Michael Schweßinger

 4.8 Sterne bei 5 Bewertungen

Alle Bücher von Michael Schweßinger

Von Seemännern und anderen Gestrandeten

Von Seemännern und anderen Gestrandeten

 (2)
Erschienen am 15.11.2007
Robinsonaden vom 40. Breitengrad

Robinsonaden vom 40. Breitengrad

 (1)
Erschienen am 26.02.2018
Vaterland ist abgebrannt

Vaterland ist abgebrannt

 (1)
Erschienen am 13.01.2017
In Darkest Leipzig

In Darkest Leipzig

 (1)
Erschienen am 26.02.2014
Beim Esel links

Beim Esel links

 (0)
Erschienen am 01.12.2016
Gedanken an die Dämmerung

Gedanken an die Dämmerung

 (0)
Erschienen am 01.07.2013
Stadtapokalypsen I-V

Stadtapokalypsen I-V

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Erschienen am 31.05.2012

Neue Rezensionen zu Michael Schweßinger

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David_Grays avatar

Rezension zu "Robinsonaden vom 40. Breitengrad" von Michael Schweßinger

Die Bespassungsmaschine
David_Grayvor 9 Monaten

"Wenn Literatur nicht bei denen bleibt, die unten sind, kann sie gleich als Partyservice anfangen", umriss Jörg Fauser einmal die Aufgabe von Literatur. Einer seiner Erben ist der Leipziger Schriftsteller und Ethnologe Michael Schwessinger, der sein Geld ganz bewusst hauptsächlich als weltreisender Bäcker verdient.

"Mich langweilen diese Welten, die mir vertraut sind ... Sprachlich sichtbar zu machen, was jeder schon weiß, aber dennoch nicht ins Bewusstsein gerät, erscheint mir enorm wichtig. Denn die Welt wird neu vermessen und die Landvermesser denken nicht mehr national. Sie haben ihre Lektion gelernt. Nur ihre Knechte denken national, sie denken rechts- oder linksnational und die Herren ziehen derweil stillschweigend den eisernen Vorhang nicht mehr zwischen Ost und West oder Nord und Süd, sondern zwischen oben und unten und amüsieren sich über den Kleinkrieg der Kleinen", fasst er seinen Anspruch an sich selbst und seine Arbeitsmethode zusammen.

Mit seinem neuesten Band hat Schwessinger ein kleines Meisterwerk vorgelegt, das es so noch nicht in der dts Literaturlandschaft der letzten Jahre gab. Er berichtet darin aus dem Innenleben eines apulischen Robinson-Clubs. Er kann sich an Sensibilität und überraschenden Einsichten mit Nora Bossongs Trip ins "Rotlicht" und Wallraffs Gang nach "Ganz unten" durchaus messen. Die Abgeklärtheit mit der Schwessinger aus dem verborgenen Innenleben des Clubs erzählt führt ihn zu ungewöhnlichen Einsichten ins Räderwerk einer globalisierten Bespaßungsindustrie, die nicht zynisch daherkommen, auch wenn sich einige so lesen lassen mögen. Noch die skurrilste der Figuren, die er aus dem Clubkosmos herausgreift, wirkt authentisch. So etwa wenn er das gemeinsame Austicken der Spüler eines Nachts mit dem Hundetick einer Exfreundin vergleicht, die fand, dass es die Rudelsolidarität auch der Menschen steigerte, wenn diese ab und zu nicht nur im übertragenen Sinne mit den Wölfen heulten, woraufhin der Autor, allein in seiner Backstube, eben solidarisch in das Geheul der Spüler einfällt.

Ein gutes, ein wichtiges Buch.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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David_Grays avatar

Rezension zu "Robinsonaden vom 40. Breitengrad" von Michael Schweßinger

Orwells "Wigan Pier" fürs 21. Jahrhundert
David_Grayvor 9 Monaten

Ein sehr lesenswerter Blick hinter die Kulissen eines All inclusive Clubs in Italien. Verfasst von einem  wirklich großen Undergroundliteraten.

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FrankDrebins avatar

Rezension zu "Vaterland ist abgebrannt" von Michael Schweßinger

Persönliche Einblicke statt verklärter Auswanderer-Romantik
FrankDrebinvor 5 Jahren

Michael Schweßinger wagte, wovon andere nur träumen: Einfach raus, das alte Leben hinter sich lassen und ab ins Ausland. In „Vaterland ist abgebrannt. Geschichten aus der Fremde“ erzählt er, gerade wieder nach Deutschland zurückgekehrt, von Erlebnissen aus seiner Zeit in Afrika und Irland. Verklärte Auswanderer-Romantik findet man in diesem Buch allerdings nicht.

Schweßinger gewährt ungewöhnlich persönliche Einblicke. Beim Lesen taucht man vollkommen in sein Leben im Ausland ein, lacht bei Anekdoten über irische Kauzigkeit und kommt bei Poetik über Einsamkeit ins Nachdenken. Neben ihm blickt man in afrikanische Gewehrläufe, unterhält sich im dunklen Cottage mit Mellvilles Bartleby, zuckelt auf dem Beifahrersitz seines alten Toyota Starlets durch die menschenleeren Landschaften Irlands und entspannt in einem gemütlichen Pub vorm Feuer. Bis man das Buch schließlich beiseitelegt und wieder in der Gegenwart ankommt.

Ein beeindruckend ehrliches Résumé seiner Flucht in die Fremde.

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