Michael Roes Geschichte der Freundschaft

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Inhaltsangabe zu „Geschichte der Freundschaft“ von Michael Roes

Inmitten politischer Unruhen lernt Matthias, ein deutscher Urlauber, in Algerien den jungen Kabilen Yanis kennen. Im Laufe seines Aufenthalts freunden sie sich an, bis Yanis kurz vor Matthias’ Abreise bei einer politischen Demonstration verschwindet. Zurück in Deutschland, versucht Matthias ihn ausfindig zu machen – als das nicht gelingt, reist er erneut nach Algerien. Nach einer abenteuerlichen Reise durch die Wüste spürt er ihn auf, doch die einzige Möglichkeit, Yanis zu schützen, sieht er darin, ihn nach Deutschland zu bringen. In Deutschland angekommen werden sie mit einer anderen Realität konfrontiert, vor deren Hintergrund ungeahnte Konflikte aufbrechen.

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  • Rezension zu "Geschichte der Freundschaft" von Michael Roes

    Geschichte der Freundschaft
    Boris

    Boris

    Der Titel des Buches ist Programm. Es wird die Geschichte einer Freundschaft, aber auch eine Geschichte der Freundschaft erzählt. Die über 200 kurzen Kapitel über die Freundschaft- oder doch Liebe???- des deutschen Pathologen Matthias und dem Algerier Yanis, werden von 20 theoretischen Betrachtungen über das "Wesen" von Freundschaft unterbrochen. Kann es Freundschaft geben zwischen Menschen mit völlig unterschiedlicher Sozialisation. Das ist die Hauptfrage des Buches. Und zum Glück gibt es keine einfache Antwort. "Die Virtualität ist ein Raum ohne Freund. Ein Raum ohne Reflexion. Es fehlt der Körper, in dem ich auf-und widerscheinen könnte. Der Gegner. Die Virtualität, das heißt der Verlust des Freundes wie des Feindes, genauer: ihrer Körper, zerstört das Begreifbare unserer Existenz: die Fähigkeit zur Unterscheidung(und ihrer Aufhebung)." (Seite 290) Man darf sich von solchen Passagen nicht abschrecken lassen, Michael Roes erzählt auch eine packende Geschichte. Das macht dieses Buch für mich zum spannendstem deutschen Roman seit langem (vielleicht seit dem letzten Roman des Autors)!

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  • Rezension zu "Geschichte der Freundschaft" von Michael Roes

    Geschichte der Freundschaft
    Clari

    Clari

    15. November 2010 um 17:32

    Freundschaft oder Liebe; eine Spurensuche. In dem hier vorliegenden Roman geht es um die Geschichte einer Freundschaft. Es handelt sich aber nicht um die Geschichte einer herkömmlichen Freundschaft, sondern es geht um die ganz handfeste Beziehung zwischen zwei Männern: einem deutschen Arzt, der sich auf die Beziehung zu einem exotischen und viel jüngere algerischen Studenten einlässt. In assoziativer Weise und äußerst subtil beschreibt Michael Roes diese Freundschaft, die in Algerien beginnt und sich in Berlin fortsetzt. Als Urlauber lernt der deutsche Arzt Dr. Kahn in Algerien Yanis kennen, einen gut aussehenden Jungen, von dem er erfährt, wie es in Familien mit patriarchalen Strukturen zugeht. Der Vater hat die Macht und übt die Gewalt aus, mit der er bestimmt, was geschieht und was zu unterlassen ist. Der Tenor der Geschichte ist von poetischem Gewicht und zeigt das Land Algerien in seiner ganzen Naturschönheit und mit den immer wieder aufflammenden gesellschaftlichen Umbrüchen. Als Yanis nach politischen Unruhen verschwunden ist, begibt sich der Deutsche auf die Suche nach ihm. Kahn bekommt eine Ahnung von den Machtstrukturen, mit denen öffentliche Politik und Familienrestriktionen gehandhabt werden. Zurück nach Berlin hat er Yanis mit sich genommen. Jetzt erst bemerkt man, dass die unterschiedlichen Herkunftsmilieus nicht zusammen passen. Freundschaft oder Liebe sind die Grundfragen, denen sich Michael Roes widmet. Mit Exkursen in die Geschichte der Mythologie, der Bibel und den Heldensagen umrahmt der Autor die Definition von „ Freundschaft“, die hier in ungewöhnlicher Weise abgehandelt wird. Liebe und Freundschaft werden hier bedroht durch die unheilschwangeren Geflogenheiten der jeweils herrschenden Kulturen. Die Geschichte stimmt nicht hoffnungsfroh, sondern man spürt die Angst und Bedrohung vor dem Verlust von Nähe und Geborgenheit. Es bleibt eine Irritation vor unfassbaren Gegensätzen, die nicht aufzufangen sind.

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