Michael Schickenberg

 4 Sterne bei 4 Bewertungen

Lebenslauf von Michael Schickenberg

Michael Schickenberg, geboren 1975, studierte Englisch, Amerikanistik, Skandinavistik und Germanistik in Greifswald, Poughkeepsie, Bergen und Cádiz. Seit 2007 arbeitet er als freier Übersetzer aus dem Englischen und Norwegischen. Unter anderem übersetzte er Romane von Mohammed Hanif, Brandon Taylor, John Boyne und Tom Barbash. Er ist Mitglied des Verbands deutschsprachiger Übersetzer und lebt derzeit in Leipzig.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Michael Schickenberg

Cover des Buches Als die Welt zerbrach (ISBN: 9783492071970)

Als die Welt zerbrach

 (95)
Erschienen am 27.10.2022
Cover des Buches Flirting with Disaster (ISBN: 9783499272639)

Flirting with Disaster

 (9)
Erschienen am 21.10.2016
Cover des Buches Rote Vögel (ISBN: 9783455005165)

Rote Vögel

 (4)
Erschienen am 05.03.2019
Cover des Buches Als die Welt zerbrach: Roman (ISBN: B0B7M8CFJH)

Als die Welt zerbrach: Roman

 (1)
Erschienen am 27.10.2022
Cover des Buches Rote Vögel (ISBN: 9783455005172)

Rote Vögel

 (0)
Erschienen am 05.03.2019

Neue Rezensionen zu Michael Schickenberg

Cover des Buches Als die Welt zerbrach (ISBN: 9783492071970)
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Rezension zu "Als die Welt zerbrach" von John Boyne

Ein Leben mit der Schuld
herzchen65vor 3 Tagen

"Als die Welt zerbrach" war nicht mein erstes Buch von John Boyne. Schon "der Junge mit gestreiften Pyjama" oder "Der Junge auf dem Berg" haben mir damals sehr gefallen. In jedem Buch legt Boyne den Fokus auf eine andere Perspektive und ein anderes Leben während des zweiten Weltkriegs. Hier geht es nun um die Frage der Schuld und die Zeit danach. Auch wenn Gretel mit ihre Mutter die Zelte in Deutschland 1946 abbrach und sie über Polen, nach Paris, Australien und später nach London floh um endlich der Vergangenheit zu entkommen, so bleibt das Trauma wie ein Schatten an ihr haften. Gretel hofft mit jedem Neuanfang, das Erlebte und die Schuld abschütteln zu können, doch früher oder später wird sie immer wieder damit konfrontiert. Warum ist sie damals nicht aufgestanden und hat sich für das Gute eingesetzt? Doch was hätte sie als zwölfjähriges Mädchen und Tochter eines KZ-Kommandanten schon bewegen können, ohne sich selbst zu belasten? Jetzt,2022 in London, als eine junge Familie in die Wohnung unter ihr einzieht, macht sie erstaunliche Entdeckungen und wird erneut mit dieser Ungerechtigkeit und der Vergangenheit konfrontiert. Wird sie sich dieses Mal für andere einsetzen oder sich für ihre Sicherheit entscheiden?

Diese Geschichte empfand ich sehr beklemmend und sehr aufwühlend. Ich habe mit Gretel von der ersten bis zur letzten Seite mitgefiebert, mich sehr gut in ihre Lage hineinversetzen können und las diesen Roman wie im Rausch binnen kürzester Zeit. Die Aufteilung in drei große Abschnitte, die einmal von der Flucht mit der Mutter nach Paris, ihre Zeit in Australien und von London erzählen, fand ich sehr hilfreich um die unterschiedlichen Erlebnisse und ihr Handeln zu verstehen. Auch wenn der Krieg schon lange vorbei ist, so sind seine Auswirkungen nach wie vor spürbar. Ein sehr intensives Buch, das ich sehr gerne empfehlen möchte!

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Cover des Buches Als die Welt zerbrach (ISBN: 9783492071970)
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Rezension zu "Als die Welt zerbrach" von John Boyne

Aufwühlender Roman über Schuld und Verantwortung
Buecherfreundin85vor 5 Tagen

Über 15 Jahre ist es nun schon her, dass John Boyne seinen erschütternden Roman "Der Junge im gestreiften Pyjama" veröffentlicht hat. Das Buch wurde in über 50 Sprachen übersetzt und ein Bestseller. Ich war überrascht und erfreut, als ich nun die Fortsetzung "Als die Welt zerbrach" entdeckte. Meine Erwartungen waren hoch - und ich wurde nicht enttäuscht.

 Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen:

Im Hier und Jetzt steht die mittlerweile 91jährige Ich-Erzählerin Gretel Fernsby im Mittelpunkt des Geschehens. Sie lebt nach dem Tod ihres Ehemanns allein und bewohnt in bester Lage von London eine große Wohnung. Nachdem der Mieter der Wohnung unter ihr verstorben ist, zieht dort eine junge Familie ein: die ehemalige Schauspielerin Madelyn, ihr Ehemann Alex, ein Filmproduzent, und der gemeinsame Sohn Henry. Der 9jährige weckt schmerzliche Erinnerungen in Gretel. Sie gerät in einen Gewissenskonflikt, als sie erkennen muss, dass Madelyn und Henry von Alex misshandelt werden.

 Die zweite Zeitebene versetzt uns in das Jahr 1946. Gretel ist 15 Jahre alt, als ihre Mutter mit ihr aus Deutschland nach Paris flieht, wo beide unter einer neuen Identität versuchen, sich ein neues Leben aufzubauen. Die Mutter wird von Erinnerungen gequält, die sie mit Alkohol zu bekämpfen versucht. Als sie enttarnt werden, fliehen sie nach Rouen. Von dort aus wandert Gretel später nach Australien aus, kehrt aber nach einem Zusammentreffen mit Kurt Kotler, in den sie als junges Mädchen verliebt war, zurück nach Europa. In London beginnt für sie ein neues Leben.

 Das Buch ist in wunderbarem Sprachstil erzählt und liest sich sehr flüssig. Die Kapitel bewegen sich zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Wir begleiten Gretel auf ihren Wegen, tauchen ein in ihre Gedankenwelt und erleben ihre Erinnerungen, ihre Scham und ihre Ängste. Schwerwiegend sind ihre Schuldgefühle, die sie ihr Leben lang quälen werden. Sie wusste, was hinter dem Stacheldrahtzaun passierte, ihr Vater hatte sie als 12jährige durch das Konzentrationslager geführt, dessen Kommandant er war. Und sie fühlt sich schuldig am Tod ihres neunjährigen Bruders Bruno, dessen Name sie bis zu ihrem Lebensende nie wieder aussprechen kann.

 Es ist sicherlich ein Vorteil, "Der Junge im gestreiften Pyjama" gelesen zu haben, aber keine Voraussetzung, um den Folgeroman verstehen zu können. Die Geschehnisse der Vergangenheit werden in "Als die Welt zerbrach" nach und nach aufgeblättert.

John Boyne ist es gelungen, die Charaktere ganz wunderbar und authentisch zu beschreiben. Der großartige Roman über Schuld und Verantwortung hat mich von der ersten Seite an bis zum für mich vollkommen überraschenden Ende gefesselt und zutiefst berührt. 

 Absolute Leseempfehlung von mir für diesen klug und sensibel erzählten Roman - und wohlverdiente 5 Sterne!

        

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Cover des Buches Als die Welt zerbrach (ISBN: 9783492071970)
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Rezension zu "Als die Welt zerbrach" von John Boyne

Absolut lesenswert!
_Frauke_vor 6 Tagen

Der Roman "Als die Welt zerbrach" ist der Nachfolger des Buches "Der Junge im gestreiften Pyjama", das ich nicht gelesen hatte. Das neue Buch lässt sich aber problemlos unabhängig vom ersten lesen. Es hat mich so gefesselt, dass ich die mehr als 400 Seiten in zwei Tagen verschlungen habe. Dies liegt sicherlich auch an den fesselnden Schreibstil von John Boyne.

Das Buch ist in drei Abschnitte aufgeteilt, in denen die Zeitebenen von Kapitel zu Kapitel von der Gegenwart 2022 in verschiedene frühere Jahre wechselt. Die Protagonistin Gretel ist die Tochter eines KZ-Kommandanten. Sie entkommt 1946 unter falschen Namen mit ihrer Mutter nach Paris. Im ersten Abschnitt nehmen wir an Gretels Erlebnissen 1946 in Paris und 2022 in London teil. Im zweiten Abschnitt wechseln die Erlebnisse zwischen 1952 in Sydney und 2022 in London. Der dritte Abschnitt beschreibt ihre Erlebnisse in London in den Jahren 1953 und 2022.

Das ganze Buch durchzieht die Frage, ob die zwölfjährige Tochter eines KZ-Kommandanten mitschuldig am Holocaust ist. Ich halte es für zu hoch gegriffen, einem zwölfjährigen Kind eine solche Schuld zuzuweisen. Zusätzlich ist Gretel zugute zu halten, dass sie - zumindest seit 1946 - keinerlei Sympathie für die Nazis zeigt. Gleichwohl ist die Frage berechtigt, welche Verantwortung Gretel für die Vergangenheit trägt. Sie hat nach dem Kriegsende unter verschiedenen falschen Namen gelebt und ihre Vergangenheit verleugnet. Sie hat sich nie den Behörden gestellt. Sie hätte mit ihrem Wissen helfen können, die KZ-Verbrecher zur Rechenschaft zu ziehen und dadurch das Leid der Hinterbliebenen mindern können.

Der Roman von John Boyne sorgt dafür, dass der Holocaust auch 80 Jahre danach nicht in Vergessenheit gerät. Das Buch ist gut geschrieben und der flüssige Schreibstil macht das Lesen zu einem Vergnügen. Ich finde "Als die Welt zerbrach" absolut lesenswert und kann das Buch wärmstens weiterempfehlen.

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