Michael Sieben

 3,7 Sterne bei 9 Bewertungen
Autor von Ponderosa, Das Jahr in der Box und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Michael Sieben

Michael Sieben, geboren 1977, studierte Wirtschaftswissenschaften in Mainz, Köln und Paris und lebt mit seiner Familie in Berlin. 2011 war er einer der Open-Mike-Finalisten. Für sein Debüt »Ponderosa« erhielt er u.a. das Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendium.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Michael Sieben

Cover des Buches Ponderosa (ISBN: 9783551318626)

Ponderosa

 (6)
Erschienen am 01.04.2020
Cover des Buches Das Jahr in der Box (ISBN: 9783551583963)

Das Jahr in der Box

 (3)
Erschienen am 05.03.2020

Neue Rezensionen zu Michael Sieben

Cover des Buches Das Jahr in der Box (ISBN: 9783551583963)Skyline-Of-Bookss avatar

Rezension zu "Das Jahr in der Box" von Michael Sieben

Ein tolles Jugendbuch, das jungen Lesern einige Berührungspunkte bietet
Skyline-Of-Booksvor einem Jahr


Klappentext

„Eine Geschichte über echte Freundschaft, krasses Mobbing, die erste Liebe und einen tragischen Tod – aufwühlend, berührend, fesselnd und ziemlich cool.  

 

Der Umzug muss sein, sagt Pauls Mutter. Aber Paul will nicht. Nicht packen. Nicht raus aus Opas alter Villa. Und vor allem nicht in die Box schauen, diese Schatulle voller Erinnerungen. Denn was er dort versteckt hat – die Superhelden-Story, die blöden Kondome, das Messer und mehr –, bringt nur das letzte Jahr zurück. Das harte Jahr, in dem so viel passiert ist. Ken, Mehmet, Mara. Die durchgeknallten Aktionen, das Mobbing und … das völlig Unfassbare. Aber Wegsehen hilft nicht. Paul muss sich der Erinnerung stellen, Stück für Stück.“

 

Gestaltung

Das Cover finde ich echt interessant, weil es Inhalte aus dem Buch aufgreift und sich gleichzeitig auf den Titel fokussiert. Die Sonnenbrille, das Kondom, das Messer und das Smartphone sind Gegenstände, die in der Geschichte von Bedeutung sind. Ich finde es super, dass sie auf dem Cover abgebildet sind und dass sie mit den Großbuchstaben des Titels, der sich über das gesamte Cover erstreckt, eins werden.

 

Meine Meinung

Vom Autor Michael Sieben habe ich bereits „Ponderosa“ gelesen, welches mir durch die Nähe zu jugendlichen Themen gut gefallen hatte. Mit „Das Jahr in der Box“ ist nun ein neues Werk des Autors erschienen, bei dem ich sofort hellhörig wurde, als ich sah, dass es unter anderem auch um Mobbing gehen soll. In dem Buch geht es um Paul, der mit seiner Mutter umziehen soll und dies eigentlich nicht möchte. Er hat nämlich eine Art Erinnerungskiste. In dieser Box sind Gegenstände versteckt, die Paul an das letzte Jahr erinnern. An das Jahr, das alles andere als leicht war und in dem viel passiert ist...

 

Besonders gut gefallen hat mir an diesem Buch von Michael Sieben der Aufbau, denn in der Box von Protagonist Paul sind mehrere Gegenstände, die zusammen Pauls Erlebnisse des letzten Jahres erzählen. Zu jedem Gegenstand gibt es ein Kapitel, weswegen ich mich ein klein wenig an die Kassetten in der Serie „13 Reasons Why“ erinnert gefühlt habe. Mir persönlich hat dieser Aufbau des Buches richtig gut gefallen, weil man nach und nach erfährt, wie die unterschiedlichen Gegenstände miteinander zusammenhängen.

 

Die Geschichte springt so zu verschiedenen Zeitpunkten im Jahr, um die wichtigen Ereignisse zu erzählen. Auf diese Weise ist es möglich, viele verschiedene und wichtige Themen anzuschneiden. Beispielsweise das Thema Mobbing, denn „Das Jahr in der Box“ erzählt davon, wie Außenseiter gemobbt werden und wie sie zusammenwachsen, um sich zu wehren. Aber das ist nur ein kleiner Bereich von Pauls Leben. Auch die erste große Liebe gehört dazu, das alltägliche Leben eines Jugendlichen und auch das Thema Verlust und Tod.

 

Dieser ganze Themenmisch wirkt dabei keineswegs überladen oder überfüllt. Vielmehr ist die Geschichte wie ein Puzzle, das mit jedem Teil ein gesamtes Bild ergibt. Die Puzzleteile fügen sich immer mehr ineinander und zeigen nicht nur Pauls Leben, sondern ihn selbst. Der Leser erfährt Stück für Stück wie Paul zu dem Jugendlichen wurde, der er nach dem ereignisreichen Jahr ist. Genau dies macht „Das Jahr in der Box“ so fesselnd, denn man lernt Paul bis tief in sein Innerstes kennen. Außerdem sind die Themen in meinen Augen Themen, die Jugendliche heutzutage bewegen und mit denen jeder mehrere Berührungspunkte hat. So kann man sich in Paul und seinen Erfahrungen gut wiederfinden.

 

Besonders beeindruckend ist an dem Buch auch, dass ich als Leser wusste, dass es zu einem tragischen Tod kommen würde, aber dass ich trotzdem wie gebannt an den Seiten klebte, weil ich nicht im Geringsten erahnen konnte, was genau auf mich zukommen würde. Dieses Ereignis erwartete ich gebannt, aber auch mit Furcht im Herzen, da ich mit dem schlimmsten rechnete. Dies macht beim Lesen einen großen Nervenkitzel aus, denn die eigenen Erwartungen schrauben sich immer höher bis man zum schlussendlichen Ereignis kommt und nur noch vor Spannung die Luft anhalten kann.

 

Fazit

Mit „Das Jahr in der Box“ hat Michael Sieben einen beeindruckenden Jugendroman erschaffen, der jugendlichen Lesern meiner Meinung nach viele Berührungspunkte bietet. Gleichzeitig wird er sie durch die sich hochschraubende Spannung aber auch in Atem halten, denn es ist klar, dass ein tragischer Tod passieren wird, aber das gesamte Drumherum muss man beim Lesen entdecken. Die Geschichte deckt ziemlich viele Themen ab, die sich gegenseitig schön ergänzen und die beim Lesen sehr berühren. Das Besondere an dem Buch ist die Erzählweise, denn es gibt nicht nur eine gegenwärtige Erzählung, sondern auch Rückblicke ins letzte Jahr, die durch die Gegenstände in der Erinnerungsbox gelenkt werden.

5 von 5 Sternen!

 

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Einzelband

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Cover des Buches Das Jahr in der Box (ISBN: 9783551583963)wordworlds avatar

Rezension zu "Das Jahr in der Box" von Michael Sieben

Eine beeindruckende Geschichte über ein Jahr voller Freundschaft, Mobbing, Abenteuer und erste Liebe...
wordworldvor einem Jahr

 Als ich begonnen habe, meine Rezension zu schreiben, war ich total geschockt, dass noch nirgends über dieses Buch geredet wird, noch nicht mal auf Instagram. Keine einzige Rezension auf Amazon, keine Kurzmeinung auf Lovelybooks, nicht mal eingetragen auf Goodreads (dank mir jetzt schon, gern geschehen, Carlsen Verlag!) und das obwohl der Roman schon am 5. März erschienen und überall zu kaufen ist. Dass ich mich mittlerweile fühle, als sei ich der einzige Mensch, der diese Geschichte schon gelesen hat macht mich sehr traurig, denn "Das Jahr in der Box" ist ein beeindruckender Jugendroman über ein Jahr voller Freundschaft, Mobbing, Abenteuer, Trauer, Gewalt, Glück, Wut und erste Liebe...


Das Cover ist wirklich toll und einfallsreich gestaltet. Unter dem hellen Umschlag ist das relativ dünne Büchlein dunkelblau und auch innerhalb der Buchdeckel ist die Gestaltung eher schlicht und unauffällig. Vorn auf dem Umschlag zusehen sind neben den überdimensionalen, ausfüllenden Buchstaben des Titels einzelne Gegenstände aus Pauls Box, die zusammengenommen eine Geschichte von einem ereignisreichen, prägenden Jahr erzählen, auf das wir nun zusammen mit dem Protagonisten Paul zurückblicken. Deshalb hätten Autor und Verlag auch keinen passenderen Titel für diese Geschichte finden können. 

 

Erster Satz: "Die Box ist ungefähr so groß wie ein Schuhkarton"

 

Was ein kaputtes IPhone, eine Sonnenbrille, ein Kondom, eine Dose Mentos, ein rotes Armband, ein Stapel Kinokarten, eine Pizza-Speise-Karte, ein Bierdeckel mit einer Strichliste, ein Programmflyer der Theater-AG, eine Superhelden-Kurzgeschichte und ein Springmesser gemeinsam haben, erfahren wir erst nach und nach. Jedem Gegenstand in der Box wird ein Kapitel gewidmet, indem Paul sich an die Szenen erinnert, die er mit dem Gegenstand verbindet. Auf diese Weise ist es dem Autor erlaubt, gezielte Zeitsprünge zu wichtigen Ereignissen zu unternehmen und uns Schritt für Schritt zu erzählen, was im letzten Jahr in Pauls Leben passiert ist. Wir erleben große Entwicklungen, zum Bespiel wie drei Außenseiter (oder auch genannt MoFs) langsam Freunde werden, wie sie sich zusammen den fiesen Attacken und Anfeindungen der sogenannten "Wicker Crew" um Kotzbrocken Wieland und seinen Schlägerfreund Glotz stellen müssen, wie sich Paul zum ersten Mal verliebt. Wir lesen aber auch von ganz normalen Momenten aus dem Leben eines Teenagers wie Computer-Matches unter Freunden, Schulpartys, Mathe-Unterricht, Hausarrest und nächtlichen Abenteuern. Dabei nähern wir uns auf der zeitlichen Ebene immer weiter dem Tag X, an dem einer von ihnen tragisch zu Tode kommen wird. Dass es zu einem solchen Ende kommen wird, wissen wir schon von Beginn an aus den Kapiteln der Jetzt-Ebene, die mit "Heute" betitelt wurden. Auch wenn durch die zweigeteilte Erzählweise viel vorweg genommen wurde, bleibt offen: wer, wann, wie und warum? Und so stellen wir uns zusammen mit Paul den harten aber auch wichtigen Erinnerungen und angestauten Gefühlen, mit denen er sich am Tag des Umzugs endlich befassen muss und finden so heraus, was passiert ist...

 

Durch die Andeutungen und Vorgriffe, die Michael Sieben gekonnt einstreut, wird gerade so viel Information preisgegeben, um den Leser neugierig zu machen. Dieses geschickte Spielen mit der Zeit ist neben der sich im Verlauf der Geschichte immer mehr herausbildenden dunklen Vorahnung, die einen beschleicht der Hauptgrund, warum die Geschichte immer spannend bleibt. Zu einem späteren Zeitpunkt beginnt auch die Handlung auf der Jetzt-Ebene sich selbstständig zu entwickeln und für Dynamik zu sorgen. Ein weiterer Punkt, der diese Geschichte so reich und spannend macht, ist, dass in diesem dünnen Büchlein so viel an Inhalt enthalten ist. Hier geht es um Freundschaft, Mobbing, Nerdkultur, Kleinstadtleben, Sexismus, Armut, alltägliche Herausforderungen und in erster Linie um die überraschend echten Gedanken und Gefühle eines Teenagers, der vielleicht ein bisschen mehr mitmachen musste, als der Durchschnitt, sonst aber jeder von uns sein könnte. Ständig dachte ich bei einer Szene, bei einem Gefühl "ja genau" und war von der leisen Weisheit beeindruckt, die sich hierin versteckt ohne sich jeweils altklug zu zeigen. 

 

Allgemein hat mir der Schreibstil des Autors sehr gut gefallen, da man hier die angestaute jugendliche Energie der Protagonisten wunderbar nachfühlen kann. Michael Sieben schreibt erfrischend, humorvoll, bildreich - schlicht aber träumerisch schildert er Situationen greifbar real und versteckt auch immer wieder ein wenig Ironie zwischen den traurigen Momenten. Trotz der ernsten Thematik schafft es der Autor ab und zu durch trockenen Humor, wunderschöne philosophische Sätzen und eine ruhige, angedeutete Liebesgeschichte, die sich aber hier eher am Rand abspielt, aufzulockern. Etwas gewöhnungsbedürftig ist nur die fehlende wörtliche Rede in den Gegenwart-Szenen, die durch Halbsätze und Spiegelstriche ersetzt wurden. Ich weiß nicht was das immer ist mit hippen Jugendromanen und wörtlicher Rede (siehe "tschick" oder "Schöner als überall")… Ansonsten trifft der Autor genau den Ton der Jugendlichen und man nimmt den Protagonisten man ihre Jugendsprache, ihre Gefühle und ihre Denkweise ab, was absolut nicht selbstverständlich ist und bei vielen anderen Autoren schon daneben gegangen ist (zum Beispiel bei einem der zuvor genannten Bücher, ich denke ihr findet schnell raus welches ich meine ^^). "Das Jahr in der Box" ist ungezwungen erzählt aber nicht flapsig, teilweise ungewöhnlich aber nicht unrealistisch, auf nette Weise schräg aber nicht konfus und allgemein so voller witziger, glücklicher aber auch trauriger, tragischer Momente, dass man es einfach lieben muss. 

 

Das Kernstück der Geschichte ist hier aber -wie so oft- die Vielfalt an skurriler aber liebenswerter Protagonisten. Natürlich ist da der Protagonist Paul, der das gesamte U-Bahn-Netz von Berlin auswendig weiß, Superhelden-Geschichten schreibt, in denen er die Gedanken anderer lesen und kontrollieren kann, in seiner neuen Klasse aber aufgrund eines misslungenen Nasen-Spruchs auf der Abschussliste steht und jeden Tag Grausamkeiten ertragen muss, die weit über peinliche Spitznamen und Hänseleien hinausgehen. Zu seiner beziehungsunfähigen Oberarzt-Mutter Bille hat er eigentlich ein gutes Verhältnis, er will sie nur nicht noch mehr belasten und behält deshalb vieles für sich. Als er langsam mehr Kontakt zu dem übergewichtigen Mehmet knüpft, der ihn als einziges wie ein Mensch behandelt und auch der kleine, schmächtige Ken mit der großen Klappe für ihn einsteht, beginnt sich seine Lage zu verbessern. Wie aus den drei komplett unterschiedlichen Außenseitern Freunde werden, ist wirklich schön mitanzusehen. Mit Wieland und Glotz und deren Clique haben die drei einen harten Gegner. Gut dass ihnen auch Kens Cousine Mara zur Seite steht, die nachts als "Wicker City Queen" feministische Botschaften auf Hauswänden hinterlässt. 

 

Das Ende kam für mich trotz einiger Andeutungen relativ überraschend und findet einen runden Abschluss für die Geschichte, sodass wir Paul guten Gewissens auf seinem weiteren Weg alleine lassen können.

 

 

Fazit:

 

"Das Jahr in der Box" ist ungezwungen erzählt, aber nicht flapsig, teilweise ungewöhnlich aber nicht unrealistisch, auf nette Weise schräg aber nicht konfus und allgemein so voller witziger, glücklicher aber auch trauriger, tragischer Momente, dass man es einfach lieben muss. Eine beeindruckende Geschichte über ein Jahr voller Freundschaft, Mobbing, Abenteuer, Trauer, Gewalt, Glück, Wut und erste Liebe...

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Cover des Buches Ponderosa (ISBN: 9783551583468)

Rezension zu "Ponderosa" von Michael Sieben

Leicht und schnell zum lesen.
Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Jahren

Die Charaktere Kris, Josie und Juri sind schon lange Freunde. Dass sich dann einer der beiden Jungs sich für das Mädchen der Gruppe anfängt zu interessieren ist abzusehen. 
Die typischen Teenie-Probleme setzen ein. Man will seinen Schwarm unbedingt beeindrucken, möchte nicht mit den angeblich falschen Leuten gesehen werden, möchte beliebt sein.
Und dann kommt auch noch die verrückte Story von dem seltsamen Nachbarn dazu. 

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