Sind Tote immer leichenblass?

von Michael Tsokos und Christoph Kellner
3,9 Sterne bei30 Bewertungen
Sind Tote immer leichenblass?
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (21):
Sonne63s avatar

Tolles Buch, das mit einigen Klischees aufräumt

Kritisch (2):
leserattebremens avatar

Langweilig und selbstbezogen, konnte mich leider gar nicht überzeugen.

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Inhaltsangabe zu "Sind Tote immer leichenblass?"

Werden Mordopfer tatsächlich von den Angehörigen in der Rechtsmedizin identifiziert? Sind Rechtsmediziner bei der Verhaftung eines Verdächtigen dabei? Nehmen sie an der Vernehmung von Zeugen teil? Und reiben sie sich vor der Obduktion Mentholpaste unter die Nasenlöcher, damit sie den Leichengeruch überhaupt ertragen können? Szenen wie diese gehören zum Standardrepertoire von Fernsehkrimis. Doch mit der Realität haben sie nur selten etwas zu tun. Meist handelt es sich um Klischees von Vorgängen im Sektionssaal. Michael Tsokos, Deutschlands bekanntester Rechtsmediziner und vielfacher Bestsellerautor, nimmt die bizarrsten Irrtümer aufs Korn. Er erläutert die teils groben Fehler und informiert unterhaltsam und spannend zugleich über die Mittel und Methoden der Rechtsmedizin.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783426277003
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:192 Seiten
Verlag:Droemer
Erscheinungsdatum:04.10.2016

Rezensionen und Bewertungen

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    Keksisbabys avatar
    Keksisbabyvor 2 Monaten
    I've learned from the best

    Der fleißige Tatortschauer weiß wie der Hase läuft wenn es um die Arbeit eines Pathologen geht. Oder lügen all die Krimis in denen Forensiker auftauchen? Michael Tsokos klärt Irrtümer auf, die durch diverse Fernsehserien entstanden sind. Zum Beispiel erklärt er die unterschiedlichen Arbeitsfelder eines Rechtsmediziners und eines Pathologen. Das Leichen nicht immer blass sein müssen und das bei hohem Arbeitsaufkommen, Metholpaste unter der Nase dafür sorgen würde, dass der Rechtsmediziner keine Oberlippe mehr hätte.

     

    Ich fand Herrn Tsokos Werk unterhaltsam, auch wenn ich die meisten Dinge schon wusste. Zum Beispiel, dass Pathologen sich eklatant von Rechtsmedizinern unterscheiden. Da ich zurzeit am Institut für Pathologie arbeite, gehört dieses Wissen praktisch zum Berufsfeld, aber oft treffe ich im Alltag Menschen, denen dieser Unterschied nicht geläufig ist und so kommt es doch manchmal zu recht skurrilen Fragen, meine Arbeit betreffend. Das Büchlein ist auch nicht umfangreich und lässt sich leicht lesen, von daher ist es ein netter Zeitvertreib für zwischendurch und sogar ich hatte AHA-Momente. Ich weiß jetzt das erwürgen, nicht erdrosseln ist. Man kann halt alt werden wie ne Kuh und lernt immer noch dazu.

     

    Für Fans von Herrn Tsokos werden sich manche Passagen wiederholen, da es nicht sein erstes Buch ist, aber ich habe mich doch nett unterhalten gefühlt und wieder was gelernt.

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    leserattebremens avatar
    leserattebremenvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Langweilig und selbstbezogen, konnte mich leider gar nicht überzeugen.
    Langweilig und belehrend

    Was unterscheidet einen Rechtsmediziner vom Pathologen, muss man dafür eigentlich studieren und identifizieren Angehörige die Toten wirklich in Rechtsmedizin – oder Pathologie? Michael Tsokos begibt sich in seinem Buch auf die Spur aller Krimi-Mythen, denen der Zuschauer aufgesessen sein könnte.
    Was an sich ganz unterhaltsam werden könnte, ist jedoch ein langweiliges und belehrendes Buch ohne Witz und Humor geworden. Statt amüsant daherzukommen, verkörpert Tsokos anscheinend die Wut eines seiner Meinung nach missverstandenen Berufszweiges und ergeht sich in Belehrungen und Erklärungen statt den Leser mit Anekdoten zu unterhalten und nebenbei das ein oder andere Missverständnis aufzuklären. Ich habe die Lektüre so leider als sehr langweilig empfunden, das Buch ist wenig unterhaltsam aufgemacht und ergeht sich zudem noch in sinnlosen Details.
    Ich war von Michael Tsokos Buch „Sind Tote immer Leichenblass“ unglaublich enttäuscht, da ich den Autor schon einmal bei einer Veranstaltung erlebt hatte und er dort äußerst kurzweilig und unterhaltsam von seiner Arbeit berichtet hatte. Das hat es leider überhaupt nicht in das Buch geschafft, was schade ist. Eine Lektüre des Buches kann man keineswegs empfehlen, dann lieber noch einen Krimi im Fernsehen schauen – ganz egal, ob da jetzt alles ganz korrekt ist oder nicht. 

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    Schwamms avatar
    Schwammvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Ihr lieben Thrillerautoren da Draußen: Lest Tsokos und lernt dazu ...
    40 Thesen zum lachen, nachdenken und lernen.

    Der Autor
    Michael Tsokos ist Professor für Rechtsmedizin, international anerkannter Experte auf dem Gebiet der Forensik, Buchautor und selbst leidenschaftlicher Leser guter Thriller. Er leitet seit 2007 das Institut der Rechtsmedizin in der altehrwürdigen Berliner Charité.

    Neben seinen bisherigen Buchveröffentlichungen im Bereich der Belletristik, u. a. zusammen mit Bestsellerautor Sebastian Fitzek, veröffentlichte er im Oktober 2016 sein Sachbuch "Sind Tote immer Leichenblass?..." in dem er die vielen in der Gesellschaft kursierenden Vorstellungen rund um den Beruf der Rechtsmediziner aufräumt und damit einen Spiegel-Bestseller landete. Der Verlag Droemer-Knaur veröffentlicht nun das Buch am 01. März in einer Neuauflage im Taschenbuchformat.


    Inhalt
    Das Buch enthält insgesamt 40 unterhaltsame Thesen und Irrtümer rund um die Rechtsmedizin. Michael Tsokos beantwortet unter anderem die Fragen, ob es tatsächlich notwendig ist, dass die Familie den Toten auf dem Sektionstisch identifizieren muss, ein Rechtsmediziner sich wirklich immer Menthol Paste unter die Nase reibt und warum diese eigentlich immer alleine arbeiten und so verbittert sind.
    Wer sonst, als Michael Tsokos kann hier die richtigen Antworten liefern.


    Fazit
    Michael Tsokos möchte aufräumen. Mit Vorurteilen, Falschinformationen und dem Irrglauben, ein jeder könnte sich in der Rechtsmedizin ausbilden lassen. Er möchte aber vor allem seine Arbeit in der Rechtsmedizin in der Gesellschaft besser erklären und zeigen, dass seine Arbeit unerlässlich und verantwortungsbewusster ist, als der ein oder andere sich vorstellen würde.

    Wer sich schon immer die Frage gestellt hat, warum Selbstmord eigentlich Selbstmord heißt, wo man sich doch selbst gar nicht "ermorden" kann, wer wissen möchte, mit welchem Humor und Ironie sich Tsokos der These widmet, ob Tote denn immer leichenblass sind und wer endlich einen Tatort im Fernsehen sehen möchte und weiß, dass die meisten Handlungen rund um die Rechtsmedizin (eigentlich nicht Gerichtsmedizin (!) aber wiederum nur eigentlich...) tatsächlich fiktiver Natur sind, all diejenigen haben hier genau das richtige Buch gefunden.

    Das Buch ist zweifelsohne für alle geeignet, die sich für die Themen um die Rechtsmedizin interessieren, sich diese näher bringen möchten und für alle, die endlich einmal wieder am Stammtisch oder beim Familienausflug eine falsche Thesen mit klugem und leicht verständlichen Gegenargumenten ausräumen möchten. Denn durch die leicht verständliche, keineswegs mit medizinischen Fachausdrücken überlagertem Wortschatz und nur wenigen Paragraphen und Gesetzesauszügen, schafft es Tsokos diese Thematik, auch für den Laien verständlich, näher zu bringen.
    "Sind Tote immer leichenblass?: Die größten Irrtümer über die Rechtsmedizin" ist alles in einem ein schönes unterhaltsames (Sach-)buch rund um den Tod.

    Denn Sterben ist immerhin noch umsonst, oder …?

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    christianekoerdels avatar
    christianekoerdelvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Taugt als Fortbildung für Krimiautoren und weiß zu unterhalten.
    "Er hat sich erwürgt"

    Was Krimiautoren nicht alles lesen, um sich fortzubilden. Wieder viel gelernt, auch wenn einiges schon bekannt war. Auf den Punkt formuliert, unterhaltsam, informativ und weniger gruselig, als angenommen. 

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    Becky_Schneckys avatar
    Becky_Schneckyvor 2 Jahren
    Lesenswert

    Sehr nettes, lehrreiches Buch.
    Es ist wirklich teilweise sehr lustig geschrieben. Ich hatte erst etwas Angst, dass das Buch zu trocken wird, aber das war es bei weitem nicht.
    Die Bilder in dem Buch lockern das Thema nochmal ordentlich auf & sind sehr nett anzuschauen.
    Ich fand die Bezüge zu Sebastian Fitzek & Simon Beckett einerseits wirklich gut, andererseits wirkte es so, alsob er Simon Beckett etwas schlecht machen würde. Tsokos schreibt selbst, dass er die Bücher von Simon Beckett gerne liest & dadurch wird der Verdacht wieder etwas gemildert.
    Für alle die Interesse an der Rechtsmedizin (nein, nicht Pathologie oder Gerichtsmedizin) haben, eine große Leseempfehlung! :)

    Kommentare: 1
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    Mordsbuechers avatar
    Mordsbuechervor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Dieses Buch muss man LESEN!!!
    Die Rechtsmedizin ist aus der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken...

    ... und tritt immer mehr in die Öffentlichkeit.

    Szenen aus dem TV oder in der Kriminalliteratur sind reine Fiktionen und meilenweit von der Realität entfernt. Rechtsmediziner, Gerichtsmediziner und Pathologen gelten als ein und derselbe Beruf und dass sie nur mit Toten arbeiten ist ein weit verbreiter Irrtum. Zudem sind sie alle schräge Vögel und haben sonderbare Interessen und außergewöhnliche Hobbys.

    Dank verschiedener Serien oder sogar Filme, man erinnere sich an „Das Schweigen der Lämmer“, wird die Arbeit der Rechtsmediziner und deren Abläufe in einem völlig anderen Bild widergespiegelt. Hier ein typisches Beispiel: Die Identifizierung eines Toten wird nie in einem Sektionssaal stattfinden. Dort läuft auch bei den Obduktionen keine klassische Musik, wie bei Prof. Boerne im Tatort Münster. Was die Leichen betrifft, auch diese liegen dort nicht tagelang unter einem Laken auf dem Sektionstisch.

    Deutschlands bekanntester Rechtsmediziner Prof. Michael Tsokos holt sie mit diesem Buch aus der fiktionalen Welt heraus. Die Reise beginnt im Keller jenes Krankenhauses, wo viele davon ausgehen, das dort die rechtsmedizinische Abteilung ist. Der Leser wird überrascht sein, wo sich dieser Bereich tatsächlich befindet.

    Das Buch ist in kurzen Kapiteln aufgebaut und auf amüsante Art und Weise und ohne medizinisches Kauderwelsch steht Prof. Michael Tsokos Rede und Antwort. Ein sehr spannendes und informatives Buch über die Rechtsmedizin in Deutschland.

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    Soerens avatar
    Soerenvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Locker und faktenreich geschriebens Sachbuch
    Locker und faktenreich geschriebens Sachbuch

    Professor Michael Tsokos ist nicht nur ein international anerkannter Rechtsmedizin-Experte, er leitet seit 2007 das Rechtsmedizin-Institut der Charité und das Landesinstitut für gerichtliche und soziale Medizin. Als wäre das nicht genug, hat er mehrere Bücher verfasst, darunter einen Thriller zusammen mit Sebastian Fitzek und zwei weitere mit Andreas Gössling.

    Da der Mann noch dazu ein großer Krimi-Fan ist, war es ihm eine Herzensangelegenheit, populären Irrtümer im Zusammenhang mit seinem Fachgebiet klarzustellen. Zum Beispiel, dass Rechtsmediziner und Pathologen eben nicht dasselbe sind. Dass Angehörige die Toten nicht in der Gerichtsmedizin identifizieren. Oder dass man sich nicht selbst erwürgen kann.

    Insgesamt hat sich Tsokos 40 Irrtümer vorgenommen und geht kapitelweise ausführlich darauf ein. Stellenweise fast ein wenig zu ausführlich. Manche der 40 Irrtümer erscheinen mir persönlich etwas zu sehr an den Haaren herbeigezogen. Beispielsweise, ob Rechtsmediziner bei der Arbeit immer klassische Musik hören oder sich Obduktionen über mehrere Tage erstrecken. Aber gut, es gibt vermutlich Leute, die genau das angenommen haben.

    Das Buch ist locker und faktenreich geschrieben, und obwohl alles in angenehm großer Schrift abgedruckt ist, sind es trotzdem bloß 187 Seiten. Reicht aber auch, um alles zu erklären. Für jeden, der sich mit dem Gedanken trägt, einen Krimi zu schreiben, oder mehr über die realistische Arbeit fernab vom „Tatort“ erfahren möchte, ist das Buch genau richtig.

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    Angelique_Mundtvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Da irrt Herr Tsokos an einer Stelle aber gewaltig!
    Da irrt er!

    Bemüht humorig erklärt Herr Tskoks Besonderheiten rund um die Rechtsmedizin und ihre "Kunden". Dabei hat er vollkommen recht, dass viele Leser vor allem vom Fernsehen systematisch mit Fehlinformationen gefüttert werden (auch die Polizei kann ein Lied davon singen). Soweit so gut. 

    Gar nicht mehr gut ist es jedoch, wenn Tsokos einen Satz bestätigt, der so falsch ist wie er alt ist: "Behalten Sie die Verstorbenen so in Erinnerung, wie sie sie zu Lebzeiten kannten." Er rät von einer Abschiednahme in der Rechtsmedizin ab. 
    Wir sprechen hier ja nicht über den nach langer Krankheit verstorbenen Liebsten, den die Angehörigen in den Topf gepflegt haben. Auch nicht über die an Altersschwäche verstorbene Oma. Wir sprechen über den plötzlichen, unverhofften, oft gewaltsamen Tod. Über das Schicksal, was erbarmungslos zuschlägt und uns unsere Liebsten bei einem Verkehrsunfall, Arbeitsunfall, Gewaltverbrechen oder Suizid entreißt. Denn das sind die Verstorbenen, die in der Rechtsmedizin untersucht werden. Und gerade wer seine Liebsten ohne Vorbereitung verliert, muss die Realität des Todes möglichst mit allen Sinnen begreifen!
    Ich bin nicht nur seit über 20 Jahren Psychologin und Psychotherapeutin und weiß, wie sehr Menschen darunter leiden, wenn sie sich nicht mehr verabschieden konnte. Ich bin auch seit 8 Jahren in der Krisenintervention tätig und betreue dort Menschen direkt nach einem tragischen Verlust (siehe dazu auch das Buch "Erste Hilfe für die Seele - Einsatz im Kriseninterventionsteam" im btb-Verlag). Die Mutter, die eben noch ihr Kind geküsst und auf den Schulweg geschickt hat, die der Polizei und mir dann wenig später die Tür öffnet und die Todesnachricht ihres Kindes von uns überbracht bekommt. Diese Mutter kann und will nicht glauben, dass ein Verkehrsunfall ihr das Wichtigste im Leben genommen hat. Sie muss sich überzeugen, dass es wirklich ihr Kind ist und eine Verwechslung ausgeschlossen ist. Egal, was die Polizei sagt, egal, wie schlimm die Verletzungen sind. 
    Natürlich gibt es Ausnahmen der Wasser-/Freuer- und Fäulnisleichen, die so entstellt sind, dass sie nicht mehr zu erkennen sind. Aber das sind extreme Ausnahmen und die kommen selten vor. Tsokos sagt: "Man darf auch nicht das seelische Wohl der Angehörigen aus dem Blick verlieren ..." Richtig! Aber genau das ist Herrn Tsokos passiert. Er schreibt von Körpern, die von Messern zerstochen und von Geschossen durchlöchert sind, von Gliedmaßen die abgetrennt wurden etc. Ja, wer sagt denn, dass die Angehörigen vom zerstochenen Bauch Abschied nehmen sollen? Selbstverständlich ist es möglich Verletzungen abzudecken. Ich  habe unzählige Abschiednahmen von schwerst verletzten Menschen begleitet, bei den Verletzungen teilweise abgedeckt, teilweise weniger schwere sichtbar waren. Wir nehmen sogar im schlimmsten Fall von einer Hand Abschied, wenn der Rest nicht mehr vorzeigbar ist. Aber diese eine Hand, diese unverwechselbare Hand gehört zu ihrem/ihrer Liebsten. Keiner der Angehörigen hat es je bereut, diesen letzten Blick zu haben. 
    Tsokos fragt: "Soll das wirklich das Letzte sein, was sie von einem geliebten Menschen sehen und in Erinnerung behalten?" Die klare Antwort: Ja! Denn dieses eine letzte Bild des Verstorbenen überschreibt nicht die Millionen von Bildern und Erinnerungen die wir von dem lebendigen menschen haben! Aber dieses eine letzte Bild hilft uns zu begreifen: Er/Sie ist tot. Das unfassbare ist geschehen. Es ergänzt unsere Erinnerung sozusagen als Brücke zwischen dem Blenden und dem Verlust. Wenn uns dieses Bild, dieser letzte Händedruck, das letzte Gespräch mit dem Toten fehlt, kann das sogar belastende Angstphantasien schüren. Wir versuchen womöglich uns vorzustellen, was dem geliebten Menschen wohl genau zugestoßen ist und wie er wohl ausgesehen haben mag? Hat die Polizei vielleicht etwas verschwiegen?
    Der Anblick eines Verstorbenen ist schwer.. Aber die Zurückbleibenden sehen keinen Fremden, sie seinen einen der wichtigsten Menschen in ihrem Leben. Sie sehen mit dem Gefühl der Liebe und Zuneigung! 
    Tsokos fragt: "Können wir als Ärzte das ethisch vertreten?" Er gibt ein klares Nein. Wieder sage ich: Das ist aus psychologischer, ethischer und menschlicher Sicht falsch! Wer sind wir denn, dass wir anderen Erwachsenen vorschreiben können, was für sie gut oder schlecht ist? Wir können sie beraten. Und das tun wir, wenn wir sie darüber informieren, welche Anblick (und da sprechen wir in der Regel von Gesicht und Händen) sie erwartet. Dann können Angehörige entscheiden, ob sie Abschied nehmen möchten oder nicht. Vertrauen wir doch, dass sie sich zuviel zumuten, wie sie es möchten, nachdem sie beraten wurden. 
    Tsokos schließt: "Die Angehörigen sollen ihre verstorbenen Lieben so in Erinnerung behalten, wie sie zu Lebenszeiten aussahen, und als das, was der Tod aus ihnen gemacht hat."
    Eine veraltete wissenschaftliche Sicht, die schon lange widerlegt ist!

    Ein Irrtum - ein großer Irrtum! 

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    Klein-Alexs avatar
    Klein-Alexvor 2 Jahren
    "Sind Tote immer leichenblass" - Irrtümer der Rechtsmedizin

    ....totsicher lehrreich & unterhaltsam ;o)

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    Pharo72s avatar
    Pharo72vor 2 Jahren
    Die Wahrheit über die größten Irrtümer der Rechtsmedizin

    Was sieht man nicht alles in den beliebten Fernsehkrimis oder diversen CSI-Formaten aus Amerika, wenn es um die Identifizierung von Toten oder die Arbeit von Rechtsmedizinern geht. Eine Menge Klischees sind da im Umlauf, die mit der Realität wenig bis nichts zu tun haben. Deutschlands bekanntester Rechtsmediziner, Professor Michael Tsokos, bringt Licht ins Dunkel und klärt sachlich und für den Laien verständlich über 40 Irrtümer auf.

    Meine Meinung:

    Die Rechtsmedizin ist ein Fachgebiet, das mich schon länger fasziniert. So bin ich auch, weniger beim Tatort, aber was die ganzen amerikanischen Serien in dem Bereich angeht ziemlich up to date. Natürlich stellt sich einem da schon manchmal die Frage, inwieweit einem hier realitätsnahes Wissen vermittelt wird. Daher war ich sehr gespannt, was ein anerkannter Fachmann wie Michael Tsokos, den ich als Person und Autor sehr schätze, dazu zu sagen hat und welche Details wirklich ins Reich der Fantasie gehören.

    Das kleine Büchlein liest sich flugs weg, da die insgesamt 40 Irrtümer auf jeweils maximal 2 bis 3 Seiten abgehandelt sind, es einige leere Seiten gibt und das Ganze auch noch durch zum Thema passende Illustrationen von Christoph J. Kellner aufgelockert wird.

    Zugegeben, ein großer Prozentsatz der „Irrtümer“ sollte für jede mit einem gesunden Menschenverstand ausgerüstete Person keiner sein. Manche Erklärungen wirken daher schon ein wenig an ein etwas minderbemitteltes Klientel gerichtet. Vielleicht ist dem auch geschuldet, dass Herr Tsokos hier an einigen Stellen etwas oberlehrerhaft, wenn nicht sogar arrogant, erscheint. Aber er ist ohne Zweifel eine Koryphäe auf seinem Gebiet, deshalb kann ich ihm das auch nicht wirklich übel nehmen.

    Die Irrtümer werden klar und sachlich aufgeklärt, sind teilweise amüsant zu lesen und bieten in einigen wenigen Fällen sogar interessantes Wissen, das sicherlich bisher nicht jedem zu eigen war.

    Damit war „Sind Tote immer leichenblass?“ für mich eine durchaus interessante und vor allem unterhaltsam aufbereitete Sammlung von Irrtümern die Rechtsmedizin betreffend und deren Klarstellung.

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