Michael Slade Der Kopfjäger

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Inhaltsangabe zu „Der Kopfjäger“ von Michael Slade

In Vancouver werden mehrere Frauen brutal ermordet. Die Opfer waren offenbar sehr schön, aber ganz sicher ist das nicht – ihnen fehlen nämlich die Köpfe.
Superintendent Robert DeClercq und seine Kollegen kommen mit ihren Ermittlungen nicht weit. Verfolgt der Mörder einen Plan? Oder treibt ihn unkontrollierte sexuelle Perversion an? Spielt Kannibalismus eine Rolle?
Erst als DeClercq auf einen alten Fluch der kanadischen Indianer stößt und herausfindet, dass Verbindungen zum Voodoo-Kult in New Orleans bestehen, offenbart sich eine entsetzliche und irre Erklärung.

Diana Gabaldon: 'Die Romane von Michael Slade lassen einem das Blut in den Adern gefrieren … Sie sind wirklich spannend und führen den Leser tiefer in die Geisteswelt der Psychopathen als es ihnen lieb sein wird.'

Robert McCammon: 'Slade weiß, wie man eine Geschichte überzeugend erzählt. Eine Warnung: Seine Romane sind nichts für Zartbesaitete …'

Anne Perry: 'Slade führt den harten Thriller in eisige neue Bereiche.'

Brillant konzipierter Thriller, der keinen Leerlauf aufkommen lässt und vom Leser einiges an Aufmerksamkeit fordert.

— Elmar Huber

80er Jahre Feeling, intelligente Gespräche, spannende Unterhaltung!

— Kaisu

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  • Der Kopfjäger

    Der Kopfjäger

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    09. January 2016 um 05:59

    Wenn man dem Klappentext folgt, präsentiert sich Michael Slades 1984 erschienener Roman Headhunter als Prototyp des später so beliebt werdenden Serienkiller-Genres. In Vancouver werden mehrere Frauen vergewaltigt, ermordet und geköpft. Eine Task-Force der Royal Canadian Mountain Police (RCMTP) unter Leitung des ehemaligen Commissioners Robert DeClercq wird gebildet und versucht den Kopfjäger dingfest zu machen. Doch die Spurenlage ist miserabel, die Hinweise so zahlreich wie dürftig. Erst ein Verweis auf den Voodoo-Kult in New Orleans scheint den Durchbruch zu bringen. Oder führt er doch nur zu weiteren Geflechten? Je mehr Zeit vergeht umso größer die Verzweiflung des tragisch angeschlagenen DeClercqs, vor allem, da sich der Killer unverhohlen lustig über ihn und seine Arbeit macht. Es wird noch ein steiniger Weg bis zum Finale Furioso. Geköpfte und vergewaltigte Frauen. Ein (beinahe) mythischer Killer. Graphische Gewalt. Und das nicht zu knapp. Scheint alles klar zu sein. Wir haben hier den blutrünstigen Serienkiller-Metzgerschinken von der Stange. Einen frühen Vorläufer zwar, aber dennoch… … völlig falsch. Der Kopfjäger ist ein komplexes Buch, das die Serienkiller-Thematik nutzt, um weitreichende Ausflüge in die Anthropologie, Forensik, Psycho-Pathologie und die Schwierigkeiten der polizeilichen Ermittlungsarbeit anzutreten. Slade wandert durch die Zeiten, lässt eine Vielzahl von Personen an verschiedenen Orten auftreten, was alleine den an einer schlichten Schlitzermär Interessierten zur Verzweiflung treiben dürfte. Der Autor, bzw. das Kollektiv um Mastermind Jay Clarke, fordert einen aufmerksamen Leser, der bereit ist, DeClercq, seinen Kollegen, dem Headhunter und deren Ahnen auf verschlungenen Pfaden zu folgen. Slade schildert eine gewalttätige Welt und die Reaktion der in ihr Lebenden darauf; bei ihm ist nicht Schluss mit dem blutigen Gemetzel und der Betroffenheitsattitüde, die (meist) in eine erfolgreiche Ermittlung mündet. Er zeigt die frustrierenden Momente einer kräftezehrenden, umfassenden und immer wieder stockenden Ermittlung ebenso wie die Reaktion der Menschen, insbesondere der Frauen zwischen Angst und unkontrollierter Wut, auf die Gewalttaten. Dabei gelingen entlarvende Einblicke in eine Gesellschaft, bzw. in Gesellschaften, die sich einerseits über ihre Ängste und Psychosen definieren, andererseits gefangen sind in den eigenen Restriktionen, sodass eine (Er)lösung kaum möglich scheint. Dabei macht er keine Ausnahme zwischen Haupt- und Nebenfiguren, schafft so ein Universum der Unsicherheit, in dem alles möglich scheint. Näher kann fiktive Übertreibung dem realen Leben kaum kommen. Während auf den ersten vierhundert Seiten in die Breite ermittelt wird, Figuren eingeführt, entwickelt werden, während andere spektakulär auftauchen und unscheinbar verschwinden, sorgt die veränderte Erzählperspektive auf den letzten hundert Seiten für ein nervenzerrendes und überraschendes Finale. Hier wird die Geschichte einer Gruppe Polizisten zum fokussierten Hardboiled-Roman, erzählt aus der Perspektive eines ebenso hartnäckigen wie obsessiven Ermittlers. Während vorher die Spannung gelegentlich aufgrund der Faktenflut ein wenig brachlag, zieht das Tempo ungemein an, und Slade verdichtet seine Geschichte zu einem Showdown, dem Meisterliches gelingt: Er überrascht tatsächlich mit einem unerwarteten Ende, ohne den Leser zu betrügen und setzt mit dem Epilog noch das perfide i-Tüpfelchen. So ist Der Kopfjäger eine vielschichtige Reise in eine Welt voller Gewalt und Dunkelheit, garniert mit sarkastischem Witz und kluger Beobachtungsgabe. Slades Erläuterungen mögen ein wenig ausschweifend sein, sind dabei aber meist messerscharf, interessant und – aktuell. 1980 waren nämlich die Vergleichszahlen für den Tod durch einen Pistolenschuss [»durch Schusswaffengebrauch« wäre stimmiger. Zur Übersetzung folgt noch eine Anmerkung] in bestimmten Ländern wie folgt: Japan 48, Großbritannien 8, Kanada 52, Israel 58, Schweden 21, Westdeutschland 42, Vereinigte Staaten 10.728. Selbst wenn man den Unterschied bei den Bevölkerungszahlen in Betracht zieht, liegt die Schlussfolgerung auf der Hand: Entweder braucht der amerikanische Mann in verzweifeltem Maße psychosexuelle Therapie. Oder an den US-Waffengesetzen stimmt etwas in allerhöchstem Maße nicht. Ein kleiner Wermutstropfen ist die teilweise umständliche und unbedarftedeutsche Übersetzung, die den Lesefluss stellenweise eher hemmt als fördert. Wenn von »homosexuellen Morden« (gemeint sind Morde an Homosexuellen) die Rede ist, ein »Judoschlag« jemand niederstreckt (ein Ding der Unmöglichkeit, beim Judo gibt es keinen einzigen »Schlag«), ein Verdächtiger eine »klassische Grenzpersönlichkeit« ist (dahinter verbirgt sich die Diagnose der »Borderline-Persönlichkeitsstörung«, was die Erstübersetzung von 1989 fast korrekt umreißt) hält man unweigerlich fragend inne. Ebenso bei manch unverständlichem Satzbau: Ein anderes Mal sah sie einen Schwarm Vampirfledermäuse mit dem Kopf nach unten in einem hohlen Baumstamm hängen, die Bäuche von Blut aufgedunsen, das ihre Opfer sich wohl kaum leisten konnten.Wäre nicht nötig gewesen, sollte aber nicht vom Erwerb dieses höchst eigenwilligen, klugen, verschachtelten und besonders zum Ende hin hochspannenden Romans abhalten.

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  • Der Kopfjäger

    Der Kopfjäger

    Elmar Huber

    19. June 2015 um 10:14

    „Das Totem – ein Dogfish-Begräbnispfahl – war viereinhalb Meter hoch. Der Querbalken zeigt eine geschnitzte Figur aus der Welt der Indianerlegenden. Und zwischen den Stützen hing ein Frauenkörper. Ihre Hände waren an den Querbalken genagelt und man hatte ihr den Kopf abgeschnitten,. Es sah so aus, als würde das geschnitzte Gesicht auf dem Pfahl an seine Stelle treten.“ STORY Nachdem im Umkreis von Vancouver drei enthauptete Frauen – eine namenlose Camperin, eine Prostituierte und eine Krankenschwester, deren toter Körper kopflos an einen Marterpfahl gebunden wurde – aufgefunden werden, ruft die zuständige Royal Canadian Mounted Police eine Spezialeinheit, die „Headhunter-Squad“, ins Leben. Unter der Leitung des reaktivierten Superintendenten Robert LeClercq werden verschiedenste Ermittler aus dem ganzen Land angefordert, die die Fälle mit Hochdruck verfolgen. Trotz Einsatz der besten Kräfte und neuartiger Ermittlungsmethoden kommen die Beamten nur schleppend voran. Doch der Kopfjäger ist näher als sie ahnen. „Schau dir ihr Gesicht an, schau wie das Entsetzen in ihren Muskeln erstarrt ist, Schau dir die straff gespannte Haut an und wie ihr die Augen hervortreten. Schau dir ihr Haar an, wie schwarz es ist, wie die wirren Strähnen ineinander verklebt sind. Schau dir ihren Mund an, zum Schreien aufgerissen, und die angeschwollene Zunge. Schau, wie sich ihre Nasenlöcher geweitet haben, damit das Blut herausrinnen kann. Und schau doch, wie sich die Hautfetzen von ihrem Hals wie Schlangen um die Stange ringeln.“ MEINUNG Sind erst einmal die wichtigen Personen in ausreichender Weise eingeführt, zieht Michael Slade seinen Debutroman extrem weit auf. Dies korreliert mit den verschiedenen Richtungen, in die die Beamtenteams der RCMP ob der dürftigen Spuren mehr schlecht als recht ermitteln. Ihre Jagd nach dem Mörder gleicht einem tasten in dichtem Nebel. Vage Hinweise werden verfolgt und jeder noch so dünne Strohhalm dient als verzweifelter Ansatzpunkt für Ermittlungen. Dass hier kein Leerlauf entsteht ist den ungewöhnlich realistischen Charaktermomenten zu verdanken mit denen der „harte Kern“ der einzelnen Ermittlungsteams bedacht wird. Hier bietet DER KOPFJÄGER über weite Strecken ein außergewöhnlich gelungenes Gleichgewicht aus Plot- und Charakterszenen, garniert mit Ausflügen in die Spurensicherungstheorie und ins Privatleben von Ermittlungsleiter Robert LeClercq. Es entwickelt sich ein Geflecht aus Personen und eigenständiger Teilhandlungen, das dem Leser einiges an Aufmerksamkeit abverlangt. Auffällig ist dabei, dass die handelnden Personen nahezu auf gleichem Level behandelt werden und keine deutliche Trennung zwischen Haupt- und Nebenfiguren erfolgt. Der Einsatz mehrerer Autoren – Michael Slade ist das Sammelpseudonym eines Autorenteams, das unter der Leitung des Anwalts Jay Clarke tätig ist – verleiht dem Roman wechselnde Gewichtungen auf verschiedene Aspekte der Geschichte. Was nach dem „Viele Köche“-Prinzip gemeinhin zum Scheitern verurteilt ist, macht DER KOPFJÄGER zu einem faszinierenden Thriller, der trotz zeitweiser extremer Auffächerung am Ende wieder brillant zusammengeführt wird und in ein konzentriertes Finale mündet, das an Intensität kaum zu überbieten ist. DER KOPFJÄGER erschien als Band 1 der Buchreihe „Festa Crime“, womit Frank Festa sein Verlagsprogramm in Richtung Krimi/Thriller ausweitet. Das Format der Bücher (20 x 12,5 cm) ist etwas größer als das der Festa Horror-Taschenbücher, so dass man schon von einem Paperback sprechen kann. Der Roman erschien bereits in den 1980er Jahren unter dem Titel KOPFLOS bei Goldmann in einer gekürzten Version, die dennoch auf dem Index der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften gelandet ist. Festa bietet nun eine vollständige Neuübersetzung, die sich trotz einiger Gewaltspitzen als insgesamt weit weniger (explizit) brutal erweist, als der Festa-Verlag den Leser mit seiner Werbung glauben machen möchte. In den Verlagsreihen Horror TB und Festa Extrem erscheinen ganz andere Kaliber. Für das Cover wurde ein Bild von „Horror-Fotografin“ Danielle Tunstall verwendet, deren Bilder schon öfter Festa-Veröffentlichungen geziert haben. Das Buch ist wie gewohnt sehr gut verarbeitet und sieht auch trotz seiner Seitenzahl nach dem Lesen noch aus wie neu. FAZIT Brillant konzipierter Thriller, der keinen Leerlauf aufkommen lässt und vom Leser einiges an Aufmerksamkeit fordert.

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  • Must für Thrillerfans!

    Der Kopfjäger

    Kaisu

    24. March 2015 um 16:23

    Wir befinden uns mitten in den 80ern in Amerika. In einer Zeit, wo Kassettenrecorder und Videorecorder genauso zum festen Bestandteil der Technik gehörten, wie Madonna oder Michael Jackson zur Musikgeschichte und die Vokuhila-Frisur ein must-have war. In dieser Zeit, werden mehrere tote vergewaltigte Frauen gefunden. Als wäre das nicht schon schlimm genug, fehlt allen der Kopf. Schnell tummelt sich der Begriff "headhunter" in dem Sprachgebrauch der Ermittler. Der Täter muss schleunigst gefunden werden, denn die Unruhe in der Bevölkerung wächst und der Killer scheint noch lange nicht zur Ruhe gekommen zu sein. Aufgrund der Brutalität und der Undurchsichtigkeit des Falles, wird Robert DeClercq aus seinem vorzeitigen Ruhestand zurückgeholt, damit er die Ermittlungen leiten kann. Der Superintendent leitet eine Sonderkommission ein, die in verschiedene Trupps unterteilt wird. Mit dieser Methode erhofft er sich eine höhere Erfolgsquote. Vor allem, wenn nicht alle von allen Fakten wissen und sich somit mit ihren eigenen Ideen und Erkenntnissen nicht von anderen beeinflussen lassen können. Einer dieser Trupps heißt "Die fliegenden Streifen". Zu ihnen gehören die 2er Teams Monica und Rusty, sowie Rick und Katherine. Sie durchstreifen die Städte und ermitteln auf ihre eigene Art und Weise. Da es in der dieser Zeit noch keine Selbstverständlichkeit ist, dass auch Frauen den Job eines Polizisten bekommen können, kommt es natürlich regelmäßig zu kleinen Reibereien. Eine Hitze des Gefechts, die sich auch auf den Leser überträgt. In mitten dieser Ermittlungen taucht plötzlich eine neue Spur auf. Von Kannabilismus ist die Rede. Einem Vodoo-Kult. Seltsamen Machenschaften, die so gar nicht menschlich klingen. Doch ist dieser Hinweis überhaupt ernst nehmbar? Leider ja. Denn die Beamten müssen jeder noch so nichtigen Spur nachgehen. Denn bisher hat der Killer keine Fehler gemacht. Es wurden keine sichtbaren Hinweise gefunden, die Aufschlüsse auf den Täter geben könnten. Man muss hier auch daran denken: DNA-Tests gehörten damals noch nicht zum Standart. Es muss also viel Kopf- und Beinarbeit geleistet werden, die so manchen ans Ende seiner Kräfte bringt. Michael Slade - übrigens ein Pseudonym, hinter dem sich mehrere Personen verstecken - schafft es meisterlich die menschlichen Abgründe in "Der Kopfjäger" aufzudecken. Zweifel an sich selbst, Angst vor dem Versagen, Sorgen um die eigene Zukunft, Vertrauen in seine Mitmenschen, Frust keine Erfolge zu erzielen, sind nur ein paar der negativen Eigenschaften, die hier bei jeden Charakter auftauchen. Man kann nämlich nicht von reinen Haupt- oder Nebenfiguren sprechen. Jeder bekommt mit der Zeit sein eigenes Gewicht, seine eigene Bedeutung und darf seine Gedanken offen legen. Etwas, was Anfang recht verwirrend ist, da man nicht weiß an wen man sich wenden soll. Wer die Leitfigur ist. Natürlich ist es Robert DeClercq auf der Jagd nach dem Headhunter.  Doch er ist kein Einzelgänger und so darf hier jeder zu Wort kommen. Ist man einmal drin im Geschehen, will man auch nicht mehr weg. Das Buch fesselt einen direkt von der ersten Minute an. Neben den Beamten kommen noch einige Charaktere aus der Vergangenheit zu Wort, die eindeutig mit dem aktuellen Fall zusammenhängen. Doch das Wieso und Warum bleibt lange ungewiss. Kurz bevor man vor lauter Informationsinput das Gefühl hat, dass der Schädel platzt, kommt der Cut. Dieser verändert alles. Wirklich alles. Denn nun wechseln wir zur Ich-Perspektive und die Handlung nimmt ein Tempo an, was einen den dicken Schädel schnell vergessen lässt. Am Ende ist man geplättet. Zwar ahnte man wer hier welche Strippen in der Hand hält, trotzdem musste ich das Ende zwei Mal lesen, damit ich mir auch 100% sicher war, auch alles verstanden zu haben. Alles in allem halte ich dieses Buch für jeden eingefleischten Thrillerleser für ein unbedingtes must-read! Man hat wirklich das Gefühl sich in den 80ern zu befinden und sieht alles wie einen Kinofilm vor sich ablaufen, inklusive der wuscheligen Frisuren und des strangen Kleidergeschmacks. Der stetige Perspektivwechsel ist sicher nicht für jederman etwas. Ich habe mich daran nicht gestört, viel mehr waren die zahlreichen Informationen irgendwann ein wenig zu viel und war fast geneigt das Buch beiseite zu lesen. Aber zum Glück kam ja hier der besagte Wechsel. Ich freue mich schon auf "Der Ghoul" und werde auf jeden Fall auch die kommenden Bücher von Michael Slade verschlingen, die hoffentlich alle nach und nach hier in Deutschland erscheinen werden!

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  • Überzeugender, harter Krimi

    Der Kopfjäger

    Wolfgang Brunner

    13. May 2013 um 14:53

    In Vancouver geht ein brutaler Mörder um, der Jagd auf Frauen macht und sie … köpft! Die Ergebnisse der ersten Ermittlungen sind sehr undurchsichtig, weil die Motive nicht klar sind: Morde aus purer Lust? Ein unkontrollierbarer Sexualtrieb? Oder eine tief sitzende Psychose, die nicht leicht zu durchschauen ist? Superintendent DeClerq stößt auf einen alten Fluch kanadischer Indiander, bei dem Kannibalismus eine Rolle spielt. Ist er dem Täter auf die Schliche gekommen? Die Jagd bleibt jedoch weiterhin schwierig, bis die Spur nach New Orleans zu einem Voodoo-Kult führt. Doch je tiefer DeClerq in die verschachtelte Geschichte eindringt, desto bestürzender sind die Erklärungen, die er dabei findet … * Michael Slade ist das Pseudonym mehrerer Autoren, die unter der Anleitung von Jay Clark, einem Fachanwalt für geistesgestörte Kriminelle, zusammenarbeiten. Das Ergebnis, in diesem Fall „Der Kopfjäger“ überzeugt. Rasant und flüssig geschrieben wird ein Kriminalfall erzählt, der den Leser mitfiebern lässt. Die Brutalität, die dabei ins Spiel kommt, ist keinesfalls störend, sondern eher „ver“störend, weil sie die rigorose Vorgehensweise des Täters glaubhaft (und dadurch natürlich auch erschreckend) macht. Der Autor, der sich hinter Michael Slade verbirgt, ist kein hochliterarischer Schreiber, dafür schafft er es aber konsequent, einen angenehmen Spannungsbogen zu zaubern, der bis zum mega-überraschenden Ende konstant das Level hält. „Der Kopfjäger“ unterhält perfekt. Was überrascht, ist, dass es einem nicht auffällt, dass dieser Roman schon fast dreißig Jahre „auf dem Buckel“ hat und die Ermittlungsmethoden noch nahezu aus der Steinzeit wirken müssten, was sie aber nicht tun. Wie gesagt, man merkt überhaupt nicht, dass keiner der Protagonisten mit einem Handy herumwedelt oder mit Hilfe eines Hightech-Computers recherchiert. Dem Autor gelingt es tatsächlich, dass man all diese Dinge und „Feinheiten“ vergißt, während man mit DeClerq und seinen Mannen unterwegs ist, um den brutalen Psychopathen zu schnappen. „Der Kopfjäger“ ist sicherlich nicht das letzte Buch, das ich von Michael Slade lese. * Fazit: 4 von 5 Sternen für einen soliden Krimi, der zwar nicht mit Brutalitäten geizt, aber dennoch nicht in ein „Splatter“-Buch abdriftet, sondern einen überzeugenden Kriminalfall schildert. Die Ent- und Verwicklungen ergeben mit den oftmals überraschenden Wendungen einen unterhaltsamen Mix, dem man sich schwer entziehen kann.  © Cryptanus für Buchwelten 2013

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  • Rezension zu "Der Kopfjäger" von Michael Slade

    Der Kopfjäger

    dark_angel

    06. December 2012 um 08:37

    Nachdem in Vancouver mehrere Frauen brutal ermordet wurden, wird Superintendent Robert DeClercq mit der Leitung der Ermittlungen betraut. Doch die Ermittlungen gestalten sich schwierig. Was treibt der Mörder an? Was haben die Opfer gemeinsam? Erst die Verbindung zu einem Voodoo-Kult bringt erste Erfolge. Doch die Zeit drängt. Der öffentliche Druck auf Ergebnisse steigt und auch die Angst um ein neues Opfer... Mittlerweile sind an die 17 Bände aus der Special-X-Reihe von Michael Slade erschienen. "Der Kopfjäger" bildet den ersten Fall mit denen die Royal Canadian Mounted Police (RCMP) betraut wird. Der Thriller ist erstmals 1984 erschienen, doch das Alter tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Denn die Handlung von "Der Kopfjäger" spielt selbst in mehreren Zeitebenen, so dass dies nicht weiter auffällt. Das Genre von "Der Kopfjäger" ist ein wenig übergreifend. In erster Linie ist es ein Krimi, der sich mit den Elementen des Thrillers und Horrors vermischt. Wer nun aber denkt, einen spannenden Krimi von der Stange ergattert zu haben, der sich gemütlich in einem Rutsch lesen lässt, wird enttäuscht sein. Denn für "Der Kopfjäger" muss sich der Leser Zeit lassen und konzentriert bei der Sache sein. Das Buch ist mit viel Liebe zum Detail geschrieben und beinhaltet eine Fülle an Charakteren und Handlungen in mehreren Zeitebenen. Dies an sich ist nicht so verwirrend, da der Autor dem Leser Zeit gibt, sich in die Geschichte hineinzuarbeiten. Etwas schwieriger könnte sich die Fülle an Informationen gestalten und die Genauigkeit der Ermittlungsarbeit. Alles spielt sich wie in Echtzeit ab und der Leser gehört von Anfang an zum Ermittlungsteam. In den anderen Zeitebenen, die sich in der Vergangenheit abspielen, bekommt der Leser nach und nach die Puzzleteile zusammen und ist ein wenig im Vorteil, da sich diese Details dem Ermittlungsteam entziehen. Doch trotz dieses Hintergrundwissens gestaltet sich die Lösung nicht so einfach. Denn der Autor schafft es gekonnt, den Leser mit viel Wissen und Informationen zu füttern, aber gleichzeitig auch in die Irre zu führen. Die Ermittlungsarbeit und deren gesamten Abläufe machen den Roman sehr komplex, verleihen ihm aber gleichzeitig Glaubwürdigkeit und Tiefe. Der Autor verfügt über tiefes Fach- und Hintergrundwissen, das er dem Hobbyermittler verständlich nahebringt. Zudem beweist er großes Geschick, was den Aufbau und Verlauf der Geschichte anbelangt. Der Schluss war für mich das Tüpfelchen auf dem "i". Denn der Leser muss bis zum Ende durchhalten, will er erfahren, wer tatsächlich der Serienmörder ist. Fazit: Das einzige, was mir bei der Fülle an Realität gefehlt hat, war der Hauch von Fantasie. Ein bisschen Spielraum für die eigenen Vorstellungen. Ich wurde bestens unterhalten, hab durch Fachwissen vieles erfahren und befand mich mittendrin in einem bösartigen Verfolgungsspiel, doch mir wurde sozusagen alles vorgegeben. Ansonsten für mich eine klare Empfehlung, wenn man sich darauf einlässt und Spaß an Krimis der härteren Gangart hat.

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