Michael Wallner Der Flug nach Marseille

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Inhaltsangabe zu „Der Flug nach Marseille“ von Michael Wallner

Die Liebe in den Zeiten der Revolution München im Winter 1918/1919. Der Krieg ist verloren, der bayerische König ist gestürzt, und Arbeiter- und Soldatenräte versuchen die Macht zu ergreifen, während konservative und deutschnationale Kräfte zur Gegenwehr ansetzen. Am Schwabinger Krankenhaus operiert die junge Ärztin Julie Landauer Tag und Nacht Kriegsverletzte und Invaliden, die von den Schlachtfeldern in die Heimat zurückgebracht wurden. Julie hat in ihrer Kindheit nie erfahren, was echte Zuneigung und Geborgenheit bedeuten. Deshalb vertraut sie der Liebe nicht und kann sich allenfalls auf flüchtige, gefühlsleere Affären einlassen. Bis sie dem liberalen Zeitungsredakteur Karl Kupfer begegnet, dessen unheilbar an Diabetes erkrankte Frau Nina sie behandelt. Den Mann einer Patientin zu lieben, ist absolut tabu für Julie – und doch kann sie ihre Gefühle ebenso wenig ersticken wie Karl Kupfer dies vermag, der sich von der jungen Ärztin magisch angezogen fühlt. Als sich Nina Kupfers Zustand dramatisch verschlechtert, gibt es für sie nur eine Rettung: Sie muss nach Marseille gebracht werden, wo gerade eine revolutionäre Therapie gegen Diabetes entwickelt wurde. Wider alle politischen Hindernisse kann Nina nach Südfrankreich ausgeflogen werden, wo sich ihr Gesundheitszustand rasch bessert. Karl indessen, der Sorgen um seine Frau enthoben, wird von einer verzehrenden Sehnsucht nach Julie ergriffen. Unter einem Vorwand reist er Hals über Kopf zurück nach München. Für einen Augenblick scheint es, als ob Julies und Karls heimliche Liebe Erfüllung finden könnte – doch dann reißt das Schicksal die beiden grausam auseinander … »Der Flug nach Marseille« entwirft gleichsam im Cinemascope-Format die Geschichte einer großen Liebe vor dem Hintergrund der Münchner Räterepublik. Klug, vielschichtig, historisch fundiert und extrem bewegend erzählt, ist Michael Wallners neuer Roman eine einfach mitreißende Lektüre.

Ein packender Roman mit einer dramatischen unverkitschten Liebesgeschichte und viel historischem Background!

— Miamou
Miamou

Ein Drama, das unter die Haut geht, nie kitschig wird und viel politisches Geschehen in sich birgt. Trotzdem fehlte mir das gewisse Etwas

— tinstamp
tinstamp

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    Der Flug nach Marseille
    Miamou

    Miamou

    06. January 2017 um 18:19

    Es ist die Zeit nach dem Ende des 1. Weltkriegs. Die Soldaten kehren von der Front zurück und Deutschland befindet sich in der Revolution, die den Kaiser zum Abdanken gezwungen hat. Und obwohl die Menschen nun politisches Mitspracherecht haben, herrscht Chaos, wer das Land regieren soll. Mitten in diese Zeit setzt Michael Wallner die Handlung seines neuen Buches. Julie ist Ärztin, eine Frau, die es trotz der widrigen Umstände geschafft hat ein Studium anzuschließen. Bei einer Schießerei begegnet sie dem Journalisten Karl Kupfer und die beiden verbindet sehr schnell eine gewisse Zuneigung. Karl ist verheiratet und seine Frau leidet an Diabetes. Als ihr Zustand so schlecht wird, wird sie zu Julie ins Spital eigeliefert, die es irgendwie schafft Karls Frau Nina in den Süden Frankreichs zu bringen, wo Ärzte durch Forschungen bereits das lebensnotwendige Insulin entdeckt haben. So reist Karl mit Nina nach Marseille und Nina geht es bald besser. Karl jedoch verzehrt sich nach der Nähe Julies und er reist Hals über Kopf wieder zurück nach Deutschland. Kurz scheint es, als ob die beiden ihr Glück finden könnten, bis das Schicksal sie auf grausame Weise wieder auseinanderreißt. Michael Wallner ist ein vielschichtiger Roman gelungen, der den Leser in die Zeit kurz nach dem ersten Weltkrieg hinein katapultiert. Überall begegnet man den Kriegswehen, wie etwa verletzten Soldaten, Zwangsarbeitern oder Essensrationierungen. Gleichzeitig auch die politische Zerrissenheit, die nach der Abdankung des Kaisers herrscht. Die Menschen sind unsicher und sehen einer eher düsteren Zukunft entgegen. Julie und Karl sind die Hauptcharaktere dieses Buches und sie sind nicht nur an den politischen Umwälzungen sehr interessiert, sondern mit der Zeit auch immer mehr miteinander. Julie charakterisiert eine Frau, die für die damalige Zeit sehr emanzipiert war, zumindest was ihre Berufswahl angeht. Auf privater Ebene bekommt sie gar nichts auf die Reihe, so lässt sie sich bloß auf Affären ein, weil sie nie gelernt hat, was echte Liebe bedeutet. Obwohl ich Figuren, die mit beiden Beinen im Leben stehen in Büchern sehr gerne habe, fiel es mir bei Julie trotzdem schwer in Beziehung zu treten. Bei Karl stand die Sache da um einiges anders. Abgesehen von seinem Beruf in der er ständig kämpfen musste, war er auch privat in einem gewaltigen Strudel. Und man nimmt ihm das wirklich ab. Er ist verheiratet, hat einen Sohn und liebt ihn und seine Frau über alles, gleichzeitig entwickelt er aber Gefühle für Julie. Und obwohl sich beide entschließen ihre Liebe nicht zu leben, da es auf Kosten von anderen gehen würde, können sie doch nicht voneinander ablassen. Es wird also klar, dass das Ganze in einem Drama enden wird, was es auch tut. Das Ende war zwar in gewisser Weise absehbar, aber sehr stimmig und hochemotional. Das Buch lässt sich sehr flüssig und gut weg lesen, ist aber kein Roman für zwischendurch, da er neben der dramatischen Liebesgeschichte auch noch sehr viele und sehr akribische Einsichten in die Probleme der jungen Republik gibt. Die Kapitellängen sind sehr angenehm und man tut sich in Wirklichkeit sehr schwer das Buch aus der Hand zu legen. Nicht zuletzt auch deswegen, weil man hofft, dass alles gut ausgehen wird. Das Buch lebt von prägnanten Dialogen, was ich persönlich an Büchern ja sehr gerne mag, da hier wirklich die Protagonisten zu Wort kommen und man sie schneller kennenlernt, wenn sie eine eigene Stimme haben. Alles in Allem gibt es von mir eine Leseempfehlung für „Der Flug nach Marseille“. Verschiedene Facetten der Liebe werden beleuchtet und bringen so schon fast eine friedensstiftende Wirkung, die nicht nur in der damaligen Zeit, sondern genauso heute noch nichts an Wichtigkeit verloren hat.

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  • München im Umbruch

    Der Flug nach Marseille
    tinstamp

    tinstamp

    14. November 2016 um 17:09

    Als ich den Klappentext gelesen habe, wusste ich, dass dies ein Roman ganz nach meinem Geschmack sein sollte. Der österreichische Autor, Theaterregisseur und Schauspieler Michael Wallner ist für mich noch ein vollkommen unbeschriebenes Blatt, denn ich habe noch kein Buch des Autors gelesen. In den 256 Seiten des Romans stecken sehr viel Gefühl und Schmerz, sowie ein Stück Geschichte, das die völlige Zerissenheit Deutschlands aufzeigt.Es ist die Zeit nach dem Ende des ersten Weltkrieges. Deutschland ist plötzlich keine Monarchie mehr und die politische Lage ist sehr angespannt. In dieser Zeit der Zerissenheit lernen sich die Ärztin Julie Landauer und der Journalist Karl Kupfer kennen.Julie, (der Name wird ausgesprochen wie der Monat) ist Anfang des 20. Jahrhunderts eine der wenigen Ärztinnen, die praktizieren. Sie ist erfolgreich im Job, allerdings erfolglos in der Liebe. Ihre Kindheit war geprägt von Kälte und Abneigung. So sucht sie sich auch immer wieder Liebhaber, die nie mehr von ihr wollen als eine Affäre. Als sie den liberalen Zeitungsredakteur Karl Kupfer kennenlernt, dessen Frau Nina an Diabetes leide, entdeckt sie erstmals tiefere Gefühle. Nina, eine Künstlerin, wird nach einem Zusammenbruch von Julie behandelt. Die Zuckerkrankheit ist zu dieser Zeit, vor der Herstellung des Insulins, tödlich. Es besteht jedoch eine kleine Hoffnung durch den Arzt Professor Lemieuvre in Marseille, der angeblich Diabetes erfolgreich behandeln kann. Doch die politische Lage zwischen Frankreich und Deutschland ist noch immer sehr angespannt. Wird man Nina helfen können? Und was wird aus der aufkeimenden Liebe zwischen Julie und Karl?Dieser Roman ist sehr vielschichig. Michael Wallner widmet sich den politischen Themen ebenso wie den medizinischen. Doch der rote Faden ist die Liebe und die Freundschaft, ohne dass der Autor kitschig wird. Die Liebe zur Ehefrau, zur Geliebten, zum Sohn, doch auch zur Arbeit und zur Freiheit stehen im Vordergrund. Karl fühlt sich zerissen, denn einerseits hofft er auf die Genesung seiner Frau, sehnt sich aber auch nach Julie und seinem Sohn, der bei seinen Eltern untergebracht ist. Der Aufenthalt in Marseille lässt ihn schier verzweifeln, denn einerseits bemerkt er eine Distanz zu Nina, die ihm Schuldgefühle bereitet. Auf der anderen Seite spielt die politische Lage in München verrückt und er hat keine Möglichkeit diese als Redakteur festzuhalten. Als auch noch die Spanische Grippe in Südfrankreich zu wüten beginnt, denkt Karl an eine Rückkehr nach München .... Man muss sich Zeit nehmen für dieses Drama und sich intensiv damit auseinandersetzen, um sich in diesem Roman fallen lassen zu können. Danach hallt die Geschichte noch lange nach. Das Ende hat mich jedoch etwas zwiespalten zurückgelassen, da es offen bleibt. Jedoch kann man sich den Ausgang denken...Schreibstil:Der Schreibstil des Autoren ist ziemlich dialog-lastig, bildhaft und leicht verständlich. Die Protagonisten sind detailliert beschrieben und die Gefühle von Karl und Julie werden sehr gut transportiert. Der geschichtliche Hintergrund spielt eine große Rolle und wurde hervorragend mit der Geschichte verknüpft. Ebenso die medizinische Seite im Roman.Leider fand ich auch einen logischen Fehler im Roman. Auf Seite 75 spricht Julie von ihrem dreißigsten Geburtstag, den sie im April feiern wird. Dann feiert sie ihn plötzlich am Tag des Attentats an Kurt Eisler am 21. Februar.Fazit:Ein dramatischer Roman, der unter die Haut geht, nie kitschig wird und viel politisches Geschehen in sich birgt. Trotzdem fehlte mir das gewisse Etwas.....

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