwachsenendasein vorüber. Sinnbildlich steht er für die Musik, das reale Instrument, aber auch für kulturelle Konflikte und die Schwierigkeit, sich verständlich zu machen. Etwa als Künstler in einer Welt voller Realisten. Als Gehörloser in einer Welt der Hörenden. Oder als Junge aus dem fundamentalistischen Ibb in der weltoffenen Stadt Aden.


Asis Ruhe- und Heimatlosigkeit nimmt mit dem Blitzschlag ihren Anfang und manifestiert sich in zahlreichen Orten des Exils, Aden ist die erste Anlaufstelle nach seiner Genesung. Hier erlernt er die Gebärdensprache. Es ist ein erster Schritt der Öffnung, hin zu einer Welt, die die Klänge in seinem Inneren mit Stille umgibt. Doch erst Jahre später – er lebt als avantgardistischer Komponist hoffnungslos unverstanden in der polnischen Stadt Nowa Huta – ist es die intensive Begegnung mit Rafal, die ihn auch aus seiner emotionalen Emigration herauszubringen vermag


Michael Roes, der als Autor und Filmemacher bereits zahlreiche berührende Geschichten um die Liebe zwischen zwei Männern – ob ausgesprochen oder auch nur angedeutet homoerotisch – schuf, wurde zu Recht mit diesem poetischen Werk für den deutschen Buchpreis nominiert.

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Rainebows avatar

Rezension zu "Die Legende von der Weißen Schlange" von Michael Roes

Sci-Fi in China
Rainebowvor 4 Jahren

Ganz harmlos beginnt der Roman, etwas verwirrend durch die zwei Erzähler und die spezielle Typographie, dennoch scheint es eine normale Geschichte über einen jungen Mann in China zu sein. Schnell gerät man allerdings an Geheimnisse, Unerklärtes, Andeutungen...befindet man sich doch in einem Thriller? Erst im letzten Drittel klärt sich auf: Nein, hier handelt es sich um Science-Fiction! Eine sehr gelungene Mischung diverser Elemente aus verschienden Genres, Roes bringt darin sogar Kritik an der heutigen chinesischen Gesellschaft unter.

Vieles bleibt am Ende unerklärt, ich persönlich hätte gerne mehr gelesen, allerdings ist das Buch so geheimnisvoll vielleicht besser.

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Michael Roes wurde am 07. August 1960 in Rhede (Deutschland) geboren.

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