Michael Schofield January First

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Inhaltsangabe zu „January First“ von Michael Schofield

As a newborn, January sleeps for only 20 minutes at a time. As a one-year-old she speaks in complete sentences. At two she asks about negative numbers. By three she has literally hundreds of imaginary friends. All the signs suggest she's gifted. But when her baby brother Bodhi arrives January's behaviour becomes increasingly violent, her never-ending delusions and hallucinations interspersed with paroxysms of rage that eventually force her parents to live in separate adjoining apartments. This harrowing memoir is the desperate story of Michael's mission to find out what is wrong with his highly intelligent daughter. As he does the rounds of child psychologists, doctors and locked hospital wards, the author provides an unflinchingly honest account of parenting, as well as an indictment of the lack of care for children with severe mental illness. But above all, January First shows the passionate dedication of a father who refuses to give up on his little girl even as her behaviour becomes ever more alien. (Quelle:'Flexibler Einband/01.02.2013')
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    January First
    WildRose

    WildRose

    12. July 2014 um 12:57

    Zunächst einmal: Ich hatte nur einen recht kurzen Zeitungsartikel über Michael Schofield gelesen, bevor ich "January First" kaufte. Das Buch war für mich sehr interessant und auch berührend zu lesen. Der Vater schildert darin das Leben mit seiner Tochter Jani, bei der im Alter von nur sechs Jahren Schizophrenie diagnostiziert wurde. Sehr gut beschrieben wird die Hilfosigkeit, Verwirrung und Einsamkeit der Eltern, die sich oft ungenügend unterstützt sehen und nicht wissen, wie sie am besten mit Jani umgehen sollen. Der einzige Kritikpunkt war für mich, dass Schofield seine Frau Susan im Buch immer wieder "attackierte" und man bis zum Ende eigentlich nicht erfuhr, wie sie es dann doch schafften, wieder "auf einen grünen Zweig" zu kommen und als Familie zu funktionieren. Doch kommen wir nun zu meiner eigentlichen Sorge. Nachdem ich das Buch gelesen hatte, las ich mir ein paar andere Rezensionen durch und stellte fest, dass es um das Buch hitzige Diskussionen gibt. Unter anderem stellen sich Leser die Frage, ob Jani tatsächlich Schizophrenie hat oder ob ihre möglicherweise emotional labilen Eltern ihr die Krankheit quasi "eingeredet" haben. Zudem kursieren Gerüchte über die Familie, so soll Schofield eine Affäre gehabt haben, gewalttätig gewesen sein etc. Auf YouTube fand ich eine Dokumentation über January. Ich finde es ja sehr gut, wenn man versucht, die Öffentlichkeit über Krankheiten wie Schizophrenie aufzuklären, denn hier haben sicherlich immer noch viele Menschen Vorurteile und falsche Vorstellungen. Doch ich frage mich, ob die Schofields Jani nicht zu sehr in die Medien zerren. Gerade für ein schizophrenes Kind muss dies zusätzlich ängstigend und verwirrend sein. Jani sollte einfach nicht vorgeführt werden. Nun machen Janis Eltern sich laut Dokumentation auch noch Sorgen um ihren kleinen Bruder Bodhi. Dies wird im Buch allerdings nicht wirklich erwähnt. Bodhi soll autistisch oder ebenfalls schizophren sein. Manche anderen Leser zweifeln daran; ich weiß es nicht und möchte auch nicht spekulieren, da ich die Familie ja nicht persönlich kenne. Aber falls hier tatsächlich etwas falsch laufen sollte und Jani und Bodhi von den Eltern in irgendeiner Form benutzt werden, um deren Ego zu polieren oder auch nur aus Unwissenheit, weil die Eltern vielleicht nicht sehen, dass ihre Kinder mit diesem Medieninteresse überfordert sein könnten, dann stößt mir das sehr sauer auf.  FAZIT: Dieses Buch ist durchaus lesenswert, gerade wenn man sich für Schizophrenie interessiert und mehr darüber erfahren möchte. Vielleicht erkennen andere Eltern ihr eigenes Kind ja sogar in Jani wieder, welche noch nicht wissen, woran ihr Kind leidet. Doch aufgrund der Zweifel und der etwas undurchsichtigen familiären Situation der Schofields weiß ich einfach nicht mehr genau, was ich über dieses Buch denken soll. Ich hoffe nur, Jani und Bodhi sind nicht die Leidtragenden.

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  • Frühkindliche Schizophrenie?

    January First
    MikkaG

    MikkaG

    09. November 2013 um 17:04

    Bevor ich dieses Buch gelesen habe, hatte ich schon diverse Reportagen über Janni Schofield gesehen, sowie Interviews mit ihren Eltern und unzählige Auftritte in Talkshows. Und dabei hatte ich mehr und mehr den Eindruck gewonnen, dass Janni vielleicht gar nicht schizophren ist - sondern ihre Eltern nur mediengeil. Es gibt viele Diskussionen im Internet darüber, und ein Begriff, der immer wieder fällt, ist "Munchhausen by Proxy", eine Verhaltensstörung, bei der Eltern ihren Kindern einreden, dass sie krank sind, oder sie sogar tatsächlich krank machen, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Und genau diesen Eindruck hatte ich auch. Ich kann mich z.B. an eine Szene erinnern, in der Jannis Mutter sie in die Notaufnahme bringt, weil sie angeblich einen psychotischen Anfall hat. Das Mädchen hat ein Messer in der rechten Hand, legt es leicht an ihr linkes Handgelenk und sagt dabei: "Ich schneide mir die Hand ab." Aber sie sagt es ganz ruhig und macht auch keine Anstalten, sich wirklich mit dem Messer zu schneiden. Ihre Mutter macht eine Bemerkung darüber, was man alles tun muss, damit ein Kind in die Notaufnahme aufgenommen wird, und dass sie inzwischen genau weiß, wie das geht. Ich leide selber an einer schizo-affektiven Persönlichkeitsstörung und weiß leider nur zu gut, wie ein psychotischer Anfall aussieht... So nicht. Nicht so ruhig. Man sagt dann nicht "Ich schneide mir die Hand ab", man versucht, es zu tun. Und ich habe nur eine leichte Störung, während Janis Störung extrem stark sein soll. Aber ich wollte das Buch dennoch lesen, weil ich dachte, vielleicht kommt das im Fernsehen einfach falsch rüber. Vielleicht wurden manche Szenen nachgestellt und wirken deshalb so unecht. Aber im Buch hat sich der Eindruck, dass hier ein Kind krank gemacht und ausgenutzt wird, um die Eltern in die Medien zu bringen, nur verstärkt. Vielleicht liege ich damit völlig falsch, aber dann handelt es sich hier immer noch bestenfalls um Eltern, die viel zu schnell zu Medimanten greifen, um ihr Kind in den Griff zu bekommen. Zum Beispiel berichtet der Vater von einem Ereignis, als Janni fünf Jahre alt war. Ihre Mutter hatte sie zum Einkaufen mitgenommen, und das Mädchen begann im Geschäft damit, Sachen aus den Regalen zu reißen und auf den Boden zu schmeissen. Das finde ich an sich noch nicht so ungewöhnlich - kleine Kinder haben nun mal Trotzanfälle. Was macht die Mutter also? Anstatt in irgendeiner Form Erziehungsmaßnahmen zu ergreifen, lässt sie die Kleine direkt in eine psychiatrische Klinik einweisen! Und immer wieder pochen die Eltern bei den Ärzten darauf, dass Janni mehr Medikamente bekommen soll, weil sie angeblich nicht mehr zu kontrollieren ist. In einem Kapitel berichtet ihr Vater, dass sie Seroquel bekommt - genau das Mittel, was ich ebenfalls nehme, aber Janni nahm im zarten Alter von 6 Jahren die 5-fache Dosis von dem, was ich als 37-jährige nehme! Irgendwann kommt Janni in eine Klinik, in der die Ärzte nicht direkt versuchen, alles mit Medikamenten zu beheben, sondern stattdessen ansprechen, dass die Eltern mit konsequenter Erziehung sicher schon eine Besserung erreichen könnten, und besonders die Mutter verlangt stur immer wieder, dass dem Mädchen anti-psychotische Beruhigungsmittel gespritzt werden sollen - obwohl es in anderen Kliniken mehr als einmal vorgekommen war, dass Janni nach so einer Spritze stundenlang halb bewusstlos und sabbernd auf dem Boden lag und sich einnässte. Der Vater scheint von seiner Tochter regelrecht besessen zu sein. Er beschäftigt sich jede freie Sekunde mit ihr und geht dabei nicht nur selber so auf ihre imaginären Freunde ein, als wären sie echt, sondern reagiert auch mit Zorn und Hass auf Menschen, die andeuten, dass sie vielleicht nur eine lebhafte Fantasie hat. Beide Elternteile lassen ihr so ziemlich alles durchgehen, egal, ob sie jetzt jeden Tag nur Cheeseburger essen will, ob sie andere Kinder schlägt oder ob sie sich weigert, sich selber die Zähne zu putzen oder alleine zu duschen. Sie braucht nur zu schreien, und schon heißt es, sie bekommt einen psychotischen Anfall - und dann wird gemacht, was sie will. Und egal was sie tut, sie kann die Schuld immer auf ihre imaginären Freunde schieben. Manches fand ich auch nicht sehr glaubwürdig. In einem Kapitel wird immer wieder berichtet, dass die Eltern quasi in Todesangst vor ihrer Tochter leben, die schlägt, beißt und kratzt. Zwei erwachsene Menschen. Ein fünfjähriges Mädchen. Kein Wunder, dass sie gewalttätig wird - Kinder testen ihre Grenzen aus, und wenn die Eltern schreiend weglaufen, hat man als Kind die Macht, und dann gibt es keine Grenzen. Da fragt man sich schon, ob dieses Kind wirklich schizophren ist, oder nur geradezu auf extremes Verhalten gedrillt. So oder so tut mir January Schofield leid, denn ob sie nun schizophren ist oder nicht, sie hatte eine schreckliche Kindheit, konnte nie normal zur Schule gehen, hat kaum echte Freunde... Und ihre Eltern haben ihr wieder und wieder das Gefühl gegeben, dass sie eine Last ist. Trotz meiner Zweifel am Inhalt war das Buch spannend zu lesen und ich konnte es gar nicht weglegen. Aber im Nachhinein habe ich mich darüber geärgert, es gelesen zu haben. Eine normale Kritik ist daher für mich nicht möglich und ich werde neutrale Bewertungen hinterlassen. Wer sich für Schizophrenie oder psychische Krankheiten bei Kindern interessiert, wird dieses Buch sicher auch interessant finden, aber ich würde dennoch eher keine Empfehlung aussprechen, weil ich denk Eindruck habe, dass man als Leser hier ein verzerrtes Bild präsentiert bekommt.

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