Michael Sauga

 4 Sterne bei 2 Bewertungen
Autor*in von Frühling der Autokraten, Wer arbeitet, ist der Dumme und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Michael Sauga, 1959 in Goslar am Harz geboren, studierte Volkswirtschaft in Köln und besuchte die dortige Journalistenschule. Von 1987 bis 1999 war er als Redakteur bei Wirtschaftswoche und Focus in Düsseldorf und Bonn tätig, ab Dezember 1999 arbeitete er im Berliner Hauptstadtbüro des SPIEGEL. Ab 2008 übernahm er dort verschiedene leitende Funktionen im Wirtschafts- und Politikressort, von 2016 bis 2019 war er Leiter des SPIEGEL-Hauptstadtbüros. Seit 2019 ist er Autor für Wirtschaft und Politik. Sauga lebt seit März 2021 in Brüssel.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Michael Sauga

Cover des Buches Frühling der Autokraten (ISBN: 9783421070463)

Frühling der Autokraten

(1)
Erschienen am 17.09.2025
Cover des Buches Wer arbeitet, ist der Dumme (ISBN: 9783492254205)

Wer arbeitet, ist der Dumme

(1)
Erschienen am 22.06.2009
Cover des Buches Bevölkerung und Wirtschaftsentwicklung (ISBN: 9783593339955)

Bevölkerung und Wirtschaftsentwicklung

(0)
Erschienen am 01.01.1988
Cover des Buches Gelduntergang (ISBN: 9783492956444)

Gelduntergang

(0)
Erschienen am 20.03.2012

Neue Rezensionen zu Michael Sauga

Cover des Buches Frühling der Autokraten (ISBN: 9783421070463)
M

Rezension zu "Frühling der Autokraten" von Michael Sauga

M.Lehmann-Pape
Wirtschaftliches „Umdenken“ in Autokratien und Chancen liberaler Demokratien

Einer der Hauptgründe der Stärke der Demokratien westlicher Prägung, vor allem nach dem zweiten Weltkrieg, war, recht simpel, die materielle Kraft dieser Gesellschaftsform vor allem bezogen auf das äußere Ergehen in den damaligen Autokratien.

 

Der „real existierende Sozialismus“ in der Sowjetunion, die nackte Armut und der millionenfache Hungertod oder Tod durch das autoritäre System selbst, aber auch der Blick auf die „Kaiser und Königreiche“, die Diktaturen Afrikas waren quasi ein „Selbstläufer“ der Abschreckung, sich diesen Staatsformen als „freier Westler“ zuwenden zu wollen. 

 

Eine kleine Schicht der Macht, der „Eliten“ der „Partei“ oder der „Familien“ (auf Afrika oder Südamerika bezogen), generierte auf Kosten der „Vielen“ Wohlstand für sich, aber eben auch nicht mehr. Repressalien, Gewalt und weitgehende Kontrolle gegenüber „dem Volk“ waren dabei die vorherrschenden Machtmittel zur Sicherung der eigenen Herrschaft.

 

Doch der Wind hat sich gedreht. 

Nicht in all jenen damaligen Gesellschaften, doch in genügend, siehe China, um aufzuzeigen: Eine starke Wirtschaft (mitsamt perfektionierter „Kontrolle“ des Einzelnen) ist in Autokratien nicht nur möglich, sondern setzt in Teilen sogar deutlich „zum Überholen“ an.

 

Und so konstatiert Michael Sauga völlig zu Recht, dass alte Überzeugungen, dass nur wirtschaften und Leben in „liberaler Freiheit“ „Höchstleistungen“ und stringente Entwicklungen „zum Besseren hin“ quasi garantieren obsolet zu werden drohen.

 

Zusammen mit den wirtschaftlichen und finanzpolitischen Schwierigkeiten der „entwickelten“ Welt kann sich durchaus das Gefühl eines „abgewirtschaftet haben“ der demokratisch geführten Länder machen. 

 

Ein Umdenken, das im Übrigen zudem mit dem technischen Fortschritt verbunden wird, so dass die Gegenbewegungen zur liberalen Demokratie mit Strategien und der ausgefeilten Nutzung vielfacher technischer Hilfsmittel da vernebeln, wo sie offenkundig „antifaktisch“ agieren und da, wo Schwächen des liberalen Systems zu sehen sind, unverzüglich und ohne Rücksicht vorangehen und Tatsachen schaffen, bevor das System „in Gang kommt“.

 

Am Ende, das liest man aus dem Buch deutlich heraus, ist es aber schlicht vor allem der Bereich und Gedanke der „Versorgungslage“, der so viele Menschen inzwischen in Abkehr zur Demokratie treibt, wo diese noch vorherrscht. Trotz „Mafiamethoden“ in weiten Teilen der Autokratien und populistischen Bewegungen weltweit.

 

„Die Demokratie ist die schlechteste Regierungsform mit Ausnahme aller anderer“. Dieser fundamentale Ansatz kommt deutlich ins Wanken und gerät weltweit unter immensen Druck.

 

Es gibt durchaus noch Möglichkeiten, wenn man sich diesem Trend nicht anschließen möchte. Die, am Ende, heruntergebrochen werden können auf die schlichte Formel: „Fiskalisch gesunden und dennoch der eigenen Gesellschaft Möglichkeiten und materielle Sicherheit anbieten“. Das zumindest war die Formel für den Siegeszug der Demokratien zu Zeiten. Nun aber kommt neu hinzu, und das sieht noch nicht sonderlich überzeugend aus, „sich auch für jene zu bewähren, die sich von den aktuellen Diskursen (und Zuständen und Problemen der Wirtschaft) eher abgestoßen fühlen“.

 

Es ist zu hoffen, dass das Buch in vielen Kreisen ernst genommen wird.

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