Rattentanz

von Michael Tietz 
3,9 Sterne bei155 Bewertungen
Rattentanz
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Positiv (105):
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Hat Höhen und Tiefen

Kritisch (19):
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Unglaublich schlecht. So muss also das Genre sein?

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Inhaltsangabe zu "Rattentanz"

Ein Alptraum wird Wirklichkeit: Weltweit brechen die Stromnetze zusammen, von einer Sekunde auf die andere geht nichts mehr. Binnen kürzester Zeit herrschen Chaos, Anarchie und das Gesetz des Stärksten. Die Extremsituation bringt die Bestie im Menschen zum Vorschein. Und Mitten in diesem Horror aus Gewalt und Angst haben ein Mann und eine Frau nur ein Ziel: nach Hause zu kommen, um das Leben ihrer Tochter zu retten.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783548283937
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:720 Seiten
Verlag:Ullstein Taschenbuch Verlag
Erscheinungsdatum:08.11.2011
Das aktuelle Hörbuch ist am 10.06.2011 bei Hörbuch Hamburg erschienen.

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Rezensionen und Bewertungen

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    Summerdances avatar
    Summerdancevor 10 Tagen
    Kurzmeinung: Hat Höhen und Tiefen
    Durchaus unterhaltsam

    Das Buch ist spannend und kurzweilig geschrieben, es hat keine nennenswerten Durchhänger, was bei der Anzahl an Seiten sehr positiv auffällt. Die vielen verschiedenen Handlungsorte empfinde ich als abwechslungsreich. Immer wieder wird auf 2-5 Seiten kurz über ein Schicksal an einem anderen Ort der Welt berichtet, so kann man einen Eindruck bekommen was der Zusammenbruch an anderen Orten für einen Einfluss hat. Die Haupthandlung selbst beschränkt sich auf eine überschaubare Personenzahl. Der Autor schafft es durch seine Charakterbeschreibungen, dass man die vielen Personen gut im Kopf behält und auch nach einem Sprung zu einem anderen Ort noch weiß um was es dort geht. 

    Negativ sind mir einige Sinnfehler aufgefallen. Manche Fehler kann man ignorieren, andere fallen so stark ins Auge, dass sie stören (z.B. ist eine Schwangerschaft seit Tagen „gut sichtbar“ und einige Seiten später wird die Schwangerschaft von einer neu hinzugekommenen Person plötzlich nicht erkannt). Auch wie schnell die Leute in Anarchie verfallen und die Hemmungen zu morden verlieren finde ich sehr unrealistisch. 

    Kann man über solche Dinge hinwegsehen ist es ein unterhaltsames, durchaus spannendes Buch. Es ist eines von diesen Büchern, das man zwar nicht öfter als einmal liest, die man während des Lesens aber Stellenweise nicht mehr weglegen kann.

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    Kaempferherzs avatar
    Kaempferherzvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Mein Lieblingsbuch.Ein Buch in dem Die Abgründe der Menschheit und die Hoffnung und Liebe Hand in Hand läuft.
    Wie weit bin ich bereit für mich und meine Ziele zu gehen?

    "23. Mai, 7.00 Uhr: Eva Seger hat die Frühschicht im Krankenhaus angetreten, ihr Mann Hans ist geschäftlich in Schweden. Da bricht von einer Sekunde zur anderen das weltweite Stromnetz zusammen. Flugzeuge stürzen vom Himmel, nichts funktioniert mehr, Chaos, Gewalt und Anarchie regieren. Für Eva und Hans geht es ums Überleben - und darum, nach Hause zu kommen, zu ihrer Tochter."

    Ich liebe es. Traurig aber wahr, ich würde dieses Buch nicht kennen, hätte sich dieses nicht im Bücherregal meines Freundes befunden und mich vom Klappentext an eines meiner Lieblinge "Blackout - Marc Elsberg" erinnert.
    Tatsächlich finde ich dieses Buch um einiges Besser. Ich weiß garnicht wo ich anfangen soll.

    Cover: Das Cover war für mich mit seinem Titel tatsächlich garnicht mal so einladend. Niemals hätte ich erwartet hinter diesem Titel und diesem Cover ein solches Buch vorzufinden. Während des Lesens dieses Buches erschließt sich tatsächlich irgendwann der Titel, der neben dem wortwörtlichen Verweis auch noch tiefgründiger in Bezug auf das Verhalten des Menschen erscheint.

    Handlung: Die Handlung ist keine andere als ein weltweites Zusammenbrechen des Stromes und damit dem Untergang der Struktur und Ordnung in der der Mensch lebt. Das Resultat ist nichts niedrigeres als pures Chaos, Tot und verderben. In dieser Geschichte schafft es Michael Tietz das Schicksal mehrerer Menschen zu verbinden, zu entwickeln und in ein Finale münden zu lassen, welches der Geschichte einen passenden Abschluss verleiht. Michael Tietz jongliert in diesem Werk mit der menschlichen Moral, ihren Grenzen, ihren Ursprüngen und ihrer Standfestigkeit. Wie oft habe ich in diesen Zeilen einen so unglaublichen Ekel und Hass den Menschen gegenüber im Buch entwickelt. Und das ist etwas das ich dem Autor wirklich sehr positiv ankreisen muss. Wer mich so aufwühlt und so bewegt, der verdient es auch dass ich sein Werk als mein Liebstes betrachte. Es viel mir keine Sekunde lang schwer komplett in die Geschichte einzutauchen, sein Schreibstil war absolut angenehm und hat es möglich gemacht die Handlung unverfälscht aufnehmen zu können. Die Charaktere machen alle eine interessante und auch nachvollziehbare Entwicklung durch, und so ziemlich jeder Hauptcharakter wird mit der frage konfrontiert "Wie weit würde ich gehen? Für was kämpfe ich?". Neben den negativen Gefühlen die in mir aufkeimten, hat es der Autor aber ebenso geschafft mir an der ein oder anderen Stelle durch die wiederum auf der anderen Seite sympathischen Charaktere ein Schmunzeln, Lachen sowie Freudetränen zu entlocken. Ich bin ehrlich, ich weiß nicht was ich noch schreiben soll, weil ich das Gefühl habe nicht mal ansatzweise mit Worten beschreiben zu können, wie ich dieses Buch finde.

    Fazit: Für alle die ein wirklich realistisches Szenario und in die Abgründe des Menschen blicken möchte, ohne jedoch dabei die Hoffnung in den Menschen ganz zu verlieren, sollte dieses Buch lesen. Vielleicht macht ja auch hier eine Achterbahn der Gefühle mit, sowie ich. Ich werde mir dieses Buch definitiv nochmal selber holen, damit es sich auch in meinem eigenen Regal befindet.

    Für mich ein klares 5 / 5 Sternen

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    dominonas avatar
    dominonavor 5 Monaten
    Ich war Feuer und Flamme

    Wenn zwei Jungs mit einem Virus die komplette Welt lahmlegen, weil jegliche Technik ausfällt, wird alles über den Haufen geworfen, was wir bisher kannten. Es bildet sich eine neue Realität mit neuen Gefahren, auf die viele Menschen überhaupt nicht vorbereitet sind. 

    Ich war von dem Buch dermaßen gefesselt, dass ich das Buch nicht weglegen konnte, obwohl andere Dinge wichtiger waren.
    Vom Stil her ist das Buch nichts besonderes, aber das hat mich nicht gestört. Die Idee und die dadurch entstandene Spannung trägt alles und dieses Buch ist ganz sicher ein dystopisches Highlight meines Lesejahres.

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    Buecherspiegels avatar
    Buecherspiegelvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Für manche Menschen wird es durch plötzlich herrschenden Krieg bittere Realität. Alle Regeln werden außer Kraft gesetzt, wie in Rattentanz.
    Wie es wäre, wenn nichts mehr geht, außer Anarchie und die Kraft des Stärkeren, wer gewinnt?

    Ich bin wahrscheinlich die Letzte, die "Rattentanz" von Michael Tietz gelesen hat. Und dann auch nur die Kurzfassung von 2011. Allerdings ist diese schon ausreichend, um mir vorstellen zu können, dass das Buch die Bibel für Weltuntergangsverschwörer sein dürfte.
    Nur für die wahrscheinlich einigen wenigen Leser, die das Buch noch nicht entdeckt haben sollten: An einem schönen Maitag um Punkt 7 Uhr am frühen Morgen unserer Zeit stoppen jegliche computergestützte Einheiten auf der Erde ihre Anwendungsprogramme. Punkt, Ende, aus die Maus. Flugzeuge stürzen vom Himmel, Fähren treiben im Meer, es gibt kein Wasser, kein Strom, nichts, was wir uns für ein normal geführtes Leben vorstellen können. Die berühmte Sekunde Null. Bis das aber ins Bewusstsein der Menschen eindringt, sind schon viele Menschen verstorben, denn auch die Notaggregate im Krankenhaus fallen irgendwann aus, Nachschub an Lebensmitteln wird es nicht mehr geben.
    Und das in einer Zeit, in der Vorratshaltung ein Fremdwort ist, zumindest in unseren Breitengraten. Jep, da horcht der Verschwörer auf, denn nun sind all diejenigen gefragt, die Ahnung haben vom Improvisieren. Wo bekomme ich Lebensmittel, frisches Wasser und all die anderen notwendigen Dinge zum Leben her? Wie komme ich, so fragt sich ein Protagonist im Buch nun, aus Schweden zurück zu meiner Familie nach Wellendingen? Zunächst herrscht Anarchie, Chaos, Mord, Verzweiflung, es folgt Hunger, Zerstörung, Tot, und das Vermehren von unglaublich viel Schrott. Hans, der aus Schweden, und Eva, seine Frau, wollen nur noch eines: zurück zu ihrer Tochter. Eva hat es aber etwas näher, sie ist in einem Krankenhaus in Donaueschingen auf der Intensivstation als Schwester eingeteilt.
    Auf vielen Seiten wird nun die Geschichte aus den Blickwinkeln der Flucht von Hans aus Schweden mit all seinen Bekanntschaften und Erlebnissen erzählt, genauso wie die von Eva und auch die deren Tochter, die von Anfang an im Dorf geblieben ist. Welche Abgründe der menschlichen Seele sich nun aufschwingt, um Böses zu tun, das hat schon Stephen King in "The Stand - das letzte Gefecht" erzählt. Dort war es ein Krankheitsvirus, hier nun ein Computervirus. Und auch die Protagonisten im Buch ziehen in ihrer Situation witziger weise einen Vergleich mit eben diesem Buch. Nun, es handelte sich bei diesem Buch um die Kurzfassung, obwohl diese mit 926 Seiten doch recht lang dafür erscheint. Dabei frage ich mich, worin die Kürzungen wohl bestehen. Denn es gibt zwischendurch immer mal wieder Abschweifungen zum Rest der Welt. Unsere Regierungen sind gerade auf einer Konferenz weit ab vom Schuss beschäftigt und sind dennoch zur Untätigkeit verdammt. Atommeiler bei unseren Nachbarn gehen hoch, aber was daraus folgt, wird nicht erzählt. Und so weiter und noch mehr. Die Geschichten sind gut und locker erzählt, lange braucht man für die vielen Seiten nicht. Einiges wirkt ziemlich platt, aber ich denke, hier müssen so einige Figuren überzeichnet wirken. Wie würden wir denn handeln? wir sollten uns alle mal vorstellen, was mit uns selbst passiert, sollte dieser unwahrscheinliche Fall mal tatsächlich eintreten, dass gar nichts mehr geht. Es muss ja nicht gleich die ganze Welt treffen. Leider erfahren es ja immer wieder Menschen, wie in diesen Tagen. Soweit ist es gar nicht entfernt. Und ich geh jetzt mal in den Keller, meine Vorräte checken ...

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    S
    Schatzdosevor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Endzeitstimmung.
    Rezension zu "Rattentanz"

    Ich hatte mich sehr auf dieses Buch gefreut. Das Thema ist so realitätsnah und verspricht eine Menge Spannung. Allerdings habe ich lange gebraucht, um richtig in das Buch reinzukommen. Der Schreibstil und die vielen parallelen Handlungen haben mich als Leserin einfach nicht vorwärtsgetrieben. Ich musste jeden Schritt/jede Seite mühsam erkämpfen. Ich weiß nicht mehr genau wann - aber es waren mehr als die 100 Seiten, die mein alter Deutschlehrer einem Buch gegeben hat - wurde es besser und hat mehr Spaß gemacht weiterzulesen.

    Leider ist es schon eine Weile her, dass ich das Buch gelesen habe. Aber ich meine, dass man über die Urheber des Virus längst nicht so detaillierte Informationen bekommt wie über Thomas im Aufzug. Auch einige andere Nebenhandlungen haben ihre Längen. Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass unsere zivilisierte Welt in so einer kurzen Zeit völlig zusammenbricht.

    Trotzdem finde ich die Idee weiterhin super und gebe dem Buch immerhin noch 3 Sterne.

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    Kerrys avatar
    Kerryvor 3 Jahren
    Wenn sich plötzlich alles ändert

    Wellendingen, ein kleines 400-Seelen-Dorf im südlichen Schwarzwald. Hier ist die Welt noch in Ordnung, jeder kennt jeden und man hilft einander. Doch am 23. Mai ändert sich für die Bewohner des Dorfes und für den Rest der Menschheit alles von einer Sekunde auf die nächste. Plötzlich und unerwartet bricht das weltweite Stromnetz zusammen, von jetzt auf gleich müssen die Menschen ohne die allgegenwärtige Stromversorgung klar kommen. Anfangs scheint dies noch nicht einmal so ein großes Hindernis zu sein, nein, eher so eine Art Abenteuer, doch bereits am zweiten Tag müssen die Menschen der Realität ins Auge schauen: dieser Zustand könnte länger anhalten. Um das Überleben zu sichern, müssen Regeln aufgestellt werden und nicht nur das - auch die Leichen, die bei den zwei Flugzeugabstürzen in der Nähe des Dorfes zu Hauf vorhanden sind, müssen so bestattet werden, dass keine Seuchen ausbrechen und dass auf gar keinen Fall das Grundwasser gefährdet wird.

     

    Eva Seger ist zum Zeitpunkt des Stromausfalls im Krankenhaus ihrer Arbeit nachgegangen. Sie ist Anfang 40 und hat ihre kleine Tochter in der Obhut der Nachbarn gelassen, bis sie wieder zu Hause ist. Ihr Mann Hans weilt derweil geschäftlich in Schweden und Eva wollte ihm nach seiner Rückkehr damit überraschen, dass sie vollkommen unerwartet nochmals schwanger geworden ist und ein Kind erwartet. Sie ist sich nicht sicher, wie Hans, der immer eine große Familie wollte, es aber nach dem einzigen Kind augenscheinlich nicht mehr klappte und sich mittlerweile mit ihrem Leben ein Kleinfamilie arrangiert hat, darauf reagiert, doch wie es aussieht, ist es müßig, über so etwas wie Familienplanung auch nur zu denken. Eva möchte so gerne zu ihrer Tochter, doch kann sie ihre Patienten nicht alleine lassen. Gerade ein alter Mann, dessen Ende absehbar ist, mag sie nicht allein zurücklassen, wo doch bereits alle anderen geflohen sind. Sie weiß, dass sie erst zu ihrer Tochter heimkehren kann (wie auch immer), wenn der alte Mann verstorben ist - so lange wird sie standhalten vor den Vandalen, die mordend durchs Krankenhaus ziehen.


    Hans Seger hingegen muss in Schweden mit Erschrecken feststellen, dass ihn mehr als 1.000 Kilometer von seiner Familie und Heimat trennen. Auch wenn er nur ein ganz normaler Mensch und Familienvater ist, er weiß, dass er alles in seiner Macht stehende tun muss, um zu seiner Familie zurückzukehren. Noch ahnt er es nicht, aber es wird eine gefährliche und beschwerliche Reise und ob er seine Heimat jemals erreicht, ist ungewiss.


    Derweil bricht in Wellendingen und Umgebung eine Art Anarchie aus. Banden bilden sich und terrorisieren diejenigen, die sich nicht zu wehren wissen, immer mit dem Ziel vor Augen, ihr eigenes Überleben zu sichern und die Macht zu mehren, die sie über die Menschen haben ...



    Wenn sich plötzlich alles ändert! Der Plot wurde realistisch und spannend erarbeitet. Besonders gut fand ich dargestellt, wie die verschiedenen Menschen, je nach Ausgangssituation vor der Katastrophe, miteinander oder auch gegeneinander agiert haben, wie alte Werte plötzlich nichts mehr zählen und nur diejenigen geschützt sind, die einen Nutzen für die neue Gesellschaft bringen, sprich, wer nicht vorweisen kann, wozu er in dieser neuen Welt zu etwas nütze oder zu gebrauchen ist, hat eigentlich kein Recht auf Schutz der Gemeinschaft. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. Besonders beeindruckt hat mich die Figur der Eva Seger, die, obwohl sie gedenk der Tatsache, dass sie Zuhause eine kleine Tochter hat, zu der sie dringend muss, nicht bereit ist, sich gegen ihr Gewissen zu stellen und Menschen, die ihr (dienstlich) anvertraut sind, zu verlassen bzw. ihrem Schicksal zu überlassen. Den Schreibstil empfand ich als sehr packend erarbeitet, wenn es auch zwischendurch immer wieder zu kleineren Längen kam, sodass ich abschließend sagen kann, dass mir das Buch erschreckende Lesestunden bereitet hat.

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    buchstabentraeumes avatar
    buchstabentraeumevor 3 Jahren
    Rattentanz

    Ich habe das Buch mit großer Begeisterung, aber auch Beklemmung gelesen. Denn das Szenario, das Michael Tietz erschaffen hat, ist wohl gar nicht sooo abwegig. Während des Lesens habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie ich mich verhalten würde, sollte einmal ein solches Chaos herrschen. Aber letztlich bin ich zu dem Ergebnis, dass ich darüber eigentlich gar nicht nachdenken will, weil die Vorstellung einfach zu schrecklich ist.

    Es wird in diesem Buch von mehreren Charakteren erzählt, besonders berührt hat mich das Schicksal von Aleksandr Glück und seiner Frau. Da haben sich ja wirklich herzergreifende Szenen abgespielt. Eva Seger war einer meiner Lieblings-Charaktere, weil sie noch am menschlichsten von allen ist. Aber auch Beck und Frieder Faust mochte ich irgendwie. Und Thomas war auch ein sehr interessanter Charakter! Überhaupt fand ich es toll, dass der Autor Michael Tietz so viele unterschiedliche Charaktere geschaffen hat, um die unterschiedlichsten Reaktionen auf diese schreckliche Katastrophe in die Handlung einzubauen.

    Stellenweise ist das Buch sehr brutal und bei manchen Szenen hat sich mir der Magen umgedreht. Aber leider ist diese Brutalität meiner Meinung nach eine nachvollziehbare Folge der Ereignisse. Daher ist das Buch sehr authentisch und die Entwicklungen nachvollziehbar. Das fängt schon bei Bubi an, der total besessen davon ist, tolle Fotos zu schießen, und geht bei den Banden und Plünderern weiter.

    Das Buch ist grausam und abschreckend, aber dennoch konnte es mich fesseln und hat mich auf eine gewisse Art und Weise auch fasziniert.

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    Ankilis avatar
    Ankilivor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Einfach fesselnd, was-wäre-wenn absolut vorstellbar. Bedrückend realistisch!
    Fesselnd und vorstellbar

    Das ist das beste was ich seit langem gelesen habe. Ein guter Bekannte empfahl es mir, als wir uns über die jetzige Situation in der Welt unterhielten. Es hat mich gefesselt, trotz der über 900 Seiten ein wahnsinnsbuch, dass mich nicht mehr losließ und bis zum Schluss spannend bleibt. Sehr realitätsnah, teilweise hat es mir persönlich Angst gemacht in Bezug auf: was wäre wenn.....es könnte so jeden Augenblick passieren in unserer Welt!!!! Absolut empfehlenswert, macht nachdenklich!

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    Aleshanees avatar
    Aleshaneevor 4 Jahren
    Hatte mehr erwartet ...

    "Die beiden besiegelten das Schicksal der Welt. Keiner war sich dessen bewusst, am wenigsten sie selbst." S. 38

    Zum Inhalt

    Ein kleiner, unbedachter Fehler im System legt auf der ganzen Welt alle Computer und Netzwerke lahm. Es funktioniert nichts mehr: kein Telefon, kein Fernseher, aber auch keine Handys oder die Wasserversorgung. Die Menschen sind verwundert, keiner glaubt so recht daran, dass dieser Zustand anhalten wird, doch sie warten vergeblich auf Polizei und Rettungskräfte. Recht schnell kristallisieren sich die katastrophalen Folgen heraus, die die technischen Einbußen nach sich ziehen, denn wer weiß heutzutage noch, wie man Brot bäckt, was man aus der Natur essen kann und wie man ohne Kommunikation eine Gesellschaft zusammenhält? Skrupellosigkeit und das Recht des Stärkeren nimmt überhand und keiner bleibt von den Folgen verschont.

    Der Autor beschreibt hier hauptsächlich die Geschehnisse des kleinen 400 Seelen Dorfes Wellendingen im Schwarzwald. Die kleine Gemeinschaft wird brutal aus ihrem Alltag herausgerissen, alles, was bisher galt, ist passé und niemand weiß, wiees weitergehen soll.
    Im Mittelpunkt steht die Krankenschwester Eva Seger, deren Mann Hans zum Zeitpunkt des Black Outs auf einer Geschäftsreise in Schweden ist. Sie selbst befindet sich zum Dienst im Krankenhaus, einige Kilometer von Wellendingen entfernt, wo ihre Tochter Lea in der Obhut der Nachbarn ist. Einige Kilometer klingt nicht viel, aber wenn das Chaos ausbricht, kannst du niemandem mehr trauen ...

    Meine Meinung

    Nachdem mich das Buch "Apfeldiebe" des Autors schon so begeistert hat, wollte ich gerne noch was anderes von ihm lesen und die Idee, dass die komplette Strom- und Wasserversorgung auf der ganzen Welt stillgelegt wird, hat mich interessiert. Die Rezi ist mir nicht leichtgefallen, weil ich noch immer hin- und hergerissen bin. Es gab wirklich gute, überzeugende Momente beim Lesen, aber auch viele Schwachpunkte ...

    Der kurze Prolog gibt schon einen sehr deutlichen Vorgeschmack, wie die Gesellschaftsordnung aus den Fugen geraten kann. Wie verhält man sich, wenn die "Zivilisation" zusammenbricht? Wie reagieren die Menschen und welche Saiten treten zum Vorschein, die sie unter dem Mantel des Fortschritts so lange verborgen oder unterdrückt haben? Wie soll man sich organisieren, wenn die Kommunikation komplett ausfällt?

    Jeder ist sich selbst der nächste. Diesen Eindruck hat man in dem Szenario, das Michael Tietz hier entwirft. Als der Strom ausfällt, glaubt noch keiner, dass dieser Zustand anhalten wird, doch spätestens als die ersten Flugzeuge abstürzen, ist das Chaos vorprogrammiert. Ob das alles wirklich so schnell geht, konnte ich nicht so recht nachvollziehen. Schon nach den ersten Stunden wurden die Lebensmittelläden ausgeräumt, Banken überfallen und die Polizeistationen überrannt. Die meisten Charaktere wurden sehr egoistisch und böswillig beschrieben, die kriminelle Ader hervorgehoben. Ich bin ja jemand, der erstmal an das Gute im Menschen glaubt und ich hab mich etwas schwer getan, diese Massenpanik und vor allem die berechnende Rücksichtslosigkeit als normale Folge der Ereignisse zu sehen; zumindest in diesem Tempo.
    Doch das Gewissen verschwindet schnell, wenn Trinkwasser fehlt, Essen, Medikamente ... die Menschen haben Familie, Kinder, um die sie sich kümmern müssen und diejenigen, die alleine sind, müssen erst recht sehen, wie sie weiterkommen.

    Im Fokus steht die Familie Seger. Die Mutter Eva ist Krankenschwester und hat erstmal nur ein Ziel: vom Krankenhaus zurück nach Wellendingen zu kommen, wo ihre Tochter bei den Nachbarn untergekommen ist. Ihr Mann Hans ist in Schweden, als das Unglück passiert und alles, was er will, ist nach Hause zu kommen, zu seiner Familie.
    Aber auch der Handwerker Frieder Faust, der Rechtsanwalt Basler oder der Exmann von Eva, Martin Kiefer versuchen, mit der Tragödie klarzukommen - jeder auf seine eigene Weise. Viele negative Seiten werden offenbart, doch es gibt auch den ein oder anderen, der versteht, dass es jetzt darauf ankommt, zusammenzuhalten und den Schwächeren beizustehen.
    Der im Aufzug eingeschlossene Thomas Bachmann, den ich anfangs so gar nicht einschätzen konnte, hat bei mir immer mehr Sympathien gewonnen, genauso ein eher unscheinbarer, in seinem Alltag festgefahrener Mann, der durch die Katastrophe über sich hinauszuwachsen lernt. Die Entwicklung von Hans Seger dagegen hat mir gar nicht gefallen.
    In dieser Ausnahmesituation kann man das Verhalten natürlich nie wirlich nachvollziehen, aber manches war mir dann doch zu "typisch" und aufgesetzt.

    Auch wenn das Dorf Wellendingen Hauptschauplatz ist, gibt es zwischendurch immer wieder Szenenwechsel in andere Länder und kurze Einblicke in das Schicksal einzelner Menschen, die mit ganz anderen Zuständen konfrontiert werden. Jedes Kapitel beginnt mit einer Orts- und Zeitangabe und wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt - manchmal wechselt auch mittendrin die Sichtweise, was den Lesefluss etwas gehemmt hat. Ich kam erst nach ca. 200 Seiten so richtig in die Geschichte rein, wurde ab da aber auch neugierig, wie sich das ganze entwickeln wird. Ein großes Tempo braucht man nicht erwarten, erst am Ende wird es nochmal etwas spannend, auch wenn das Ende vorherzusehen ist.
    Hier hat sich der Autor manchmal selbst im Weg gestanden, denn der Schreibstil wirkte an einigen Stellen etwas umständlich und auch der Handlungsverlauf war nicht immer gut gewählt. Trotzdem hat es mich dann doch gereizt weiterzulesen, obwohl ich bei einigen Passagen versucht war, sie eher zu überfliegen.

    Fazit

    Ein gut durchdachtes, streckenweise etwas umständliches Endzeitszenario, in der die Menschen lernen müssen, ohne jegliche technische Hilfsmittel auszukommen. Originalität hat mir hier ein bisschen gefehlt und etwas Spannung kam erst gegen Ende auf.

    --> gibt es nur noch als ebook <--


    © Aleshanee
    Weltenwanderer

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    Jacynthes avatar
    Jacynthevor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Was würdest du tun, wenn morgen alles zusammenbricht? Ein beklemmend realistisches Endzeitszenario - mitten in Deutschland.
    "Rattentanz" von Michael Tietz

    Inhalt


    Um einer Klausur zu entgehen, programmierten zwei Schüler über ein Jahr zuvor einen Computervirus. Sie packten diesen in drei Komponenten, die sie alle einzeln an verschiedene Computer der Schule schicken. Doch es unterläuft ihnen ein Fehler: anstatt 40 Tage später wie geplant die Schule lahmzulegen, geben sie dem Virus 400 Tage Zeit, bevor er sich aktiviert. In dieser Zeit gehen von der Schule Mails und Dateien an Banken, Stadtwerke und Privatpersonen. Die drei Einzelteile des Virus können nicht von Virenschutzprogrammen erkannt werden und so verteilen sie sich munter auf der ganzen Welt bis schließlich am 23. Mai um Punkt 7.00 Uhr alles zusammenbricht.
    Strom und Wasser fließen nicht mehr, Radio und Handys haben keinen Empfang und Flugzeuge stürzen vom Himmel. Anfangs glauben alle an einen vorübergehenden Ausfall, doch in den großen Städten stellt sich schnell Panik ein. Banken werden überfallen, Supermärkte ausgeraubt. Schließlich schwappt eine Welle der Gewalt und Verwüstung auch in die entlegensten Teile der Welt und endlich beginnen auch die kleinen Dörfer, den Ernst der Lage zu begreifen, sich zu verbarrikadieren und untereinander zu organisieren.

    Meine Meinung


    Tietz lässt seine Geschichte an verschiedenen Schauplätzen spielen und zeigt, wie sich das Leben unterschiedlichster Menschen dramatisch verändert. Dreh- und Angelpunkt ist die Familie Seger aus dem süddeutschen Wellendingen. Einen Tag vor der Katastrophe bricht der Vater Hans geschäftlich nach Schweden auf, seine Frau Eva bleibt mit der kleinen Tochter Lea zurück. Sie hat ihrem Mann noch nicht gesagt, dass sie ein Kind erwartet. Zum Zeitpunkt der Katastrophe befindet Eva sich im Krankenhaus von Donaueschingen. Während sie dort versucht, Leben zu retten, begegnet sie weiteren Personen, die sie das ganze Buch über begleiten und verfolgen werden. Unter ihnen ist der schizophrene Thomas, der Stimmen in seinem Kopf hört und entscheidend für die Zukunft vieler Menschen ist. Zusammen mit ihm und einem Polizisten schafft sie es zurück in ihr Heimatdorf, das dabei ist, sich auf das Schlimmste vorzubereiten: die Einsicht, dass der jetzige Zustand der Normalzustand wird. Währenddessen überquert Hans mit einem Boot die Ostsee und schlägt sich zu Fuß durch ganz Deutschland. Eine qualvolle Reise, die ihn nicht nur einmal in Lebensgefahr bringt.
    Jede Figur des Buches hat ein Eigenleben und eine Vorgeschichte. Manchmal eine schreckliche. Das hat mir an dem Buch besonders gefallen: dass es nicht einfach nur irgendwelche Menschen sind, die da ums Überleben kämpfen, sondern dass man sich in sie hineinversetzen kann, weil man alles von ihnen weiß. Man begleitet sie dabei wie sie an der Situation zerbrechen und beinahe den Verstand verlieren oder wie sie sich aufraffen und über sich hinaus wachsen.
    Viele kritisieren die detailiert beschriebenen Gewaltszenen in Rattentanz und unterstellen Tietz, ein besonderes Interesse daran zu haben. Ich finde aber, dass diese Szenen dazu gehören. Sie sind durchaus realistisch wenn man bedenkt, unter welchen Existenzängsten die Menschheit plötzlich leidet und dass es durchaus Menschen gibt, die schnell zu dem Schluss kommen, nur der Stärkere könne überleben. In einer solchen Situation wird ein kleiner Laib verschimmelten Brotes schnell zu einem guten Grund, einen anderen Menschen zu töten. Die Beschreibung dieser Überlebenskämpfe gehört einfach in dieses Buch und es wäre ohne sie viel weniger realistisch. Außerdem regen sie zum Nachdenken an: wie weit wäre ich bereit zu gehen, um mich, meine Kinder, meine Familie zu retten?

    Das Buch ist äußerst spannend geschrieben und während der ganzen 831 Seiten habe ich mich kein einziges Mal gelangweilt. Ich wollte unbedingt wissen, wie es ausgeht. Sowohl die ganze Menschheitsgeschichte als auch die kleinen zweischenmenschlichen Beziehungskisten. Würde irgendjemand alles wieder ins Lot bringen? Würde Hans es zurück zu seiner Familie schaffen? Würde sein Dorf dann überhaupt noch existieren? Es ist auch nicht so, dass es pausenlos zu blutigen Auseinandersetzungen kommt. Vor allem im Heimatdorf der kleinen Familie entsteht eine (fast) feste Gemeinschaft, man wählt einen Rat, teilt Helfer ein um auf dem einzigen Bauernhof des Dorfes, der plötzlich überlebenswichtig wird, die Kühe zu melken, Holz zu sammeln oder die provisorischen Straßensperren zu bewachen. Unscheinbare Charaktere entwickeln sich zu Helden, vorher Fremde rücken zusammen und helfen einander.
    In seinem Nachwort gibt Tietz zu bedenken, dass ein solcher Totalausfall der modernen Technik eher unwahrscheinlich ist und dass es auch nicht bestätigt werden kann, dass Flugzeuge oder andere Geräte so sensibel darauf reagieren würden. Er betont, dass das Buch reine Fiktion sei und es nicht vorrangig um das Computervirus, sondern um das Danach geht. Um die Menschen. Wie verhalten sie sich in einer solchen Situation? Was wird aus den alten Werten und der Ethik?
    Ich kann dieses Buch nur empfehlen und vergebe 5 von 5 Wolken, die es wirklich verdient hat!

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