Michael Tietz Rattentanz

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Inhaltsangabe zu „Rattentanz“ von Michael Tietz

Ein Alptraum wird Wirklichkeit: Weltweit brechen die Stromnetze zusammen, von einer Sekunde auf die andere geht nichts mehr. Binnen kürzester Zeit herrschen Chaos, Anarchie und das Gesetz des Stärksten. Die Extremsituation bringt die Bestie im Menschen zum Vorschein. Und Mitten in diesem Horror aus Gewalt und Angst haben ein Mann und eine Frau nur ein Ziel: nach Hause zu kommen, um das Leben ihrer Tochter zu retten.

Hochspannendes Szenario!

— AnnabelleGreenleaf

Spannendes Thema mit beängstigendem Ausgang. Gutes Buch, stellenweise ein wenig langwierig.

— gynu

Grandioses Buch!!! Ein Jahreshighlight für mich!!! Hat mich sehr beschäftigt und gepackt

— Federzauber

Für manche Menschen wird es durch plötzlich herrschenden Krieg bittere Realität. Alle Regeln werden außer Kraft gesetzt, wie in Rattentanz.

— Buecherspiegel

Endzeitstimmung.

— Schatzdose

Ein super tolles Buch, konnte es fast nichtmehr aus der Hand legen, da ich die Gegend kenne in der es spielt war es für mich noch fesselnder

— corro1981

Spannende, interessante Endzeit-Geschichte in Deutschland. Der Mensch ist und bleibt das gefährlichste aller Lebewesen. Schockierend gut.

— chuma

Einfach fesselnd, was-wäre-wenn absolut vorstellbar. Bedrückend realistisch!

— Ankili

So muss das Genre sein.

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Unglaublich schlecht. So muss also das Genre sein?

— Maldoror

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  • Wie es wäre, wenn nichts mehr geht, außer Anarchie und die Kraft des Stärkeren, wer gewinnt?

    Rattentanz

    Buecherspiegel

    17. July 2016 um 18:01

    Ich bin wahrscheinlich die Letzte, die "Rattentanz" von Michael Tietz gelesen hat. Und dann auch nur die Kurzfassung von 2011. Allerdings ist diese schon ausreichend, um mir vorstellen zu können, dass das Buch die Bibel für Weltuntergangsverschwörer sein dürfte. Nur für die wahrscheinlich einigen wenigen Leser, die das Buch noch nicht entdeckt haben sollten: An einem schönen Maitag um Punkt 7 Uhr am frühen Morgen unserer Zeit stoppen jegliche computergestützte Einheiten auf der Erde ihre Anwendungsprogramme. Punkt, Ende, aus die Maus. Flugzeuge stürzen vom Himmel, Fähren treiben im Meer, es gibt kein Wasser, kein Strom, nichts, was wir uns für ein normal geführtes Leben vorstellen können. Die berühmte Sekunde Null. Bis das aber ins Bewusstsein der Menschen eindringt, sind schon viele Menschen verstorben, denn auch die Notaggregate im Krankenhaus fallen irgendwann aus, Nachschub an Lebensmitteln wird es nicht mehr geben. Und das in einer Zeit, in der Vorratshaltung ein Fremdwort ist, zumindest in unseren Breitengraten. Jep, da horcht der Verschwörer auf, denn nun sind all diejenigen gefragt, die Ahnung haben vom Improvisieren. Wo bekomme ich Lebensmittel, frisches Wasser und all die anderen notwendigen Dinge zum Leben her? Wie komme ich, so fragt sich ein Protagonist im Buch nun, aus Schweden zurück zu meiner Familie nach Wellendingen? Zunächst herrscht Anarchie, Chaos, Mord, Verzweiflung, es folgt Hunger, Zerstörung, Tot, und das Vermehren von unglaublich viel Schrott. Hans, der aus Schweden, und Eva, seine Frau, wollen nur noch eines: zurück zu ihrer Tochter. Eva hat es aber etwas näher, sie ist in einem Krankenhaus in Donaueschingen auf der Intensivstation als Schwester eingeteilt. Auf vielen Seiten wird nun die Geschichte aus den Blickwinkeln der Flucht von Hans aus Schweden mit all seinen Bekanntschaften und Erlebnissen erzählt, genauso wie die von Eva und auch die deren Tochter, die von Anfang an im Dorf geblieben ist. Welche Abgründe der menschlichen Seele sich nun aufschwingt, um Böses zu tun, das hat schon Stephen King in "The Stand - das letzte Gefecht" erzählt. Dort war es ein Krankheitsvirus, hier nun ein Computervirus. Und auch die Protagonisten im Buch ziehen in ihrer Situation witziger weise einen Vergleich mit eben diesem Buch. Nun, es handelte sich bei diesem Buch um die Kurzfassung, obwohl diese mit 926 Seiten doch recht lang dafür erscheint. Dabei frage ich mich, worin die Kürzungen wohl bestehen. Denn es gibt zwischendurch immer mal wieder Abschweifungen zum Rest der Welt. Unsere Regierungen sind gerade auf einer Konferenz weit ab vom Schuss beschäftigt und sind dennoch zur Untätigkeit verdammt. Atommeiler bei unseren Nachbarn gehen hoch, aber was daraus folgt, wird nicht erzählt. Und so weiter und noch mehr. Die Geschichten sind gut und locker erzählt, lange braucht man für die vielen Seiten nicht. Einiges wirkt ziemlich platt, aber ich denke, hier müssen so einige Figuren überzeichnet wirken. Wie würden wir denn handeln? wir sollten uns alle mal vorstellen, was mit uns selbst passiert, sollte dieser unwahrscheinliche Fall mal tatsächlich eintreten, dass gar nichts mehr geht. Es muss ja nicht gleich die ganze Welt treffen. Leider erfahren es ja immer wieder Menschen, wie in diesen Tagen. Soweit ist es gar nicht entfernt. Und ich geh jetzt mal in den Keller, meine Vorräte checken ...

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  • Rezension zu "Rattentanz"

    Rattentanz

    Schatzdose

    29. February 2016 um 10:07

    Ich hatte mich sehr auf dieses Buch gefreut. Das Thema ist so realitätsnah und verspricht eine Menge Spannung. Allerdings habe ich lange gebraucht, um richtig in das Buch reinzukommen. Der Schreibstil und die vielen parallelen Handlungen haben mich als Leserin einfach nicht vorwärtsgetrieben. Ich musste jeden Schritt/jede Seite mühsam erkämpfen. Ich weiß nicht mehr genau wann - aber es waren mehr als die 100 Seiten, die mein alter Deutschlehrer einem Buch gegeben hat - wurde es besser und hat mehr Spaß gemacht weiterzulesen. Leider ist es schon eine Weile her, dass ich das Buch gelesen habe. Aber ich meine, dass man über die Urheber des Virus längst nicht so detaillierte Informationen bekommt wie über Thomas im Aufzug. Auch einige andere Nebenhandlungen haben ihre Längen. Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass unsere zivilisierte Welt in so einer kurzen Zeit völlig zusammenbricht. Trotzdem finde ich die Idee weiterhin super und gebe dem Buch immerhin noch 3 Sterne.

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  • Wenn sich plötzlich alles ändert

    Rattentanz

    Kerry

    08. November 2015 um 15:25

    Wellendingen, ein kleines 400-Seelen-Dorf im südlichen Schwarzwald. Hier ist die Welt noch in Ordnung, jeder kennt jeden und man hilft einander. Doch am 23. Mai ändert sich für die Bewohner des Dorfes und für den Rest der Menschheit alles von einer Sekunde auf die nächste. Plötzlich und unerwartet bricht das weltweite Stromnetz zusammen, von jetzt auf gleich müssen die Menschen ohne die allgegenwärtige Stromversorgung klar kommen. Anfangs scheint dies noch nicht einmal so ein großes Hindernis zu sein, nein, eher so eine Art Abenteuer, doch bereits am zweiten Tag müssen die Menschen der Realität ins Auge schauen: dieser Zustand könnte länger anhalten. Um das Überleben zu sichern, müssen Regeln aufgestellt werden und nicht nur das - auch die Leichen, die bei den zwei Flugzeugabstürzen in der Nähe des Dorfes zu Hauf vorhanden sind, müssen so bestattet werden, dass keine Seuchen ausbrechen und dass auf gar keinen Fall das Grundwasser gefährdet wird.   Eva Seger ist zum Zeitpunkt des Stromausfalls im Krankenhaus ihrer Arbeit nachgegangen. Sie ist Anfang 40 und hat ihre kleine Tochter in der Obhut der Nachbarn gelassen, bis sie wieder zu Hause ist. Ihr Mann Hans weilt derweil geschäftlich in Schweden und Eva wollte ihm nach seiner Rückkehr damit überraschen, dass sie vollkommen unerwartet nochmals schwanger geworden ist und ein Kind erwartet. Sie ist sich nicht sicher, wie Hans, der immer eine große Familie wollte, es aber nach dem einzigen Kind augenscheinlich nicht mehr klappte und sich mittlerweile mit ihrem Leben ein Kleinfamilie arrangiert hat, darauf reagiert, doch wie es aussieht, ist es müßig, über so etwas wie Familienplanung auch nur zu denken. Eva möchte so gerne zu ihrer Tochter, doch kann sie ihre Patienten nicht alleine lassen. Gerade ein alter Mann, dessen Ende absehbar ist, mag sie nicht allein zurücklassen, wo doch bereits alle anderen geflohen sind. Sie weiß, dass sie erst zu ihrer Tochter heimkehren kann (wie auch immer), wenn der alte Mann verstorben ist - so lange wird sie standhalten vor den Vandalen, die mordend durchs Krankenhaus ziehen. Hans Seger hingegen muss in Schweden mit Erschrecken feststellen, dass ihn mehr als 1.000 Kilometer von seiner Familie und Heimat trennen. Auch wenn er nur ein ganz normaler Mensch und Familienvater ist, er weiß, dass er alles in seiner Macht stehende tun muss, um zu seiner Familie zurückzukehren. Noch ahnt er es nicht, aber es wird eine gefährliche und beschwerliche Reise und ob er seine Heimat jemals erreicht, ist ungewiss. Derweil bricht in Wellendingen und Umgebung eine Art Anarchie aus. Banden bilden sich und terrorisieren diejenigen, die sich nicht zu wehren wissen, immer mit dem Ziel vor Augen, ihr eigenes Überleben zu sichern und die Macht zu mehren, die sie über die Menschen haben ... Wenn sich plötzlich alles ändert! Der Plot wurde realistisch und spannend erarbeitet. Besonders gut fand ich dargestellt, wie die verschiedenen Menschen, je nach Ausgangssituation vor der Katastrophe, miteinander oder auch gegeneinander agiert haben, wie alte Werte plötzlich nichts mehr zählen und nur diejenigen geschützt sind, die einen Nutzen für die neue Gesellschaft bringen, sprich, wer nicht vorweisen kann, wozu er in dieser neuen Welt zu etwas nütze oder zu gebrauchen ist, hat eigentlich kein Recht auf Schutz der Gemeinschaft. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. Besonders beeindruckt hat mich die Figur der Eva Seger, die, obwohl sie gedenk der Tatsache, dass sie Zuhause eine kleine Tochter hat, zu der sie dringend muss, nicht bereit ist, sich gegen ihr Gewissen zu stellen und Menschen, die ihr (dienstlich) anvertraut sind, zu verlassen bzw. ihrem Schicksal zu überlassen. Den Schreibstil empfand ich als sehr packend erarbeitet, wenn es auch zwischendurch immer wieder zu kleineren Längen kam, sodass ich abschließend sagen kann, dass mir das Buch erschreckende Lesestunden bereitet hat.

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  • Rattentanz

    Rattentanz

    buchstabentraeume

    08. October 2015 um 14:34

    Ich habe das Buch mit großer Begeisterung, aber auch Beklemmung gelesen. Denn das Szenario, das Michael Tietz erschaffen hat, ist wohl gar nicht sooo abwegig. Während des Lesens habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie ich mich verhalten würde, sollte einmal ein solches Chaos herrschen. Aber letztlich bin ich zu dem Ergebnis, dass ich darüber eigentlich gar nicht nachdenken will, weil die Vorstellung einfach zu schrecklich ist. Es wird in diesem Buch von mehreren Charakteren erzählt, besonders berührt hat mich das Schicksal von Aleksandr Glück und seiner Frau. Da haben sich ja wirklich herzergreifende Szenen abgespielt. Eva Seger war einer meiner Lieblings-Charaktere, weil sie noch am menschlichsten von allen ist. Aber auch Beck und Frieder Faust mochte ich irgendwie. Und Thomas war auch ein sehr interessanter Charakter! Überhaupt fand ich es toll, dass der Autor Michael Tietz so viele unterschiedliche Charaktere geschaffen hat, um die unterschiedlichsten Reaktionen auf diese schreckliche Katastrophe in die Handlung einzubauen. Stellenweise ist das Buch sehr brutal und bei manchen Szenen hat sich mir der Magen umgedreht. Aber leider ist diese Brutalität meiner Meinung nach eine nachvollziehbare Folge der Ereignisse. Daher ist das Buch sehr authentisch und die Entwicklungen nachvollziehbar. Das fängt schon bei Bubi an, der total besessen davon ist, tolle Fotos zu schießen, und geht bei den Banden und Plünderern weiter. Das Buch ist grausam und abschreckend, aber dennoch konnte es mich fesseln und hat mich auf eine gewisse Art und Weise auch fasziniert.

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  • Fesselnd und vorstellbar

    Rattentanz

    Ankili

    05. May 2015 um 19:19

    Das ist das beste was ich seit langem gelesen habe. Ein guter Bekannte empfahl es mir, als wir uns über die jetzige Situation in der Welt unterhielten. Es hat mich gefesselt, trotz der über 900 Seiten ein wahnsinnsbuch, dass mich nicht mehr losließ und bis zum Schluss spannend bleibt. Sehr realitätsnah, teilweise hat es mir persönlich Angst gemacht in Bezug auf: was wäre wenn.....es könnte so jeden Augenblick passieren in unserer Welt!!!! Absolut empfehlenswert, macht nachdenklich!

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  • Hatte mehr erwartet ...

    Rattentanz

    Aleshanee

    26. January 2015 um 06:59

    "Die beiden besiegelten das Schicksal der Welt. Keiner war sich dessen bewusst, am wenigsten sie selbst." S. 38 Zum Inhalt Ein kleiner, unbedachter Fehler im System legt auf der ganzen Welt alle Computer und Netzwerke lahm. Es funktioniert nichts mehr: kein Telefon, kein Fernseher, aber auch keine Handys oder die Wasserversorgung. Die Menschen sind verwundert, keiner glaubt so recht daran, dass dieser Zustand anhalten wird, doch sie warten vergeblich auf Polizei und Rettungskräfte. Recht schnell kristallisieren sich die katastrophalen Folgen heraus, die die technischen Einbußen nach sich ziehen, denn wer weiß heutzutage noch, wie man Brot bäckt, was man aus der Natur essen kann und wie man ohne Kommunikation eine Gesellschaft zusammenhält? Skrupellosigkeit und das Recht des Stärkeren nimmt überhand und keiner bleibt von den Folgen verschont. Der Autor beschreibt hier hauptsächlich die Geschehnisse des kleinen 400 Seelen Dorfes Wellendingen im Schwarzwald. Die kleine Gemeinschaft wird brutal aus ihrem Alltag herausgerissen, alles, was bisher galt, ist passé und niemand weiß, wiees weitergehen soll. Im Mittelpunkt steht die Krankenschwester Eva Seger, deren Mann Hans zum Zeitpunkt des Black Outs auf einer Geschäftsreise in Schweden ist. Sie selbst befindet sich zum Dienst im Krankenhaus, einige Kilometer von Wellendingen entfernt, wo ihre Tochter Lea in der Obhut der Nachbarn ist. Einige Kilometer klingt nicht viel, aber wenn das Chaos ausbricht, kannst du niemandem mehr trauen ... Meine Meinung Nachdem mich das Buch "Apfeldiebe" des Autors schon so begeistert hat, wollte ich gerne noch was anderes von ihm lesen und die Idee, dass die komplette Strom- und Wasserversorgung auf der ganzen Welt stillgelegt wird, hat mich interessiert. Die Rezi ist mir nicht leichtgefallen, weil ich noch immer hin- und hergerissen bin. Es gab wirklich gute, überzeugende Momente beim Lesen, aber auch viele Schwachpunkte ... Der kurze Prolog gibt schon einen sehr deutlichen Vorgeschmack, wie die Gesellschaftsordnung aus den Fugen geraten kann. Wie verhält man sich, wenn die "Zivilisation" zusammenbricht? Wie reagieren die Menschen und welche Saiten treten zum Vorschein, die sie unter dem Mantel des Fortschritts so lange verborgen oder unterdrückt haben? Wie soll man sich organisieren, wenn die Kommunikation komplett ausfällt? Jeder ist sich selbst der nächste. Diesen Eindruck hat man in dem Szenario, das Michael Tietz hier entwirft. Als der Strom ausfällt, glaubt noch keiner, dass dieser Zustand anhalten wird, doch spätestens als die ersten Flugzeuge abstürzen, ist das Chaos vorprogrammiert. Ob das alles wirklich so schnell geht, konnte ich nicht so recht nachvollziehen. Schon nach den ersten Stunden wurden die Lebensmittelläden ausgeräumt, Banken überfallen und die Polizeistationen überrannt. Die meisten Charaktere wurden sehr egoistisch und böswillig beschrieben, die kriminelle Ader hervorgehoben. Ich bin ja jemand, der erstmal an das Gute im Menschen glaubt und ich hab mich etwas schwer getan, diese Massenpanik und vor allem die berechnende Rücksichtslosigkeit als normale Folge der Ereignisse zu sehen; zumindest in diesem Tempo. Doch das Gewissen verschwindet schnell, wenn Trinkwasser fehlt, Essen, Medikamente ... die Menschen haben Familie, Kinder, um die sie sich kümmern müssen und diejenigen, die alleine sind, müssen erst recht sehen, wie sie weiterkommen. Im Fokus steht die Familie Seger. Die Mutter Eva ist Krankenschwester und hat erstmal nur ein Ziel: vom Krankenhaus zurück nach Wellendingen zu kommen, wo ihre Tochter bei den Nachbarn untergekommen ist. Ihr Mann Hans ist in Schweden, als das Unglück passiert und alles, was er will, ist nach Hause zu kommen, zu seiner Familie. Aber auch der Handwerker Frieder Faust, der Rechtsanwalt Basler oder der Exmann von Eva, Martin Kiefer versuchen, mit der Tragödie klarzukommen - jeder auf seine eigene Weise. Viele negative Seiten werden offenbart, doch es gibt auch den ein oder anderen, der versteht, dass es jetzt darauf ankommt, zusammenzuhalten und den Schwächeren beizustehen. Der im Aufzug eingeschlossene Thomas Bachmann, den ich anfangs so gar nicht einschätzen konnte, hat bei mir immer mehr Sympathien gewonnen, genauso ein eher unscheinbarer, in seinem Alltag festgefahrener Mann, der durch die Katastrophe über sich hinauszuwachsen lernt. Die Entwicklung von Hans Seger dagegen hat mir gar nicht gefallen. In dieser Ausnahmesituation kann man das Verhalten natürlich nie wirlich nachvollziehen, aber manches war mir dann doch zu "typisch" und aufgesetzt. Auch wenn das Dorf Wellendingen Hauptschauplatz ist, gibt es zwischendurch immer wieder Szenenwechsel in andere Länder und kurze Einblicke in das Schicksal einzelner Menschen, die mit ganz anderen Zuständen konfrontiert werden. Jedes Kapitel beginnt mit einer Orts- und Zeitangabe und wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt - manchmal wechselt auch mittendrin die Sichtweise, was den Lesefluss etwas gehemmt hat. Ich kam erst nach ca. 200 Seiten so richtig in die Geschichte rein, wurde ab da aber auch neugierig, wie sich das ganze entwickeln wird. Ein großes Tempo braucht man nicht erwarten, erst am Ende wird es nochmal etwas spannend, auch wenn das Ende vorherzusehen ist. Hier hat sich der Autor manchmal selbst im Weg gestanden, denn der Schreibstil wirkte an einigen Stellen etwas umständlich und auch der Handlungsverlauf war nicht immer gut gewählt. Trotzdem hat es mich dann doch gereizt weiterzulesen, obwohl ich bei einigen Passagen versucht war, sie eher zu überfliegen. Fazit Ein gut durchdachtes, streckenweise etwas umständliches Endzeitszenario, in der die Menschen lernen müssen, ohne jegliche technische Hilfsmittel auszukommen. Originalität hat mir hier ein bisschen gefehlt und etwas Spannung kam erst gegen Ende auf. --> gibt es nur noch als ebook <-- © Aleshanee Weltenwanderer

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  • "Rattentanz" von Michael Tietz

    Rattentanz

    Jacynthe

    30. May 2014 um 22:20

    Inhalt Um einer Klausur zu entgehen, programmierten zwei Schüler über ein Jahr zuvor einen Computervirus. Sie packten diesen in drei Komponenten, die sie alle einzeln an verschiedene Computer der Schule schicken. Doch es unterläuft ihnen ein Fehler: anstatt 40 Tage später wie geplant die Schule lahmzulegen, geben sie dem Virus 400 Tage Zeit, bevor er sich aktiviert. In dieser Zeit gehen von der Schule Mails und Dateien an Banken, Stadtwerke und Privatpersonen. Die drei Einzelteile des Virus können nicht von Virenschutzprogrammen erkannt werden und so verteilen sie sich munter auf der ganzen Welt bis schließlich am 23. Mai um Punkt 7.00 Uhr alles zusammenbricht. Strom und Wasser fließen nicht mehr, Radio und Handys haben keinen Empfang und Flugzeuge stürzen vom Himmel. Anfangs glauben alle an einen vorübergehenden Ausfall, doch in den großen Städten stellt sich schnell Panik ein. Banken werden überfallen, Supermärkte ausgeraubt. Schließlich schwappt eine Welle der Gewalt und Verwüstung auch in die entlegensten Teile der Welt und endlich beginnen auch die kleinen Dörfer, den Ernst der Lage zu begreifen, sich zu verbarrikadieren und untereinander zu organisieren. Meine Meinung Tietz lässt seine Geschichte an verschiedenen Schauplätzen spielen und zeigt, wie sich das Leben unterschiedlichster Menschen dramatisch verändert. Dreh- und Angelpunkt ist die Familie Seger aus dem süddeutschen Wellendingen. Einen Tag vor der Katastrophe bricht der Vater Hans geschäftlich nach Schweden auf, seine Frau Eva bleibt mit der kleinen Tochter Lea zurück. Sie hat ihrem Mann noch nicht gesagt, dass sie ein Kind erwartet. Zum Zeitpunkt der Katastrophe befindet Eva sich im Krankenhaus von Donaueschingen. Während sie dort versucht, Leben zu retten, begegnet sie weiteren Personen, die sie das ganze Buch über begleiten und verfolgen werden. Unter ihnen ist der schizophrene Thomas, der Stimmen in seinem Kopf hört und entscheidend für die Zukunft vieler Menschen ist. Zusammen mit ihm und einem Polizisten schafft sie es zurück in ihr Heimatdorf, das dabei ist, sich auf das Schlimmste vorzubereiten: die Einsicht, dass der jetzige Zustand der Normalzustand wird. Währenddessen überquert Hans mit einem Boot die Ostsee und schlägt sich zu Fuß durch ganz Deutschland. Eine qualvolle Reise, die ihn nicht nur einmal in Lebensgefahr bringt. Jede Figur des Buches hat ein Eigenleben und eine Vorgeschichte. Manchmal eine schreckliche. Das hat mir an dem Buch besonders gefallen: dass es nicht einfach nur irgendwelche Menschen sind, die da ums Überleben kämpfen, sondern dass man sich in sie hineinversetzen kann, weil man alles von ihnen weiß. Man begleitet sie dabei wie sie an der Situation zerbrechen und beinahe den Verstand verlieren oder wie sie sich aufraffen und über sich hinaus wachsen. Viele kritisieren die detailiert beschriebenen Gewaltszenen in Rattentanz und unterstellen Tietz, ein besonderes Interesse daran zu haben. Ich finde aber, dass diese Szenen dazu gehören. Sie sind durchaus realistisch wenn man bedenkt, unter welchen Existenzängsten die Menschheit plötzlich leidet und dass es durchaus Menschen gibt, die schnell zu dem Schluss kommen, nur der Stärkere könne überleben. In einer solchen Situation wird ein kleiner Laib verschimmelten Brotes schnell zu einem guten Grund, einen anderen Menschen zu töten. Die Beschreibung dieser Überlebenskämpfe gehört einfach in dieses Buch und es wäre ohne sie viel weniger realistisch. Außerdem regen sie zum Nachdenken an: wie weit wäre ich bereit zu gehen, um mich, meine Kinder, meine Familie zu retten? Das Buch ist äußerst spannend geschrieben und während der ganzen 831 Seiten habe ich mich kein einziges Mal gelangweilt. Ich wollte unbedingt wissen, wie es ausgeht. Sowohl die ganze Menschheitsgeschichte als auch die kleinen zweischenmenschlichen Beziehungskisten. Würde irgendjemand alles wieder ins Lot bringen? Würde Hans es zurück zu seiner Familie schaffen? Würde sein Dorf dann überhaupt noch existieren? Es ist auch nicht so, dass es pausenlos zu blutigen Auseinandersetzungen kommt. Vor allem im Heimatdorf der kleinen Familie entsteht eine (fast) feste Gemeinschaft, man wählt einen Rat, teilt Helfer ein um auf dem einzigen Bauernhof des Dorfes, der plötzlich überlebenswichtig wird, die Kühe zu melken, Holz zu sammeln oder die provisorischen Straßensperren zu bewachen. Unscheinbare Charaktere entwickeln sich zu Helden, vorher Fremde rücken zusammen und helfen einander. In seinem Nachwort gibt Tietz zu bedenken, dass ein solcher Totalausfall der modernen Technik eher unwahrscheinlich ist und dass es auch nicht bestätigt werden kann, dass Flugzeuge oder andere Geräte so sensibel darauf reagieren würden. Er betont, dass das Buch reine Fiktion sei und es nicht vorrangig um das Computervirus, sondern um das Danach geht. Um die Menschen. Wie verhalten sie sich in einer solchen Situation? Was wird aus den alten Werten und der Ethik? Ich kann dieses Buch nur empfehlen und vergebe 5 von 5 Wolken, die es wirklich verdient hat!

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  • Nur ein kleiner Virus in den Netzen...

    Rattentanz

    Sonnenwind

    26. December 2013 um 19:12

    Ein phantastisches Buch! Wenn man es zuerst in die Hand nimmt, erschrickt man ob der Dicke - 837 Seiten Lesestoff! Doch wenn man sich einmal festgelesen hat, kommt man fast nicht mehr weg. Wie zu erwarten, gibt es eine ganze Menge verschiedener Erzählstränge, aber jeder einzelne fasziniert! Zwei Schüler basteln aus Angst vor einer Prüfung einen Virus, geben aber aus Versehen ein falsches Startdatum an, und so bleibt der "Kleinigkeit" viel zu viel Zeit, und der Virus verbreitet sich in der ganzen Welt und tut sein Werk: Jedes einzelne Computer-Netzwerk liegt am Boden, die ganze Zivilisation wird ins Mittelalter katapultiert. Wer ist heute schon noch in der Lage, ohne technische Hilfsmittel zu überleben? Und genau das muß die Menschheit jetzt wieder lernen! Sehr logisch und spannend aufgebaut, wundervoll ausgearbeitete Charaktere, vorstellbare Reaktionen und Handlungen, hervorragend beschrieben! Wer dieses Buch gelesen hat, wird seine Vorratsschränke auffüllen und einige andere Maßnahmen treffen. Eins der besten Bücher der letzten Zeit, absolute Leseempfehlung!

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  • Rezension: Rattentanz

    Rattentanz

    MiniBonsai

    25. October 2013 um 16:27

    Worum geht es in dem Buch... ? Die Welt versinkt im Chaos nachdem durch einen Virus sämtliche Stromversorgungen, Netzwerke, PC´s, handys, Navi´s etc ausgefallen sind. Die Menschen werden von einem zum anderen Moment quasi ins Mittelalter zurück versetzt... und müssen sich neu etablieren und anpassen. Was dabei alles vorgeht, das schildert das Buch... recht realistisch und eindringlich, auch wenn so ein Horroszenario (zum GLück!) nicht möglich wäre. Aber einzelne Details regen sehr zum Nach/Umdenken an! Ich durfte den Autor im Oktober 2009 bei einer Lesung erleben und war von ihm und seiner Art ebenso begeistert wie von seinem Schreibstil und Lesestil.

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  • Erschreckend pessimistisch!

    Rattentanz

    Goldstueck90

    05. September 2013 um 15:29

    Zum Inhalt: 23. Mai in der heutigen Zeit: der totale Zusammenbruch! Weltweit fällt das gesamte Stromnetz aus...Flugzeuge fallen vom Himmel...Handys und Telefone sind tot ...das Chaos beherrscht die Welt. Wie reagieren Menschen in einer Zeit, in der die Lebensmittel bequem aus dem Supermarkt zu holen sind, der Kühlschrank diese haltbar macht, das Fernsehen und Radio uns mit Radio versorgt, der Herd das Essen erhitzt, man eben mal schnell den Freund auf den Handy anruft - all das funktioniert nicht mehr. In dieser Zeit begleiten wir die beiden Protagonisten Eva und Hans Seger auf ihrer Heimreise in das Dorf Wellendingen. Eva arbeitet einem 30 km entfernten Ort als Krankenschwester und Hans ist auf Geschäftsreise in Schweden als das totale Chaos ausbricht. Gelingt ihnen die Heimkehr zu ihrer geliebten Tochter Lea? Wenn ihr das wissen wollt und die Reaktionen der Menschen in einer solchen Situation erfahren wollt - müsst ihr dieses Buch lesen. Begebt euch gemeinsam mit Eva und Hans auf die Reise und lernt viele weitere spannende Charaktere kennen. eigene Meinung: Ich bin sehr zwiegespalten was dieses Buch betriff. Einserseits handelt es sich hierbei um einen tollen Schreibstil, eine tolle Geschichte mit einer grandiosen Idee, außer dem war das Ende wirklich gut und sogar das Nachwort war wirklich mehr als lesenswert. Andererseits war die Grundstimmung des Buches mir persönlich viel zu düster und pessimistisch. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es wirklich einmal so geschehen könnte...die vielen brutalen Szenen haben manchmal zu weit vom Inhalt abgeführt. Meine Schwestern und meiner Mutter waren von diesem Buch restlos begeistert. Deshalb kann es nur weiterempfehlen. Lesenswert ist es wirklich!!!!

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  • Michael Tietz - Rattentanz

    Rattentanz

    Nat

    25. August 2013 um 12:02

    Klappentext: 23. Mai, 7.00 Uhr: Eva Seger hat die Frühschicht im Krankenhaus angetreten. Sie freut sich darauf, ihrem Mann, der auf einer Geschäftsreise in Schweden ist, von der Schwangerschaft zu erzählen. Doch dazu kommt es nicht: Von einer Sekunde zur anderen bricht das weltweite Stromnetz zusammen. Danach ist nichts mehr wie zuvor. Im heillosen Chaos, zwischen Menschen, die keine Skrupel mehr kennen, müssen Eva und ihr Mann sich einen Weg bahnen. Für beide geht es ums Überleben – und darum, ihr Zuhause zu erreichen, wo ihre Tochter ganz allein ist… Meine Meinung: Das Thema an sich finde ich sehr spannend, also die Frage: was würde passieren, wenn plötzlich die Stromversorgung zusammenbrechen würde? Im normalen Alltag denkt man ja kaum bewusst darüber nach, dass für fast alle Annehmlichkeiten des modernen Lebens Strom vonnöten ist. Alles in allem hat mich das Buch gut unterhalten, allerdings muss ich mich einigen kritischen Anmerkungen von Rezensenten bei Amazon anschließen: stellenweise ist das sehr schnelle Bröckeln der zivilisierten Fassade doch etwas unglaubwürdig. So wird zum Beispiel schon sehr kurze Zeit nach dem Stromausfall das Polizeirevier gestürmt, der Waffenschrank wird geplündert und es werden Polizisten erschossen. Außerdem versucht der Autor sehr viele verschiedene Themen/Handlungsstränge unterzubringen, was mich manchmal doch ein bisschen genervt hat. Ich habe mich halt echt zwischendurch einige Male gefragt, ob nicht mal ein Handlungsstrang zu Ende geführt werden kann, OHNE dass doch noch eine Bösewicht auftaucht und alles fast noch vereitelt. Trotz dieser Kritikpunkte finde ich das Buch alles in allem gelungen und das Thema ist so interessant, dass ich doch eine Leseempfehlung aussprechen möchte.

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  • Eine wirklich beeindruckende Vision!

    Rattentanz

    Hasesu

    14. August 2013 um 22:44

    Was passiert, wenn die Welt von einem Stromausfall heimgesucht wird? Michael Tietz meint, dass die Menschen dann in die Gebräuche des Mittelalters zurückfallen. Er schildert dies recht spannend und nimmt den Leser mit zu den atavistischen Trieben der Protagonisten. Leider ist die Geschichte nicht immer logisch und stilistisch einwandfrei dargestellt, der Plot jedoch ist hervorragend. Ein besseres Lektorat wäre hier sinnvoll gewesen.

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  • Rezension zu "Rattentanz" von Michael Tietz

    Rattentanz

    Neonsonne

    09. October 2012 um 14:52

    Was haben Frieder Faust, seine Frau Susanne, Christian Stadler, Martin Kiefer, Jürgen Mettmüller und alle anderen Bewohner Wellendingens gemeinsam? Sie alle beobachten am 23. Mai den Flugzeugabsturz, der mitten in ihrem Dorf mit einer Explosion endet, ohne in diesem Moment zu wissen, was in den nächsten Wochen noch vor ihnen liegt. Denn dies ist der Anfang vom Ende.. . Ein Computervirus legt die gesamte Welt lahm und niemand ahnt, was das für die Zivilisation bedeutet. Totaler Strom- und Wasserausfall, Verlust aller Kommunikationsmöglichkeiten. Die komplette Infrastruktur kommt zum erliegen. Die stromabhängige Gesellschaft fällt von einer Sekunde auf die nächste zurück ins Mittelalter. Aus hell wurde dunkel und aus lärmender Geschäftsfähigkeit lähmende Ruhe. . Das Buch beginnt sofort mit der nahenden Katastrophe. Man ist direkt im Geschehen, dem Anfang eines Ausnahmezustands. Die einzelnen Schicksalsschläge gehen teilweise unter die Haut. Immer wieder tauchen neue Charaktere auf an verschiedenen Orten der Welt. Doch im Mittelpunkt steht das Örtchen Wellendingen, das sich zusammenrauft und viele Verluste erleiden muss. Es geht einzig und allein ums Überleben. Denn die neue Wirklichkeit ist erschreckend, die Stärkeren gewinnen. Viele verlassen ihre Heimat, um woanders vielleicht etwas essbares zu finden. Andere werden einfach zurück gelassen um das eigene Überleben zu sichern. Einige von ihnen starten eine Reise ins Ungewisse, mit der Hoffnung ihre Familienangehörigen zu finden. . Die Kanalisation, das Zuhause vieler Ratten kommt ebenfalls zum Stillstand. Keine Väkalien und Abfallreste mehr, die aus den Rohren direkt zu ihnen befördert werden. So wagen sie sich nach oben, um auf Nahrungssuche zu gehen und sie werden fündig. Überall, vor allem in den Großstädten liegen Leichen herum, eine leckere Beute. Verhungerte und verdurstete Menschen, oder aber von Krankheiten dahin gerafft.. . Der Schreibstil ist direkt, ohne unnötiges Drumherum-Geschreibsel. Tietz bringt die gewaltätige Situation bestens auf den Punkt. Man hat kaum die Möglichkeit durchzuatmen, ständig wird man mit neuen Informationen konfrontiert. Ein hastiges Durcheinander, das einen davon abhält ein Päuschen einzulegen. 800 Seiten voller Spannung. Für mich ein gelungener Endzeit-Roman der etwas anderen Art... . Lieblingsstelle: Heimat ist weniger ein Ort oder die Erinnerungen an diesen oder eine bestimmte Zeit. Heimat ist ein Mensch, Heimat ist Liebe. Und wenn einer von ihnen geht, für immer und unwiderruflich, dann wird der Zurückgelassene heimatlos und ohne Wurzeln!

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  • Rezension zu "Rattentanz" von Michael Tietz

    Rattentanz

    halbkreis

    28. September 2012 um 10:50

    Sagenhaft spannend. Ich konnte es, einmal angefangen, kaum mehr aus der Hand legen - und ich musste in den zwei (!) Tagen, in denen ich das durchgelesen habe, auch so ziemlich jedem davon erzählen. Diese Was-Wäre-Wenn-Geschichte lässt keine Fragen offen. Alles ist haarklein geschildert, irgendwo ist immer ein Charakter, der sich einem Problem gegenüber sieht, über das ich mich wenige Seiten zuvor gewundert habe. Die vielen Charaktere und Handlungsstränge verwirren auch nicht, zwar sind es viele Namen, mit denen der Autor hantiert, doch der Leser kann den Überblick behalten. Zwei kleinere Schwachpunkte des Buches: 1) gerade eingangs erscheinen einige Szenen etwas zu krass, aber wer weiß schon, wozu Menschen in Extremsituationen fähig sind? Oder, wie es auch in dem Buch heißt: Man hat schon Pferde kotzen sehen. 2) Der Stil der Autors ist ziemlich locker und einfach, was ich nicht unangenehm fand - allerdings übertreibt er den Gebrauch von Ausrufezeichen etwas. Hier wäre weniger mehr gewesen, nicht jede Feststellung muss mit einem ! enden. Trotz dieser Minimankos kriegt das Buch 5 Sterne, denn auch wenn es über 800 Seiten hat, lässt der Spannungsbogen nicht einmal nach. Es gibt keine Pausen, keine Zeit zum Verschnaufen. Es gibt nur weiter, weiter, weiter.

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  • Rezension zu "Rattentanz" von Michael Tietz

    Rattentanz

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    22. June 2012 um 12:35

    Kurzbeschreibung: 23. Mai, 7.00 Uhr: Eva Seger hat die Frühschicht im Krankenhaus angetreten. Sie freut sich darauf, ihrem Mann, der auf einer Geschäftsreise in Schweden ist, von ihrer Schwangerschaft zu erzählen. Doch dazu kommt es nicht: Von einer Sekunde zur anderen bricht das weltweite Stromnetz zusammen. Danach ist nichts mehr wie zuvor. Im heillosen Chaos, zwischen Menschen, die keine Skrupel mehr kennen, müssen Eva und ihr Mann sich einen Weg bahnen. Für beide geht es ums Überleben - und darum, ihr Zuhause zu erreichen, wo ihre Tochter ganz allein ist... Zum Autor: Michael Tietz ist gelernter Krankenpfleger und lebt mit Frau, Sohn und Hund im Südschwarzwald. Rattentanz ist sein erster Roman, ein weiterer befindet sich bereits in Arbeit. Rezension: Durch zwei Schüler, die eigentlich nur im Sinn haben, ihre Klausuren zu boykottieren und dafür einen Computervirus entwickeln, der aber leider durch einen Schreibfehler nicht am Tag der Prüfung scharfgeschaltet wird, kommt es am 23. Mai zur weltweiten Katastrophe. Um 7.00 Uhr morgens fällt das komplette Stromsystem in sich zusammen. Flugzeuge stürzen ab, Kraftwerke explodieren, die ganze Infrastruktur ist auf dem Stand des Mittelalters. In Wellendingen, dem Hauptspielort, müssen die Einwohner lernen, mit der neuen Situation umzugehen. Und es kommt wie es kommen muss: Die Menschen werden langsam zu Tieren, Skrupellosigkeit und Egoismus zeigen sich mit ihrer hässlichsten Fratze und auch vor Mord wird nicht zurückgeschreckt... Mit "Rattentanz" ist Michael Tietz ein fantastischer Debütroman gelungen, der in seiner Intensität seinesgleichen sucht. Auf über 800 Seiten, von denen keine einzige langweilig oder in die Länge gezogen wirkt, schildert der Autor eine Zukunftsvision, die sicherlich genauso auftreten könnte und führt dem Leser vor Augen, was passieren kann, wenn auf der ganzen Welt das Stromnetz von jetzt auf gleich zusammenbricht. Bis ins kleinste Detail werden einzelne Charaktere, die zahlreich vertreten sind, geschildert. Allen voran das Ehepaar Seger, um das sich die Geschichte dreht, aber auch die Bewohner Wellendingens und viele Einzelschicksale werden von Michael Tietz in teils atemberaubender Spannung geschildert, die aber auch in manchen Fällen traurig werden lassen. Auch vor einigen brutalen Szenen wird nicht haltgemacht: Menschen gehen über Leichen, weil sie keinen anderen Ausweg sehen oder sich Macht erschaffen wollen. Doch gibt es auch vereinzelte Hoffnungsschimmer, denn in den Kleinstädten wie Wellendingen wächst eine Gemeinschaft heran, die nur durch Zusammenhalt stark ist. Das Genre des Romans lässt sich etwas schlecht einordnen, man könnte es als Dystopie für erwachsene Leser ansehen, aber ob der vielen spannenden und auch brutalen Szenen habe ich es in das Krimi/Thriller-Genre eingereiht. Ich kann "Rattentanz" definitiv empfehlen, denn nicht eine der über 800 Seiten wirkt langatmig und man kann gar nicht anders als mit den schnell liebgewonnenen Charakteren mitzittern und -fiebern. Fazit: "Rattentanz" ist ein spannungsgeladener und fesselnder Roman, der nie langweilig wird. Die detailliert ausgearbeiteten Charaktere sind ein wahrer Genuss und führen gnadenlos vor Augen, zu was Menschen in einer absoluten Notsituation fähig sind, im Positiven als auch im Negativen. Absolut empfehlenswert!

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