Michael Schmieder

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Michael SchmiederDement, aber nicht bescheuert - Für einen neuen Umgang mit Demenzkranken
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Dement, aber nicht bescheuert - Für einen neuen Umgang mit Demenzkranken
Michael SchmiederDement, aber nicht bescheuert
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Dement, aber nicht bescheuert
Dement, aber nicht bescheuert
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Erschienen am 09.03.2018

Neue Rezensionen zu Michael Schmieder

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Pat82s avatar

Die Grundidee ist einfach wundervoll, und ich denke, dass die Bewohner von der Sonnweid perfekt betreuut werden.
Ich habe das Buch gelesen mit der Idee eventuell etwas herauszuholen für meine Arbeit auf der Notfallstation. Demente Menschen sind für uns immer eine sehr grosse Herausforderung.
Diesen Aspekt konnte das Buch nur bedingt erfüllen.
Die Krankheit Demenz von einer anderen Seite zu betrachten und die Augen öffnen für einen anderen Umgang, dass hat das Buch erfüllt, aber die Ideen der Einrichtungen  oder das Eingehen auf die Bedürfnisse wie zB das Spazieren, ist einfach nicht zumsetzbar in unserem Alltag.
Leider denn natürlich würde es sehr deeskalierend wirken, wenn wir vermehrt auf die individuellen Bedürfnissen der dementen Patienten auf der NF Station eingehen könnten, aber schlussendlich haben wir andere Prioritäten.

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Ichbinswieders avatar

Rezension zu "Dement, aber nicht bescheuert - Für einen neuen Umgang mit Demenzkranken" von Michael Schmieder

Plädoyer für ein menschenwürdiges Altern und ein Umdenken in der Pflege/Betreuung
Ichbinswiedervor 3 Jahren

Ich arbeite selber im Bereich der Betreuung demenzkranker Bewohner, daher bin ich immer an neuen Sichtweisen interessiert, die mich mein Denken und Handeln anders sehen und bewerten, sowie ggf. umstrukturieren lassen. Mit diesem Buch ist das durchaus gelungen, denn es ist ein Plädoyer für ein menschenwürdiges Altern und ein Umdenken in der Pflege/Betreuung.
Vieles ist nicht nur für den beruflichen Bereich geschrieben, auch wenn es zum Teil um die Alzheimerforschung und ihre Entwicklung, sowie um die Arbeit des Pflegepersonals geht. Es thematisiert ebenso Probleme, die die Angehörigen betreffen. Sie haben auf Grund der veränderten Lebensumstände oft eine große Last zu tragen, müssen viel Verständnis zeigen und den einst vertrauten Angehörigen neu kennen- und annehmen lernen, was durchaus zur Mammutaufgabe werden kann.

„Wenn es um Nächstenliebe geht, braucht es kein Diplom, keinen Master in Soziologie oder gar Theologie.Der Wille, sein Herz in die Wagschale zu werfen, genügt.“ (S. 220)

Hr. Schmieder übernahm 1985 das Haus Sonnweid in der Schweiz, und schreibt über die Veränderungen, die er im Laufe der Zeit dort durchgesetzt hat.
Was anfangs etwas nach Selbstbeweihräucherung aussieht, ist in Wirklichkeit die überaus plausible Konsequenz, einer bis dato schlechten Pflege/Betreuung mit Abschiebemanier entgegen zu wirken. Die Arbeit in Sonnweid wird im Folgenden anhand von Fallbeispielen sehr anschaulich beschrieben. Dabei wird immer wieder Wert darauf gelegt, dass hier das Individualkonzept greift und nicht nach allgemein verfassten Richtlinien gehandelt wird. Es war wirklich interessant zu lesen, wie die Lösungsstrategien erarbeitet und umgesetzt wurden. Immer unter ethischen Gesichtspunkten, immer menschlich und ausnahmslos bewohnerorientiert, ohne dabei die Bedürfnisse der Angestellten aus dem Auge zu verlieren. Vorbildhaft…

Auch wenn man manchmal den Eindruck haben könnte, dass andere Einrichtungen der Altenpflege hier abgekanzelt werden, so ist der erhobene Zeigefinger eher eine Seltenheit. Vorherrschender ist die leichte Resignation, dass manches in Deutschland nicht oder nur schlecht umsetzbar ist. Das dürfte zum Teil an den Richtlinien des MDK liegen, die in diesem Buch nur als Randerscheinung erwähnt wurden, ebenso aber auch an Hygienerichtlinien und anderen Barrieren. Hinzu kommt aber entscheidend das, was im letzten Kapitel angesprochen wurde: Profitorientierung. Zu viele Heime werden von privaten Investoren geführt.
Die Autoren sprachen mir mit vielen Sätzen aus der Seele. Nicht nur, aber auch was die Pflege betrifft. Es geht z.B. um Ruhe im Umgang untereinander, das richtige Maß an Anregung für die Bewohner und den Stellenschlüssel in Deutschland. Besonders letzterer ist es, der gute Pflege und Betreuung oft verhindert.

Unzureichend angesprochen wurde die Finanzierung. Eine Einrichtung wie Sonnweid ist teurer als andere Pflegeeinrichtungen, wenn man die Leistungen in vollem Maße in Anspruch nehmen möchte. Das erklärt sich allerdings nahezu von selbst, und es bleibt die Frage, was uns ein menschenwürdiges Altern wert ist bzw. wert sein sollte, und ob hier ein grundlegendes Umdenken, auch von Seiten der Politik, notwendig wäre.

Dieses Buch zeigt am Beispiel der Demenzeinrichtung Sonnweid auf, wie ein menschenwürdiges Altern gestaltet werden kann. Stärken stärken, Schwächen schwächen und den Menschen so annehmen wie er ist. Ein Vorbild, dem man nacheifern sollte.

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K

Rezension zu "Dement, aber nicht bescheuert - Für einen neuen Umgang mit Demenzkranken" von Michael Schmieder

Für einen neuen Umgang mit Demenzkranken (Buchuntertitel).
kvelvor 3 Jahren

Inhalt und meine Meinung:
Michael Schmieder berichtet aus seinem beruflichen Alltag, denn er ist der Leiter des Schweizer Heimes Sonnweid, einem Pflegeheim, das sich auf demenzkranke Patienten spezialisiert hat.
Er erzählt aus seiner Anfangszeit als er das Heim als Leiter übernommen hat und welche Änderungen zum Wohle seiner Patienten er durchgesetzt habe.
Und er weiß von vielen Situationen und Diskussionen innerhalb seines Teams aus Pflegern und allen, die an den Patienten arbeiten, zu berichten.


Herr Schmieder ist als Heimleiter kein Bürokrat, sondern er kommt vom Fach: Als Pfleger begann er seinen Berufseinstieg, arbeitete in der Notaufnahme und das Wichtigste: Die Würde des Menschen und damit die Ethik steht für ihn an erster Stelle.

Dies zeigt sich in seinen Schilderungen.
Wenn er bspw. beschreibt, dass er bei der Aufnahme eines Neupatienten vorher keine Arztberichte erhalten möchte, sondern dass das Erstgespräch mit den Angehörigen ihm den ersten Eindruck für den neuen Patienten vermitteln solle: „Eine Demenz werde vor allem am Vergessen gemessen, viel weniger an den oft deutlich sichtbaren Verhaltensstörungen.“ (S. 26)


Ich habe mich für dieses Sachbuch ganz allgemein interessiert; also ohne konkreten persönlichen oder beruflichen Hintergrund.

Dieses Sachbuch ist so verständlich formuliert ist, dass selbst Laien wie ich problemlos folgen können.


Der Autor erzählt von den Auswirkungen seiner an Demenz erkrankten Patienten, die immer im Hier und Jetzt leben, und im Laufe der Zeit das Sprechen und Kommunizieren einstellen, und wie sich dies im Alltag äußert und wie er und das Team seiner Mitarbeiter versuchen damit umzugehen.
Ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung wie die Betreuungsstandards und der Pflegealltag in deutschen Pflegeheimen aussieht, oder was der State of the Art der psychologischen Ansätze bei Demenzkranken ist, deshalb kann ich nicht wirklich beurteilen, inwiefern seine Ideen, sich (noch) nicht woanders durchgesetzt hätten, aber das, was er beschreibt hat in meiner Vorstellung Hand und Fuß.


Über die Missstände in deutschen Pflegeheimen schreibt er auf Seite 211, dass es am Geld alleine nicht liegen könnte, sondern dass es für menschenwürdige Zustände vielmehr auf die einfühlsame Haltung der Betreuenden, seien sie Heimleiter oder Reinigungskraft, Lehrling oder Arzt, Koch oder Gärtner, ankomme: „Ein Land wie Deutschland, das die besten Autos und Maschinen der Welt baut, müsste doch in der Lage sein, ein anständiges Pflegekonzept zu entwickeln! Doch statt es zu versuchen, übertrug der Staat Mitte der neunziger Jahre die Verantwortung für seine Altenheime der freien Marktwirtschaft.“


Als Leser bekommt man auch Einblicke in das Seelenleben der Demenzkranken; man kann sich vorstellen, wie sich ein Patient bei der psychologischen Testung fühlt, wenn er eine Uhr zeichnen soll und er eigentlich gar nicht mehr weiß, wo genau welche Ziffer stehen soll; dabei weiß der Patient sehr wohl um sein Unvermögen, denn er ist „dement, aber nicht bescheuert“.


Fazit: Lesenswert.


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