Michael Tucker So it goes

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Inhaltsangabe zu „So it goes“ von Michael Tucker

The show must go on, auch wenn man einen Menschen verliert. Für Schauspieler Herbie waren die Frauen, vor allem seine eigene, immer noch wichtiger als die Bühne. Kurz vor ihrem Tod hat seine geliebte Annie eine geniale, tröstliche Idee ...
„Sind Sie berühmt? Die Leute da drüben sagen, Sie würden aussehen wie ein Schauspieler.“
„Wie welcher denn?“
„Keine Ahnung, jemand aus dem Fernsehen.“
„Na überlegen Sie mal: Wenn Sie so fragen – wie berühmt kann ich dann sein?“

Herbie sitzt spätabends in einer New Yorker Bar und versucht sich mit ein paar Wodkas zu trösten. Seine Frau Annie, Schauspielerin wie er, liegt im benachbarten Krankenhaus im Sterben. Über vierzig Jahre lang war sie seine beste Freundin, Vertraute, Beraterin, Geliebte. Gut, dass das Mädchen hinterm Tresen ihm nun ein wenig Ablenkung verschafft, immerhin sieht sie aus wie eine Madonna von Piero della Francesca.
Wie sich bald herausstellt, hat Olive – so heißt sie – selbst Ambitionen, ans Theater zu gehen. Und Herbie findet: Annie soll sie inspirieren, soll ihre Passion für ihren Beruf weitergeben. Nun nimmt das Märchen seinen Lauf, denn Annie verschafft Olive quasi in letzter Minute die weibliche Hauptrolle in Tschechows Onkel Wanja, und nicht nur das ...
Dieser smarte, auf intelligente Art gefühlvolle Roman beschreibt nichts weniger als den Sieg des Lebens über den Tod.

Eine Milieustudie par excellance. Theater wie es wirklich ist. Wunderbar! Petra/Meine Buchtipps

— Ein LovelyBooks-Nutzer

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    So it goes

    Schildi_88

    26. November 2017 um 10:06

    Ein Buch was mich gepackt hat. Es handelt von 2 Schauspieler die sich mit Anfang 20 getroffen und lieben gelernt haben. Herbie Aaron, ein ehemaliger Schauspieler den keiner auf der Straße erkennt, wollte mit keiner anderen Frau zusammen sein, ohne seine Anni. Die Beiden waren ein Herz und eine Seele und kannten sich in und auswendig. Sie hatten auch keine Problem, sich gemeinsam eine Liebhaberin zunehmen. Doch Blatt wendete sich, als Anni an Brustkrebs erkrankte. In der Zeit lernt Herbie in einer Bar die bezaubernde Olive kennen. Anni wollte unbedingt die Frau kennenlernen, die ihrem Mann anscheint den Kopf verdreht hat. Olive und Anni freunden sich an und schnell wird klar, das Anni für ihren Mann eine neue Frau sucht. Als Anni stirbt, fällt Herbie in ein Loch und kann sich noch nicht seinen Gefühlen zu Olive hingeben. Im Laufe des Buches entwickelt sich immer wieder ein hin und her zwischen den Beiden. Insgesamt beschreibt Michael Tucker mehrere schwierige Beziehungsgeschichten. Denn auch bei der Tochter Candy läuft nicht alles rund und sie zweifelt einmal zu viel. Das Buch ist packend geschrieben, mit vielen Eindrücken in Bezug auf Abschließen und Neuanfang. Aber das ganze unter den Gesichtspunkt, dass man keinen Menschen vergessen kann, den nahe stehende Menschen prägen uns Leben auch noch nach ihrem Tod. Interessant fand ich auch die Gefühlswelt von Olive, die nun als Schauspielerin anfängt. Der Leser bekommt einen sehr guten Einblick hinter die Kulissen. Ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen.

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  • So macht man sich unsterblich!

    So it goes

    badwoman

    15. September 2015 um 22:51

    Herbie und Annie sind ein relativ bekanntes Schauspielerpaar. Sie lieben sich schon lange sehr und führen eine unkonventionelle Beziehung, in der auch andere Sexualpartner ihren Platz haben. Doch dann erkrankt Annie an Krebs und stirbt. Kurz vorher hat Herbie sie noch mit einer jungen Frau bekannt gemacht, die gern Schauspielerin werden will. Annie veranlasst, dass Herbie sich um sie kümmern soll, was er auch tut. Er macht sie mit den wichtigen Leuten und dem richtigen Handeln in Schauspielerkreisen bekannt. Auf der Bühne beweisen muss sie sich aber natürlich allein. So hat Annie auch nach ihrem Tod noch Einfluss auf Herbie, ihre Tochter Candy und Olive, die schöne junge Schauspielerin. Dieses Buch ist sehr anrührend. Man spürt die große Liebe förmlich zwischen den Zeilen. Dieses Künstlermillieu, in das uns der Autor entführt, ist für mich sehr fremd, aber auch interessant. Viele Vorurteile meinerseits sehe ich hier allerdings auch bestätigt, das muss ja aber nicht allgemeingültig sein. Die Sprache ist klar und flüssig, sehr angenehm zu lesen. Ein schönes Buch!

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  • In jedem Ende steckt ein Anfang

    So it goes

    jenvo82

    Annie und Herbie waren ein schillerndes Schauspielerehepaar, die miteinander glücklich lebten und im jeweils anderen ihre passende Hälfte gefunden hatten. Und nun ist Annie tot – und Herbie kann nicht mehr der sein, der er sein möchte, der er all die Jahre war. Er begibt sich auf eine Reise zu sich selbst, wagt einen mutigen Schritt und zollt seiner Frau damit großen Respekt. Etwas später hat er seine Lektion gelernt: In jedem Ende steckt immer auch ein neuer Anfang. Fazit: Dieser Roman stellt das Sterben, den langsamen Prozess des Abschiednehmens und die fundamentale Leere danach in den Vordergrund. Dennoch gleitet er nie ins Sentimentale, sondern appelliert an das positive Denken, daran sich neue Horizonte zu erschließen und den Fokus nicht länger auf das persönliche Leid zu legen. Herbie hat es geschafft – seine Frau bleibt für immer seine große Liebe, aber ihr Fehlen gibt anderen Menschen die Chance, Herbies Herz zu erobern. Gesamtnote: 4,5 Sterne

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    • 6

    Igelmanu66

    07. February 2015 um 13:57
    NiWa schreibt Hört sich wirklich gut an, aber so Themen liegen mir immer schwer im Magen.

    Das stimmt. Allerdings scheint das Buch ja eine mutmachende Botschaft zu haben. Dann wag ich mich schon lieber dran.

  • So it goes - Michael Tucker

    So it goes

    Lesen_ist

    13. April 2014 um 11:44

    Klappentext »Sind Sie berühmt? Die Leute da drüben sagen, Sie würden aussehen wie ein Schauspieler.« »Wie welcher denn?« »Keine Ahnung, jemand aus dem Fernsehen.« »Na überlegen Sie mal: Wenn Sie so fragen – wie berühmt kann ich dann sein?« Herbie sitzt spätabends in einer New Yorker Bar und versucht sich mit ein paar Wodkas zu trösten. Seine Frau Annie, Schauspielerin wie er, liegt im benachbarten Krankenhaus im Sterben. Über vierzig Jahre lang war sie seine beste Freundin, Vertraute, Beraterin, Geliebte. Gut, dass das Mädchen hinterm Tresen ihm nun ein wenig Ablenkung verschafft, immerhin sieht sie aus wie eine Madonna von Piero della Francesca. Wie sich bald herausstellt, hat Olive – so heißt sie – selbst Ambitionen, ans Theater zu gehen. Und Herbie findet: Annie soll sie inspirieren, soll ihre Passion für ihren Beruf weitergeben. Nun nimmt das Märchen seinen Lauf … Am Anfang Herbie Aaron sucht nach einer Bar und findet keine. Er kann’s nicht fassen. »Das gibt’s doch nicht, mitten in New York City«, brummt er und wird von einem Windstoß fast in ein Schaufenster geblasen. Es ist zu kalt zum schneien. Mit der Mütze ins Gesicht gezogen und den Kopf in den Mantelkragen gedrückt findet er endlich eine Bar in einer Seitenstraße. »Ein Schikimicki-Nachtclub« sagt er und denkt, dass diese Gespräche alle in seinem Kopf stattfinden. Tun sie aber nicht. Er redet laut, überlegt hin und her, streitet mit Leuten, hält ihnen Vorträge. Er verzieht sich in den hintersten Winkel der Bar. Er sieht sofort, dass die Barfrau ein absoluter Hingucker ist. »Wir schließen« sagt sie. Flehentlich hebt er die Hände und sie lächelt. Er bekommt noch seinen doppelten Wodka mit Eis. »Sie sind die zweit schönste Frau, die ich den ganzen Tag gesehen hab« sagt Herbie. Meine Meinung Dieses Buch habe ich wieder einmal wegen Frau @hauptsachebunt und @thatyvo gekauft. Ihre Tipps sind eigentlich immer Goldwert. Ich sollte mich wirklich bei Ihnen bedanken! Also lieben Dank Euch zwei Ich glaube aber, dass es ein Fehler war, dieses Buch gleich nach »Die Bücherdiebin« zu lesen. Emotional hat mich »Die Bücherdiebin« ziemlich ausgelaugt. Annie und Herbie haben sich vor 38 Jahren kennengelernt. Da waren sie beide Anfang zwanzig und sie spielten beide Theater. Er war noch mit einer anderen Frau verheiratet. Ab der zweiten Probewoche konnten sie die Hände nicht voneinander lassen. In den 38 Jahren waren sie sich nicht immer treu, aber sie lieben sich, ergänzen sich, kennen sich in und auswendig. Doch nun liegt Annie im Sterben. Herbie bleibt allein zurück. Er findet das unfair, weil abgemacht war, dass er zuerst geht. Nun ja, das Leben ist oft unfair – so it goes. Annie lernen wir bald nur aus den Erzählungen der Anderen besser kennen. Hier geht es aber um Herbie und sein Leben nach Annie. Irgendwann erzählt Herb, warum er höllische Angst hat, Annie loszulassen: »Als ich mit Annie zusammen war, wenn ich mit ihr am Arm einen Raum betrat, wurde ich zu einem Menschen – wurde vervollständigt -, der ich vorher nicht gewesen war. Vollständig, ja, das ist’s. Ich war halbwegs ich gewesen, und dann war ich ganz ich selbst. Meine Identität, mein Ich waren vollständig, wenn ich mir ihr zusammen war. Wenn ich sie jetzt loslasse, ist das, was von mir übrig bleibt, wie … Pee Wee Herman oder so jemand.«   Herbie trinkt gern, aber ich denke nicht, dass er wirklich ein Alkoholiker ist. Er lebt nicht gerade gesund, macht keinen Sport und ist eigentlich richtig faul. Annie war das Gegenteil; sportlich und lebte gesund. So ist es eine Ironie des Schicksals, dass sie erkrankt und nicht er. Ich konnte mich gut in Herbie einfühlen während der ganzen Geschichte. Seine Trauer geht tief und seine Angst vor dem Leben ohne seine geliebte Annie ist fühlbar. Er hat eine Gabe; er bringt die Menschen, vor allem Frauen, zum strahlen. Ich wäre ihm gerne begegnet. Olive ist die Barfrau, die Herbie gleich am Anfang kennenlernt. Seine Frau lernt sie auch noch kennen vor ihrem Tod und sorgt eigentlich dafür, dass Olive und Herbie in Kontakt bleiben. Leider bin ich mit Olive ganz und gar nicht warm geworden. Manchmal ist mir ihre Art auf die Nerven gegangen. Ich fand sie etwas zu aufdringlich bei einem Mann, der gerade seine Seelenverwandte verloren hat. Ich denke schon, dass sie Herbie auch hilft, über den Tod von Annie hinwegzukommen, aber wesentlich weniger als eine andere Person in dieser Geschichte. Billy Stiles ist eine Golflehrerin. Ich mag sie. Die Beziehung zwischen Billy und Herbie ist rein freundschaftlich, sie spielen Golf und eigentlich sollte Billy ihm was beibringen. Das tut sie in meinen Augen auch, aber nicht Golf. Billy ist wahrscheinlich die Person, die Herbie am meisten hilft, den Weg zurück ins Leben zu finden. Sie ist offen, ehrlich, direkt und einfach liebenswert. Ich fand sie fast sympathischer als Herbie selbst. Es ist eine Geschichte über das Leben und die Liebe, über Tod, Verlust und Trauer. Das Ganze spielt im Schauspielermilieu, das hier sehr glaubhaft dargestellt wird. Die Erzählung ist lebhaft, lustig, traurig und vor allem überzeugend realistisch. Ich hätte nichts dagegen gehabt, wenn die Geschichte etwas länger gewesen wäre. Wirklich Lesenswert!

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  • Kleiner, feiner Roman!

    So it goes

    Petris

    19. March 2014 um 08:43

    Herbie Aaron und seine Frau waren ein schillerndes, berühmtes Paar der Theaterwelt. Sie bewegten sich in der Welt der Reichen und Schönen, experimentierten mit ihrer Sexualität und waren doch immer ein Liebespaar. Als Annie an Krebs stirbt, verliert Herbie den Boden unter den Füßen. Was so tragisch klingt, wird trotzdem zu einem wunderbaren, romantischen, kleinen, aber sehr feinen und dichten Roman. Nach einem Tag im Krankenhaus bei seiner Frau lernt Herbie Olive in einer Bar kennen. Sie kellnert dort, um sich das Leben zu finanzieren, in Wirklichkeit ist sie eine begabte Schauspielerin. Er muss sie Annie vorstellen, denn er weiß, sie wird begeistert von ihr sein. Olive hilft Herbie in der schmerzhaften Zeit, doch Annie gewinnt sie sofort lieb und in ihren letzten Tagen setzt sie alles daran, Olive zu coachen und sie auf den Weg des Schauspiels zu bringen. Teil dieses kleinen Mikrokosmoses sind auch noch Candy, Annies und Herbies Tochter und Billy, eine Golflehrerin mit harter Schale und weichem Kern. Gemeinsam versuchen sie irgendwie, mit Annies Sterben umzugehen. „So it goes“ (der englische Titel „After Annie“ gefällt mir wesentlich besser!) ist ein wunderschöner, berührender Roman über die Liebe, Freundschaft, Familie und die immer wieder faszinierende Welt des Theaters.

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  • Sie war sein Kapitän auf dem gemeisamen Schiff

    So it goes

    dicketilla

    02. March 2014 um 11:17

    Mürrisch streift Herbie Aaron durch New Yorks Straßen, Selbstgespräche mit sich selbst führend, eine Marotte die er sein eigen nennt. Endlich findet er eine Bar, die aber kurz vor der Schließung steht, die bildschöne Barfrau Olive schenkt ihm aber noch einige Wodka ein. Dann geht er seine Frau Annie im Krankenhaus besuchen. Sie sind zusammen seid sie Anfang zwanzig waren, vor achtunddreißig Jahren, gemeinsam Mutter Courage in einem Repertoiretheater spielten. Hatten gute und schlechte Jahre, und teilten sich schon öfter mal eine Liebhaberin, lebten ausschweifend. Da war wenig Raum für Candy, die gemeinsame Tochter, die schöne Mutter überstrahlte alles, und Herbie war ihr verfallen. Annie erfährt von der Begegnung mit Olive, und bittet Herbie sie zu ihr zu bringen. Beide Frauen sind sich sofort sympathisch, und reden eine ganze Nacht miteinander. Olivia, die bisher in Musicals spielte, bekommt die Hilfe von Annies und Herbies Agenten, da sie in ihr eine talentierte Schauspielerin sehen. Dann verliert Anni den Kampf gegen den Brustkrebs. Herbie flieht aus New York und beginnt einen Trip in seine Jugendzeit, bucht einen Golfkurs und lernt Billi kennen, eine lesbische Golflehrerin, die ihm Zuhörer und Freundin wird. Gemeinsam mit deren Schwester Roxanne beginnt er sich zu öffnen. Er fühlt sich noch verheiratet, die Liebe zu Annie ist allgegenwärtig. Als Mentor steht er Olivia zur Seite, die ein Theaterangebot hat, kann nicht verstehen, was diese 34jährige Frau von ihm, den alten Mann erwartet. Es ist die Geschichte einer wunderbaren Liebe, einer Liebe, die unerträglich wird, wenn der geliebte Mensch plötzlich nicht mehr da ist. Und eine wunderbare Frau, die für ihren Mann nach ihrem Tode vorsorgt. Auch bekommt man einen Einblick hinter den Kulissen eines Schauspieler Lebens. Die Personen sind wunderbar in ihren Charakteren vom Autor skizziert. Besonders Herbie ist mir mit seiner manchmal schrulligen Art ans Herz gewachsen, was auch in humorvollen Episoden ein Vergnügen war. Nur konnte der Autor den zu Beginn erreichten Anspruch über das ganze Buch hinweg nicht halten, was ich etwas bedauere. Dennoch ein lesenswertes Buch über den Verlust eines geliebten Menschen,und an einigen Stellen sehr berührend wirkt. 

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  • Eine ganz besondere Liebeserklärung

    So it goes

    MissStrawberry

    02. October 2013 um 21:41

    Herb und Annie sind ein Paar, das sich noch immer wie am ersten Tag liebt. Annie wird jedoch sterben. Natürlich bringt das alle, ganz besonders Herb, total aus dem Tritt. Besonders ein Zitat hat mich sehr berührt und mir sehr gefallen: "Sie (Annie) ist die einzige in der Familie, die von ihrem Sterben nicht total gestresst ist. Was auch immer sie noch mit sich ausmachen musste, sie hat es getan.". Auch wenn Annie und Herb eine nicht alltägliche Beziehung geführt haben, findet man beide spontan sympathisch. So heftig das Grundthema "Partner stirbt" ist, so liebevoll und einfühlsam hat Michael Tucker es verarbeitet. Sogar Humor hat er mit hineingepackt, ohne dass es makaber wirkt. Toll! Das Buch ist eine Liebeserklärung der besonderen Art - an die Ehefrau, an die Schauspielerei, an die Frauen allgemein, an die Liebe. Obwohl Herb und Annie sich nicht immer treu waren, aber immer offen zueinander, ist die Story keine Werbung für lockeren Umgang mit Beziehungen oder Sex, sondern es plädiert darauf, Liebe zu geben, zu zeigen, zu nehmen, zuzulassen. Annies Liebesbeweis ist ein ganz besonderer und er macht nicht nur Herb glücklich, sondern auch Candy, Olivia, das Theaterensemble und Billy. Michael Tucker ist selbst Schauspieler. Mit seiner Frau Jill Eikenberg spielte er in L.A. Law. Autobiografisch ist das Buch wohl kaum, da Jill noch bei bester Gesundheit ist. Trotzdem hat Tucker sicher von seiner Erfahrung als Schauspieler vieles ins Buch gelegt. Es ist ihm wunderbar gelungen, mein Herz zu erreichen und das Buch als etwas ganz Besonderes zu sehen!

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  • So it goes!

    So it goes

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    25. September 2013 um 07:05

    Herbie Aaron und seine Frau waren ein schillerndes, berühmtes Paar der Theaterwelt. Sie bewegten sich in der Welt der Reichen und Schönen, experimentierten mit ihrer Sexualität und waren doch immer ein Liebespaar. Als Annie an Krebs stirbt, verliert Herbie den Boden unter den Füßen. Was so tragisch klingt, wird trotzdem zu einem wunderbaren, romantischen, kleinen, aber sehr feinen und dichten Roman. Nach einem Tag im Krankenhaus bei seiner Frau lernt Herbie Olive in einer Bar kennen. Sie kellnert dort, um sich das Leben zu finanzieren, in Wirklichkeit ist sie eine begabte Schauspielerin. Er muss sie Annie vorstellen, denn er weiß, sie wird begeistert von ihr sein. Olive hilft Herbie in der schmerzhaften Zeit, doch Annie gewinnt sie sofort lieb und in ihren letzten Tagen setzt sie alles daran, Olive zu coachen und sie auf den Weg des Schauspiels zu bringen. Teil dieses kleinen Mikrokosmoses sind auch noch Candy, Annies und Herbies Tochter und Billy, eine Golflehrerin mit harter Schale und weichem Kern. Gemeinsam versuchen sie irgendwie, mit Annies Sterben umzugehen. „So it goes“ (der englische Titel „After Annie“ gefällt mir wesentlich besser!) ist ein wunderschöner, berührender Roman über die Liebe, Freundschaft, Familie und die immer wieder faszinierende Welt des Theaters.

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  • Milieustudie

    So it goes

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    18. July 2013 um 16:29

    Tucker beschreibt eine Milieustudie par excellence. Herbie und Annie Aaron sind das typische Schauspieler-Ehepaar: Alkohol, Fremdgehen, große gemeinsame Liebe, eine Tochter (weil es dazugehört), aber im Grunde läuft diese nur nebenher, Theater- und Filmproduktionen, Reichtum, Anerkennung, Ansehen... Die Story beginnt als Herbie sich in eine Bar flüchtet, weil er es nicht erträgt, dass seine geliebte, vielbeachtete, zutiefst verehrte Ehefrau im Sterben liegt. Olive, die Barfrau, ist gelangweilt, weil sie kurz vorm Zusperren ist und nicht noch einen Trinker bedienen möchte. ...und trotzdem entsteht so etwas wie ein Gespräch und daraus entsteht eine Art Abhängigkeit. Tucker begibt sich tief in die Szene hinein, die einigen Lesern wahrscheinlich Probleme bereiten wird, weil sie nicht glauben können, dass es wirklich in dieser Schauspielszene so abgeht. Das Ehepaar ist bereits am Zenit ihrer Bekanntheit, im Prinzip heißt es nur noch: "Kannst du dich noch - an - erinnern...?" Herbie ist mittlerweile ausgelaugt, ausgebrannt, er hat das Theater satt, diese Oberflächlichkeit, keine Freunde, nur Geschäft, nur ein Spiel zu spielen. Als Annie stirbt gerät seine sowieso schon unheile Welt, noch mehr durcheinander. Tucker lässt ihn ins Golferparadies Myrtle Beach fahren, allerdings vergisst der Autor, dass nicht jeder Leser Golf spielen kann. Diese endlosen Passagen über Fairways, Putten, Abschlagen und welches Eisen für welchen Schlag, wird nicht jedem Leser zugehen (ich spiele Golf, von daher fand ich es amüsant). Seine Schreibweise ist leicht, angenehm lesbar und annehmbar. Ein paar Mal ist er mir zu derb im Umgang mit den sexuellen Handlungen, das hätte nicht sein müssen. Seine Protagonisten sind vorstellbar, gut beschrieben, auch wenn Candy (Tochter) mit ihrer hysterischen verkrampften süßlichen Art den Leser zusehends nervt. Fazit: Tucker's Milieustudie über die Theaterszene ist gut gelungen und ziemlich korrekt. Man nimmt ihm Herbie's Trunksucht, Berufsübermüdung, Trauer, Angst, das Ausgebrannt sein wirklich ab. Annie lernt der Leser zu wenig kennen, da sie gleich am Anfang stirbt. Was Olive mit ihrer ständigen Anruferei bei Herbie bezweckt, ist zwar durch die Geschichte erkennbar, im wirklichen Leben jedoch etwas befremdlich. Sterneabzug gab es für die manchmal zu derben sexuellen Ausdrücke. Leser die kein Golf spielen, werden sich einige Seiten wahrscheinlich eher langweilen und auch die vielen Golfausdrücke nicht verstehen; hier wird ein Nachschlagen wohl nicht aus bleiben. Alles in allem allerdings empfehle ich den Roman Lesern, die wissen wollen, wie es "Hinter den Kulissen" aussieht und nicht nur den "Glanz auf der Bühne" sehen. Viel Spaß! (geschrieben von: Petra/Meine Buchtipps)

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  • Rezension zu "So it goes" von Michael Tucker

    So it goes

    WinfriedStanzick

    08. February 2013 um 12:33

    Der in Amerika sehr bekannte Schauspieler Michael Tucker, der zusammen mit seiner Frau Jill Eikenberry in der US-Serie L.A. LAW spielte und mehr als einmal dafür mit dem Emmy Award ausgezeichnet wurde, legt hier mit seinem ersten Roman ein autobiographisches Zeugnis vor, das den Leser von der ersten Seite auf eine geheimnisvolle Weise in seinen Bann zieht, der noch lange nach dem Ende der Lektüre anhält. Protagonist des Romans „So it goes“, der im amerikanischen Original treffender „After Annie“ heißt, ist der in die Jahre gekommene Schauspieler Herbie Aaron. Zu Beginn des Buches sitzt er abends in einer New Yorker Bar und trinkt Wodka, findet aber keinen wirklichen Trost darin. Denn seine geliebte Frau Annie, ebenfalls Schauspielerin, mit der er seit fast vierzig Jahren schon eine wunderbare Beziehung hat, liegt in einem benachbarten Krankenhaus im Sterben. Michael Tucker beschreibt Herbie als einen eher chaotischen und exzentrischen Menschen, der sehr stark um sich selbst kreist. Seine Frau Annie jedoch ist sozusagen sein Komplementär. Sie kann gut zuhören, ist hilfsbereit und neigt dazu, bei Konflikten schnell die Harmonie wieder herzustellen. Herbie und Annie haben sich auf diese Weise vier lange Jahrzehnte bestens ergänzt, und bei aller Unkonventionalität, mit der sie als Schauspieler ihre Ehe führten, kann keiner ohne den anderen auch nur einen Tag leben. Untröstlich über das bevorstehende Ende an der Bar sitzend, bemerkt Herbie aber dennoch die junge Frau hinter dem Tresen und kommt ins Gespräch mit ihr. Olive, so heißt die Frau Mitte dreißig, möchte selbst Schauspielerin werden. Herbie findet sie sympathisch, ermutigt sie und stellt einen Kontakt zu seiner Frau Annie her, damit diese der jungen Frau etwas von ihrer eigenen ungebrochenen Passion für das Theater weitergeben kann. Olive ist Annie sofort sympathisch und noch bevor sie bald danach stirbt, vermittelt sie Olive einen Agenten und verschafft ihr die weibliche Hauptrolle in Tschechows „Onkel Wanja“ in einem kleinen New Yorker Theater. Im Krankenhaus lernt Olive bei ihren Besuchen auch Candy kennen, die Tochter von Herb und Annie. Sie befindet sich gerade in einer veritablen Krise mit ihrem Lebenspartner Maurice und hatte ihr ganzes Leben das Gefühl, dass in der engen Beziehung zwischen ihren Eltern kein wirklicher Platz für sie sei. Sie verstehen sich sofort. Als Annie stirbt, zieht sich Herb von allem zurück. Er versucht sein Glück beim Golfspielen, lernt viel von seiner Golflehrerin und coacht aus der Ferne Olive, die sich auf ihre Rolle vorbereitet. Besonders an dieser Stelle des Buches gibt Michael Tucker seinen Lesern tiefe und eindrucksvolle Einblicke in den Beruf eines Schauspielers. Auf eine geheimnisvolle Weise geläutert und mit neuem Lebensmut findet Herb schlussendlich zurück zu seiner Tochter und auch zu Olive. Eine Entwicklung, die Annie vor ihrem Tod schon vorausgesehen hat. „So it goes“ ist ein Roman über das Theater, die Liebe, vor allem aber auch über das Loslassen von Vertrautem und den Mut, immer wieder neu anzufangen. Gespickt mit jüdischem Humor bereitet das Buch dem Leser großes Vergnügen und schenkt ihm die Hoffnung, dass Michael Tucker es nicht bei diesem gelungenen Debüt belässt.

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  • Rezension zu "So it goes" von Michael Tucker

    So it goes

    coala_books

    02. February 2013 um 18:09

    Michael Tuckers Roman So it Goes erzählt von dem Leben danach, nachdem der geliebte Seelenverwandte gegangen ist und man sein restliches Leben alleine wieder in richtige Bahnen lenken muss. Der Roman erzählt dieses Neufinden dabei in eher leisen Tönen, welche die Bedeutung der Worte sehr gut zum Ausdruck bringen. Mit Rückblenden wird die Zeit von Herb und Annie nach und nach aufgedeckt, um den jetztigen Herbie besser verstehen zu können. Auf der Suche nach sich selbst findet er gleichzeitig wieder zu seiner Tochter und prägt das Leben vieler Menschen auf seinem Weg auf seine einzigartige Weise. Die Sprache des Roman passt sich Herb und seinem ausufernden Schauspielerleben auf eine bemerkenswerte Weise an, vergisst jedoch nicht, dass dieser Mensch in tiefer Trauer um seine wahre Seelenverwandte ist. Ein Roman, der sich auf Samtpfoten in das Herz schleicht und seine Spuren hinterlässt.

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  • Rezension zu "So it goes" von Michael Tucker

    So it goes

    Anni1609

    06. January 2013 um 12:26

    Das Leben danach Herbie Aaron steht eine schwere Zeit bevor. Seine Ehefrau und Seelenverwandte Annie liegt im Sterben. Sie befindet sich im Endstadium einer schweren Krebserkrankung, die sie vor langer Zeit besiegt hatte – leider nicht auf Dauer. Herbie ist durcheinander, muss er doch bereits sein Leben neu sortieren. Eines Abends lernt er in einer Bar eine junge Frau, Olive, kennen. Sie wirkt neckisch und weckt sein Interesse. Annie möchte diese Frau noch vor ihrem Tod kennen lernen und bittet Herbie ein Treffen zu organisieren. So kommt es, dass Herbie Olive in das Krankenhaus einlädt, in dem sich Annie zu diesem Zeitpunkt befindet. Die beiden Frauen schicken Herbie fort und reden eine ganze Nacht lang. Durch diese Unterhaltung hat Annie beschlossen, Olive ihrem Manager Maurice vorzustellen. Dieser hat bereits Annie und Herb, beide Schauspieler, gut beraten. Noch vor ihrem Tod stellt Annie somit die Weichen für die weitere Entwicklung der Handlung. Michael Tucker bearbeitet in seinem Roman „So it goes“ ein Thema, dass viele Menschen von Beginn an stark berührt. Der heiß geliebte Partner ist schwer erkrankt und wird versterben. Bereits ab der ersten Seite spürt der Leser den Tiefgang, den dieser Roman bieten wird. Tucker bearbeitet das Thema rund um den Tod eines Angehörigen mit Humor und Charme, aber auch genügend Ernsthaftigkeit. Er trifft den Nerv des Lesers und lässt diesen von Beginn an tief in die Handlung einsteigen. Dem Leser ist es nicht möglich, diesen Roman emotionslos durch zu arbeiten. Tucker schildert die ungewöhnliche Beziehung zwischen Annie und Herb. Es ist keine „normale“ Ehe gewesen, allerdings eine von ganz besonderer Art. Durch seine Wortwahl arbeitet der Autor die starke Verbindung und Liebe zwischen den Beiden heraus. Der Leser schließt Herbie Aaron schnell in sein Herz. Tucker zeichnet ihn ausgesprochen chaotisch, verwirrt, exzentrisch und auch selbst verliebt. Annie hingegen wird als komplettes Gegenstück dargestellt. Sie hat für Jeden ein offenes Ohr, steht stets zur Seite und harmonisiert. Somit bilden Beide das perfekte Paar, wobei keiner ohne den Anderen sein kann. Nach dem Tod von Annie teilt Michael Tucker die Handlung in zwei Stränge auf, die sich im Laufe des Romans wieder annähern. Auf der einen Seite versucht Herbie sein Leben nach dem Tode Annies wieder zu ordnen. Er sucht nach dem weiteren Sinn des Lebens, wobei er einige Klippen zu umschiffen hat. Auf der anderen Seite wird die Entwicklung von Olive bezüglich der Schauspielerei aufgezeigt, die stets Rat bei Herbie sucht. Tucker geht dabei vor allem auf die Gefühlswelten der unterschiedlichen Akteure ein. Diese haben im gesamten Roman einen großen Stellenwert. Michael Tucker verwendet einen angenehmen, gut verständlichen, leicht lesbaren Sprachstil. Als besonderes sprachliches Mittel setzt er die Selbstgespräche ein, die Herbie ständig mit sich führt. Somit ist dem Leser ein tieferer Einblick in die Gedanken und Gefühle dieser Person möglich. Aber auch für Olive verwendet der Autor dieses Mittel, allerdings nicht so stark ausgeprägt. Die Kapitellängen sind angemessen und angenehm. Die Wortwahl ist nicht unangenehm hochgestochen. Die Dialoge sind an die einzelnen Handlungsfiguren angepasst. Während es sich bei Herbie eher um kürzere, abgehackte, manchmal inhaltlich schwer zu verfolgende Sätze handelt, sind diese beispielsweise bei Annie oder auch Olive ausführlicher. Der Roman ist in gebundener Ausgabe im Graf-Verlag erschienen und macht einen exklusiven Eindruck. Als Lesezeichen steht ein Bändchen zur Verfügung. Der Roman besteht aus 250 Seiten. Mein Fazit für den Roman „So it goes“ von Michael Tucker fällt sehr positiv aus. Von Beginn an konnte ich mich in den Protagonisten Herbie herein denken und mit ihm fühlen. Der Autor hat ein schwieriges Thema sehr gut umgesetzt und die verschiedenen Gefühlswelten der Handelnden gut herausgearbeitet. Die Handlung hat mich in ihren Bann gezogen und berührt. Für mich ist dieser Roman überaus lesenswert, auch, oder auch vor allem, wenn man sich in einer ähnlichen Situation wie Herbie befindet. Absolute Leseempfehlung!

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  • Rezension zu "So it goes" von Michael Tucker

    So it goes

    rumble-bee

    10. December 2012 um 09:54

    Gelungener Mix aus "Der Stadtneurotiker" und "Love Story" Ich habe das Gefühl, dieses Buch konnte so nur in Amerika geschrieben werden. Auf kontinentaleuropäische Verhältnisse scheint es kaum übertragbar, weder von den Figuren, dem Setting, noch der Handlung her. Alles steckt voller Referenzen an spezifisch amerikanische Vorbilder - die Figuren, insbesondere der "tragische Held" Herbie Aaron, scheinen direkt aus einem Film von Woody Allen entsprungen; und die sehr dialoglastige Handlung könnte so auch im Skript einer Screwball- Sitcom oder anderen Seifenoper stehen. Ganz zu schweigen von typisch amerikanischen Verhaltensweisen, besonders unter Schauspielern. Es wird sich dauernd verabredet und ausgegangen (in Amerika scheint kein einziger Mensch mehr selber zu kochen), es geht um berufliche Kontakte, Beziehungen, und jede Menge Alkohol und Sex. Das mag sich im ersten Moment negativ anhören - soll jedoch nur unterstreichen, dass dieses Buch von dem abwich, was ich laut Titel, Klappentext und Leseprobe erwartet hatte. Vor allem der deutsche Titel hatte mich zunächst auf eine (relativ) falsche Fährte geführt. "So it Goes" ist ja ein recht bekanntes, literarisches Zitat, das aus dem berühmten Roman "Slaughterhouse Five" (Schlachthof Fünf) von Kurt Vonnegut stammt. In jenem Buch ist das Zitat so etwas wie ein "running gag", und taucht immer dort auf, wo jemand (oder etwas) stirbt. Ich hatte also, auch aufgrund des Klappentextes, eine Geschichte rund um das Sterben von Annie, Herbies Frau, erwartet. Doch das war es dann nur zum Teil. Annie stirbt bereits innerhalb der ersten 50 Seiten des Romans, und zwar relativ flott und komplikationslos. Was danach kommt, gleicht teilweise einer Odyssee, und teilweise eben auch einer echt amerikanischen Sitcom. Herbie reist durch Amerika, spielt Golf, trinkt viel, und bringt - so ganz nebenbei - die Karriere von Olive in Gang, die er noch kurz vor Annies Tod kennengelernt hatte. Ganz unterschwellig nähert er sich dabei noch der Tatsache, dass er sich wieder verlieben möchte, und zwar ausgerechnet in ebenjene Olive, die doch so viel jünger ist als er. Schon wieder ein Element, das mich an Woody Allen überdeutlich erinnerte... der geriet ja auch durch die Liebe zu einer viel jüngeren Frau in die Schlagzeilen. Der Originaltitel ist letztlich sehr viel passender: "After Annie", also "Nach Annie". Genau das ist es, nicht weniger und nicht mehr - "was danach geschah". Man merkt in jedem Kapitel, ja in fast jeder Zeile, dass der Autor selber Schauspieler ist. Diese ganze "Szene" hat er schon sehr überzeugend dargestellt, mit sämtlichen Überspanntheiten und Exzessen, die man erwarten könnte. Wie man an Rollen kommt, was Agenten eigentlich tun, wie Proben ablaufen, welche Exzentriker sich in einem Ensemble so tummeln, und so weiter und so fort. Das fand ich schon ziemlich faszinierend, und auch gut zu lesen! Außerdem besteht das Buch zu gefühlten zwei Dritteln aus Dialogen, und zwar ohne lästige "Redebegleitsätze". Ziemlich authentisch, locker, flapsig, und durchaus nicht unkomisch. Nahezu eins zu eins drehbuchtauglich. Viele Leser waren enttäuscht, was ich einerseits gut nachvollziehen kann. Denn auf den ersten Blick hat das Buch sein angekündigtes Ziel verfehlt. Aber eben nur auf den ersten! Man muss schon genauer "hinlesen", sich einfühlen in Herbie, dann merkt man, dass eben doch nahezu sein gesamtes Handeln noch auf Annie, seine große Liebe, bezogen ist. Das scheint in vielen Details durch. Man beachte nur, wie er wütend auf die Golfbälle eindrischt! Und wie er sich geradezu davor "drückt", eine neue Liebe einzugehen. Erst auf den allerletzten Seiten löst sich diese Spannung. Und obwohl das Buch genau da endet, wo es "spannend wird", kann man sich das Weitere doch denken. Wie ich finde, ein schöner Abschluss. Kritikpunkte habe ich eigentlich kaum. Ich musste mich allerdings erst "einlesen" in dieses Buch, da die geschilderte Welt mir doch sehr, sehr fremd ist. Ich fand die Figuren nicht leicht zugänglich, aber sie waren stets mit einem heftigen Augenzwinkern geschildert. Man muss all diese Exzentriker wahrlich nicht "mögen", kann aber ihren Weg nachvollziehen. Und das ist auch, was der Autor gewollt haben mag. Er hat "seiner" Welt, und indirekt wohl auch seiner Frau, sdie ebenfalls Schauspielerin ist, ein Denkmal gesetzt. Für ein Erstlingswerk - Hut ab!

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  • Rezension zu "So it goes" von Michael Tucker

    So it goes

    Biene2004

    04. December 2012 um 08:55

    The show must go on, auch wenn man einen Menschen verliert. Herbie und Annie, ein Schauspielerehepaar, versuchen, den bevorstehenden Tod von Annie irgendwie - jeder für sich - zu verstehen und zu akzeptieren. Wobei Annie mit sich und ihrer Umwelt im Reinen ist, haben Herbie und auch die gemeinsame erwachsene Tochter Candy größte Probleme. Eines Abends sitzt Herbie wieder einmal spätabends in einer Bar und versucht, sein momentanes Leben im Alkohol zu ertränken. Die hübsche Bedienung - Olive - verschafft Herbie ebenfalls etwas Ablenkung. Als die beiden ins Gespräch kommen und Herbie erfährt, dass Olive ebenfalls Ambitionen hat, selbst auch ans Theater zu gehen, kommt dem Schauspieler eine Idee: Er macht die schöne Olive mit seiner im Sterben liegenden Frau bekannt, weil Herbie findet, dass Annie Olive inspirieren soll. Die beiden Frauen verstehen sich auf Anhieb, und trotz der viel zu kurzen Zeit, die Annie bleibt, kann Olive eine Menge für ihre Rolle am Theater von Annie lernen und von deren langjähriger Erfahrung profitieren. Sowohl der Klappentext als auch der Buchtitel selber haben mich nicht wirklich angesprochen, trotzdem habe ich mich an dieses Buch gewagt. Anfangs wurde mein erster Eindruck auch bestätigt, doch irgendwann mittendrin kam dann plötzlich die "Wende". Was ich zuerst als langweilig, hölzern und lahm befand, wurde schlagartig doch interessant und ging mir richtig nahe! Die Schilderungen des Autors sind gefühlvoll und lebendig, nach anfänglichen Schwierigkeiten konnte ich mich richtig in diese Geschichte einfinden. Nichts desto trotz hat dieses Buch - bis auf den Tod von Annie - keine großartigen Höhen und Tiefen zu verzeichnen, sondern es plätschert die ganze Zeit über mehr oder weniger seicht vor sich hin. Ziemlich unverständlich und kurios ist für mich zum einen die Sache mit dem Golfspielen, die einen Großteil der 250 Seiten einnimmt. Hinzu kommt außerdem, dass ich das Techtelmechtel mit Roxanne recht unpassend finde. Roxanne wird als gutaussehend und äußerst sympathisch beschrieben, Herbie fühlt sich wohl in ihrer Gesellschaft und genießt es, mit ihr zu reden, doch im Endeffekt entscheidet er sich für Olive, die außer ihrem hübschen Äußeren irgendwie keine der anderen Eigenschaften aufweist. Diese Tatsache erscheint mir recht unlogisch und sie hat mich auch ziemlich verwirrt. Alles in allem bleibt zu erwähnen, dass dieses Buch einen äußert lahmen Start hat, im Laufe der nächsten Kapitel wurde die Geschichte jedoch sehr viel warmherziger und sensibler. Mir persönlich hat allerdings die Spannung gefehlt, außerdem habe ich die ganze Zeit darauf gewartet, wann mich dieses Buch endlich so richtig packt, fesselt und in seinen Bann zieht. Dies ist leider nicht geschehen! Ich kann noch nicht einmal sagen, dass mich diese Geschichte von Herbie, Annie, Olive, Candy usw. nicht berührt hat, wahrscheinlich aber ist es so, dass mich dieses Buch ganz einfach nicht genug angesprochen hat. Ich bin der Meinung, dass der Autor Michael Tucker noch viel mehr Emotion und Gefühl hätte rüberbringen können, ganz besonders im Zusammenhang mit dem Tod von Annie und damit, wie die Hinterbliebenen damit umgehen und diese Tragödie verarbeiten. Im Klappentext ist die Rede von einem "Märchen", welches seinen Lauf nimmt... Dem kann ich so nicht zustimmen, denn als solches kam dieses Buch auf gar keinen Fall bei mir an, denn unter Märchen verstehe ich etwas anderes, nämlich eine Geschichte, woraus der Leser im Endeffekt etwas lernen bzw. "mitnehmen" kann. Auch ist die Rede vom "Sieg des Lebens über den Tod", auch das entspricht nicht meiner Auffassung, denn vielmehr wird hier deutlich gemacht, dass das Leben trotz Tod der geliebten Partnerin einfach weitergeht. Annie, die begabte Schauspielerin, verstirbt, und Olive, ebenfalls Schauspielerin, nimmt dann halt den Platz an Herbies Seite ein. Zu erwähnen bleibt abschließend noch der Preis. Ich würde mir dieses Buch mit nur 250 Seiten für 18,00 Euro nicht selber kaufen, auch nicht verschenken oder jemandem empfehlen! Mir hat es nicht wirklich gefallen, ganz im Gegenteil, ich bin hier sogar recht enttäuscht und vergebe daher nur zwei Sterne!! Schade!

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  • Rezension zu "So it goes" von Michael Tucker

    So it goes

    buecherwurm1310

    03. December 2012 um 15:20

    Herbie, ein bekannter Schauspieler, hat Kummer, denn seine Frau hat Krebs im Endstadium. Alkohol soll seine Medizin gegen den Kummer sein, aber es hilft nicht. Es geht zurück ins Krankenhaus, legt sich zu seiner Frau und gibt sich den Erinnerungen hin. Herbie hatte immer eine besondere Beziehung zu seiner Frau Ann. Candy, die Tochter, fühlte sich schon frühzeitig aus dieser engen Bindung ausgeschlossen. Als Candy auch ins Krankenhaus kommt und berichtet, dass ihr Freund sich von ihr getrennt hat, greift Herbie sie an, das sei doch im Moment nicht so wichtig. Annie hat sich mit ihrem Schicksal abgefunden und versucht mit ihren Möglichkeiten, Herbie das Weiterleben nach ihrem Tod zu erleichtern. Als Herbie nach einem Barbesuch von der Bedienung Olive schwärmt, möchte Annie die junge Frau kennenlernen. Beim Besuch von Live verstehen sich die drei Frauen auf Anhieb. Annie bestärkt Olive darin, ihren Traum von der Schauspielerei verstärkt nachzugehen. Nach Annies Tod unterstützt Herbie die junge Frau mit Ratschlägen. Es ist nett geschrieben, wie Herbie seinen Kummer mit Alkohol, Drogen und Golf bekämpfen will, aber die Story zieht sich. Die Geschichte hat mich nicht berührt. Klar, jeder versucht auf andere Weise mit dem Tod eines geliebten Menschen fertig zu werden. Doch diese Art kann ich nicht nachvollziehen, aber ich bin ja auch keine Schauspieler. Vielleicht ticken die anders. Dass Herbie am Ende mit Olive zusammenkommt, war schon nach wenigen Seiten vorhersehbar.

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