Michael Stavarič

 3.5 Sterne bei 8 Bewertungen
Autor von Gotland: Roman, Gotland und weiteren Büchern.

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Gotland

Neu erschienen am 12.11.2018 als Taschenbuch bei btb.

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Gotland: Roman

Gotland: Roman

 (8)
Erschienen am 20.03.2017
Gotland

Gotland

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Erschienen am 12.11.2018
Gloria nach Adam Riese

Gloria nach Adam Riese

 (0)
Erschienen am 05.09.2012

Neue Rezensionen zu Michael Stavarič

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Rezension zu "Gotland: Roman" von Michael Stavarič

Hätte er doch nur mein Herz hervorgeholt (…)
DaRoSovor 10 Monaten

“Gotland” erzählt die Geschichte von “ihm”.
Berichtet das Wachsen und Fühlen, Zweifeln und Wissen, Lernen und Streben – die Geburt, wie die individuelle Inkarnation, das Sterben, wie die andauernde Reinkarnation.

Eine Welt durch die Augen eines Kindes (ganz gleich, welches Alter der Protagonist tatsächlich besitzt): dem Verständnis weicht die Interpretation.

 

Weniger als Vorwort, denn als Begrüßung, als Novelle für das nun (zu) Erlebende, beginnt die Reise.

In seiner beinahe schon typischen unbeschwerten Strenge des Wortes lässt Stavarič nun Gotland wachsen – lässt “sich” (Ich-Perspektive) entwickeln.
Wie nur wenige außer ihm, schafft er es, dass man nicht erlebt – vielmehr partizipiert man die Momenthaftigkeit; man begleitet nicht, man wird geführt.
Weniger Entwicklung, denn Entschluss; weniger Reise, denn Ankunft: ein Bekenntnis.

 

Das Ende wechselt nun; reißt schon beinahe harsch aus dem Traum in eine Sachlichkeit – mit allen Kanten, Ecken und (nötiger) Sterilität.
Ein Psychogramm als Summe der Unvermeidlichkeit.

Ein Zwinkern, welches nicht zuletzt dieser einen Träne einer sardonischen Allegorie geschuldet, öffnet zum Ende noch einmal Genesis – Beginn als Ende der (Un)Vermeidlichkeit.

 

Und hier kommt nun nicht die Kunst – vielmehr das Können, diese unbeschwerte (Ent)Gültigkeit, die Michael Stavarič für mich nicht zu einem “jungen Wilden”, sondern einem “jungen Alten” werden lässt: das Wissen, um die Abkömmlichkeit der Stilistik – und hier, und eben so(!) lebt Literatur!

Denn wate ich inmitten der Simplifizierung, breche die Kunst zu einer deutbaren Begrifflichkeit (oder Möglichkeit), würde ich bei “Gotland” von einem Entwicklungsroman (gleichwohl soviel mehr) sprechen, was unweigerlich “Leben” impliziert und dadurch, mehr als nur facettenreich, derart mannigfaltig, grenzenlos ist, dass es nur Plural – Perspektiven, Stile – sein kann!

 

Stavarič fesselt nicht, er nimmt ein – weniger unbeschwert, als tatsächlich schwerelos wirkt er in einer Gnadenlosigkeit auf den Leser, welcher man nur mit einem schon beinahe devoten Masochismus zu begegnen weiß.

Es ist so unbedingt, wie er sich seiner eigenen Erzählung enteignet – dem Wissen geschuldet, dass nur der Gedanke, der frei sein darf, der eigene – der meine – sein kann…

 

Statt einer unbedarften Mixtur, findet man ein geflissentliches Geflecht aus Epik und Dramatik, welches weniger Anspruch hat, als diesen bietet – als diesen offenbart und sich so eben nicht selbst definiert, denn vielmehr unbeschreiblich macht.

Die Vielfalt, welche “Gotland” birgt, schenkt und bietet, blüht aus einem Surrealismus, welchen Stavarič nicht als Metapher vergessen, sondern als Faktum aufglimmen lässt, der Realität den Anspruch auf Wahrheit zu geben.

Ein Drama, dass zum lachen einlädt, eine Satire, die trauriger kaum sein könnte, ein farbenprächtiges schwarz-weiß Gemälde, ein stummes Lied, ein Beziehungsroman der Einsamkeit, des Schlafes Bruder in welchem Adonai erwacht…

…nicht zu suchen – nur zu finden, nur zu wissen, nur zu glauben.

 

Wenn Kunst von Können kommt, so kommt Können von Stavarič!


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buchbaron69s avatar

Rezension zu "Gotland: Roman" von Michael Stavarič

"Die ewige Suche nach Gott ……
buchbaron69vor 10 Monaten

Klappentext
Eine streng katholische Mutter – Zahnärztin mit eigener Praxis neben einer Stiftskirche in Wien und einem fanatischen Glauben, der die Bibel gefährlich wörtlich nimmt. Was macht das mit dem Sohn? Mit einem jungen Mann, der sich nach einem Vater sehnt und allerlei Begierden entwickelt, je älter er wird? Er wird zu einem Suchenden, vor allem nach dem Tod der Mutter. Zu einem Fahrenden in Sachen Gott, den er in Gotland zu finden hofft, jenem fernen Sehnsuchtsort der Mutter, die immer behauptete, dort hätte sie seinen Vater kennengelernt. Ein unheimlicher, heiliger, jedoch auch wahnsinniger Ort…

Es gibt ihn, diesen Gott, der im Wasser schwimmt, der auf dem Wasser treibt und niemals untergeht, der allen, die am Ufer verharren, nachsieht und zuwinkt, es muss ihn einfach geben. Er scheint nah und zugleich fern, ein Schatten am Plafond, wie dunkel doch heut der Himmel ist, viel dunkler noch als die gekräuselte See, stumm die Fische darin und schwer sind ihre Bäuche.

Der Autor
Michael Stavarič wurde 1972 in Brno (Tschechoslowakei). Er lebt als freier Schriftsteller, Übersetzer und Dozent in Wien. Studierte an der Universität Wien Bohemistik und Publizistik/Kommunikationswissenschaften. Über 10 Jahre lang tätig an der Sportuniversität Wien – als Lehrbeauftragter fürs Inline-Skating. Zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen, zuletzt: Adelbert-Chamisso-Preis, Österreichischer Staatspreis für Kinder- und Jugendliteratur. Lehraufträge zuletzt: Stefan Zweig Poetikdozentur an der Universität Salzburg, Literaturseminar an der Universität Bamberg.

Meine Meinung

Story
Charles Hansson, der Sohn einer Mutter mit fanatischem Glauben, macht sich nach deren Tod auf die Suche nach Gott. Die Reise geht nach Gotland jenem Flecken Erde wo Gott leben soll. Die Suche wird für Charles auch zu einer Befreiung von seiner erdrückenden Mutter. Die Story konnte mich leider absolut nicht in ihren Bann ziehen. Eine sehr langatmige Handlung, die sich sehr hinzieht und eigentlich aus aneinander gereihten Banalitäten besteht. Dazu mehr im Fazit.

Schreibstil
Das Buch wird aus der Sichte des Protagonisten erzählt. Es ist einfach geschrieben. Man spürt die Kälte, die der fanatische Glaube oft mit sich bringt.

Charaktere
Zum größten Teil handelt das Buch von Charles, dem Protagonisten. Leider war durch das kühle Ambiente nicht möglich, einen Bezug zu ihm aufzubauen. Auch die Nebencharaktere blieben mir eher suspekt und fremd.

Mein Fazit

Das Thema des Buches, wie Kinder, denen ungefragt die Last des Glaubens auferlegt wird, sich davon befreien, hat mich bewogen das Buch zu lesen. Leider hat es an der Umsetzung des Themas dann doch gehapert. Die Geschichte ist mehr als konfus, auch den grotesken Humor mit dem das Buch beworben wird konnte ich nicht ausmachen. Die Geschichte zieht sich hin und ist in meinen Augen eine Aneinanderreihung von Banalitäten.

Ich kann hier nur zwei von fünf Leseratten/ Sterne geben und falls ihr Interesse habt, bildet euch selber eine Meinung, denn Lesegeschmäcker sind zum Glück verschieden.

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Daniel_Allertseders avatar

Rezension zu "Gotland: Roman" von Michael Stavarič

Solider und interessanter Roman!
Daniel_Allertsedervor 2 Jahren

Meine Meinung

Wer ist eigentlich dieser Gott, über den alle sprechen? Wer kennt die Informationen über den Allwissenden, in welcher Gestalt taucht der Gott Abrahams auf? Werden die Fragen in Gotland geklärt; in der heiligen Stadt – der Hauptstadt Gotlands? Und was passiert mit einem Jungen, der in einem streng katholischen Haus aufwächst, eine katholische Schule besucht und rund um die Uhr mit Gott und der Bibel konfrontiert wird? Wir werden es erfahren, in Michael Stavarič’s »Gotland!«

   Der Roman erzählt hauptsächlich von einem Jungen, dessen Name uns nicht bekannt ist, der mit seiner Mutter streng katholisch in einem Haus in Gotland lebt. Besagter Junge geht regelmäßig in die Schule, in den Gottesdienst, und verpasst eigentlich alles Wichtige, was für’s spätere Leben ausschlaggebend wäre, durch seine sich strikt an die Bibel haltende Lebensweise. Michael Stavarič nimmt uns auf die Reise zu einem Jungen, dessen Leben äußerst fromm und eintönig verläuft, dessen Mutter ihn leitet, und die Bibel ein wichtiges Symbol ist. Der Autor führt uns mit seinem verwobenen und literarisch hoch gesetzten Schreibstil auf eine Reise, bei der wir den Jungen begleiten. Seine Wahrnehmungen, abhängig von Gottes Vorstellungen, sind äußerst interessant! Ein Bursche, dessen Leben strikt nach Gottes Vorstellungen läuft – dabei außen vor Sexualität, Intimbereiche und Schambehaarung, und der Junge stellt sich Fragen, ist neugierig, wird immer mehr wissensdurstiger, fragt Mutter, Lehrer, Freunde – alles, was ihm verwehrt blieb. Wir begleiten den Jungen auf dem Weg zum Erwachsenwerden und freuen uns mit ihm, wenn er Wahrnehmungen außerhalb Gottes Vorstellungen entdeckt. Besonders traurig, als seine Mutter stirbt, und er den wahren Sinn des Lebens, bzw. seines Lebens sucht. Trotz alledem wird er zu einem »Suchenden, zu einem Fahrenden« im Auftrag Gottes, dem Allmächtigen.

   Michael Stavarič hat mit seinem – wie bereits erwähnt – äußerst befriedigenden Schreibstil eine Geschichte eines jungen Mannes erzählt, welche mir sehr gefallen hat. Der Roman war in seinem Gesamtpaket ein interessantes Werk, welches die Parallelen zwischen Leben mit und ohne Gott aufzeigt, was daraus wird, wenn man seit Kinderschuhen Gott folgt und nach der Bibel lebt. Herr Stavarič nimmt kein Blatt vor den Mund, erzählt, als würde der Junge ein Tagebuch führen, als wäre dem Jungen überhaupt nicht bewusst, was er alles treibt und von was er redet. Amüsant sind auch die Entwicklungen der immer wieder kehrenden Nebencharaktere, und insbesondere die Entwicklung des Jungen. Leben nach der Bibel mag fromm und katholisch sein, dennoch aber keinesfalls erfüllt. Dies hat mir Herr Stavarič durch sein Buch gezeigt, und ich bewundere ihn dafür.

Fazit

 

Ein interessantes, solides Werk über Gott, einem Jungen und die Bibel, über die Suche nach dem Selbst und dem erfüllten Leben. Witzig, stark und authentisch. Gerne mehr!

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