Michael Wäser Familie Fisch macht Urlaub

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Inhaltsangabe zu „Familie Fisch macht Urlaub“ von Michael Wäser

Sommer 1961. Es läuft nicht gerade rund bei der Erfurter Hausmeisterfamilie Fisch: Schon das achte Kind ist unterwegs, die Wohnung ist viel zu klein, die Versorgung schlecht, die Schulkinder werden von ihren Lehrern bespitzelt. Als sich auch noch Papas egoistische Mutter bei ihnen einquartieren will und er es nicht schafft, sich ihr zu widersetzen, ist Mamas Geduld ein für allemal zu Ende. Viele Tausend DDR-Bürger hauen in jenen Tagen ab in den Westen – warum sollten die Fischs das nicht auch schaffen, denkt sich Mama, lässt ihrem Mann keine Wahl, und so planen die Eltern den ganz besonderen Familienurlaub. Ihre Regierung aber und Papas Mutter haben eigene, ganz andere Pläne für den Sommer 1961.

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  • Rezension zu "Familie Fisch macht Urlaub" von Michael Wäser

    Familie Fisch macht Urlaub
    Irielle

    Irielle

    11. August 2011 um 17:31

    Familie Fisch macht Urlaub oder: Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten von Michael Wäser, erschienen im Buchbäcker-Verlag Rainer arbeitet als Hausmeister in der Betriebshochschule Erfurt. Und das obwohl er eigentlich unterrichten könnte. Aber man ließ ihn nicht. Schließlich war er verwundet aus dem Krieg wieder gekommen, und Narben zierten nicht nur sein Gesicht. Inzwischen erwartete er mit seiner Frau Erika sein 8. Kind. Und kam eigentlich mehr schlecht als Recht zurecht. Unterstützt wird dieses Gefühl aber auch von seiner Mutter Lisa, die ihn immer noch, nach so vielen Jahren nicht als Mann ansah. Eifersüchtig auf Erika war, und den Plan ausheckte, spätestens nach den Sommerferien bei Rainer und Erika einzuziehen. Dabei gab es in ihrer Wohnung so schon zu wenig Platz. Es gab nur 2 Kinderzimmer. Die Kleinste schlief mit im Elternschlafzimmer. Das kleine Wohnzimmer war auch schon überfüllt, wenn nur die Hälfte Personen zu Hause war. Nun gut, so lebte man halt im Jahr 1961. Wer denn überhaupt einen Fernseher hatte, bekam ganze 2 Sender rein. Wobei einer nicht geschaut werden durfte. Denn es war der feindliche westliche Sender. Als nun Carla, eins ihrer Kinder versehentlich am letzten Schultag durch ein Bild verriet, dass sie das "falsche" Sandmännchen gesehen hatte, bekamen sowohl Erika als auch Rainer Angst. Innerhalb kurzer Zeit stand fest: Wir machen "Urlaub". Schließlich durfte keiner etwas von ihrem Plan erfahren. Landesflucht war nicht nur für den "Täter" eine Gefahr.... Wie Erika und Rainer ihre Flucht innerhalb von 6 Wochen planten und versuchten, und ob sie es schafften mit all ihren Kindern, lest doch einfach selber nach! Fazit: Auch wenn dieses Thema ein durchaus ernstes ist, ist mir an manchen Stellen zum Lächeln zu Mute gewesen. Denn diese Geschichte schreibt nicht nur die versuchte Flucht, sondern auch den Lebensalltag einer ganz besonderen Familie. Zumindest aus heutiger Sicht. Denn es gibt wenige Großfamilien mit so vielen Kinder. Klar war es zu Kriegszeiten anders, doch schauen wir heut auch ein wenig anders auf die damaligen Ereignisse. Einfach, weil es für so manchen in unserer Überflußgesellschaft unvorstellbar ist. Nur 224 Seiten und ein einfacher Schreibstil lassen es mehr als flüssig lesen. Ich habs gern getan!

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  • Rezension zu "Familie Fisch macht Urlaub" von Michael Wäser

    Familie Fisch macht Urlaub
    Katzenpersonal_Kleeblatt

    Katzenpersonal_Kleeblatt

    11. August 2011 um 07:56

    Erika und Rainer Fisch leben mit ihren 7 Kindern in Erfurt in einer viel zu kleinen Wohnung. Rainer ist Hausmeister in einer Berufsschule in Erfurt, Erika erwartet gerade das 8. Kind. Als sich die egoistische und herrische Mutter von Rainer in den Kopf gesetzt hat, bei ihnen auch noch mit einzuziehen und Rainer sich gegen seine Mutter nicht behaupten und das Wort NEIN nicht anbringen kann, ist das Maß voll. Sie planen, vom Osten in den Westen zu ziehen. Die Sache hat einen Haken. Es ist Juli 1961 und die Regierung der DDR hat es gar nicht gern, wenn ihre Bürger sich aus dem Staub machen. Rainer und Erika fangen an, den "Umzug" zu planen. Offiziell wird es eine Urlaubsreise nach Anklam sein. Die Vorbereitungen laufen auf vollen Touren, die 3 ältesten Kinder werden eingeweiht, weil sie bei den Vorbereitungen helfen müssen, der Freund Otto, Bruder und Schwägerin. Alles muss klammheimlich geschehen, denn erstens darf Rainers Mutter davon nichts erfahren und zweitens lauern überall Spitzel, die nur darauf warten, jemanden anzeigen zu können. Ein Termin für die Flucht steht auch recht schnell fest: es soll am 14. August 1961 stattfinden... Meine Meinung: Michael Wäser lässt mit seinem Buch ein Stück deutscher Geschichte aufleben. Er steht nicht da mit erhobenem Zeigefinger, sondern lässt uns mit Familie Fisch diese ereignisreiche Zeit erleben. Ein kleiner Rückblick in die Vergangenheit. Beim Lesen kamen bei mir einige Erinnerungen wieder hoch, die ich schon verdrängt hatte. Als Kind der DDR kannte ich noch die Kontrollen an der Berliner Grenze nicht nur nach Westberlin, sondern auch ins Berliner Umland. Auch sind mir noch die Einkaufsmöglichkeiten, die hier ebenfalls erwähnt wurden, in sehr guter Erinnerung. Das Buch ist flüssig und nett geschrieben. Als ich das Datum vom 14. August las, dachte ich, na was wird das denn werden. Die Familienmitglieder sind einem ans Herz gewachsen und man durchlebt mit ihnen die Zeit und die Vorbereitungen zur Flucht, immer die Frage im Hinterkopf - schaffen sie es?. Zum Schluss gewinnt die Handlung noch einmal so richtig an Tempo, die Spannung ist kaum auszuhalten, es gibt auch noch so ein paar richtig nette Überraschungen, mit denen man nicht rechnet. Mein erster Eindruck vom Cover war, Fisch und Huhn, was soll das denn? Aber beim Lesen erkennt man schon, dass es mit dem Huhn eine ganz besondere Bewandnis hat. Beim ersten Durchblättern des Buches fand ich die ellenlangen Abschnitte, die oft länger als eine Seite sind, sehr abschreckend. Glücklicherweise las es sich besser als anfangs vermutet. Ein wenig überzogen fand ich die Charaktere von Rainers Mutter und Otto. So weltfremd wie Otto dargestellt wurde, konnte man selbst zu der Zeit nicht gewesen sein. Im Großen und Ganzen aber ein gut recherchiertes Buch, bei dem auch der Humor nicht fehlt.

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