Michael Roes Die Laute

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Inhaltsangabe zu „Die Laute“ von Michael Roes

Wie klingt Musik, wenn man sie nicht hören kann? Michael Roes erzählt in ›Die Laute‹ die Geschichte von Asis, einem jemenitischen Jungen, der von Melodien erfüllt ist, nachdem er von einem Blitz getroffen wurde, und der sein Hörvermögen verliert, nachdem er einer brutalen Bestrafung unterzogen wurde. Asis erlernt die Gebärdensprache und erkämpft sich seine Position und seine Haltung als Gehörloser in der Welt der Hörenden. Es verschlägt ihn nach Polen, nach Krakau, wo er als junger Erwachsener zu studieren beginnt: Er wird Komponist. Michael Roes führt den Leser in eine Welt von gefühlten Geräuschen, imaginierten Berührungen, gesehener Sprache und gebärdeten Gefühlen. ›Die Laute‹ ist ein berührendes Plädoyer für die tiefgreifende und umwälzende Kraft der Literatur und der Musik, die es ermöglicht, ein erfülltes Leben gegen alle äußeren Widerstände zu führen.

Zu Recht für den Deutschen Buchpreis nominiert.

— ekoepping

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  • Ausweg aus der emotionalen Emigration

    Die Laute

    ekoepping

    04. March 2015 um 20:34

    Asis ist 13, als die Musik wie ein Blitzschlag in ihn einfährt, wortwörtlich. Bis dahin ist er ein ganz durchschnittlicher Junge in der Stadt Ibb im Jemen. Der Blitzschlag verändert sein Leben radikal, so wie ein Deus ex machina auf der Theaterbühne Wendungen herbeiführt, die nicht vorhersehbar waren. Plötzlich halluziniert er Töne, Musik, die er nie zuvor in seinem Leben gehört hat. Es ist die Musik der traditionellen jemenitischen Oud, einer Laute. Er lernt sie zu spielen und versucht, die Klänge in seinem Kopf für andere hörbar zu machen. Im Gefühlsüberschwang der beginnenden Pubertät werden daraus öffentliche Liebeslieder für eine unerreichbare Frau. Deren Brüder statuieren aus Ehrgefühl ein Exempel an ihm: sie verletzen in einem brutalen Übergriff sein Gehör. Wie in einer musikalischen Komposition, die verschiedene Instrumente zu einem Klanggebilde zusammenführt, verwebt Michael Roes die Geschichte von Asis auf mehreren Zeitebenen zu einer facettenreichen Erzählung im Stile eines Bildungs- und Entwicklungsromans. Der Titel, „Die Laute“, gleitet als roter Faden an den Stationen von Asis’ Jugend- und jungem Erwachsenendasein vorüber. Sinnbildlich steht er für die Musik, das reale Instrument, aber auch für kulturelle Konflikte und die Schwierigkeit, sich verständlich zu machen. Etwa als Künstler in einer Welt voller Realisten. Als Gehörloser in einer Welt der Hörenden. Oder als Junge aus dem fundamentalistischen Ibb in der weltoffenen Stadt Aden. Asis Ruhe- und Heimatlosigkeit nimmt mit dem Blitzschlag ihren Anfang und manifestiert sich in zahlreichen Orten des Exils, Aden ist die erste Anlaufstelle nach seiner Genesung. Hier erlernt er die Gebärdensprache. Es ist ein erster Schritt der Öffnung, hin zu einer Welt, die die Klänge in seinem Inneren mit Stille umgibt. Doch erst Jahre später – er lebt als avantgardistischer Komponist hoffnungslos unverstanden in der polnischen Stadt Nowa Huta – ist es die intensive Begegnung mit Rafal, die ihn auch aus seiner emotionalen Emigration herauszubringen vermag Michael Roes, der als Autor und Filmemacher bereits zahlreiche berührende Geschichten um die Liebe zwischen zwei Männern – ob ausgesprochen oder auch nur angedeutet homoerotisch – schuf, wurde zu Recht mit diesem poetischen Werk für den deutschen Buchpreis nominiert.

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  • Buchverlosung zu "Fanggründe" von Natascha Manski

    Fanggründe

    Nmanski

    3 x ein Küstenkrimi und „Eiskalte Killer“ zu gewinnen Ab in den Urlaub und rein in den Strandkorb – jetzt ist die perfekte Zeit, um zu relaxen!  Und weil das am besten mit einem spannenden Krimi geht, verlose ich zusammen mit dem Rowohlt-Verlag 3 x die passende Lektüre plus Sommer-Extras, und zwar jeweils:  • ein signiertes Exemplar des Küstenkrimis „Fanggründe“ • die Eiswürfelform ”Eiskalte Killer” für stilechte Getränke • „Easy Going Gum – das kühle Kaugummi“ • ein Krimi-Lesezeichen, damit ihr auch nach der nächsten Windböe noch wisst, wo die Story weitergeht. Und so kann man mitmachen: Einfach hier bis Sonntag, 28. Juli, verraten, welches Buch (außer die „Fanggründe") dieses Jahr bei euch ins Urlaubsgepäck wandert. Die drei Gewinner werden anschließend benachrichtigt und finden den Küstenkrimi plus die „Eiskalte Killer" kurz darauf im Briefkasten. Viel Glück!

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  • Rezension zu "Die Laute" von Michael Roes

    Die Laute

    Lysander

    01. December 2012 um 18:31

    Manchmal liest man Romane, die sind so gut geschrieben, dass man sie gar nicht wieder aus der Hand legen kann. Und dann legt man sie doch ein Weilchen an die Seite, damit man noch ein bisschen mehr von ihnen hat, damit das Ende nicht so schnell kommt. "Die Laute" ist ein solcher Roman. In sehr gut lesbarer, poetischer Sprache erzählt Michael Roes vom Erwachsenwerden des jemenitischen Jungen Asis, von seinen Begegnungen mit anderen Jungen in seiner wahrlich nicht ruhigen Heimat Jemen und von der Zeit als junger Mann in Polen - das vom Jemen aus gesehen als "der Westen" gilt, für uns aber doch immer noch "der Osten" ist. Ein Roman zwischen Welten, ein Buch, das mich bestimmt noch lange bewegen wird. Viel eher als Clemens Setz' "Indigo" (das ich dagegen als "weißes Rauschen" empfunden habe) hätte es "Die Laute" verdient gehabt, auf die Shortlist für den Deutschen Buchpreis zu kommen, ja es wäre wirklich mal eine mutige Entscheidung gewesen, diesem Buch den Preis zu geben. Lesen!

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