Michael Schomers Alltag Armut

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Inhaltsangabe zu „Alltag Armut“ von Michael Schomers

Millionen von Menschen in der Bundesrepublik leben von Sozialhilfe, und hinter jeder Ziffer verbirgt sich ein Einzelschicksal, ein Leben, das in der Öffentlichkeit nicht sichtbar ist. Wie lebt man mit 539.- Mark im Monat? Kann man sich die schwierigen Bedingungen wirklich vorstellen, wenn man nicht selbst betroffen ist? Während die meisten Reportagen das Problem der alltäglichen Armut aus der Außenperspektive behandeln, liefert der Kölner Autor und Fernsehjournalist in seinem Buch eine Innensicht: Inkognito hat er zwei Monate lang in einer kleinen Wohnung im Ruhrgebiet als Sozialhilfeempfänger gelebt. 539.- DM Sozialhilfe, das bedeutet einen Tagessatz für Lebensmittel von 8,48 DM. Auf einmal gehören die sonntägliche Armenküche, der Gebrauchtkleidermarkt und das Vorsprechen bei Arbeits- und Sozialamt zu seinem Alltag: Eindringlich schildert Schomers das Gefühl der Ohnmacht bei seinen Behördengängen, die vollkommene Interessenlosigkeit der Beamten und die Demütigung, mit 48 Jahren als unvermittelbar zu gelten: ausgemustert, abgeschrieben - eine bloße Zahl in der Statistik.

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  • Rezension zu "Alltag Armut" von Michael Schomers

    Alltag Armut

    BRB-Jörg

    23. January 2010 um 21:31

    Mehr als 7.000.000 Deutsche leben von Hartz IV. Darüber, wie schwer es ist, mit dem Regelsatz ein halbwegs normales Leben zu führen, wurden besonders in den Privatmedien in den letzten Jahren mehr als genug berichtet. Vor gut zehn Jahren gab es in unserem Land noch die Trennung von Arbeitslosengeld und Sozialhilfe. Der Sozialhilfe-Satz, das sogenannte Existenzminimum, war anno 1998 genau 539 DM hoch. WDR-Journalist Michael Schomers will in einem Experiment aufzeigen, wie man davon leben kann. Dazu schert er für einen Monat aus seinem luxiuriösen Leben aus, erfindet eine künstliche Identität und steigt in den Duisburger Untergrund ab. Davon handelt dieses Buch. Vom Überleben statt Leben, von stets spürbarer Knappheit, von Armenküchen, kreativer Selbsthilfe und nicht zuletzt unfassbaren Bürokratiekriegen mit dem Sozialamt. Dies alles ist erschütternd zu lesen, wenngleich zwischen den Zeilen auch immer wieder etwas Hoffnung mitschwingt sowie die unglaubliche Stärke mancher Sozialhilfempfänger, aus ihrem Schicksal das Beste zu machen und ihm irgendwie zu entfliehen. Eine harte Reportage aus der Mitte unserer Gesellschaft, für mich allerdings mit einem Problem: Da ich zwischen 2004 und 2005 selbst anderthalb Jahre von Hartz IV gelebt habe und somit in ähnlichen Verhältnissen, weiß ich, dass man auch in dieser Situation den endgültigen sozialen Abstieg vermeiden kann, ohne auf Armenküchen zurück zu greifen oder über das Geld vom Amt hinaus gehende Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eigentlich wären es 5 Sterne, aber aufgrund meiner eigenen Geschichte zieh ich einen aus Gründen der Glaubwürdigkeit wieder ab. Dennoch: Auch gut 11 Jahre nach dem Erscheinen ist dieses Buch nach wie vor hochaktuell!

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