Björn Ludwig hat hier ein wildes und höchst amüsantes Debüt vorgelegt. Schön schräg zeigt es das Leben eines Untergeher Paares in Berlin, von seiner wirklich skurrilen und exzessiven Seite. Es endet in Norwegen am Preikestolen - Massiv - und der Weg dorthin ist steinig. Die Erzählung rockt und boxt einem gekonnt in die Seite.
Michael Schönauer
Alle Bücher von Michael Schönauer
The Free /Die Freien
The Big Break at Folsom /Der große Ausbruch aus Folsom Prison
Die Helden des Rückzugs
Einmal fliegen noch
Eine kurze Geschichte über Liebe und Tod
Braunsiel
Fußballmord
Heimgekehrt
Neue Rezensionen zu Michael Schönauer
Rezension zu "The Free /Die Freien" von Gililand M
Es ist kein Geheimnis, dass wir in einer unfreien, überwachten Welt leben, in der jeder Schritt beobachtet wird. Wir leben in Städten, in denen Plätze Videoüberwacht sind und fallen wir aus der Norm, werden wir Polizeikontrollen unterzogen.
Was passiert, wenn wir es schaffen aus diesen Normen auszubrechen und versuchen uns Freiräume zu schaffen, die nicht wieder sofort von Einheiten der Uniformierten geräumt werden und dabei ein Netzwerk bilden, beschreibt dieses Buch.
Wer der Autor des Buches ist, ist weitestgehend unbekannt. Da der Text jedoch als Anticopyright gekennzeichnet ist, hat die Autorin und Übersetzerin Ni Gudix das Buch übersetzt und mit dem Killroy Media Verlag einen Herausgeber gefunden.
Zorn und Wut und eine gewisse Verzweiflung spiegelt sich in den Protagonisten wieder. Anders könnte es auch gar nicht sein. Denn ohne diese Gefühle ist es nicht möglich, sich aus der Gesellschaft zu befreien und einen eigenen Weg zu gehen. Letztendlich ist es die Sehnsucht ein autonomes Leben zu führen, die alle treibt. Und auch wenn Anarchismus im allgemeinen Sprachgebrauch immer noch als Chaos oder Unordnung angesehen wird (was natürlich völliger Quatsch ist aber hier zu weit führt) so ist er doch die einzige Form, in der es möglich wäre weitestgehend frei zu leben.
Das Buch ist natürlich keine wissenschaftliche Abhandlung, sondern ein großes Abenteuer, geschrieben in einer klaren Sprache, durchaus authentisch was die Personen und deren Umfeld angeht. Ein anderer Roman von der grünen Insel und dem Befreiungskampf im Norden.
Lesenswert, sympathisch, utopisch, anarchistisch und kraftvoll.
Rezension zu "Die Helden des Rückzugs" von Bernd HARLEM Fischle
Zum Inhalt:
Seit 1992 schreibt Bernd Harlem Fischle alle drei Monate eines seiner Hinterhofgedichte. Eine Auswahl bietet das vorliegende Buch. Schauplatz der Prosagedichte ist meist die Kneipe "Biereck", ihr Motor die Stammkundschaft und deren Schlagabtausch sowie die vorangestellten Abbildungen.
Meine Meinung:
Manche Bücher aus dem Killroy Media Verlag haben eine interessante Aufmachung. Diese gut 80 Seiten wurden in ein Hardcover gepackt.
Die Gedichte selber strahlen den Charme der Schreibmaschine aus, sind sie scheinbar direkt von dort inkl. Verbesserungen in das Buch gekommen.
Neben jedem Gedicht gibt es ein s/w Foto, so dass es insgesamt 37 x Lyrik gibt. Natürlich rede ich nicht von Reimgedichten – diese hier sind vielmehr und scheinbar willkürlich gebrochene Prosastücke mit einer individuell gestalteten Rechtschreibung.
Ebenso ist der Inhalt keine leichte Kost und beschreibt die Menschen und Geschehnisse aus einem „von unten“-Blickpunkt. Sicherlich nichts neues, aber Fischle schafft hier einen tiefen Einblick zwischen sich, seiner Stammkneipe „Biereck“ und dem Leben der Protagonisten, die dort ein- und ausgehen.
Nicht immer schön, dafür oftmals mit dem gewissen Maß an Zynismus. Und wenn er schreibt: „Vor Jahren wehrte ich mich mit Händen und Füßen/normal zu werden, jetzt habe ich alle Hände damit zu tun,/normal zu bleiben …“ dann hat er das Wesentliche erfasst.
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