Michael Schmid (2) Frontbericht

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Inhaltsangabe zu „Frontbericht“ von Michael Schmid (2)

Meine Texte sollen kein Bekenntnis sein. Sie sind zwangsläufig Offenbarungen, da sie nie zu vollendende Exorzismen sind. Zig Wörter gibt es für mich und ich habe zig Namen. Ich bin eine Störung. Ich bin meine Störung, ich bin unendlich mehr als meine Störung, und doch bin ich nichts ohne meine Störung. Eine Leerstelle, die hat noch nicht einmal einen Mittelpunkt. Ich gravitiere um meinen Mittelpunkt, der selber außerhalb seiner selbst um sich selbst gravitiert. Es freut mich, geisteskrank zu sein. Mich reizt keine schwere Depression und keine Psychose. Ich bin vollauf zufrieden mit meiner Störung. Da ich mich als etwas Zerrissenes sehe, dies weder ändern will noch muss, darf mein Text Kampfplatz sein, Frontverlauf, unfertig und solange der Krieg dauert, will ich ein guter Soldat sein. Weil Krieg ist, ist dieses Buch ein unfertiger Katalog gefundener Splitter.

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  • Rezension zu "Frontbericht" von Michael Schmid (2)

    Frontbericht

    Sarlascht

    27. June 2009 um 23:10

    Frontbericht ist nicht nur ein Titel, nein, er ist auch Programm. Wie ein Soldat in der Welt, schreibt Michael Schmid seine Gedanken und Gefühle nieder. Oftmals musste ich eine Stelle öfters lesen, da sich mir nicht immer gleich der Sinn erschlossen hat, auch verwendet der Autor zahlreiche Fremdwörter, was ein flüssiges Lesen etwas behindert. F60.31 ist die ICD Zahl für die Borderline-Persönlichkeitsstörung und das Buch gewährt einen kurzen Einblick in das Gefühlsleben eines Erkrankten. Man tritt in eine Welt aus Chaos ein und verlässt diese gedankenschwer. Da auch das Buch und das Geschriebene mehr chaotisch gegliedert ist, ist es eigentlich vollkommen egal, wie und wo man zu lesen beginnt. Frontbericht ist kein Roman, eine wirkliche Handlung gibt es nicht. Wie erwähnt ist es eine Gedankenansammlung, ohne wirkliche Zusammenhänge. Mich hat dieser Schreibstil überhaupt nicht gestört, es passt einfach zu der Thematik. Das Buch ist für Betroffene, sowie Angehörige und Interessierte geeignet. Betroffenen sei gesagt: Dieses Buch kann triggern! Diese Warnung vom Verlag sollte ernst genommen werden. Ein schonungsloses, intelligentes und direktes Buch, was fünf Sterne mehr als verdient hat.

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