Michael Schulz

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Lebenslauf

Michael Schulz wurde am 17. Dezember 1961 in Berlin(West) geboren, wo er als ältester von drei Geschwistern aufwuchs. Er studierte Informatik und wurde mit 24 Jahren Unternehmer. Seit 2007 beschäftigt er sich mit Geld, Finanzen und Gesellschaftssystemen. Wesentlich geprägt hat ihn dabei die Theorie des Debitismus von Paul C. Martin. Nachdem sein Unternehmen im Jahr 2012 verkauft war, siedelte er aus Furcht vor einem Finanzkollaps nach Südamerika über. Dort entwickelte er eine neue Geld- und Eigentumstheorie und auf deren Basis ein neues Gesellschaftssystem, das die gravierenden Fehler der Demokratie beseitigt. Sein Buch ist eine spannende Reise von der neolithischen Revolution bis hin zu einer wirklich freiheitlichen und friedlichen Welt in der hoffentlich nahen Zukunft.

Quelle: Verlag / vlb

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Neue Rezensionen zu Michael Schulz

‚Manch einer sagt, es sei besser, keine ‚schlafenden Hunde zu wecken‘ [...].'

‚Manch einer sagt, es sei besser, keine ‚schlafenden Hunde zu wecken‘, sprich: Patienten nicht zu ermutigen, Widerspruch gegen das vorgeschlagene Procedere zu äußern. In der Motivierenden Gesprächsführung möchten wir schlafende Hunde wecken, denn die Erfahrung zeigt: Sie werden sowieso wach.‘ (Seite 35)

Motivierende Gesprächsführung basiert auf Grundsätzen der Gesprächspsychotherapie, der kognitiven Verhaltenstherapie und der Kommunikationspsychologie, ist vor allem in der Suchtbehandlung fest etabliert, wird mittlerweile aber auch bei anderen psychische Störungen wie Depression, Posttraumatische Belastungsstörung, Schizophrenie und Angststörungen eingesetzt. Motivierende Gesprächsführung geht davon aus, dass ‚Menschen in der Regel gegenüber einer Verhaltensänderung nicht motiviert oder unmotiviert sind, sondern ambivalent‘ (Seite 10).

Georg Kremer und Michael Schulz bietet in ihrem Basiswissen-Titel einen ebenso knappen wie verständlichen und fundierten Überblick über das Konzept der Motivierenden Gesprächsführung. Der Fokus des Buches liegt dabei auf der akutpsychiatrischen Behandlung und auf der Arbeit mit schwer psychisch erkrankten Menschen.

Die Autoren erklären initial, was Motivierende Gesprächsführung ist und wo sie eingesetzt wird, bevor sie näher auf Grundlagen, die fünf Kernkompetenzen und den Umgang mit Sustain Talk und Dissonanz eingehen. Im letzten Drittel bieten Kremer und Schulz mehrere Fallbeispiele mit einem recht detaillierten Vorgehen gemäß der Motivierenden Gesprächsführung (z.B. bei fehlender Adhärenz in Sachen Psychopharmakotherapie und bei Suizidalität).

Ich habe schon einige Bücher aus der Basiswissen-Reihe gelesen (‚Umgang mit wahnkranken Menschen‘, ‚Geschichte der Psychiatrie‘, ‚Umgang mit suizidgefährdeten Menschen‘, ‚Cannabiskonsum und psychische Störungen‘), und ich bin immer wieder von den Büchern und dem Konzept der Reihe begeistert. So auch von ‚Motivierende Gesprächsführung in der Psychiatrie‘.

Das Buch fasst (wie es typisch für die Basiswissen-Reihe ist) komplexe Inhalte auf sehr übersichtliche und verständliche Weise zusammen und bietet so einen ersten Einblick ins und Überblick über das Thema, eignet sich aber auch gut zum Nachschlagen bei konkreten Fragestellungen.

Mir hat das Buch wichtige und nützliche Impulse für meine eigene Tätigkeit als Psychologin geboten, und dabei empfand ich vor allem das 50-seitige Kapitel zur Praxis der Motivierenden Gesprächsführung mit den vielen Fallbeispielen extrem gelungen und hilfreich.

Das Buch richtet sich laut der Autoren an professionelle Helfer in der Psychiatrie und in angrenzenden Arbeitsfeldern, ist meiner Meinung nach aber auch für interessierte Laien, Betroffene und Angehörige spannend, lehrreich und gut geeignet. 

‚Damit wir die psychiatrische Welt neu erschaffen können, müssen wir sie mit anderen Augen sehen.'

‚Damit wir die psychiatrische Welt neu erschaffen können, müssen wir sie mit anderen Augen sehen. Safewards hilft, die Welt der Psychiatrie eher aus der Sicht der Betroffenen und weniger aus der Sicht der Institution zu sehen. Nicht mehr und nicht weniger.‘ (Seite 181)

Vor 25 Jahren habe ich eine Ausbildung zur Krankenschwester an einer psychiatrischen Klinik absolviert, wo ich auch Zwangsmaßnahmen, das Aufschaukeln von Gewalt und Gegengewalt, das Ausüben von Macht über Fixierung und Bedarfsmedikation etc. erlebt habe. Heute arbeite ich als Psychologin, und auch als Privatperson ist es mir wichtig zu sehen, dass in deutschen Psychiatrien (langsam) ein Wandel einsetzt, der meiner Meinung nach schon lange überfällig ist.

Michael Löhr, Michael Schulz und André Nienaber schreiben in ihrem Buch ‚Safewards. Sicherheit durch Beziehung und Milieu‘ über die Ursachen von Gewalt und Aggression in der Psychiatrie, über Formen und Häufigkeiten von Übergriffen, professionelle Beziehungsgestaltung, das Safewards-Modell, Safewards-Interventionen und ihre Implementierung sowie die Studienlage. Zudem werden sechs Kliniken vorgestellt, die das Safewards-Konzept bereits eingeführt haben.

Die Autoren bieten eine schrittweise Anleitung und sprechen über ihre Erfahrungen mit den einzelnen Schritten der Interventionen und deren Implementierung sowie über Stolpersteine und Lösungen für möglicherweise auftretende Probleme.

Dabei richtet sich das Buch an Pflegekräfte, aber auch für mich als Psychologin war das Buch eine Bereicherung. Ich fand es nicht nur spannend, von den Interventionen zu lesen, sondern ich habe zudem Impulse für meine eigene Arbeit erhalten, obwohl ich nicht auf einer Safewards-Station und nicht in der Psychiatrie arbeite. Interessant war für mich primär, darüber zu lesen, dass Psychiatrie auch anders geht, als ich das vor 25 Jahren in meiner Krankenpflegeausbildung erlebt habe.

Für diejenigen, die auf einer psychiatrischen Station arbeiten, auf der das Safewards-Konzept umgesetzt werden soll, bietet das Buch eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie das funktionieren könnte, was man beachten muss, was schief gehen kann. Damit hat ‚Safewards. Sicherheit durch Beziehung und Milieu‘ einen enormen praktischen Nutzen.

‚Gewalt und Psychiatrie sind nach wie vor zwei eng miteinander verwobene Themen, die immer wieder zu heftigen Diskussionen führen [...]. Heutzutage wissen wir relativ viel über die Komplexität der Entstehung von Aggression und Gewalt und vor allem wissen wir, dass selten nur eine Seite für eine Eskalation verantwortlich ist. Häufig ist es ein komplexes System von miteinander interagierenden Faktoren und fast immer sind vorbeugende Maßnahmen möglich. Das Safewards-Konzept basiert auf einem Modell, das diese Komplexität abbildet. Es bietet anhand von zehn grundlegenden Interventionen einen Ansatz, um Situationen von Gewalt und Aggression in der psychiatrischen Versorgung zu reduzieren oder zu vermeiden.‘ (Seite 9)

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