Michael Stavaric Böse Spiele

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Inhaltsangabe zu „Böse Spiele“ von Michael Stavaric

Bösen Spiele zwischen den Geschlechtern Ein Mann, der Erzähler, liebt eine Frau, die mit Robert zusammenlebt und mit diesem ein Kind hat, was nichts daran ändert, dass beide sich nacheinander verzehren. Aber es gibt noch eine andere Frau, die den Erzähler vergöttert. Die erste Frau fordert, ihren Mann Robert zu töten, die andere droht mit einem Clankrieg, wenn er ihre Liebe verrät. Alle spielen gemeinsam das Spiel von Liebe und Begehren, Lüge und Verrat.

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    Böse Spiele
    cosima73

    cosima73

    26. March 2013 um 16:21

    Ein Mann liebt eine verheiratete Frau. Mit ihr könnte er sich alles vorstellen, was er sich sonst im Leben nicht vorstellen kann. Sie ist die richtige Frau für ihn, nur: Sie ist nicht frei. Eine Frau liebt diesen Mann, sie könnte sich mit ihm alles vorstellen, weil er für sie der Mann überhaupt ist. Allein: Er ist nicht frei. Der Mann wartet, weil er ein Mann ist, der warten kann, die Frau wartet, weil sie eine Frau ist, die warten kann. Das Ganze unter Plastikpalmen mit verschiedenen Farben, je nach Situation und Stimmung. Am nächsten Tag stehen wir unter einer schwarzen Plastikpalme, sie trägt ihr Herz links, wo es hingehört, und ich spinne meines in Trauerflor, trage schwer daran, dass sie eine vollkommene Frau ist und ich nur ein passabler Mann. Michael Stavarič erzählt die komplizierte Geschichte von menschlichen Beziehungen. Gefühle, die hochschlagen und tief fallen, Menschen mit Träumen, Hoffnungen, Phantasien und Zwängen. Liebe, die gelebt werden will und scheitert, Betrug, der schön geredet wird, schmerzt und doch bittersüss ist. Es ist eine Geschichte direkt aus dem Leben, erzählt, wie sie passiert, mit allen Wirrnissen, Hindernissen, Verstrickungen und Verzweiflung, die doch voller Hoffnung steckt. Eine Geschichte, in der alle dasselbe wollen, sich allerdings in ihrem Wollen nicht finden, weil immer etwas im Weg steht. Dass sie die Vollkommenheit liebe und ich meine Freiheit, dass ich aufhören müsse zu glauben, ich könne noch etwas zum Besseren wenden. In einer teilweise lyrisch anmutenden Sprache beleuchtet Michael Stavarič die menschlichen Abgründe, die Lebenslügen und Spiele mit Gefühlen. Leitmotive führen durch den Roman, verleihen ihm eine innere Kohärenz, die auf allen anderen Ebenen zu fehlen scheint. Erzählerperspektive, Realitätsebene, Zeitstruktur – alles ändert, sprungartig, augenblicklich. Der Leser pendelt zwischen Innensichten und Dialogen, zwischen Erzählung und Wünschen hin und her und sieht sich immer wieder denselben Motiven ausgesetzt. Böse Spiele besticht durch eine plastische Sprache, durch eine Lebendigkeit in Form und Stil. Bildhaftigkeit ersetzt blosse Beschreibung, Farben drücken Stimmungen aus, wiederkehrende Refrains erzeugen eine Melodie. Literatur erscheint hier als Komposition aus Tönen, Bildern und Stimmungen. Fazit: Lyrische Prosa voller Brüche und Widersprüche, verwirrend und doch lebensnah. Eine lohnende Herausforderung.

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  • Rezension zu "Böse Spiele" von Michael Stavaric

    Böse Spiele
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    27. March 2011 um 11:04

    Ich fange mal mit einer Textstelle aus dem Buch an, nur zum Verständniss: "Am Tag darauf stehen wir unter einer roten Plastikpalme, sie trägt ihr Herz links, wo es hingehört, und ich trage es viel zu weit oben, zu nahe am Kopf, und immer habe ich diese Gefühl, es müsse besser sitzen; es schlägt und windet sich, noch habe ich es nicht in die Hand genommen, es nicht angefasst, aber mein Name prangt in roten Letter auf der Verpackung. Wir stehen vor ihrem Haus, die Nacht ist lau, ob sie mich überhaupt jemals bittet: Hör nicht darauf, was ich sage! Ich habe das Buch anch nur 20 Seiten beendet. ich bin einfach nicht rein gekommen. Es ist komisch geschrieben, mal davon abgesehen, dass es aus der ICH Perspektive geschrieben wurde. Aber sowas komisches habe ich noch nie gelesen. Ich denke die Geschichte an sich, hätte durchaus Potenzial, denn ich fand den Klappentext schon interessant. Aber das am Ende sowas dabei raus kommt hätte ich nicht gedacht. Vielleicht versteht mich der ein oder andere, anhand der Textstelle, denn so zieht es sich durch das ganze Buch. Alles ist so geschrieben. Ich verstehe es einfach nicht...vielleicht bin ich auch zu blöd dafür o.O Leider sehr enttäuschend.

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  • Rezension zu "Böse Spiele" von Michael Stavaric

    Böse Spiele
    Wolkenatlas

    Wolkenatlas

    06. February 2009 um 09:31

    Michael Stavaric – Böse Spiele „...sie trägt ihr Herz links, wo es hingehört, und ich trage es viel zu weit oben, zu nahe am Kopf, und immer habe ich dieses Gefühl, es müsste besser sitzen...“ Der namenlose Ich-Erzähler liebt eine Frau. Diese Frau liebt ihn auch, wenn man das so bezeichnen will; liebt aber auf ähnliche Weise einen anderen Mann, von dem sie auch ein Kind hat. Dieser andere Mann heißt Robert. Eine weitere namenlose Frau liebt den Ich-Erzähler. So weit der Ausgangspunkt für dieses Endgame. Endgame deshalb, weil Michael Stavarics Figuren wie in der Schlusssequenz eines Schachspiels umeinander kreisen, weil sie wie in einem verworrenen Schachspiel versuchen, aus einer aussichtslosen Situation zu punkten, eine Art Schachmatt im taktischen Spiel „Geschlechterkampf“ zu erreichen. Vorweg, Michael Stavaric, dessen „stillborn“ und „Terminifera“ mich überzeugt hatten, ist ein literarischer Virtuose. Wie er in „Böse Spiele“ mit Wiederholung und Variation umgeht, ist schlichtweg nur als virtuos zu bezeichnen. Wie er diesen vorerst reinen Geschlechterkampf umerklich in eine Art mythologisch angehauchtes Ritterspiel kippen lässt, ist beeindruckend. Man staunt beim Lesen über die formelle Lösung dieses Romans und bewundert das Gerüst und die feine Instrumentierung dieser 155 Seiten. Leider bleiben bei dieser fast zu perfekten literarischen Glamourshow die Figuren auf der Strecke. Michael Stavarics Figuren entwickeln sich nämlich nicht, bis auf den namenlosen Erzähler, der im Schlussteil den Hut zieht und in Manier eines aufgebenden Schachspielers aufgibt. Die vier Protagonisten winden sich fast 150 Seiten lang in einem Netz aus sexueller Unterwerfung, zu der man keinen wirklichen Bezug herstellen kann, bzw. will und bleiben auch seltsam farblos. Die Figuren handeln und agieren leider auch zu klischeehaft; die beiden Frauen sind einerseits fast dominahaft fordernd, andererseits unterwerfend bis zur Übelkeit. „Sie hat reichlich Wein getrunken, verträgt aber einiges, und ohne Wein würde sie zu Hause sitzen und die Welt hassen. Dass sie mich in den Mund nimmt, sie will schlucken und schlucken und später noch mehr Wein nachtrinken“. Sexuelle Handlungen werden drastisch und geschmacklos dargebracht, die Grundstimmung dieses Buches ist so perversionsfixiert, dass das Fertiglesen dieses Romans ab ca. Seite 50 nur mehr durch die Instrumentation der „Bösen Spiele“, und nicht durch das Material selbst getragen wird. „Dass sie nach der Party ihre Wohnung aufräumte, dass sie über Scherben stieg und getrockneten Samen, dass es hoch herging, als das Kind zu Bett musste, dass sie Robert nehmen wollte, dass sie aber nicht alleine waren und die Freundin ertappten, wie sie im Stiegenhaus einem der Freunde einen blies...“ Dazwischen immer wieder das Leitmotiv „denn sie trägt ihr Herz links, und ich trage es viel zu weit oben...“ mit immer variierender Weiterführung. Nach ungefähr dem ersten Drittel beginnt ein zweites Leitmotiv die Struktur zu beherrschen, nämlich die Forderung der Frau an den Ich-Erzähler: „töte Robert“. Palmen und Briefe von Gott an den Ich-Erzähler sind weitere Leitmotive, die wie Modulationen zwischen den einzelnen Variationen anmuten. Das Kippen in das mythologische Schlachtszenarium als Metapher für den ewigen Geschlechterkampf ist zwar eine willkommene Abwechslung, reicht jedoch als Würzung des fahlen Geschmacks nicht wirklich aus, da die Phallus- und Sexfixierung weiterhin bestehen bleibt. „Und ich sah die Frauen die Flanken der Männer belauern, wo doch diese der Versuchung trotzten; dass sich die Frauen zurückzogen und die Männer glotzten, dass beide Seiten Verluste erlitten, aber kein Toter war von Belang. Dass manche Frauen in Ermangelung anderer Gesten weiterhin ihre Brüste entblößten und die Männer in Ermangelung anderer Gesten weiterhin ihre Schwänze zum Himmel reckten, dass sie einander zuriefen: Es schmerzt! Wo beginnt das Unrecht und wo endet die Notwendigkeit“ Die Notwendigkeit endete für mich auf Seite 155, bezeichnenderweise mit den Worten „Sie sagte: Nichts, was Worte sagen mögen“. „Böse Spiele“... ob sie wirklich „böse“ sind? Das ewige Thema- Mann und Frau, eine andere Frau, ein anderer Mann- Sex, Liebe, Ehebruch, Seitensprung; das ist das Thema, das die Literatur, die Musik, die Kunst generell versorgt, ja auch die Oper lebt davon. „Böse Spiele“ ist der Versuch, diesem Thema eine neue Färbung zu geben, der aber leider trotz Allradantrieb im Sumpf der Klischees hängen geblieben ist. Roland Freisitzer (Erstveröffentlicht auf www.sandammeer.at 03.02.2009)

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