Einer der Hauptgründe der Stärke der Demokratien westlicher Prägung, vor allem nach dem zweiten Weltkrieg, war, recht simpel, die materielle Kraft dieser Gesellschaftsform vor allem bezogen auf das äußere Ergehen in den damaligen Autokratien.
Der „real existierende Sozialismus“ in der Sowjetunion, die nackte Armut und der millionenfache Hungertod oder Tod durch das autoritäre System selbst, aber auch der Blick auf die „Kaiser und Königreiche“, die Diktaturen Afrikas waren quasi ein „Selbstläufer“ der Abschreckung, sich diesen Staatsformen als „freier Westler“ zuwenden zu wollen.
Eine kleine Schicht der Macht, der „Eliten“ der „Partei“ oder der „Familien“ (auf Afrika oder Südamerika bezogen), generierte auf Kosten der „Vielen“ Wohlstand für sich, aber eben auch nicht mehr. Repressalien, Gewalt und weitgehende Kontrolle gegenüber „dem Volk“ waren dabei die vorherrschenden Machtmittel zur Sicherung der eigenen Herrschaft.
Doch der Wind hat sich gedreht.
Nicht in all jenen damaligen Gesellschaften, doch in genügend, siehe China, um aufzuzeigen: Eine starke Wirtschaft (mitsamt perfektionierter „Kontrolle“ des Einzelnen) ist in Autokratien nicht nur möglich, sondern setzt in Teilen sogar deutlich „zum Überholen“ an.
Und so konstatiert Michael Sauga völlig zu Recht, dass alte Überzeugungen, dass nur wirtschaften und Leben in „liberaler Freiheit“ „Höchstleistungen“ und stringente Entwicklungen „zum Besseren hin“ quasi garantieren obsolet zu werden drohen.
Zusammen mit den wirtschaftlichen und finanzpolitischen Schwierigkeiten der „entwickelten“ Welt kann sich durchaus das Gefühl eines „abgewirtschaftet haben“ der demokratisch geführten Länder machen.
Ein Umdenken, das im Übrigen zudem mit dem technischen Fortschritt verbunden wird, so dass die Gegenbewegungen zur liberalen Demokratie mit Strategien und der ausgefeilten Nutzung vielfacher technischer Hilfsmittel da vernebeln, wo sie offenkundig „antifaktisch“ agieren und da, wo Schwächen des liberalen Systems zu sehen sind, unverzüglich und ohne Rücksicht vorangehen und Tatsachen schaffen, bevor das System „in Gang kommt“.
Am Ende, das liest man aus dem Buch deutlich heraus, ist es aber schlicht vor allem der Bereich und Gedanke der „Versorgungslage“, der so viele Menschen inzwischen in Abkehr zur Demokratie treibt, wo diese noch vorherrscht. Trotz „Mafiamethoden“ in weiten Teilen der Autokratien und populistischen Bewegungen weltweit.
„Die Demokratie ist die schlechteste Regierungsform mit Ausnahme aller anderer“. Dieser fundamentale Ansatz kommt deutlich ins Wanken und gerät weltweit unter immensen Druck.
Es gibt durchaus noch Möglichkeiten, wenn man sich diesem Trend nicht anschließen möchte. Die, am Ende, heruntergebrochen werden können auf die schlichte Formel: „Fiskalisch gesunden und dennoch der eigenen Gesellschaft Möglichkeiten und materielle Sicherheit anbieten“. Das zumindest war die Formel für den Siegeszug der Demokratien zu Zeiten. Nun aber kommt neu hinzu, und das sieht noch nicht sonderlich überzeugend aus, „sich auch für jene zu bewähren, die sich von den aktuellen Diskursen (und Zuständen und Problemen der Wirtschaft) eher abgestoßen fühlen“.
Es ist zu hoffen, dass das Buch in vielen Kreisen ernst genommen wird.




